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Heute gegen Portugal müssen die Roten Teufel beweisen, dass sie das Zeug zum Europameister haben

26.06.2021, Spanien, Sevilla: Belgische Spieler während einer Trainingseinheit im Stadion von Sevilla. Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

Bei der Fußball-EM werden am heutigen Sonntag die Achtelfinals fortgesetzt. Im ersten Spiel des Tages stehen sich um 18 Uhr in Budapest die Niederlande und Tschechien gegenüber. Um 21 Uhr kommt es in Sevilla zu einem mit Spannung erwarteten Duell zwischen Belgien und Titelverteidiger Portugal um Cristiano Ronaldo, der auch mit 36 Jahren noch immer auf Weltklasse-Niveau spielt.

Es ist für die Belgier wie auch für die Portugiesen ein Schlüsselspiel. Es ist vergleichbar mit dem Achtelfinale des späteren Weltmeisters Frankreich gegen Argentinien bei der WM 2018 in Russland. Wenn du solche Begegnungen gegen einen starken Gegner gewinnst, schöpfst du daraus Kraft für die restlichen drei Spiele.

26.06.2021, Spanien, Sevilla: Belgiens Trainer Roberto Martinez (l) und Kevin De Bruyne während einer Trainingseinheit. Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

Die Franzosen lagen am 30. Juni 2018 in Kasan zwischenzeitlich 1:2 zurück, bevor Benjamin Pavard mit einem sensationellen Treffer, der später zum schönsten Tor der WM gewählt wurde, das 2:2 gelang und Frankreich den Weg zum 4:3-Sieg ebnete. Ein ähnlich spannendes Spiel kann man heute zwischen Belgien und Portugal erwarten.

Seit dem Spiel um Platz 3 gegen England bei der WM 2018 gilt Belgien als Mitfavorit auf den EM-Titel. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass die Europameisterschaft wegen Corona um ein Jahr verschoben werden musste. Im Gegenteil: Die unproblematische Qualifikation für diese EM und für das „Final 4“ der Nations League im Oktober 2021 haben den Roten Teufeln und ihren Fans noch mehr Selbstbewusstsein eingeflößt.

Heute aber müssen Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku, Eden Hazard & Co. beweisen, dass sie tatsächlich das Zeug zum Europameister haben. Zwar hätten sie sich wahrscheinlich fürs Achtelfinale einen etwas leichteren Gegner als Titelverteidiger Portugal gewünscht, aber wie „leicht“ andere Gegner sein können, haben die Italiener am Samstag gegen Österreich erfahren müssen. Der namhafte Gegner ist nicht unbedingt der bessere.

26.06.2021, Spanien, Sevilla: Romelu Lukaku während einer Trainingseinheit. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Und die Portugiesen? Belgiens Rekordnationalspieler Jan Vertonghen, der momentan in Portugal bei Benfica Lissabon unter Vertrag steht, hat sich vor dem direkten Duell im Achtelfinale gegen Portugal voller Respekt zu Superstar Cristiano Ronaldo geäußert. „Er ist ein Phänomen“, sagte der 34-Jährige am Samstag bei einer Pressekonferenz im EM-Stadion von Sevilla. Man könne seine Hingabe und seine Entschlossenheit nur bewundern. „Er trainiert immer weiter.“

Vertonghen betonte vor der Partie an diesem Sonntag (21.00 Uhr/RTBF1 „La Une“ oder ARD): „Wenn du ein Portugal-Trikot auf der Straße siehst, ist es zu 99 Prozent eins von Ronaldo.“ Das Spiel sei aber nicht „Belgien gegen Ronaldo, es ist Belgien gegen Portugal“.

Diese Mannschaft habe sehr hart gearbeitet für solche Spiele, betonte seinerseits Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez. Es hänge in solchen Partien immer vom ersten Tor ab, ob es ein offenes Match werde und wie es sich danach entwickle.

26.06.2021, Spanien, Sevilla. Eden Hazard während einer Trainingseinheit im Stadion von Sevilla. Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

„Eigentlich sollte so ein Spiel später im Turnier stattfinden“, sagte der 47-Jährige, für den es auch persönlich eine besondere Partie wird. Martínez stammt aus Katalonien, ein Pflichtspiel als Trainer in Spanien hat er noch nie bestritten.

Bei der Frage, ob er denn seinen Superstar Kevin De Bruyne mit Portugals Ronaldo tauschen würde, musste Martínez auch nicht lange überlegen und verneinte. „De Bruyne ist für mich der beste Spielmacher der Welt“, betonte er und hob die fünf Jahre hervor, in denen er nun schon mit dem Spieler von Manchester City zusammenarbeite. Ronaldo kenne er ja praktisch nur aus der Ferne.

Titelverteidiger Portugal will sich indes im EM-Achtelfinale gegen Belgien nicht nur auf Kevin De Bruyne fokussieren. „Wir können es uns nicht leisten, nur auf einen Spieler aufzupassen“, sagte Portugals Mittelfeldakteur João Moutinho am Samstag im Estadio La Cartuja von Sevilla: „Belgien ist nicht nur Kevin De Bruyne. Wenn wir ihm aber Platz und Zeit geben, ist er noch gefährlicher.“

Was die belgische Startelf betrifft, so ist damit zu rechnen, dass Kevin De Bruyne und Axel Witsel von Beginn an spielen werden. Ob dies auch für Eden Hazard gilt, bleibt abzuwarten.

21.06.2021, Russland, St. Petersburg: Belgiens Nacer Chadli (r) in Aktion mit Belgiens Thomas Vermaelen (l) und Finnlands Robin Lod (M). Foto: Igor Russak/dpa

Ein großes Problem ist für Belgien der Ausfall von Timothy Castagne, zumal Nacer Chadli verletzungs- und neuerdings auch krankheitsanfällig ist. Das bedeutet nämlich, dass es im Ernstfall keinen adäquaten Ersatz für Thomas Meunier gibt, sollte der Spieler von Borussia Dortmund wegen Verletzung oder Sperre ausfallen.

Das war schon bei der WM 2018 ein Problem, als Meunier für das Halbfinale gegen Frankreich gesperrt war, Martinez aber Castagne nicht für das Turnier nominiert hatte.

Apropos Chadli: Der 31 Jahre alte Außenbahnspieler ist vor dem EM-Achtelfinale seiner Mannschaft gegen Portugal doch noch zum Team gestoßen. Das teilte die Nationalmannschaft am Sonntag mit.

Chadli war zunächst nicht mit dem Team von Trainer Roberto Martínez nach Sevilla gereist. „Er fühlt sich nicht gut, konnte nicht trainieren und ist nicht fit für das Match“, hatte es noch am Samstag in einem Beitrag des Nationalteams auf Twitter geheißen.

Chadli kam bei dieser EM bislang einmal zum Einsatz. Beim 2:0 der Roten Teufel gegen Finnland im letzten Gruppenspiel am vergangenen Montag spielte er durch. (cre/dpa)

Zum Thema siehe auch folgende Artikel auf OD:

12 Antworten auf “Heute gegen Portugal müssen die Roten Teufel beweisen, dass sie das Zeug zum Europameister haben”

  1. Ostbelgien Direkt

    AKTUALISIERT – Chadli stößt zu belgischem Nationalteam vor Portugal-Spiel

    Sevilla (dpa) – Der belgische Fußball-Nationalspieler Nacer Chadli ist vor dem EM-Achtelfinale seiner Mannschaft gegen Portugal doch noch zum Team gestoßen. Das teilte die Nationalmannschaft am Sonntag mit.

    Der 31 Jahre alte Außenbahnspieler war zunächst nicht mit dem Team von Trainer Roberto Martínez nach Sevilla gereist, wo das Duell mit dem Titelverteidiger an diesem Sonntag stattfindet (21.00 Uhr). «Er fühlt sich nicht gut, konnte nicht trainieren und ist nicht fit für das Match», hatte es noch am Samstag in einem Beitrag des Nationalteams auf Twitter geheißen.

    Chadli kam bei dieser Europameisterschaft bislang einmal zum Einsatz. Beim 2:0 der Roten Teufel gegen Finnland im letzten Gruppenspiel am vergangenen Montag spielte er durch.

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