Gesellschaft

Mehr Arbeitslose in der DG, aber in der Eifel fast Vollbeschäftigung

Einen Job zu finden, war auch in der DG 2012 nicht leicht. Foto: Shutterstock

Die schlechte Konjunktur in Belgien hat sich 2012 auch auf die Beschäftigungslage in der DG ausgewirkt. Die Arbeitslosigkeit (+2,5% gegenüber 2011) stieg ebenso wie die Kurzarbeit (+17%). Währenddessen ging die Zahl der offenen Stellen zurück. Und für 2013 sind die Aussichten „sehr verhalten“. Auffallend: Im Norden der DG steigt die Arbeitslosigkeit, in der Eifel hingegen herrscht fast Vollbeschäftigung.

Das geht aus dem Tätigkeitsbericht 2012 des Arbeitsamtes der Deutschsprachigen Gemeinschaft (ADG) hervor, den am Freitagnachmittag DG-Minister Oliver Paasch (ProDG), zuständig für Beschäftigung und Ausbildung, und die Verantworlichen des ADG, Robert Nelles (Direktor) und Joseph Burtscheidt (Präsident), vorstellten.

Eine junge Frau bei der Erstellung einer Bewerbungsmappe: Ob es diesmal hilft? Foto: Shutterstock

Eine junge Frau bei der Erstellung einer Bewerbungsmappe: Ob es diesmal hilft? Foto: Shutterstock

Die Zahlen lassen also auf eine angespannte Lage auf dem hiesigen Arbeitsmarkt schließen, obwohl es im Süden der DG mit einer Arbeitslosenrate von 4,2% (gegenüber 11,1% im Norden) fast schon Vollbeschäftigung gibt (mehr dazu am Ende des Artikels).

Im Vergleich zum Jahr 1990 hat sich die Zahl der Arbeitslosen in der DG um fast 50% erhöht. Allein im Vergleich zu 2008, dem Jahr vor der Weltwirtschaftskrise, erhöhte sie sich um 14 Prozent.

28% der Arbeitslosen in der DG sind über 50 Jahre alt. Die Jugendlichen machen 19% der Menschen ohne Beschäftigung aus. 45% sind Langzeitarbeitslose (länger als 1 Jahr ohne Beschäftigung), 51% Frauen.

DG keine Insel, von externen Faktoren abhängig

Arbeitsamt-Direktor Robert Nelles beim Interview: "Die DG ist keine Insel". Foto: OD

Arbeitsamt-Direktor Robert Nelles beim Interview: „Die DG ist keine Insel“. Foto: OD

„Es mag wie eine Floskel klingen, aber eines verdeutlichen die vorliegenden Daten unmissverständlich: Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist keine Insel“, erklärte ADG-Direktor Nelles gegenüber „Ostbelgien Direkt“: „Die Konjunkturabschwächung im Jahre 2012 ist in der DG genauso wie in ganz Belgien deutlich spürbar. Der Rückgang der Zeitarbeit und der gemeldeten offenen Stellen sowie der Anstieg der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit sind alles Entwicklungen, die in der DG wie in den anderen Landesteilen gleichermaßen und im selben Umfang erkennbar sind. Dies bedeutet aber auch, dass wir in hohem Maße von externen Faktoren abhängig sind.“

Die herstellenden Industrien seien in der DG beschäftigungspolitisch von größter Bedeutung, so Nelles: „Zahlreiche Betriebe exportieren direkt ins Ausland oder beliefern als Zulieferer Betriebe in Belgien, die ihrerseits ins Ausland exportieren. Die Grenznähe und die damit verbundenen Fragen der Lohnkostenentwicklung, der Wettbewerbsfähigkeit usw… sind deshalb für unsere Region existentiell.“

In der Eifel längst nicht mehr „nur Kühe und Wälder“

Minister Oliver Paasch (links) und ADG-Präsident Joseph Burtscheidt. Foto: OD

Minister Oliver Paasch (links) und ADG-Präsident Joseph Burtscheidt. Foto: OD

Das Nord-Süd-Gefälle mit einer höheren Arbeitslosigkeit im Norden und einer Beinahe-Vollbeschäftigung im Süden lässt sich laut Nelles auf vielfache Weise erklären: „Zunächst einmal gilt es auch hier mit dem Klischee aufzuräumen, in der Eifel gäbe es nur Kühe und Wälder. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche kleine Handwerksbetriebe zu beachtlichen kleinen und mittleren Industriebetrieben entwickelt, die zu dieser Beschäftigungsentwicklung beigetragen haben. Natürlich spielt auch die nachhaltige Attraktivität des Großherzogtums Luxemburg eine große Rolle. Zwar finden auch im Norden der DG eine Vielzahl von Menschen in der benachbarten Bundesrepublik Deutschland eine Arbeitsstelle. Allerdings ist die Zahl der Pendler in Richtung Deutschland in den letzten Jahren relativ konstant geblieben, während sie im Süden in Richtung Luxemburg kontinuierlich zugenommen hat.“

Indes verweist der ADG-Direktor darauf, dass auch diese Medaille ihre zwei Seiten hat: „Im Süden wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte zu finden und zu halten. Eine weitere Herausforderung für die DG.“ (cre)

 

68 Antworten auf “Mehr Arbeitslose in der DG, aber in der Eifel fast Vollbeschäftigung”

  1. Der Norden hat das Problem zwischen dem wirtschaftlich schwachen Aachen und dem noch wesentlich schwächeren Wallonien zu liegen.
    Der Süden das Glück zwischen Luxemburg und der deutschen Eifel.
    Der Norden muss sich mehr Richtung Düsseldorf / Köln orientieren KHL sollte dort für die DG kämpfen. Belgien ist für ins verloren oder wohl eher umgekehrt.

    • le Belge

      Hallo Kelemes,nur zur info;es kommen deutlich mehr Deutsche Eifeler nach Belgien arbeiten als umgekehrt!,informieren Sie sich vorher ehe Sie etwas schreiben wovon Sie Keine Ahnung haben.

      • Zappel Bosch

        Da mögen Sie Recht haben (ich habe trotzdem Zweifel…), aber – falls ja – dann „stopfen“ die doch nur einen kleinen Teil des Lochs, das die „Prozession“ der Eifeler und auch vieler „Nordlichter“ (man schaue sich nur mal die gelben „Plaquen“ in Eupen an) hier schlagen. Ohne die selbstständigen „Steuerflüchtlinge“ mitzuzählen. Schade um das viele Steuergeld, dass Belgien dabei verloren geht. Schön für die Pendler nach Luxemburg (ich war selbst auch mal einer, teilweise sogar „résidant“). Nur die Gemeinden haben nahezu keinen Verlust, da sie luxemburgische Ausgleichszahlungen in etwa entsprechend dem Gemeindezuschlag erhalten. Da man in Lux ja mehr netto hat, sind die Gemeinden vielleicht sogar Gewinner bei dem Deal…

        • Zappel Bosch

          … Steuergeld, das Belgien … nicht dass!
          Es ist absolut nicht verwunderlich, dass wir in Eupen mehr Arbeitslose haben, weil :
          1) weniger Arbeitskräfte des DG-Nordens nach Luxemburg ausweichen können, wenn vielleicht auch mehr nach D gehen als aus dem Süden. Die Bilanz ist aber stark negativ. Für die Steuern der Pendler nach D gilt ähnliches wie für die nach L. Die DG wäre aus eigenem Steueraufkommen jedenfalls nicht lebensfähig!
          2) wir hier im Norden mehr Immigranten haben (ohne Wertung!), vielleicht aber auch etwas mehr „Lutscher“….

    • Öppe Alaaf

      …lieber Kelemes, wer kann es sich denn schon leisten, jeden Tag nach Köln oder Düsseldorf zu pendeln. Wenn die Lage hier schon SO schlecht ist, sollte man wirklich nach Köln oder Düsseldorf ziehen.

      Uns geht es hier nicht besser oder schlechter als im Rest der Euregio, wir sollten nur langsam aufhören uns immer nach anderwo zu orientieren, sondern unsere eigene Region wieder auf Vordermann bringen.

      Eupen mosern eben mehr ‚rum als andere, das hat Frau Voell schon unter Youtube verarbeitet ;)

      Öppe „Kelmisser sind Nordeupener“ Alaaf

    • Dann antworte ich mir mal selber.
      Meine Söhne fahren nach Köln zur Arbeit weil die Jobs da besser bezahlt und deutlich Zahlreicher sind als hier.
      Wer die 60km nicht fahren will, ist meines Erachtens faul“da sind die Eifler wesentlich flexibler“!
      Bei unseren Wallonischen „Landsleuten“ mach Arbeit zu suchen geht auch aber wir alle wissen wer da „der böse deutsche“ ist, wir!
      Haben meine Enkel bei der Suche nach einer Lehrstelle so erlebt. Zum Glück haben die Jungs in Aachen sofort eine Azubistelle gefunden.
      Ich war und bin immer belgischer Patriot aber Tatsachen sind Tasachen an Belgien fährt der Zug der Weltwirtschaft volle Pulle vorbei da gibt’s nichts schön zu reden.
      Die Generation meiner Enkel wird mit Belgien leider leider nichts mehr verbinden aber ist das Schlimm??
      Übrigens Le belge, schaust du morgens Früh bei uns aua dem Fenster, würdest du sehen welche Rot weisse Karavane sich nach D aufmacht, alles fleissige Leute!

      • Öppe Alaaf

        Ist überhaupt nicht schlimm. Ich bin eben der Meinung, dass die DG ein netter Flecken Landschaft ist, aber eben auch sehr „auf’m Land“ liegt.

        Der Zug der Weltwirtschaft fuhr schon immer über die ländlichen Regionen hinweg. (Die deutsche Eifel war bis vor einigen Jahrzehnten eine der ärmsten Regionen Deutschlands. …es ist zumindest eine zufriedenere Region geworden)

        Ich will damit nur sagen, dass wenn alle Jugendlichen abwandern, die DG ein verdammt trauriger Flecken wird. Ich habe manchmal in Ostdeutschland zu tun und bin erschreckt, wie sich die Abwanderung der Jugend auf die Infrastruktur auswirkt. ‚hoffe aber auch, dass es bei uns nicht so schlimm kommt, weil wir doch in einer vielfältigeren Umgebung leben.

        Aber wie woanders schon geschrieben: Was passiert, wenn die rot weisse Karavane von der Wirtschaftskrise ausgebremst wird? Welche Rente wird wegen der hohen Sozialausgaben im Luft aufgelöst? Die am Arbeitsplatz oder die am Wohnort?

        Glauben wir allen Ernstes, dass DANN der belgische Staat für uns einspringen kann? Wenn KHL versucht, unsere Region zu stärken, meint er damit hoffentlich nicht, dass wir ein Volk von Arbeitsnomaden sind. Sollten wir darauf stolz sein, wenn es dennoch so ist oder sollten wir einmal drüber nachdenken?

  2. Laurent Klein

    Mir scheint, dass die Eifeler wesentlich mobiler und flexibler als die Menschen aus dem Eupener Land sind. Ich selbst lebe in Eupen und arbeite im 50 Kilometer entfernten Sankt Vith. Wenn ich morgens um 6 oder 7 Uhr die Vennstraße hinauffahre, kommt mir sehr viel Verkehr entgegen, und nachmittags um 17 oder 18 Uhr das Gleiche in umgekehrter Richtung. Ich aber habe in meiner Fahrtrichtung immer freie Fahrt, zu jeder Tageszeit. Ich sehe zwar häufig die gleichen Fahrzeuge, die von Eupen in Richtung Eifel fahren, aber die kann man auch an einer Hand abzählen. Das sagt viel über die Arbeitsmoral der Nordostbelgier aus…Hauptsache nicht allzu weit fahren und nicht allzu früh aufstehen müssen…

      • Öppe Alaaf

        Und Oberstädter und der Unterstädter…

        Und mein Kopf ist schlauer als meine Füsse

        ….interessant, wie schnell es gehen kann: Jetzt sind die Eupener die Wallonen der DG.

        Öppe „fühlt sich als Wallone zweiter Klasse“ Alaaf

      • Laurent Klein

        Sie können meine Aussage ins Lächerliche ziehen, daran störe ich mich nicht. Ich weiss, was ich fast jeden morgen sehe, und meine mathematischen Fähigkeiten reichen auch völlig aus, um den Unterschied zwischen 4,2% und 11,1% zu erkennen.

        • Öppe Alaaf

          Wenn Sie schon keinen Humor haben, dann erlauben Sie mir wenigstens eine Replik. Ihre Beobachtung mag richtig sein, ihre Schlussfolgerung ist VERDAMMT einseitig.

          Wie bereits woanders in diesen Threat diskutiert, sollte man auch in Betracht ziehen, für welche Jobs die Leute bereit sind, längere Strecken zu pendeln. Wie gesagt: Dies ist eine wirtschaftliche Betrachtung und hat mit Fleiss nichts zu tun. Ich stelle einfach Mal die Hypothese auf, dass es weniger Jobs in der Eifel gibt, für die sich das Pendeln wirtschaftlich für Eupener rechnen würde.

          Zwar spricht der Artikel von einem Jugendlichenanteil von 19 %, sagt aber nichts über die Jugendarbeitslosigkeit aus. Hier würde mich der Trend interessieren. Jugendarbeitslosigkeit steigt hauptsächlich, wenn Firmen weniger Arbeitskräfte einstellen. (Sh Artikel Kabelwerk. Das ist nicht die einzige Firma, die einen Gang zurückschaltet.)

          Der hohe Frauenanteil wundert mich ein wenig. Interessieren würde mich hier, wieviele Eifelerinnen arbeitslos gemeldet sind. Dieser Indikator ist regional sehr unterschiedlich und muss in so kleinen Regionen wie der DG unbedingt differenziert betrachtet werden.

          Der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen benötigt eine strukturierte Betrachtung. Wenn die wirtschaftliche Situation seit mehr als einem Jahr kritisch ist, sind anteilig sehr viele Menschen länger als 1 Jahr arbeitslos, aber unter Umständen kaum jemand länger als 3 Jahre zum Beispiel. Für die Eifel gibt es keine differenzierte Zahl im Artikel. (Sh. Hinweis auf Krise im Artikel) Wenn der Trend für Eifeler niedriger wäre als für Eupener, würde das doch heissen, dass Eupener eher den Job verlieren, als Eifeler ( wenn wir davon ausgehen, dass Langzeitarbeitslose einen Job hatten.) Hier würde ich gerne wissen, auf welche Branchen die Langzeitarbeitslosen entfallen. Ohne es zu wissen, würde ich übrigens vermuten dass der Anteil der Selbständigen in der Eifel höher ist, als im nördlichen Teil der DG.

          Fazit: anschnallen, die Fahrt geht abwärts….alarmierende Zahlen. Aber daraus abzulesen dass Eifeler fleissiger sind als Eupener ist…idiotischer Chauvinismus.

          Und jetzt können Sie bitte witzige Kommentare wieder mit Humor nehmen, bitte. Der hier war ernster.

          • Also wen ich (Eifeler) nach Eupen in ein Geschäft gehe, sprechen die Verkäuferin und Verkäufer fast nur Französisch. Wo sind denn all die Eupener hin, über Venn kommen sie ja nicht. Werden ja wohl nicht den ganzen Tag im Beet liegen? HIHIHI

            • Zappel Bosch

              Das ist leicht zu erklären: das deutschsprachige Verkaufspersonal geht nach Aachen und Umgebung, wo es besser bezahlt wird. Wo ggf. auch die Kenntnis der französischen Sprache honoriert wird. Das gilt auch im Bereich der Pflegeberufe, sowohl im Norden wie im Süden der DG. Man schaue sich nur die aktuell verstärkten Bemühungen der DG in diesem Sektor an. Solange das Verdienst-Gefälle aber so bleibt wie es ist, bleibt das eine schwierige Materie…

              • Laurent Klein

                Nee, Zappel, das deutschsprachige Personal geht nicht nur nach Aachen, weil es dort besser bezahlt und seine vermeintliche Sprachbegabung honoriert wird. Es sieht eher so aus, dass Deutschsprachige 1) immer weniger Französisch sprechen und 2) folglich auch in Eupen nicht als Verkäufer einsetzbar sind, eben wegen mangelnder Französischkenntnisse angesichts der doch relativ zahlreichen wallonischen Kunden. Dazu kommt noch, dass relativ viele Deutschsprachige sich auf die eine oder andere Art beruflich qualifizieren und somit ins nahe Ausland abwandern, wo Akademiker und Facharbeiter deutlich besser bezahlt werden.

        • Nurmalebenso

          Liegt es nicht auch daran, dass die Eifel sowieso nicht genügend Jobs für Leute aus Eupen hat? Eifeler kommen nach Eupen, fahren nach Luxemburg, aber doch nur, wiel es in der Eifel nicht genug Jobs gibt. Man muss pendeln. Eupener pendeln wesentlich mehr in die Wallonie und nach aachen/köln!

  3. Stiller Beobachter

    Liegt es eventuell an der Einstellung der jeweiligen Nord/Süd Bevölkerung?
    Der Süden ist vielleicht flexibler / mobiler !
    Dies hat nicht nur etwas mit dem benachbarten L oder D zu tun.
    Die Gedanken sind frei !

    Schönes Wochenende

  4. Zuschauer

    Wenn die Eifel Luxemburg nicht als Nachbar hätte, sähe es sehr trist aus. Was die Flexibilität der Eifler betrifft, so sind wir Eifler durch die geographische Lage gezwungen mobil zu sein.
    Fragen sie nur die Einwohner Oudlers, wie groß die tägliche Blechlawine ist, die sich morgens und abends von und nach dem Großherzogtum bewegt.

    • Zappel Bosch

      Zuschauer-Zitat : „Wenn die Eifel Luxemburg nicht als Nachbar hätte, sähe es sehr trist aus.“
      So sah es ja auch aus, bevor die „L-Welle“ losbrach. Ähnlich übrigens im Nordem Luxemburgs. Und in der deutschen Eifel. Aus dieser Zeit stammt auch die viel größere Mobilitätsbereitschaft in diesen Gebieten. Das kann man gut am „Erblühen“ der Ortschaften erkennen, einschl. der Durchschnittsgröße der neuen Einfamilienhäuser… (ohne Neid!).
      Wir Eupener hatten damals noch unsere „Brotschränke“, aber die Globalisierung hat viele Produktions-Arbeitsplätze zunichte gemacht.
      Übrigens, kein Nordlicht (oder nur wenige) werden widersprechen, wenn man die Eifeler als fleißiger (im Sinne von „Zubeißen“) und pfiffiger bezeichnet. Da können wir aber mit leben, denn im Norden ist man m.E. im Durchschnitt phlegmatisch (geworden?) …

  5. Aequitas&Veritas

    Der kürzeste aber beste Kommentar ist von 19:38.

    Das der Eifeler fleisiger war und vielleicht auch noch ist trifft zu. Dieses fleisiger sein stand/steht im direkten Zusammehang mit der Weite der Landschaft und dem Schwierigkeitsgrad in jungen Jahren „was zu unternehmen – bleibt oft nur das büffeln – oder?
    Der Eifeler hat es von seinen Großvätern und Vätern gezeigt bekommen das Flexibilität ein notwendiges Übel war/ist und findet es daher als sagen wir normaler als der Eupener. Die Zeiten haben sich aber hier auch geändert. Und Köln als weit bezeichnen ist einfach lächerlich. Habe selbst an die 20 Jahre täglich 200 km zurückgelegt – wie heißt es wo ein Wille da ein Weg.
    Ansonsten wäre es an dieser Stelle schön wenn wir beim Thema bleiben, denn es gibt tatsächlich viele die als Grenzgänger arbeiten und eins scheint sicher die guten Zeiten – auch im Bezug auf die steuerlichen Vorteile – in Lux. werden durch das Aufheben des Bankgeheimnisses sich schnell dem belgischen Verhältnisse einziehen.
    Mit dramatischen Veränderungen für den Arbeitsmarkt.

    • Öppe Alaaf

      Lächerlich heisst: Für ein Gehalt von 2.500 brutto im Monat würde es sich nicht rechnen einen solchen Weg auf sich zu nehmen. Wenn Sie mehr verdienst habne:Glückwunsch! Für ein Durchschnittsgehalt rechnet es sich nicht.

      Das hat nichts mit Willen zu tun, sondern mit Mathematik.

      Aber die Frage ist doch: Warum haben Sie 20 Jahre gependelt und viele Stunden auf der Autobahn verbracht? Ich denke, weil es Ihnen in der DG gefallen hat! Umziehen stand nicht zur Debatte.

      Würden Sie heute wieder das gleiche tun, wenn Sie die Wahl hätten?

      • Aequitas&Veritas

        Das ganze unter dem Aspekt von Familie betrachtet – denke schon. Umzug für einige Jahre vollzogen doch zu Hause bleibt zu Hause.

        In wieweit der Begriff sich lohnen eine Rolle spielt oder nicht hängt für viele vor allem in Deutschland von den beruflichen Möglichkeiten ab.
        Bei Jobverlust klopft dort für viele der soziale Abstieg wesentlich schneller an der Türe als in Belgien. Hatte unlängst ein Gespräch mit einem mitte vierigjährigen aus Köln der nun nach München wechselt verdient zwar um die 3500 brutto aber ….
        Die Autobahnen in Deutschland sind voll mit Pendler.
        Kenne einige junge Leute die auch für +/- 2200 brutto von Eupen ins Ruhrgebiet gezogen sind – hier gab es keine Perspektiven.

        • Öppe Alaaf

          ‚geht mir ähnlich.

          Ich pendle auch seit über 10 Jahren über 200km täglich, aber ein Umzug nach Deutschland kommt für mich nicht in Frage. Mein Herz hängt zu sehr an der Euregio.

          Wenn ich durch meinen Abiturjahrgang gehe, dann arbeiten heute sehr Wenige in der DG. …aber die große Mehrheit wohnt noch hier. Aber das bedeutet auch, so glaube ich, dass wenn die Krise überregional zuschlägt, bei Jobverlust alle wieder in die DG zurückfallen und dort arbeitslos gemeldet sind. (Daher macht das Doppelbesteuerungsabkommen übrigens extrem Sinn.)

          Ich halte nichts von diesem hier diskutierten Chauvinismus, aber sind wir Alle eine DG oder fallen wir übereinander her, wenn es alte Wunden zu bedienen gibt? Letzte Woche wurde noch über die Pflege der deutschen Sprache in Belgien diskutiert und heute schon über die Arbeitsmoral diesseits und jenseits der Boterange.

          Bereits im antiken Griechenland differenzierte man zwischen der Demokratie und der Ochlokratie. Das scheint so allgemeingültig zu sein, dass es ewige Gültigkeit haben wird…auch in der DG.

          Öppe „Polemik kills“ Alaaf

  6. Bei der ganzen Diskussion um Eifeler und Eupener stelle ich mir die Frage wie unser MP bei seine Aussenbeziehungen die DG als hoheitlicher Kleingliedstaat ans Publikum bringt. Vielleicht bekommt die DG dann demnächst noch einen fünften Innenminister.

    • Schon mal morgens um 08:00 Uhr am Kreisverkehr Unterstadt gestanden?? Und gestaunt was da alles vom Süden in den Norden arbeiten kommt? Ohne die Arbeitsplätze nördlich von Baraque Michel, sähe es in der Eifel aber trostlos aus. Die Arbeitslosenstatistik zeigt ein verzerrtes Bild, die „Mottese“ profitieren von den Arbeitsplätzen im Norden und in LX; im eigenen Dorf gibt’s da eher wenig zu verdienen….

      • karlh1berens

        Aus dem Kanton St. Vith arbeiteten in 2010 1300 Leute im Kanton Eupen. Aus der Eupener Gegend arbeiteten 531 Menschen im Kanton St. Vith. Im „eigenen Dorf“ in der St. Vither Gegend arbeiteten 4818 Leute.

      • karlh1berens

        Schon mal morgens um 8 Uhr am Kreisverkehr in der Unterstadt gestanden ? Schon lange nicht mehr. Aber wer um diese Zeit dort vorbeifährt ist vielleicht ein Lieferant oder ein Angestellter im Ministerium aber sicher kein normaler Arbeitnehmer.
        Wenn ich nachmittags um halb fünf, halb sechs am Metz warten muss um den Pendlerverkehr aus Luxemburg vorbeizulassen, stehe ich schon mal ’ne ganze Weile. Wenn ich dann mal ’ne Lücke erwische, verlassen 150 Meter weiter in Richtung St. Vith 60 % der Fahrzeuge die N62 Richtung Autobahn Verviers, Malmedy, (Eupen ?) (E42).
        Noch Fragen ?

      • Die Eifler sind eben erfolgreicher auf dem euregionalen Arbeitsmarkt.

        Die Frage sollte daher eher sein warum die Nordlichter bei gleichen Vorteilen mit Aachen, den Niederlanden und Luxemburg (ja, über die Autobahn ist ein Eupener genau so schnell im Eldorado Weiswampach wie ein Bütgenbacher oder Büllinger) gleich um die Ecke solch schlechte Arbeitslosenzahlen hinlegen.

        Jedes 10 Nordlicht dreht Däumchen…

        • „Noch etwas. Die Mehrheit der in Luxemburg arbeitenden DGler arbeitet bei Betrieben, die ihre Wuzeln in der DG haben.“

          Das sehe ich auch so“ karlh1berens“ Und warum ist dem so?
          Eben wegen dem Steuervorteil, sowohl für die Betriebe als auch für deren Beschäftigte .Weiswampach, Trois-Vierges und Umgebung
          könnte man so zu sagen schon als „Eifeler Kolonie“ bezeichnen.
          Gerüchten zu folge, siedeln sich sogar Eifeler Betriebe in angrenzenden Wallonischen Gemeinden an, wegen angeblich nicht so strengen Steuerkontrollen wie in der DG.Ob’s tatsächlich so ist?… Jedenfalls,so lange sich der Steuervorteil in LU „rechnet“, wird sich in dieser Hinsicht nicht viel verändern. Die EU-Kommission,( besser gesagt, die Europäische Unfug-Kommission), wird in ihrem „Gleichheitsbestreben“ innerhalb der Mitgliedsländer und in ihrer Regulierungswut schon anstreben, dass sich das mittelfristig ändern soll. Das fängt ja zur Zeit bei den Banken an, die Steuersysteme werden bestimmt auch noch angeglichen, was demzufolge Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt, aber auch auf anderen Gebieten, wie auf den“ Spritpreis“ und sonstigen Vergünstigungen haben wird. Und dann?…
          Übrigens, auch wenn ich, wie gesagt, Eifeler Patriot bin, gefällt mir dieses „Geplänkel“ nicht, was sich einige Schreiber hier zwischen „Nord-und Südstaaten“ liefern.Es gibt dies- und jenseits des“ Vennäquators“, sowohl fleißige als weniger fleißige Mitmenschen um es mal so auszudrücken.
          Das ist jedenfalls meine Meinung, die ich mir in über 45 Berufsjahren
          dazu bilden konnte. Wie gesagt, das sage ich als „bekennender“ Eifeler. Und was die Arbeitslosen(zahlen) im Norden angeht, würde mich eher konkret interessieren, aus welchen Nationalitäten sich diese zusammen setzen. Sind es in der Mehrzahl überhaupt
          „echte“ einheimische DG- Bürger? Wie groß ist der Anteil der Zuwanderer, beispielsweise aus Osteuropa usw…Mein Eindruck ist , dass beispielsweise in Eupen, Kelmis, zumindest ein „Hauch“ von „Multikulti“vorhanden ist, vielmehr jedenfalls als in den Eifelgemeinden.

          • Sie treffen den Nagel auf den Kopf ! In Eupen/Kelmis leben die Sozialfälle; Alleine in der Unterstadt 16 Wohnungen neben Bäckerei Radermacher, in der Weserberg-Siedlung leben nur noch 2 Familien von Arbeitseinkommen, …usw… Das gibt es so in der Eifel nicht. Die vergleichbare einheimische Bevölkerung ist im Norden, wie im Süden, der DG gleichermaßen im Arbeitsmarkt vertreten. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. In Kettenis z.B. herrscht Vollbeschäftigung, in der Eupener Neustrasse eine Arbeitslosenquote von gefühlten 75%. Solche Vergleiche bringen gar nichts….

            • „Solche Vergleiche bringen gar nichts….“

              Genau „Dax“! Deswegen wäre es in dem Zusammenhang interessant zu erfahren, wie es um den Nationalitäten-Anteil
              bei der Arbeitslosenquote im Norden der DG bestellt ist.
              Steht da diesbezüglich was drin in dieser Statistik? Wenn nicht, dann „hakt“ doch da etwas, wenn man davon ausgehen muss, wie Sie schreiben, dass “ Die vergleichbare einheimische Bevölkerung im Norden, wie im Süden, der DG gleichermaßen im Arbeitsmarkt vertreten ist“. Klar, dass die Eifel dann besser abschneidet.Wenn es über alle möglichen Statistik- Komponenten Zahlen gibt, wieso nicht dies betreffend? Oder hält man diese etwa „unter der Decke“, aus ganz bestimmten Gründen ?

              • Einmal links am Hasen vorbei geschossen, dann rechts, und er ist statistisch tot…
                Glauben Sie weiter an ihre Statistiken, die doch nur zeigen, was die Politik zeigen will. Ich arbeite seit 33 Jahren in Eupen, davor auch da die Schule besucht. Wie sich die Stadt verändert hat, das ist nicht übersehen! Da hilft auch keine Stadtverschönerung weiter, Eupen ist in weiten Teilen (Neustrasse, Bergstrasse, Haasstrasse, Schilsweg…) längst eine Immigrantenstadt mit allen damit verbundenen Problemen. Die Arbeitslosenstatistik der DG in Nord und Süd unterteilt, zeigt nur die sozialen Problembereich in der DG; und die liegen eben nicht im Süden….

  7. H. Grabowski

    In Deutschland spricht man von Ost-West-Gefälle und hier in der DG neuerdings vom Süd-Nord-Gefälle.

    Die Flamen ziehen die Wallonen mit durch und die Mottessen die Schmautbären ;-)

    • Zappel Bosch

      Das stimmt so nicht, da der Anteil der Pendler nach Luxemburg bei Euch so groß ist (keine Steuern in Belgien, außer Gemeindesteuern), größer jedenfalls als der Anteil der Flachlandtiroler nach „drüben“ (D). Trotzdem, fleißig und pfiffig seid Ihr…

  8. senfgeber

    Ich finde es wirklich toll, wie die Leute hier im Forum voll des Lobes und Dankes sind, dass sie ihre Jobs den bei den unschätzbaren Außenbeziehungen gemachten unermüdlichen Anstrengungen der zu verdanken haben.
    Das ist wirklich rührend, dass der Dank und die Anerkennung hier so richtig hervorsprudeln.

      • senfgeber

        ja, da hat mir was ein Wort weggesägt, „unermüdlichen Anstrengungen der Reisenden zu verdanken haben.“

        Hier im Forum höre ich nichts, dafür lese ich was, und es tut mir richtig leid, aber ich weiß wirklich nicht, was Sie mit „ätzen“ meinen.

        Ich glaube aber, dass Ihre wöchentliche CO2-Bilanz (in Kilo dreistellige) die Frage rechtfertigt, ob Sie nicht einen Umzug von Verviers ins Rheinland in Betracht ziehen sollten. Wenn Sie es Multikulturell haben wollen überhaupt kein Problem, im Pott kommen Sie bestimmt auf Ihre Kosten, zur Zeit kriegen Sie extrem günstige Immobilienangebote z.B. in DU-Marxloh oder GE mit einzigartigem Multikultiflair und (noch) guter ÖV-Anbindung zur Rheinschiene, das toppt Verviers und seine Pommesbuden um ein Vielfaches.

  9. @ DAX , antworte Ihnen hier, da unter Ihrem letzten Beitrag der Vermerk „antworten“ fehlt.
    Sie drücken in der Tat kurz und bündig die Erkenntnis dessen aus, worin der erhebliche Unterschied in der Arbeitslosigkeit IN WIRKLICHKEIT zwischen Nord-Süd liegt, nämlich nicht an der Arbeitslosigkeit als solcher, sondern an den sozialen Problembereichen und die damit verbundene Situation auf dem Arbeitsmarkt.

  10. Réalité

    Vieles an Wahrheit wurde hiervor geschrieben!
    Die „Süd-Eifeler“Mentalität ist und war schon immer:Treu,Arbeitsam,selten Krank feiern usw…!Dies war schon vor Jahrzehnten bekannt.Auch deren Flexibilität in Sachen Arbeitswege!Die grossen Steuervorteile im G.D.Lux
    waren dann Verursacher des Exodus Belg.Gross-u Mittelständischer Firmen,vor allem aus der Südlichen DG!Denen folgten dann gerne das arbeitende Volk aus unserer Gegend.Übereifriges „Steuerkontrollpersonal“ in der Gegend „unterstützte“ gerne dies Auswandern!Unsere „Regierenden“ schauten dem ganzen Rat- und tatenlos zu….!Vieleicht deswegen heute der Grund des vielen „Reisens um Suche nach Kontakten in der Aussenbeziehung“……Leider,leider…..“Zu Spät“!!(Sehr) Schade drum!!

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