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Herzschlag-Finals um Meistertitel in Spanien und Frankreich am Wochenende

12.05.2021, Spanien, Madrid: Der belgische Nationalspieler Yannick Carrasco (M.) von Atlético Madrid wird nach einem Tor gefeiert. Am Samstag kann Atlético Meister werden. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa

Während in der belgischen Jupiler Pro League seit Donnerstag feststeht, wer Meister (FC Brügge) und Vizemeister (KRC Genk) ist und es am letzten Spieltag nur noch um einen Platz in der Qualifikation für die Europa League bzw. die Conference League geht, entscheiden die letzten 90 Minuten in Spanien und Frankreich über den Titel, in Italien über die Champions League und in Deutschland über den Verbleib in der Bundesliga.

Meisterschaft, Königsklasse, Europa League? Etliche europäische Spitzenclubs schweben vor dem Saisonfinale am Wochenende zwischen Hoffen und Bangen. Es geht auch um Millionen.

Trainer Jürgen Klopp und der FC Liverpool wollen nach einer kräftezehrenden Aufholjagd wieder in die Champions League. Die Meister werden noch in Spanien (Samstag) und in Frankreich (Sonntag) gekürt, in England (Manchester City) und Italien (Inter Mailand) stehen sie fest.

ENGLAND (38. Spieltag – alle 10 Spiele am Sonntag um 17.00 Uhr):

Schafft es Kult-Trainer Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool wieder in die Champions League? Und nach grandioser Aufholjagd auch Landsmann Thomas Tuchel mit dem FC Chelsea?

19.05.2021, Großbritannien, Burnley: Jürgen Klopp aus Deutschland, Trainer von FC Liverpool, gibt Spieleranweisungen an der Seitenlinie. Foto: Gareth Copley/PA Wire/dpa

„Wir sind wieder auf Kurs“, hatte Klopp nach dem 3:0-Sieg beim FC Burnley in der Premier League gesagt. Die Reds haben nun gute Chancen, sich mit einem Heimsieg gegen Crystal Palace (mit Christian Benteke und Michy Batshuayi) für die Königsklasse zu qualifizieren. „Es ist verrückt, dass wir so nah dran gekommen sind, aber wir sind noch nicht durch“, warnte Klopp.

Leicester City mit den Belgiers Youri Tielemans, Timothy Castagne und Dennis Praet (gegen Tottenham Hotspur) und Liverpool (mit Divock Origi) haben 66 Punkte und 66 Tore auf dem Konto – die Reds haben aber vier Treffer weniger kassiert als Leicester (46). Chelsea ist bei Aston Villa zu Gast. Tuchels Blues – im Januar noch Tabellen-Neunter – haben 67 Punkte und die um einen Treffer schlechtere Tordifferenz als die Klopp-Elf.

SPANIEN: (38. Spieltag – 7 Spiele am Samstag):

Eins ist schon mal klar – der Titel bleibt in der spanischen Hauptstadt! Atlético Madrid (mit Yannick Carrasco) hat am Samstag (alle Spiele 18.00 Uhr) alle Trümpfe in der Hand: Mit einem Sieg beim Abstiegskandidaten Real Valladolid kann die Mannschaft von Trainer Diego Simeone ihre erste Meisterschaft seit sieben Jahren perfekt machen.

14.06.2020, Spanien, Madrid: Der Torhüter von Real Madrid, Thibaut Courtois. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa

Dann würde Verfolger Real Madrid (mit Thibaut Courtois, aber ohne Eden Hazard, der verletzungsbedingt fehlen wird) bei zwei Punkten Rückstand ein eigener Sieg gegen den FC Villarreal auch nicht mehr helfen. Platz zwei hat der Titelverteidiger aber schon sicher.

Gewinnt Atlético nicht und Real siegt, wären die Königlichen wieder Meister. Denn bei Punktgleichheit zählt der Direktvergleich für Real (2:0/1:1). Auch die vier Champions-League-Teilnehmer stehen fest: Hinter Atlético (83 Punkte) und Real (81) sind das der FC Barcelona (76) und der FC Sevilla (74).

Hat Superstar Lionel Messi sein letztes Spiel für Barca bereits hinter sich? Beim SD Eibar steht der 33 Jahre alte Argentinier nicht im Kader, er durfte seinen Sommerurlaub vorzeitig antreten. Es ist durchaus möglich, dass Messi das Trikot des Vereins, für den er schon seit mehr als 20 Jahren spielt, gar nicht mehr überzieht. Am 30. Juni läuft sein Vertrag aus; er könnte somit ablösefrei wechseln.

FRANKREICH: (38. Spieltag – alle 10 Spiele am Sonntag 21.00 Uhr):

Den ersten Matchball hat OSC Lille (80 Punkte) vor einer Woche vergeben: Das 0:0 gegen AS St. Etienne reichte nicht, weil Verfolger Paris Saint-Germain (79) mit 4:0 gegen Stade Reims gewann.

16.02.2021, Spanien, Barcelona: Kylian Mbappé von PSG jubelt nach einem Tor. Foto: Joan Monfort/AP/dpa

Am Sonntag soll der Coup nun gelingen, bei einem Sieg in Angers kann die Mannschaft von Trainer Christophe Galtier ihren ersten Titel seit zehn Jahren feiern – PSG würde selbst ein Sieg beim Abstiegskandidaten Brest nicht mehr helfen. Nach drei Meisterschaften in Serie wären die Hauptstädter entthront – vier Tage nach dem 2:0-Sieg gegen AS Monaco im Pokalfinale.

Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac mit Monaco (77) ist nach einer starken Saison quasi raus aus dem Meisterrennen – als Dritter mit drei Punkten Rückstand und einer um sechs Treffer schlechteren Tordifferenz als Lille. In der Ligue 1 zählt zuerst das Torverhältnis und erst dann der direkte Vergleich. Nur Meister und Vize sind direkt für die Königsklasse qualifiziert.

ITALIEN: (38. Spieltag – 7 Spiele am Sonntag):

Inter Mailand und Romelu Lukaku (88 Punkte) stehen seit drei Wochen als Meister fest – ein Quartett kämpft am Sonntag (20.45 Uhr) um die drei weiteren Champions-League-Plätze: Verfolger Atalanta Bergamo (78), der AC Mailand mit Alexis Saelemaekers und der SSC Neapel mit Dries Mertens (beide 76) sowie Juventus Turin (75). Eine von vielen Fragen beim Showdown lautet: Verpasst Superstar Cristiano Ronaldo mit Juve die Champions League? Atalanta hat wohl die besten Karten: Das Team aus Bergamo empfängt im Top-Spiel des 38. Spieltags den AC Mailand.

Bei einer Niederlage gegen Angstgegner Bergamo könnte „Wintermeister“ Milan die erhoffte erste Teilnahme an der Königsklasse seit acht Jahren (Saison 2013/14 – Achtelfinale) verpassen. Gegen Juve und Neapel liegen die Rossoneri im direkten Saisonvergleich allerdings vorne.

DEUTSCHLAND: (34. Spieltag – 9 Spiele am Samstag):

In Deutschland fallen am 34. Spieltag die letzten Entscheidungen dieser Bundesliga-Saison. Meistertitel (Bayern München) und die drei weiteren Champions-League-Plätze (Leipzig, Dortmund und Wolfsburg) sowie die beiden Plätze in der Europa League (Frankfurt und Leverkusen) sind bereits vergeben.

15.05.2021, Berlin: Kölns Belgier Sebastiaan Bornauw (l) und Herthas Jessic Ngankam kämpfen um den Ball. Foto: Soeren Stache/dpa-Pool/dpa

Bleibt der Startplatz in der neuen Conference League: Den dafür nötigen siebten Rang würde der 1. FC Union Berlin (47 Punkte) gerne behalten, aber Mönchengladbach (46), Stuttgart und Freiburg (beide 45) haben noch eine letzte Chance.

Nach dem FC Schalke 04 droht der direkte Abstieg noch dem 1. FC Köln, Werder Bremen und Arminia Bielefeld. Die Arminia hat als Tabellen-15. die beste Ausgangsposition vor dem Spiel in Stuttgart. Werder will mit Altmeister Thomas Schaaf als Kurzzeit-Trainer mit einem Sieg gegen Gladbach weg vom Relegationsplatz. Der Vorletzte Köln muss daheim die Schalker schlagen.

In München will Robert Lewandowski gegen Augsburg sein 41. Saisontor erzielen und würde sich den gerade eingestellten legendären Tor-Rekord von Gerd Müller damit nicht mehr mit dem Weltmeister von 1974 teilen. (dpa/cre)

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