Politik

NewB ist am Ende: Genossenschaft baut Bankgeschäft ab – Auch DG war mit 100.000 Euro am Kapital beteiligt

Im Jahre 2019 wurde in Belgien eine Genossenschaftsbank aus der Taufe gehoben, die sich den Prinzipien der Ethik und Nachhaltigkeit verschrieben hatte. Auch die DG hatte damals in die Bank mit dem Namen NewB investiert und sich mit 100 000 Euro beteiligt. Seit September 2022 ist bekannt, dass die Bank sich in einer schwierigen finanziellen Lage befindet. Foto: Belga

NewB, die sich als ethische und nachhaltige Bank präsentierte, ist am Ende. Das Unternehmen werde sich aus dem Bankensektor zurückziehen, schreiben „L’Echo“ und „De Tijd“ am Mittwoch. Sobald dieser Plan umgesetzt sei, werde NewB ihre Banklizenz verlieren und aufhören, eine Bank zu sein.

Die Kunden der NewB werden aufgefordert, ihre Guthaben auf eine andere Bank zu übertragen, da auf den Tagesgeld- und Sparkonten der NewB rund 170 Millionen Euro liegen. Das Unternehmen, das keine neuen Kunden mehr annehmen wird, versichert, dass es alle Einlagen zurückerstatten werde.

In den kommenden Wochen wird NewB auch einen Sozialplan vorlegen, da das Unternehmen rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich noch nicht zur Anzahl der Entlassungen äußern, da die Zukunft der NewB von der Abstimmung auf der Hauptversammlung am 26. November abhängen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen zwei Szenarien auf dem Tisch: eine reine Auflösung oder die Fortführung der Aktivitäten außerhalb des Bankensektors.

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch im Parlament. Foto: PDG/CK

Zu den Kapitalgebern gehörte auch die DG. Wie Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) Anfang Dezember 2019 mitteilte, beteiligte sich die DG in der Gründungsphase mit 100.000 Euro an der Kooperative.

„Auch von Ostbelgien soll damit ein deutliches Signal der Unterstützung für ein Bank-Projekt ausgehen, das auf den Prinzipien der Ethik und der Nachhaltigkeit aufbaut und in aller Transparenz und im Respekt der Menschenrechte und unseres Planeten handelt“, so Paasch damals. „Geplante Investitionen in grüne Mobilität, Energieeffizienz und Produktion von erneuerbaren Energien sind dabei genauso überzeugend wie das Ziel der neuen Bank, die lokale Wirtschaft zu unterstützen und auf nachhaltige Projekte zu setzen, die der Gesellschaft einen Mehrwert bringen“, betonte der ostbelgische Regierungschef.

Dass NewB seine Banktätigkeit einstellt, ist nach Meinung des Magazins „Trends“ eine logische Folge der gescheiterten Kapitalerhöhung von 40 Millionen Euro. „Die Nationalbank hatte dem Institut eine Frist bis Anfang Oktober eingeräumt, um dies zu tun, und es war eine Bedingung für die Beibehaltung seiner Banklizenz. Die Aufsichtsbehörde wollte, dass NewB frisches Kapital auftankt, um die Verluste der letzten Jahre zu bereinigen und über ausreichende Kapitalpuffer für den Aufbau eines Kreditgeschäfts zu verfügen.“ (cre)

26 Antworten auf “NewB ist am Ende: Genossenschaft baut Bankgeschäft ab – Auch DG war mit 100.000 Euro am Kapital beteiligt”

  1. „Die Aufsichtsbehörde wollte, dass NewB frisches Kapital auftankt, um die Verluste der letzten Jahre zu bereinigen ….“

    Waren die „Geplanten Investitionen in grüne Mobilität, Energieeffizienz und Produktion von erneuerbaren Energien ..,. “ und „das Signal das auf den Prinzipien der Ethik und der Nachhaltigkeit aufbaut und in aller Transparenz und im Respekt der Menschenrechte und unseres Planeten handelt ….“

    nicht erfoglreich?
    Woran lag es? War das Signal zu schwach?

  2. Krisenmanagement

    Ich weiss ja. nicht, ob die DG das Geld zurückbekommt? Es wird ja zugesichert. Aber ehrlich: Was soll das? Warum investiert die Regierung der DG in Banken? Die Regierung sollte wirklich nur das machen, was wirklich nötig ist. Das heisst sich um ihre Zuständigkeiten kümmern.

    • Krösius de Grand Risque

      @Krisenmanagement : « Einlagen » zurückerstatten an Sparer bedeutet nicht, dass die Investoren in die Badbank ihre Beteiligung zurück bekommen… sicher nicht wenn Verluste verbucht wurden.

      Der gute Umgang « en bon père de famille » gebietet den öffentlichen Diensten und Institutionen, nur konservativ anzulegen, Risiken zu minimieren und Beteiligungen offen zu legen… hier wurde Symbolpolitik und Risikospekulation mit Steuergeld und zu Lasten öffentlicher Kassen getätigt entgegen all dieser Regeln.

      Was hat die Finanzinspektion dazu gesagt und wie sieht heute der Rechnungshof diesen Vorgang ?
      Wer war Treiber dieser Risikoanlage und wer hatte daran ein persönliches Interesse?

      Mit dem Geld hätte eine oder zwei der « einzusparenden Stellen » in der DG (siehe Sparprogramm der Regierung) ein weiteres Jahr erhalten werden können… traurig!

    • Krösius de Grand Risque

      Genau Eifel_er: Jib‘et de Leut‘! Ein bisschen Prestige für den MP und etwas Belehrung über „saubere“ Anlagen sollten den DG Bürgern schon mal 100K wert sein, oder? Aber sind solche Zockereien mit öffentlichen Mitteln wirklich „sauber“ und mit den Regeln guter Haushaltsführung kompatibel?

  3. 9102Anoroc

    Geld verschwindet nicht.
    Geld verbrennt man nicht.
    Geld spült niemand die Toilette runter.
    Das ist an der Börse so und wahrscheinlich auch in diesem Fall .
    Am Ende der Kette hat es irgendjemand erhalten , man findet nur selten wer dieser Jemand ist.

    • Joseph Meyer

      @9102Anoroc
      „Am Ende der Kette hat es irgendjemand erhalten, man findet nur selten wer dieser Jemand ist.“

      Ja, ich denke aber, man würde öfters finden wer dieser Jemand ist, wenn man in der zentralen Mitte des Spinnennetzes suchen würde, dort wo die angelsächsischen Bankerfamilien sitzen, Rothschild, Rockefeller, J.P.Morgan, siehe den „federal reserve act“ von 1913, und heute bei Blackrock, Vanguard und Co. …
      Vielleicht war NewB ein kleiner Störenfried, der nicht erfolgreich werden durfte …Es wäre für sie dann vielleicht schon das zweite „Problem“ in Belgien geworden, nach „Belfius“ …

      • 1. Ich hasse Antisemitten und damit SIe!
        2. Eine bank mit Lizenz geht nur Pleite wenn die Personen die sie geführt haben falsch gehandelt haben und das Finanzsystem nicht verstehen! Als ich das erstemal davon hörte wieviele Geschäftsführer die Bank haben sollte direkt zu beginn, das da alle mitenscheiden und soweiter hat es 2 sekunden gedauert das icgh gesagt habe geht pleite ! geben sie mir eine Lizenz und einen 20 Mio. Dollarkredit mit 10 Prozent Jahreszins und 1 Jahre ZAeit und es ist eine Bank die nur bei totalem Wirtschaftsausfahl aller Branchen Pleite geht! Die Schuld auf die Menschen zu schieben die ihr Handwerk verstehen ist mehr als daneben!!!!! Das gleiche als stellen sie mir 20 Kühe dahin, mir sagen ich soll sie von Hand mzlkzn , es geht schief und ich mache dann die Landwirte die wissen wie es geht dafür verantwortlich! Eine Bank kann auch ohne Partner erfolgreich sein wenn sie intilligent geführt wird und die Geschäftsführung das Finanzsystem verstehen

      • Und wieviel wurde an ethische Zwecke gespendet???? so gut wie nix! Genossenschaftbanken funktionieren im idealfahl schlecht es wird eine Bank und auch noch mehrere Banken Produkte anbieten um die Menschen die es nicht verstehen an diesen Systemen teilhabne lassen, das dauert aber noch mindesten 6-7-8 Jahre dazu muss die EZB und Politik erst einmal ihre Arbeit machen und als erstes die Infaltion in den Griff bekommen und genau daran sind die von ihnen benannten angelsächsichen Bankiersfamilien nicht schuld sondern mit der Bevölkerung zusammen die leidtragendfen! Haben die Menschen es nach dem 2. Weltkrieg immer noch nichts verstanden Antisemiten wie sie sind in meinen Augen Untermenschen!!!!

  4. Lokale Wirtschaft

    „Auch von Ostbelgien soll damit ein deutliches Signal der Unterstützung für ein Bank-Projekt ausgehen, das … wie das Ziel der neuen Bank, die lokale Wirtschaft zu unterstützen“

    Habe ich was verpasst? Wo war gleich noch die Filiale in Ostbelgien von der aus die lokale Wirtschaft unterstützt werden sollte?

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