Standpunkt

Public Viewing: RSM macht sich mal nützlich

Mit der Idee eines Public Viewing am Freitag am Clown in Eupen anlässlich des WM-Qualifikationsspiels der Roten Teufel in Kroatien hat der Rat für Stadtmarketing (RSM) der Stadt Eupen einen Volltreffer gelandet. Man muss natürlich mal abwarten, wie die äußeren Bedingungen sein werden, denn um diese Jahreszeit ist das Wetter ziemlich launisch. Aber vor Regen ist man in unseren Breitengraden selbst im Sommer nicht gefeit. Normalerweise wird am Clown jede Menge los sein. Dem Image des RSM wird diese Aktion gut tun, denn schon seit einiger Zeit gibt es Zweifel an der Daseinsberechtigung dieses Gremiums.

Selbst Ex-Bürgermeister Fred Evers (PFF) dachte kürzlich laut darüber nach, ob die Stadt Eupen mit einem Schöffen für den Mittelstand, einem Schöffen für den Einzelhandel, einem Verkehrsverein und mehreren Straßenkomitees einen Rat für Stadtmarketing überhaupt brauche, zumal dieser mit einem jährlichen Zuschuss von 100.000 Euro gefördert werde.

Zweifel durchaus nachvollziehbar

Wörtlich sagte Evers im Juli 2013: „Ich weiß, dass RSM-Geschäftsführer Alain Brock ein guter Mann ist. Und trotz allem haben wir 30% Leerstand bei den Geschäftsräumen und keine Metzgerei mehr in der Unterstadt.“ Derlei Zweifel sind durchaus nachvollziehbar.

Mit diesem Flyer wirbt der RSM für das Public Viewing am Freitag auf dem Platz am Clown.

Mit diesem Flyer wirbt der RSM für das Public Viewing am Freitag auf dem Platz am Clown.

Mit dem Public Viewing ist es dem RSM zumindest gelungen, sich auf positive Weise in Erinnerung zu rufen, auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass zumindest von der Premiere am Freitag nicht alle Wirte in Eupen begeistert sind, ist diese von der Stadt offiziell unterstützte Initiative für sie doch vielleicht auch eine Konkurrenz.

Man denke nur an den Camping Hertogenwald in der Oestraße, der schon immer bei Länderspielen der belgischen Nationalmannschaft sowie bei großen Turnieren wie EM und WM die Spiele auf Großbildschirm zeigt – ohne Rat für Stadtmarketing und ohne Sponsoren. Kann gut sein, dass dort am Freitag weniger los sein wird.

Künftig gleiche Chancen für alle?

Andererseits hat RSM-Geschäftsführer Alain Brock am Sonntag im BRF bereits deutlich gemacht, dass man im Erfolgsfall beim nächsten Mal nicht nur zwei Kneipen wie diesmal, nämlich Marktschänke und Café Columbus, sondern allen Eupener Wirten die Möglichkeit geben wird, sich am Public Viewing zu beteiligen und vom Erfolg dieser Initiative zu profitieren. Zum Beispiel bei der Fußball-WM im Frühsommer 2014.

Das wird auch nötig sein, wenn verhindert werden soll, dass eine vom RSM ergriffene Initiative zwar sehr viele Fußballfans erfreut, jedoch etlichen Eupener Gaststätten, die ohnehin schon einen schweren Stand haben, mehr schadet als nutzt. Das kann nicht Sinn und Zweck des Public Viewing sein.

GERARD CREMER

Siehe auch Artikel „Ostbelgien Direkt bei den Roten Teufeln: Vor dem Spiel in Kroatien bleiben alle cool“

Siehe auch Artikel „Rote Teufel: Public Viewing in Eupen“

 

16 Antworten auf “Public Viewing: RSM macht sich mal nützlich”

  1. Ihr ewig nörgeler seit doch froh das überhaupt was in Eupen passiert,und wenn es klappt dann müssen sich bei einer wiederholung dann mal die Eupener Wirte zusammen raufen und was draus machen,kriege schon nen dicken Hals wenn ich lese muss Herr Brock das machen ,es macht doch kein anderer oder??????????

  2. Jan Kirchoff

    Das wird sowieso in einer schönen Massenkeilerei enden, lern mir bloss niemand unsere kroatischen Mitbürger kennen , die prügeln gerne wild drauf los, grade in Eupen, echt eine tolle Idee vom Stadtmarketing…

  3. Ming sching sin fing

    Ziemlich arm das Ganze.

    Public Viewing an dieser Stelle hat es bereits bei den beiden letzten Spielen Belgiens gegeben , mit jeweils ca 150-200 Zuschauern.
    Privat organisiert und Tip Top…
    Sich jetzt als Erfinder der Eierlegenden Wollmilchsau hinzustellen ist wie gesagt arm und nur Ideenklau.

  4. An und für sich ja eine schöne Sache für diejenigen die es interessiert. Dann wollen wir mal auf gutes Wetter hoffen, aber das ist so eine Sache im Monat Oktober in unserem schönen Ostbelgien.

  5. Rabelais

    Eupen braucht eher mehr Männer wie Alex Cloth vom Camping Herthogenwald, die etwas mit eigenem Geld und auf eigenem Risiko auf die Beine stellen, anstatt mit fremden Geld auf nem fahrenden Zug aufspringen und dann noch ganzseitige Werbeanzeigen im G-E schalten.

    • Richtig !!!!!!!

      Aber irgendwie muss der Herr Brock das restliche Geld,wenn er sein Gehalt abgezählt hat, ja loswerden ,das er jährlich von der Stadt bekommt.
      Wie überall bleibt was übrig gibt es im kommenden Jahr weniger.

      Ne Menge Knete um diesen ganzjährigen Schiss durchzuziehen.
      Aber man kann ganz gut von diesem Job leben – wa

  6. Zappel Bosch

    Zitat OD : Wörtlich sagte Evers im Juli 2013: “Ich weiß, dass RSM-Geschäftsführer Alain Brock ein guter Mann ist. Und trotz allem haben wir 30% Leerstand bei den Geschäftsräumen und keine Metzgerei mehr in der Unterstadt.” Derlei Zweifel sind durchaus nachvollziehbar.

    Zweifel des Herrn Evers nachvollziehbar? ER war doch auch 24 Jahre lang Bürgermeister und hat den langsamen Niedergang der Unterstadt (und noch mehr der Oberstadt, durch Untätigkeit) genauso mit zu verantworten, wie die nachfolgende Mehrheit (wenn denn der Trend überhaupt aufzuhalten war)! Es ist zu einfach, den Herrn Brock runterzumachen, wenn man selber sehr oft andere (u.a. im Kollegium) für sich hat arbeiten lassen. Ein guter Chef muss delegieren können, und das beherrscht(e) der Lange bestens…

    Ich glaube auch – wie die Eupenerin hiervor – dass Herr Brock einen ordentlichen Job macht, aber mit der unendlichen Baustelle hat er natürlich auch einen schweren Stand. Als interessierter Bürger kann man sich den regelmäßigen Baustellenbericht zusenden lassen: er hat bisher 117 davon „geliefert“, bzw. liefern müssen. Sein Job ? Da haben sich in der Verwaltung einige einen leichten Fuß gemacht… Der Rat für Stadtmarketing ist ursprünglich nicht dafür geschaffen worden, er wird von der Stadt bezuschusst (und nicht bezahlt) und ist kein verlängerter Arm der Verwaltung, sondern soll den Standort Eupen (Geschäfte und KMOs) vermarkten.
    Herr Brock ist übrigens kein Politiker und sollte m.E. „schonender“ behandelt werden als diese. Eine Bewertung gehört in diesem Fall in die Personalakte des Arbeitgebers und nicht auf den Marktplatz.

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