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Johnson will die Briten rund um die Uhr impfen lassen

30.11.2020, Großbritannien, Wrexham: Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, hält ein Fläschchen des potenziellen Corona-Impfstoffs von Oxford/Astrazeneca, bekannt als AZD1222, in der Hand. Foto: Paul Ellis/PA Wire/dpa

Angesichts hoher Corona-Zahlen soll in Großbritannien demnächst rund um die Uhr geimpft werden.

Premier Boris Johnson kündigte am Mittwoch im Parlament an, der Betrieb von 24-Stunden-Impfzentren solle „so bald wie möglich“ aufgenommen werden. Derzeit halte ein Mangel an Impfstoff jedoch eine noch raschere Impfkampagne zurück.

Großbritannien ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen.

13.01.2021, Großbritannien, Slough: Menschen stehen im Zentrum in Slough Schlange, nachdem ein Corona-Schnelltestzentrum für Anwohner eröffnet wurde. Großbritannien ist von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa

Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser ist höher als zum Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr. In Teilen des Landes stehen die Kliniken kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich wird dafür auch eine neue Virus-Mutation gemacht, die sich nach Ansicht von Experten erheblich schneller ausbreitet als die bisher vorherrschende Variante. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – liegt landesweit bei knapp 600. In der Hauptstadt London beträgt der Wert sogar mehr als 1.000.

Kritik kam von Oppositionsführer Keir Starmer. Der Labour-Chef warf dem konservativen Premierminister vor, zu lange mit einer Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen zu warten. „Kann der Premierminister uns sagen, warum um alles in der Welt die Einschränkungen lockerer sind als vergangenen März, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Toten viel höher sind?“ Johnson antwortete, das Land durchlaufe gerade die „härteste Zeit“. Mit den Impfungen sei aber ein Ausweg vorgezeichnet.

Die britische Regierung will bis Mitte Februar die am stärksten gefährdeten 15 Millionen Menschen mit einer ersten Impfdosis versorgen. Eine zweite Dosis soll erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht werden.

Bislang wurden mehr als 2,4 Millionen Menschen geimpft. Mehr als 400.000 erhielten bereits die von den Herstellern für den besten Schutz empfohlene zweite Impfung. (dpa)

8 Antworten auf “Johnson will die Briten rund um die Uhr impfen lassen”

  1. Auch wenn ich den Herrn für einen Politik-Tuppes halte und er viel zu spät mit dem Lockdown begonnen hat, hat er nun aber recht. Die eigene Erkrankung hat ihn wohl umdenken lassen. Immerhin ist er zu einem Mindestmaß selbstreflektiert. Das lässt hoffen. Beim Tuppes auf der anderen Seite des Atlantik ist Hopfen und Mal.. äh Verstand verloren.
    Wir brauchen eine Impfpflicht und vor allem Impfstoff! Dann ist der Mist hoffentlich schnell vorbei.

  2. Impfstoff scheint ja aus jeder Ecke der Welt wie Pilze zu spriessen.
    Jetzt noch Johnson und Johnson, weniger nötig und billiger.
    Früher Jahrzente, jetzt nur noch Wochen, krass.
    Warum Bayer noch kein Impfstoff anbietet? Kommt vielleicht noch,oder ein Zuckerwasser Hersteller!

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