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Nach tödlichem Messerangriff auf Polizist in Brüssel: Angreifer stand auf Liste der Anti-Terror-Behörde Ocam

11.11.2022, Belgien, Brüssel: Polizeibeamte stehen in einem abgesperrten Bereich, in dem am Donnerstag, 10.11.2022, zwei Polizisten erstochen wurden. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

AKTUALISIERT – Ein Terrorverdächtiger hat in der belgischen Hauptstadt Brüssel einen Polizisten erstochen und einen weiteren schwer verletzt. Der Mann stehe auf einer Terrorliste der Behörden, teilte die Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag in Brüssel mit.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes mit terroristischem Hintergrund aufgenommen.

Der 23-Jährige soll am Donnerstagabend auf zwei Polizisten in einem Streifenwagen an einer roten Ampel eingestochen haben. Daraufhin rief einer der Beamten über Funk um Hilfe und schilderte, der Angreifer habe „Allahu Akbar“ geschrien.

Der 29-jährige Polizist starb anschließend im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Sein 23-jähriger Kollege wurde zunächst in die Notaufnahme gebracht und in der Nacht operiert. Sein Zustand sei stabil, sagte ein Sprecher.

11.11.2022, Belgien, Brüssel: Eric Van Der Sypt (l) und Eric Van Duyse von der föderalen Justiz sprechen während einer Pressekonferenz. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Der Angreifer wurde von mehreren Schüssen der herbeigerufenen Verstärkung getroffen. Sobald sich der Zustand des Verdächtigen bessert, soll er einem Haftrichter vorgeführt werden. Es wurden auch Ermittlungen wegen der von den Polizisten gefeuerten Schüsse eingeleitet.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der junge Mann früher am Tag bei der Polizei gemeldet, über seine psychische Verfassung geklagt und um psychiatrische Beratung gebeten. Er wurde anschließend in eine Psychiatrie gebracht. Als die Polizei sich kurz danach nach ihm erkundigte, war der Tatverdächtige nicht mehr vor Ort.

Laut Staatsanwaltschaft stand er auf einer Liste der belgischen Anti-Terror-Behörde Ocam. Außerdem war er in den Jahren 2013 bis 2019 bereits im Gefängnis und den Behörden wegen Rechtsverstößen bekannt.

10.11.2022, Belgien, Brüssel: Polizeibeamte laufen am Tatort der Messerstecherei. Foto: Hatim Kaghat/BELGA/dpa

„Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des verstorbenen Beamten“, schrieb Belgiens Premier Alexander De Croo auf Twitter. Er hoffe, dem anderen Beamten, der ins Krankenhaus gebracht worden war, gehe es gut.

Der Königspalast twitterte: „Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Angehörigen des Opfers“. Auch die EU-Kommission reagierte bestürzt. „Wir sind zutiefst schockiert über diesen Anschlag in dieser Stadt, die uns allen gehört“, sagte ein Sprecher.

In Belgien wurden in den vergangenen Jahren mehrere Terroranschläge verübt. Bei dem schweren Terrorangriff am 22. März 2016 explodierten insgesamt drei Bomben in Brüssel – zwei am Flughafen Zaventem und eine in einer U-Bahn bei der Station Maelbeek nahe den EU-Institutionen. Dabei kamen mehr als 30 Menschen ums Leben, mehrere Hundert wurden teils schwer verletzt. Im Dezember beginnen die Verhandlungen im Prozess dazu. (dpa)

57 Antworten auf “Nach tödlichem Messerangriff auf Polizist in Brüssel: Angreifer stand auf Liste der Anti-Terror-Behörde Ocam”

  1. Kevin Giebels

    Seltsam, dass so etwas nicht in den Ländern europas passiert, welche nur sehr wenige Einwanderer haben…

    Ich bin mir sicher, dass es da einen Zusammenhang gibt, ich weiß nur nicht welchen.

  2. Anonymos

    Sorry, aber Tatsache ist doch dass alle sogenannten Flüchtlinge ohne Prüfung der Herkunft, ohne Prüfung der Identität ins Land gelassen werden.

    Religionsfreiheit, LOL ! Religionen sind die größten Verbrecher Organisationen der Welt.
    Es ist bekannt, dass die meißten sogenannten Flüchtlinge ihre Identität verscheleiern da diese sogar in ihrer Heimat nicht erwünscht sind.

  3. Robin Wood

    Gegen den Willen vieler EU-Staaten hat A. Merkel in 2015 mit ihrer „wir schaffen das“-Anordnung viele unintegrierbare Menschen in die EU geholt. Natürlich soll die EU Menschen in Not helfen, aber die Regierungen sollten einige Regeln kommunzieren, so dass jeder, der einreisenwill, weiß, was ihn erwartet:
    – alle Menschen registrieren und prüfen, ob sie nicht schon einmal in der EU waren und aufgrund von Gewalt o.ä. ausgewiesen wurden
    – jeder Flüchtling soll die Sprache des Landes lernen müssen; wer nicht will, muss wieder zurück
    – jeder Flüchtling soll sich um Arbeit bemühen und nicht Jahre auf Kosten des Staates leben
    – wer gewalttätig oder sonstwie strafauffällig wird, soll abgeschoben werden

    Zu der schrecklichen Attacke an sich: Ich finde es merkwürdig, dass jemand, der eine Straftat androht, nicht verhaftet wird, bis die Polizei Näheres herausfindet oder die Person überprüft hat (Hintergrund usw.). Wenn man die Person in die Psychiatrie bringt, sollte sie auch dort verbleiben, bis ein psychiatrisches Gutachten vorliegt.

  4. Neonormalität

    Jeden Tag werden in Europa Menschen nieder gestochen. Immer mit dem ominösen „Allahu akbar“. Was soll denn da die Rede von „Bestürzung“ sein? Die Neonormalität ist das…

  5. Gestern an der Kasse des Eupener Delhaize, einen (HeyDu) Sprach mich an,
    „Scheiß Politik in Belgien, die Flamen müssen weg, die Franzosen sind gut“
    … Schätze, dass die Flamen andere Einwanderungsregel haben?

  6. Peter Müller

    Das Problem sind nicht die Staaten. das kommt von Brüssel und muss befolgt werden. Die ,die sich nicht daran halten, z.b. Ungarn wird dann mit Sanktionen gedroht. Wir sind garnicht in der Lage, alle Leute zu registrieren die ins Land kommen. Das wird stillschweigend hin genommen.

  7. delegierter

    Schon wieder einer der auf der Liste stand. Wäre er als Normalbürger schnell gefahren und geblitzt worden, dann würde ihm am Montag schon der Prozess gemacht, Aber nein, lass ihn laufen, der bringt eh nur Ärger, bei dem ist eh nichts zu holen. Armes Land, arme Justiz.

    • Alles Orban

      Harald,
      Dein Satz ist zwar nicht ganz klar aber sei es drum.
      Ich war vor 2 Wochen in Budapest, zwar nicht bei Orban eigeladen, aber eines steht fest: Dort lässt es sich wesentlich sicherer zu Fuß von A nach B bewegen als z.B. in Brüssel.

  8. Der Zyniker

    Immerhin hat es dieser Fall in die öffentlich rechtlichen Medien geschafft.

    Den Fall vom 18.Oktober 2022 in Ludwigshafen, wo ein Somalier zwei Menschen getötet, einem die Hand abgehakt und dabei „Allahu akbar“ rief, und zwei weitere Menschen verletzte, bevor er die Hand auf den Balkon seiner Ex warf, fand man (wenn überhaupt) nur erwähnt im Nebenteil der sogenannten Qualitäts-Medien.
    Was gab es da noch in letzter Zeit … 21.08.2022 Ein 22j. Somalier tötet einen 32j. Jesiden mit einem Messer und verletzt eine Frau in Neustadt am Rübenberge, 03.09.2022 Tschetschene schlägt Trans-Mann in Münster tot, 05.09.2022 15 Jugendliche (12-13j.) mit arabischstämmiger Abstammung prügeln Trans-Frau in Bremen zusammen, 09.09.2022 30j. Afghane verletzt 2 Menschen mit einem Messer in Ansbach wahrend er „Allahu akbar“ rief, 13.09.2022 ein Rabbiner wird von einem Araber antisemitisch Beleidigt und tätlich angegriffen, … 22.10.2022 29j. Afghane nimmt sich das Leben in der JVA Plötzensee – Er hatte 2020 einen Mann lebensgefährlich niedergestochen und vermutlich den Auftrag zum Ehrenmord an seiner Schwester Maryam H. (34) aufgegeben, da sie ihr Kopftuch nicht mehr trage und selbstbestimment lebte. Dieser wurde von einem weiteren Bruder ausgeführt und versucht, mit Hilfe eines dritten Bruders zu vertuschen, indem sie die Leiche in einem Koffer von Berlin nach Bayern per Zug transportieren wollten. Etc. pp.

    Oder wie siehts mit der Kriminalstatistik von Schweden 2021 aus:
    335 Schießereien, 46 Tote, 76% der Beteiligten vorbestraft und 85% Migrationshintergrund.

    Dafür wurde aber in Deutschland ein „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2021“ des BKA veröffentlicht. -> Finde den Fehler, der garkeiner ist und warum !

    S.15 – 3.3 Entwicklung der Anzahl der Tatverdächtigen (TV)

    7503 TV Gesamt: 2993 Deutsche (39.9%) – 4510 Nicht Deutsche (60,1%)
    Ergebnis aus der Studie:
    Deutsche Tatverdächtige bildeten mit einem Anteil von 39,9 % (2020: 38,9 %) unverändert den
    HAUPTANTEIL aller OK-Tatverdächtigen. (OK = Organisierte Kriminalität)

    https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2022/Presse2022/220921_PM_Lagebild_OK.html

    • Walter Keutgen

      Der Zyniker, Belgien ist nicht Deutschland und Brüssel ist die Hauptstadt.

      Die Polizeiwache hatte einen Magistraten befragt, was mit dem Täter zu tun war, als er sich vorstellte. Im Spital wurde nicht auf die Gefährlichkeit des Täters hingewiesen und nach Weggang der Polizisten verschwand er aus dem Wartesaal.

      Am 28. (?) wird es eine große Polizeidemonstration geben.

    • Es gibt viele Betreuungsangebote, die leider erstens von vielen Zuwanderern nicht wahrgenommen werden, mit denen man zweitens an viele nicht herankommt, weil das ihr ganzes bisheriges Leben aufgenommene, teils archaische oder religiös fanatisierte Weltbild dagegen steht. Letztlich sind diese Leute, von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen abgesehen, erwachsene Menschen, die für ihr Tun selbst verantwortlich sind. Die Straftäter gehören in Haft und danach abgeschoben (was übrigens EU-weit Rechtslage ist). Die meisten hier lebenden Ausländer führen übrigens ein ordentliches Leben und sind nicht straffällig.

  9. Asylbewerber?

    Wenn ich das schon höre „Asylbewerberheim“ – wer in Belgien ankommt ist schon durch viele Staaten gereist in den er nicht bedroht war, wieso wird er dann in Belgien als Asylbewerber angesehen? Diese EU ist eine Lachnummer!

    • Genau genommen heißt es (zu Recht) im EU-Jargon „Asylsuchender“ oder „Asylantragsteller“. Warum? Weil es in der gesamten Union ein Asylrecht gibt. Wie wollen Sie sonst jemanden nennen, der dies beantragt? Wo in der EU man Asyl (erfolgreich) beantragen muss bzw kann, ist durch EU- Verordnung („Dublin-Verordnung) geregelt, aber das ist eine andere, nicht ganz unkomplizierte, Frage als die Bezeichnung der betroffenen Personen …

      • Walter Keutgen

        Hugo, Abschiebung EU-weite Rechtslage? Der Zugang zum Territorium ist immer noch nationale Frage. Einige EU-Regeln gibt es schon. Abschiebung? Aber nur, wenn der Ursprungsstaat oder sonst ein Staat den Verurteilten nachher aufnimmt . Man arbeitet viel mit „Befehl das Land zu verlassen“, was zum Untertauchen führt.

        • Na, Sie scheinen sich ja mit „einigen EU-Regeln“ bestens auszukennen, wie die meisten hier. Aber an diesem Ort ist nicht der Platz für eine Darlegung des für die Mitgliedsstaaten verbindlichen Unionsrechts betreffend das Asyl- und Ausländerrecht. Muss ja auch nicht sein, weil Sie das selbst aus dem FF beherrschen, sich im Moment nur nicht recht an die Einzelheiten erinnern.

        • Und zum Untertauchen von Gesuchten. Wenn jemand wegen einer Straftat gesucht wird und sich verkrümelt, bevor ein Haftbefehl vollstreckt werden kann, dann bleibt es trotzdem bei der Rechtslage, die zum Haftbefehl geführt hat. Es ist ermüdend, hier immer wieder juristische Irrtümer zu lesen, gespickt mit der Unfähigkeit, klar und konkret bei den Begrifflichkeiten zu bleiben.

          • Klar und konkret ist wieder ein Unschuldiger von einem ideologisch Verblendeten erstochen worden. Die Rechtslage ist so gut dass diese Vorfälle weiterhin regelmäßig vorkommen. Was hat sich in den letzten Jahren verbessert? Konkret verlieren Angehörige ihre Lieben für immer und die Täter kommen meistens nach ein paar Jahren wieder frei. Währenddessen fühlen sie immer mehr Leute immer unsicherer. Die so genannten Coronaleugner wurden mit aller Härte bestraft. Aber Teile einer gewissen Religionsgruppe predigen Hass, wiegeln Leute auf und kommen doch immer und immer wieder davon. Es stellt sich die Frage wer hier unfähig ist.

          • Sie vermischen das internationale Abkommen von 1951 (Genf) und das europäische Abkommen von 1990 (Dublin). Letzteres wurde aufgrund des schengener Abkommens notwenig. Mit oder ohne Europa haben die Vertragspartner von 1951 Richtlinien festgelegt. In 1990 einigten sich die Länder des Schengenabkommens auf gemeinsame Regeln, damit die betroffenen Personen im schengener Raum reisen können.

  10. Ademoglu

    „Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des verstorbenen Offiziers“
    Ich warte darauf, dass sich der verletzte Beamte erholt.
    Ich verfluche den Angreifer, der das getan hat.
    Ich verfluche ihn zweimal, weil er in islamischen Begriffen geschrien hat.
    Ich glaube nicht an psychische Störungen. Er wollte ins Krankenhaus und flüchtete. Ich denke, es ist ein Plan, um die nächsten Verbrechen loszuwerden.
    Als Flüchtling sollte die Politik überprüft werden, wer nicht integriert ist, sollte niemals am gesellschaftlichen Alltag teilnehmen, wenn man die nicht konformen und potenziellen Kriminellen ernähren und schützen will, Lager errichten, etwa einen Bauernhof.

  11. Staat im Staat

    Am Brüsseler Nordbahnhof schon einmal gewesen und wieder lebend und unversehrt zurück gekommen ? Glückwunsch ! Dort kann mal eine fehlgeleitete russische Rakete einschlagen, trifft immer die richtigen…

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