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Millionen Impfdosen Johnson & Johnson unbrauchbar – Minister: Rückschlag auch für die belgische Impfkampagne

30.04.2021, Belgien, Antwerpen: Fläschchen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson stehen aufgereiht im ZNA Middelheim Krankenhaus. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Nach einer Panne in der Produktion in einem US-Werk muss der Hersteller Johnson & Johnson Millionen Impfdosen des Corona-Vakzins, die schon vor Monaten produziert wurden, vernichten. Dies bringt auch die belgische Impfkampagne in Probleme.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den in einer umstrittenen Produktionsstätte in Baltimore hergestellten Coronavirus-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson zunächst nur teilweise freigegeben.

Zwei Ladungen könnten mit angepassten Regelungen in den USA zum Einsatz kommen oder exportiert werden, teilte die FDA am Freitag mit. „Mehrere andere Ladungen“ seien dagegen unter anderem wegen möglicher Verunreinigung nicht mehr benutzbar, weitere Ladungen würden noch untersucht.

Ampullen mit Dosen des Corona-Impfstoffes des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson liegen in einem Behälter. Foto: -/Johnson & Johnson/AP/dpa

Um wie viele Ladungen es sich dabei insgesamt genau handelt und wie viele Impfdosen jede Ladung enthält, teilte die FDA zunächst nicht mit. US-Medien berichteten, dass rund 10 Millionen Impfdosen freigegeben wurden und rund 60 Millionen entsorgt werden müssten.

Die Fabrik in der Ostküstenmetropole Baltimore war zuvor von Astrazeneca an den Konkurrenten Johnson & Johnson gegangen. Medienberichten zufolge hatte die US-Regierung Johnson & Johnson in einem ungewöhnlichen Schritt in die Verantwortung gedrängt, nachdem wegen eines Produktionsfehlers an dem Standort Millionen Impfdosen entsorgt werden mussten. Auslöser war den Berichten zufolge, dass Inhaltsstoffe der beiden Impfstoffe vermischt worden waren.

Bei einer Überprüfung der vom US-Biopharma-Unternehmen Emergent Biosolutions betriebenen Produktionsstätte hatte die FDA zahlreiche Mängel entdeckt. Derzeit pausiert die Produktion. Die Fabrik sei noch nicht wieder freigegeben, hieß es am Freitag von der FDA.

Der Vize-Premierminister und Minister für Gesundheit und Soziales, Frank Vandenbroucke (Vooruit). Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Der Impfstoff von J & J, der zunächst ausschließlich in den Niederlanden produziert worden war, hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU genehmigt.

Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei dem Vakzin von Johnson & Johnson nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig. Außerdem ist die Lagerung und Auslieferung vergleichsweise einfach.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson war deswegen in den USA verstärkt eingesetzt worden und soll auch in der EU bei einer Beschleunigung der Impfkampagnen helfen.

Im Interview mit Radio 1 am Samstagmorgen erklärte Belgiens föderaler Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit), dass im Werk in Baltimore Fehler gemacht worden seien.

Der Gesundheitsminister räumte ein, dass die Nachricht ein Schlag für die belgische Impfkampagne sei, da das Land gehofft habe, bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffs zu haben.

DG-Minister Antonios Antoniadis (SP) bei einer Pressekonferenz. Foto: Kabinett Antoniadis

„Wir werden nur noch 450.000 Dosen haben. In gewisser Weise war das schon Teil unserer Planung, und wir haben nicht wirklich mit den 1,4 Millionen gerechnet. Aber es bedeutet trotzdem eine Verzögerung.“ Vandenbroucke schätzte die Verzögerung auf drei Wochen.

„Wir wissen auch nicht, wie viele Impfstoffe von Johnson & Johnson im Juli geliefert werden. Wir werden sehen, wo wir Ende Juni, Anfang Juli stehen. Aber bleiben wir optimistisch und geraten nicht in Panik! Die Impfkampagne läuft sehr gut“, so der Minister abschließend.

Für die DG bedeutet die Vernichtung von Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson laut Gesundheitsminister Antonios Antoniadis „aktuell nicht viel“. Ende Juni würden in der DG alle impfwilligen Erwachsenen mindestens einmal ein Vakzin erhalten haben.

„Parallel starten wir mit der zweiten Einladung zur Erstimpfung. Alle, die keinen Termin genommen bzw. die Impfung nicht aktiv abgelehnt haben, werden noch mal eingeladen“, betonte Antoniadis gegenüber „Ostbelgien Direkt“. (dpa/cre)

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