Elisabeth, Prinzessin von Belgien, lebt in den USA. Nun machen anzügliche Fotos und Videos die Runde, die die 24-Jährige zeigen sollen. Der Palast greift ein. Das Grenz-Echo leistet sich als eines von wenigen Medien einen Fauxpas, indem es eines der KI-Fakes trotzdem veröffentlicht.
Der Königliche Palast hat Schritte gegen anzügliche Fotos und Videos, die vermeintlich Prinzessin Elisabeth zeigen, eingeleitet. Im Internet waren mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Inhalte aufgetaucht, die so aussahen, als würden sie Belgiens 24 Jahre alte Thronfolgerin zeigen.
Die Nachrichtenseite RTL Info berichtete, ein entsprechender Account habe in sozialen Medien mehr als 28.000 Abonnenten gesammelt. Eines der Videos habe vermeintlich die junge Frau vor Gitterstäben tanzend gezeigt.

23.07.2024, Großbritannien, Oxford: König Philippe von Belgien, Kronprinzessin Elisabeth und Königin Mathilde von Belgien bei einem Fototermin in der Bibliothek des Lincoln College an der Universität Oxford. Foto: Laurie Dieffembacq/Belga/dpa
Das Grenz-Echo ist eines der wenigen Medien, das eines der Deepfakes trotzdem veröffentlichte. Das hat nicht einmal die „Bild“-Zeitung gemacht. Seine Empörung zum Ausdruck zu bringen und das beanstandete gefälschte Bild trotzdem zu veröffentlichen, damit es auch möglichst viele Leser zu sehen bekommen, ist eine etwas zweifelhafte Vorgehensweise.
Der Königliche Palast bestätigte unterdessen am Dienstag, alle notwendigen Maßnahmen ergriffen zu haben. „In der Zwischenzeit wurde der Beitrag auf dem ursprünglichen Konto gesperrt.“
Prinzessin Elisabeth studiert derzeit an der renommierten US-Universität Harvard den Masterstudiengang „Public Policy“ (Öffentliche Verwaltung). Im Juli 2024 schloss die Herzogin von Brabant ihr Bachelorstudium in „Geschichte und Politik“ an der Universität Oxford in Großbritannien ab.
Täuschend echte, KI-generierte oder manipulierte Bilder, Videos und Audioaufnahmen werden im Allgemeinen Deepfakes genannt (siehe Stichwort unten).
Stichwort: Deepfake
Ein Deepfake ist ein mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugter oder manipulierter Medieninhalt, bei dem Bilder, Videos oder Tonaufnahmen so verändert werden, dass sie täuschend echt wirken, obwohl sie nicht der Realität entsprechen.
Dabei werden mithilfe spezieller Lernverfahren etwa Gesichter ausgetauscht, Mimik angepasst oder Stimmen imitiert. Die Technik basiert meist auf großen Datenmengen und sogenannten neuronalen Netzwerken, die Muster erkennen und nachbilden können.
Deepfakes finden Anwendung in Film, Unterhaltung und Forschung, etwa zur digitalen Verjüngung von Schauspielern oder für Spezialeffekte. Gleichzeitig bergen sie Risiken: Sie können für Desinformation, Betrug oder Rufschädigung eingesetzt werden, etwa wenn Personen scheinbar Dinge sagen oder tun, die nie passiert sind. Daher stehen Deepfakes zunehmend im Fokus von Politik, Medien und Forschung, die an Erkennungsmethoden und Regeln für den Umgang mit solchen Inhalten arbeiten. (dpa/cre)
