Politik

Paasch beklagt Fachkräftemangel, fordert bessere Internetinfrastruktur und lässt Dampf ab gegen Trump

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (links) bei seiner Ansprache zum Tag der DG in der ständigen Vertretung Ostbelgiens in Brüssel. Foto: Kabinett Paasch

Anlässlich des Festtages der DG hat Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) am Donnerstag in Brüssel die Vorzüge Ostbelgiens angepriesen, gleichzeitig aber auch einige Problemfelder genannt, die für die Politik in den nächsten Jahren eine große Herausforderung darstellen. Dazu gehören seiner Meinung nach der Fachkräftemangel und die schlechte Netz- und Internetinfrastruktur.

Paasch hielt seine Rede beim traditionellen Empfang zum Tag der DG in der ständigen Vertretung Ostbelgiens in Brüssel. Weil diesmal der Empfang zum Fest des Königs im Senat zeitgleich stattfand, waren nur wenige Mitglieder der anderen Parlamente und Regierungen Belgiens beim Empfang der DG zugegen.

Zunächst ging Paasch in seiner Rede, die er in deutscher, französischer, niederländischer und englischer Sprache hielt, auf eine Reihe von Vorzügen Ostbelgiens ein. Dabei nannte er u.a. das Bildungswesen.

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (M) mit den Regierungschefs Flanderns, Geert Bourgeois (links), und der Wallonischen Region, Willy Borsus (rechts). Foto: Kabinett Paasch

Paasch: „Wir sind die einzige Gemeinschaft in Belgien, die Schulbauten anderer Netze zu 80 Prozent bezuschusst. Bei uns gibt es im Grunde keine Konkurrenz mehr zwischen Schulnetzen. Es ist kein Zufall, dass unsere Schülerinnen und Schülern bei internationalen Vergleichsuntersuchungen überdurchschnittlich gut abschneiden. Zum Beispiel bei PISA oder auch bei der Förderung der Mehrsprachigkeit. In keiner anderen Region der gesamten OECD, außer in Malta und Luxemburg, wird so viel für die Mehrsprachigkeit getan wie in Ostbelgien.“

Auch in der Wirtschaft hat Ostbelgien laut Paasch gute Noten verdient: „Die Arbeitslosigkeit hat einen historischen Tiefststand erreicht. Das ist gut so. Aber gleichzeitig wird der Fachkräftemangel in Ostbelgien immer größer.“

Gegen Hass, Abschottung, Isolation und Protektionismus

Der Fachkräftemangel betreffe mittlerweile alle Sektoren, so Paasch. „Wir sind zu klein, um uns selbst zu genügen. Wir sind auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Wir haben also jedes Interesse daran, unseren Standort attraktiv zu machen und attraktiv zu bewerben“, betonte Paasch.

Ohne Donald Trump namentlich zu nennen, erteilte Oliver Paasch dem „America first!“ des US-Präsidenten eine klare Absage. Foto: Shutterstock

Der Ministerpräsident der DG ging dann auf ein anderes Problem ein, nämlich auf die Mängel in der digitalen Infrastruktur: „Ich rufe an dieser Stelle noch mal dazu auf, gerade den ländlichen Raum mit leistungsfähigen Netz- und Internetinfrastrukturen auszustatten.“ Ganze Teilstriche Ostbelgiens seien von modernen Kommunikationsmöglichkeiten abgehängt, so Paasch.

Die Übertragung von immer mehr Zuständigkeiten an die DG erwähnte Paasch ebenfalls. Erst durch die 6. Staatsreform und dann durch die erfolgreichen Verhandlungen mit der Wallonischen Region sei das Haushaltvolumen in dieser Legislaturperiode um 60 Prozent angewachsen.

Für die Zukunft forderte Paasch die Übernahme der Provinzbefugnis und des regionalen Straßenbaus.

Zum Abschluss seiner Rede ließ Paasch noch einmal Dampf ab gegen Donald Trump und die Rechtspopulisten, ohne Namen zu nennen.

Paasch: „Die egoistische Parole ‚Ich zuerst‘, die mich immer an das Verhalten ungezogener Kinder im Kindergarten erinnert, schadet am Ende uns allen. Keine einzige Region und kein einziges Land in Europa ist in der Lage, den globalen Herausforderungen unserer Zeit alleine zu begegnen. 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sollten wir vor allem eines gelernt haben: Parolen wie ‚Armerica first‘, ‚la France d’abord‘ oder ‚Deutschland den Deutschen’ sind Gift für die Menschheit. Sie haben im Ergebnis noch immer zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt. Wir brauchen keinen Hass, keine Abschottung, keine Isolation, keinen Protektionismus; nein, wir brauchen das Gegenteil von all dem.“ (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

53 Antworten auf “Paasch beklagt Fachkräftemangel, fordert bessere Internetinfrastruktur und lässt Dampf ab gegen Trump”

  1. „Wir sind auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen“, sagt der Minister.

    Wie ist das möglich? Unsere Kinder und Jugendliche besuchen jahrelang die Schule. Auf was werden die denn da vorbereitet? Meine Generation ging entweder mit 14 Jahren in die Lehre und verdiente spätestens ab dem 18. Lebensjahr Geld oder man machte das Abitur mit eventuell einem Studium danach. Funktioniert das heute nicht mehr?

  2. Seit 20 Jahren wird nach besserem Internet gefordert. Gebessert hat sich nix. Uganda hat besseres Internet als wir in Ostbelgien. Mehr als ein Essen mit proximus ist doch bisher nie rausgesprungen. Ok. Ein paar leere Versprechungen die proximus jedes Jahr macht. Anders nix. Und wir dürfen den Schrott zahlen.

    • Latzendresser

      Stimmt, in den USA geht es ja auch… Wenn der Telekommunikationsbetreiber nicht ausbauen will, gründet man seinen eigenen und legt selbst Leitungen… Das bisschen was wir uns leisten könnten, wäre zummindest nützlicher, als 4 Minister ;)

  3. Ekel Alfred

    @ Logisch, meine Generation hatte auch nicht so viel Auswahl….man ging mit 14 ins Kabelwerk, nach Beka, nach Niederau oder zum Zoll nach Köpfchen….wenn man gute Beziehungen zum College Patrone hatte, konnte man das Abitur günstig erhalten….natürlich gegen Bares….

      • Ekel Alfred

        @ Richtig so, ja….kann ich….die damalige Geistlichkeit war nicht abgeneigt, einen Obulus entgegen zu nehmen….auch diejenigen, die viele Lose verkauften….standen in der Gunst dieser Herren, um gute Punkte zu erhalten….haben Sie es jetzt verstanden?….Wimbo….

        • Ich denke „richtig so“ hat es schon verstanden und hat gefragt, ob Sie Beweise für Ihre Aussage haben. Die haben Sie noch nicht geliefert. Aber Hauptsache zu jedem Thema was zu sagen…

            • Zeitzeuge

              @ Alfred & Hans

              mit Verlaub meine Herren, aber was Sie da behaupten entbehrt jeder Grundlage!

              Möglicherweise bekam ein eifriger Losverkäufer oder Silberpapiersammler eine gute Note von „Wimbo“ in Religion – damit konnte man sich aber kein Abitur „ERKAUFEN“.

              Und, Hans, vor 50ig Jahren war das nicht anders – das kann ich Ihnen als Zeitzeuge versichern.

              • Ekel Alfred

                @ Zeitzeuge, nun machen Sie mal nicht gleich in die Hose….eine Spende für die Kapelle war doch auch Bares….Wimbo ist lediglich aufgeführt als Begriff an die Ehemaligen, die das College Patrone doch so geliebt haben….

  4. Der Fachkräftemangel betreffe mittlerweile alle Sektoren, so Paasch. „Wir sind zu klein, um uns selbst zu genügen. Wir sind auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Wir haben also jedes Interesse daran, unseren Standort attraktiv zu machen und attraktiv zu bewerben“, betonte Paasch.
    ////
    Was Paasch nicht sagt dass es sich steuerlich nicht lohnt in Belgien zu arbeiten. Wie lautet der Ratschlag eines Steuerberaters “ éviter de travailler sous le régime fiscale Belge“. Aber auf dem Ohr sind ja alle unsere Politiker taub, dann schon lieber gegen Trump wettern ehe in Belgien einer auf die Idee kommt nach den Steuern zu fragen….

  5. Paasch beklagt sich ,er soll sich mal Fragen stellen weshalb wohl.
    Woche für Woche stehen Inserate in den Zeitungen wo “ Fachleute “ gesucht werden für die DG.
    Da läuft jeder hin da in Eupen nicht nach Leistung bezahlt wird!
    Die dort einige Zeit verbracht haben,bekommt man nicht mehr in ein normales Arbeitsverhältnis da die keine normale Arbeit gewohnt sind .
    Es ist einfach nur traurig das die Schulabgänger dort abgefangen werden,wodurch für den normalen Arbeitsmarkt nichts mehr übrig bleibt,das ist die Realität .

  6. Populist

    Ein Gebilde wie die USA kann sich ein „Armerica first“ locker leisten. Und selbst Deutschland sollte sich fragen, ob eine tägliche Zuwanderung von 15.000 „Migranten“ auf Dauer gut ist. Nach nur fünf Tagen hat D so einen Bevölkerungszuwachs, so gross wie die DG.
    Aber Paasch muss öffentlich solchen „Mainstreamsprech“ von sich geben, alles andere würde Fassungslosigkeit und spärlicheren Applaus nach sich ziehen. Nur die Stammtische sind unzensiert.

    • DerPostbote

      Ihr gesamter Post entbehrt jeder belastbaren Zahlen und Fakten. 15.000, woher stammt denn die Zahl? Glauben Sie das im Ernst?
      Der Stammtisch ist dafür bekannt, das da auch mal ohne faktische Grundlage diskutiert wird. Halbwissen, Halbwahrheiten,…
      Und was die ständigen Angriffe gegen die Ministerriege betrifft (auf diesem CSP-Board kaum verwunderlich): beim Festakt zum Tag der DG hat Paasch in knapp 10 Minuten einen Bruchteil der Vorteile, der erfolgreichen Projekte oder Projektentwürfe, Zuständigkeiten,… vorgestellt. Manch einem Kleingeist, wie er sich hier im Forum herumtreibt, ist gar nicht bewusst, was für eine erfolgreiche Arbeit die Regierung der DG in den vergangenen Jahren aufweisen kann (Gesundheit, Bildung, Kultur- und Sportinfrastruktur,…).
      Von daher: ihr Nutzername ist Programm: viel Herumposaunen, viel kritisieren, dabei Fakten unberücksichtigt lassen und selbst keine Lösung haben. Schließen Sie die Tür von innen und verbarrikadieren Sie sich aus Angst vor der „Massenzuwanderung“ zuhause, das hilft der restlichen Bevölkerung sicherlich am meisten.

  7. Fachkräftemangel, ok und warum werden die Geringqualifizierten nicht gefördert und zur Fachkraft „ausgebildet“ ? Warum erhalten diese nach erfolgreicher Schulung keine Arbeit? Hab’s jetzt oft genug erfahren….keinen Master und Bachelorabschluss, keine abgeschlossene Lehre, absolut keine Berufserfahrung im anvisierten Beruf trotz Schulung übers FOREM als Bsp und als nächstes dann noch viel zu alt mit Ü40 und viele Absagen kommen noch nicht mal von den Firmen die Arbeitskräfte suchen sondern von den ganzen Leihfirmen !

  8. Alfons van Compernolle

    Um es einmal ehrlich zu Posten : Ich fand das Belgische Schul & Ausbildungssystem schon immer besser, als selbst das hochgelobte Deutsche ! Richtig ist , dass die Politik, auch in Deutschland nicht nur in Belgien, das Schul & Ausbildungssystem mehr als nur „Kurzsichtig“ behandelt hat und die Steuereinnahmen teilweise fuer Unsinnigkeiten anderer Art verschwendet haben. Fachkraeftemangel hat auch viel mit der mit den enormen Schulgebuehren und Folgekosten zu tun , welche durch die Eltern kaum noch zu tragen sind. Hinzu kommen die sonstigen Lebenshaltungskosten, diese eine horrende Hoehe erreicht haben! Und ja, die massige Hoehe der Belgischen Steuern auf Lohn & Einkommen eine politisch gewollte „Ungerechtigkeit“ , wobei die Reichen und Superreichen gezielt hinterlassene Steuerschlupfloecher wie selbstverstaendlich ausnutzen um ihre Taler vor dem Fiscus
    in Sicherheit zu bringen. Und dennoch, das Belgische Schul & Ausbildungssystem ist sehr gut, was schlussendlich dann aber an den Lehrern / Ausbildern und deren Einsatz liegt.
    Kann es verwundern, dass nach dem Abschluss eines Studiums eine foermliche Voelkerwanderung ins Ausland einsetzt??? Mich nicht, wenn ich daran denke, dass ein Student/in nach Abschluss eines Studiums massenhaft Schulden hat , mangels Berufserfahrung keinen Job findet.
    Alleine bei der DSV hier in Gent arbeiten 19 abstudierte Maschinenbauingenieure als Lagerarbeiter, weil sie keinen Ing.-Job finden koennen mangels Berufserfahrung.
    Und ja, es ist eine Tatsache beinahe ueberall nur nicht in Belgien & Deutschland verdient man als ING
    sehrviel mehr , erheblich mehr und zahlt einiges an Steuern weniger !!

  9. DenAhlen

    Immer schön über Andere klagen, aber nie den Fehler bei sich selbst suchen. Kennt man ja nicht anders! Ist das eine Regierung oder eine Reagierung? Wer das Problem kennt und nichts ändert ist ein Teil des Problems!

  10. EIFELPERLE

    Ich habe in Brüssel studiert, in Deutschland, Luxemburg, Schweiz, sowie Ostbelgien gearbeitet, ständig Weiterbildungen gemacht, die Ansage bei Bewerbungsgesprächen mit Ü 38 war: Sie sind überqualifiziert, oder, wir haben uns für eine Schulabgängerin entschieden….
    So what???

    • DenAhlen

      Von solchen Fällen könnte ich auch berichten. Das eine Mal wäre der Lohn für gut ausgebildete Leute zu hoch und beim nächsten Mal ist die Person so qualifiziert, daß sie mit Sicherheit nicht bleiben würde. Oder sie hätte das Zeug dazu den Chef vom Stuhl zu schmeißen- den Fall erlebte ich in einer Eupener Behörde. Paasch hat keine Ahnung wie viel Fachkräfte gerne hier arbeiten würden, wenn Steuern und Löhne stimmen würden!

      • Absolut richtig! Ich würde noch gerne die Vetternwirtschaft hinzufügen. Ich habe schon Sachen erlebt bei Bewerbungen hier in OB, da fallen einem die Augen aus dem Kopf. Beispielsweise wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen und am gleichen Tag per Mail wieder ausgeladen, da man sich schon für eine andere Person entschieden habe oder plötzlich hatte ich nicht mehr das richtige Diplom und das in einem Bereich, wo auch ein Mangel besteht.
        Dann habe ich eine Stelle außerhalb der DG gefunden, 15 Min Bewerbungsgespräch und ich wurde aufgrund meinem Diplom und Erfahrung direkt eingestellt. Die DG ist ein Sumpf der Vetternwirtschaft, aber das will man sicher nicht hören beim Ministerium.

    • Alfons van Compernolle

      Ihre Erfahrungen / beruflichen Erlebnisse verwundern mich nicht !! Entweder „keine Erfahrung“ oder „zu Teuer“ , dass sind die Begruendungen vieler Unternehmen hier in Oost-Vlaanderen, wenn es um Neueinstellungen „angeblich“ dringend benoetigter Frachkraefte geht !!
      Als mehrfacher Dipl. Ing & Handwerksmeister habe ich dieses „Problem“ schon mehrfach und immer wieder auch meinen Parteigenossen ( SP.a & SPD) diese als Abgeordnete oder (damals) Minister in der Verantwortung standen, vor Augen gefuehrt. Antwort : “ Ist mir bekannt, ein grosses Problem“ !
      Auf Problemloesungen warten wir heute noch ! Auch habe ich mehrfach hier in Gent , die VDAB & die RVA auf dieses Problem angesprochen, auch dort ist dieses Problem bekannt. Die RVA als Beispiel hat mehrfach die Flaemische Regierung aufmerksam gemacht ohne jemals eine Reaktion zu bekommen. Die VDAB hier in Gent, hat sogar abstudierte Ingenieure umschulen muessen , zu Fernfahrern , weil diese schlicht und einfach trotz gutem Abschlusszeugnis mangels Berufserfahrung
      und „zu Teuer“ , keinen Job in ihrem Beruf fanden.
      Wir hier haben einen jungen Ing. Physik als Postbote, weil er keinen Job in seinen Beruf findet !
      Dieses Problem ist fuer die Politik aber nur ein Diskussionthema ohne notwendigen Handlungsbedarf.

      • @ AvC

        Warum ist das eigentlich ein Problem der Politik?
        Es ist die Industrie deren Aufgabe es ist die benötigten Fachkräfte auszubilden und einzustellen.
        Kein Politiker, keine Partei und keine Regierung bildet Facharbeiter aus, sie hindern aber auch die Industrie nicht daran ihr Personal auszubilden.
        Jahrelang wurde die Entwicklung verschlafen,Benötigtes Personal wurde nach dem Preis eingestellt statt nach Qualifikation, alte Fachleute wurden „freigesetzt“ (vorher nannte man das entlassen aber „freigesetzt“ hört sich humaner an).

        Jetzt schreit alles nach der Politik

        • Ganz einfach weil die Politik mit eben dieser Begründung eine unglaubliche Menge der wirtschaftskraft über steuern absaugt. So ist die Bildung (in deutscher Sprache) die einzige valable Daseinsberechtigung der DG.

          • @ Lehmboy

            Innerbetriebliche Ausbildung wird nicht durch höhere Steuern verhindert sondern durch soziale Inkompetenz.
            Geld wird an die Aktionäre ausgeschüttet statt es in den Betrieb, die Infrastruktur und die Mitarbeiter zu investieren.
            Ludwig Erhard manifestierte in seinem Buch „soziale Marktwirtschaft“ (ISBN 3 548 0364703) die soziale Verpflichtung des Kapitals so wurde der Wiederaufbau und das „Wirtschaftswunder“ nach dem Krieg erst möglich. Helmut Kohl hat sie wieder abgeschafft und heute werden Verluste sozialisiert und Gewinne von den Aktionären eingesackt. Das Risiko trägt nicht mehr der Unternehmer sondern der Arbeitnehmer.

        • Walter Keutgen

          EdiG, „Es ist die Industrie deren Aufgabe es ist die benötigten Fachkräfte auszubilden und einzustellen.“ Das ist eine deutsche Sicht, weil es dort die duale Ausbildung gibt, nach der sich Frankreich und Belgien seit vierzig Jahren sehen und gegen die die Lehrerschaft außer in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Betonmauer aufbaut – Konkurrenzangst. Aufgabe des Arbeitgebers ist es hierzulande , den letzten praktischen Schliff zu geben. Aber auch dazu ist jener seit der Ölkrise 1974 immer weniger bereit. Heutzutage wird die sofort Eier legende Wollmichsau à 8,50 EUR/h gesucht.

          PS: Um die Diskussion praktisch fortzusetzen, müsste man wissen, was genau unter Fachkräfte zu verstehen ist.

  11. treesche

    Besseres Internet können wir nur erreichen, wenn der Markt für andere Anbieter wirklich geöffnet wird. In Deutschland funktioniert es. Dort verlegen mehrere Anbieter gleichzeitig Glasfaser z. B. so gesehen in Roetgen Deutschland. Proximus wird mit ihrer Flickschusterei niemals was auf die Reihe bringen und dazu kommt noch fachlich inkompetentes, unfreundliches Personal.

    Fachkräftemangel: Ist zum Teil selbst produziert. Handwerker, unter anderem auch hochqualifiziert, werden nicht gut genug bezahlt. Manager von Grosskonzernen gönnen sich oft Millionenbeträge. Dann bleibt oft nicht mehr genug übrig für die Angestellten und Arbeiter, die kaum über die Runden kommen. Die Motivation hält sich dann in Grenzen bei der schlechten Bezahlung. Vielen Eltern möchten darum nicht, dass ihre Kinder ein Handwerk erlernen. Manche Lehrpersonen an Schulen im Süden Ostbelgiens sagen, er oder sie kann ja eine Lehre machen. Eine Ausbildung darf nie eine Verlegenheitslösung sein. Handwerkliche Berufe müssen endlich die Anerkennung bekommen, die diese Berufe verdienen. Diese Anerkennung wurde den Absolventen des ZAWM Sankt Viths am 09. November im Triangel verwehrt. Bildungsminister und Ministerpräsident glänzten durch Abwesenheit.

  12. Populist

    Paasch:
    „Die egoistische Parole ‚Ich zuerst‘, die mich immer an das Verhalten ungezogener Kinder im Kindergarten erinnert, schadet am Ende uns allen.“
    Genau das Gegenteil ist der Fall: Jemand der nicht an sich selbst denkt, kann keinem anderen helfen. Wenn immer mehr Migranten in unsere Sozialsysteme einwandern, kollabiert dieses System. Um Paasch´s Bild der Kinder aufzugreifen; eine Mutter die nur für ihre Kinder schuftet und sich selbst vernachlässigt hält das nicht lange durch, wird krank , stirbt. Die angeblich „unerzogenen Kinder“ im Kindergarten folgen eigentlich einem jahrtausendealten Instinkt, der zuerst das eigene Überleben sichert. Natürlich gibt es Grenzen, aber die Menschheit funktionniert so. Der Migrant, der nach hier kommt denkt ja auch :“Ich zuerst“.
    Fazit: Nur wer selber genug hat, kann auch geben.

    • Hausmeister

      @ Populist
      Ich stelle mir gerade vor, wenn er (Paasch) gesagt hätte: „100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sollten wir vor allem eines gelernt haben: am Besten bleibt ein jedes Volk innerhalb seiner eigenen Grenzen. Invasion oder Eroberung mit Gewalt oder mit den Füßen hat im Ergebnis noch immer zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt.“

    • Fachkraft

      Es fängt schon damit an, Fachkräfte ordentlich zu behandeln. Bewerben Sie sich mal beim ADG in Eupen und schauen Sie, was Sie alles über sich ergehen lassen müssen (mehrstündiger Bewerbungsmarathon, irrsinnige Tests,…) und wie Sie behandelt werden (Sehr unhöfliche und respektlose Gesprächsführung, unangepasste persönliche Fragen,…). Dass man dann schon keine Lust hat, bei einem solchen Arbeitgeber zu arbeiten ist nur die logische Konsequenz. Dann kommen noch mal Einstellungskriterien dazu (beispielsweise nur eine limitierte Anrechnung von Berufsjahren,…), die einem auch nicht viel Motivation geben. Wenn man einen Fachkräftemangel beklagt und Fachkräfte wie die letzten Idioten behandelt, dann muss man sich nicht wundern. Und dann erst kommt die korrekte Bezahlung.

  13. EIFELPERLE

    @ Fachkraft, genauso ist es, egal wo, werden nie die Berufsjahre angerechnet.
    Ich habe in einem Altersheim gearbeitet, als Therapeutin, das Material was ich bestellt habe wurde nie geliefert. Der Job, den ich machen sollte war bezuschusst, aus diesem Grunde wurde ich eingestellt.
    Als es um die Essensausgabe ging, meinte eine , sie müsse esrt mal ihr Tamagochi fütter, bevor sie den Leuten etwas geben könne…an Tamagochi erkennen Sie dass das schon ein Weile her ist….wenn man in Schichten arbeitet, ist man für alle da…immer sind Kollegen krank, oder deren Kinder, es werden dann die die arbeiten bis zum Burnout verheizt, und die netten Ehrenamtlichen fangen dann alles auf, oder Praktikanten die ein freiwilliges Jahr machen….

    • Fachkraft

      Da haben SIe vollkommen Recht. DIe Bedingungen im sozialen Bereich (gerade dort, wo ein Fachkraftmangel vorherrscht) sind katastrophal. Dann heult man ständig ,dass es zu wenig männliche Betreuer oder Erzieher in der DG gibt, wenn ich sehe, wie man aber mit potentialem Personal umgegeht, dann darf man sich nicht wundern. Beim Arbeitsamt erschien meine familiäre Situation wichtiger als meine berufliche Qualifikation und beim „psychologischen“ Gespräch wurde ich wie ein Schwerverbrecher behandelt. Bei der letzten Etappe, ein Gespräch vor einer Jury, war auch eine Vertreterin der Gewerkschaft dabei, um zu schauen, ob alles korrekt läuft. Bei den Etappen davor (psychologisches Gespräch) war sie allerdings nicht dabei und das merkte man sehr deutlich an der Gesprächsführung der „Psychologen“. Aber man hat ja den Mund zu halten, schliesslich ist man ja auf Arbeitssuche. Als ich aber dann meinte, dass mein privates Leben nicht Hauptbestandteil eines Vorstellunsggespräches sein sollte, war der Hahn zu und ich konnte gehen. Eigentlich ist das sehr schade, denn man bringt ja ein aufrichtiges Interesse mit, in der Einreichtung zu arbeiten, aber man wird behandelt wie der letzte Idiot.
      Was ich schon alles erlebt habe hier in der DG im sozialen Bereich, sei es während Vorstellungsgesprächen oder halt konkrete Arbeits- und/oder Vertragsbedingungen, ich könnte ein Buch schreiben.
      Paasch soll aufhören zu heulen und die Rahmenbedingungen für Fachkräfte so einrichten, dass sie auch attraktiv sind, dann braucht man auch keine zu importieren. Was nützen bezuschusste Baremen, wenn der potentielle Arbeitgeber sagt, bei 10 Dienstjahren ist Schluss. Dann komt man aber mit 15 Jahren Erfahrung an und dann? Achja, man soll ja froh sein, dass man überhaupt Arbeit hat…
      Die DG könnte sich durchaus selbst genügen, wenn die Brötchen was kleiner, realistischer und fachkraftfreundlicher gebacken würden…

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