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Werner Pelzer im Interview: „Nach zwei Abstiegen ist der RFCU Kelmis wieder in Aufbruchstimmung“

RFCU-Kelmis-Experte Werner Pelzer. Foto: OD

Am Sonntag beginnt für den RFC Union Kelmis eine neue Zeitrechnung. Nach einer halben Ewigkeit in den Nationalklassen sind die Grün-Weißen wieder in der 1. Lütticher Provinzklasse am Start. Trotzdem ist großer Optimismus angesagt.

Über den Neuanfang nach dem Ende der Ära Egide Sebastian unterhielt sich „Ostbelgien Direkt“ mit RFCU-Kenner Werner Pelzer.

OD: Werner Pelzer, am Sonntag in Melen (Anstoß: 15 Uhr) beginnt für den RFC Union Kelmis die neue Meisterschaft in der 1. Provinzklasse. Wie ist die Stimmung an der Stadionstraße? Depression oder Aufbruch?

Werner Pelzer: Nach vielen Niederlagen, die zu zwei Abstiegen in Folge führten, ist der RFCU Kelmis wieder in Aufbruchstimmung. Der Vorstand hat die A-Mannschaft richtig gut verstärkt. Man holte erfahrene Spieler wie Glody Kudura, Amara Dabo und Sébastien Aritz (die mit Raeren-Eynatten den Titel in der 1. Provinzklasse schafften) sowie Ismail Aksu (ein Torjäger) und Benoît Hossay, der mit Visé den Aufstieg in die 1. Division Amateure schaffte. Mit dieser Mannschaft hofft man, unter den Top 5 zu landen.

OD: Wann gehörte Kelmis zuletzt der 1. Provinzklasse an? Können Sie sich noch an die Zeit erinnern?

Das Prinz-Philippe-Stadion des RFC Union Kelmis (Archivbild). Foto: OD

Pelzer: Das war die Saison 2001/2002. Damals war Stéphane Huet Trainer, Jonathan Negrin noch Spieler und der Stern von François Sterchele, der es später in die Nationalmannschaft schaffte, ging auf.

OD: Gibt es bei der Union noch Leute, die der Ära Sebastian nachtrauern? Oder sind alle froh, dass es so ist, wie es ist?

Pelzer: Die Ära Sebastian ist definitiv vorbei. Der neue Vorstand arbeitet ganz anders. Er muss natürlich kleinere Brötchen backen. Aber, wie man an den neuen Spielern sieht, hat man an der Stadionstraße trotzdem Ambitionen.

OD: Dass der RFCU Kelmis nicht mehr die Nummer 2 im ostbelgischen Vereinsfußball ist, was er bisher immer war, stört das jemanden im Verein? Blickt man jetzt neidisch nach Raeren-Eynatten zur neuen Nummer 2?

Pelzer: Nein, das stört niemanden in Kelmis. Unter der Führung von Egide Sebastian hat man die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte gefeiert. Dass diese Zeit einmal zu Ende gehen würde, war jedem klar. Jetzt ist man froh, dass der neue Vorstand die Kurve bekommen hat, was gar nicht so einfach war.

OD: War eine Fusion zwischen der P1-Mannschaft und der P2-Mannschaft ein Thema in Kelmis jetzt, wo beide Teams nur noch eine Klasse unterscheidet?

Der Kelmiser Präsident Vincent Hubert. Foto: RFCU Kelmis

Pelzer: Eine Fusion ist kein Thema. Dafür gibt es mehrere gute Gründe. Einer davon ist, dass die Spieler der A- und B-Mannschaft sich gegenseitig ergänzen können. Je nach Form und Talent spielt man entweder in dieser oder der anderen Mannschaft. Ein anderer Grund ist, dass die Jugend doppelt so viele Chancen hat, in einer der beiden ersten Mannschaften zu kommen. Und ein dritter Grund ist, dass die B-Mannschaft in der kurzen Zeit ihrer Existenz (2014 gegründet) zwei Titel holte und immer vor ebenso vielen Zuschauern spielt wie die A. Man kann diese Kombination durchaus als Erfolgsmodell empfehlen für andere Clubs.

OD: Wer sind die Favoriten in der 1. Provinzklasse?

Pelzer: Dison, Wanze/Bas-Oha und der UCE Lüttich sind nach Meinung von Trainer Serge Sarlette die Favoriten der Serie. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

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