Politik

Resolution von Vivant zu den Gemeinschaftszentren wurde abgelehnt – „Millionengräber laufen weiter“

Die Chalets sind das äußere Erkennungsmerkmal von Worriken. Laut Vivant weist allein Worriken zwischen 2014 und 2023 ein Defizit von rund 5,99 Millionen Euro ohne Infrastrukturkosten auf, mit Infrastruktur sogar 7,59 Millionen Euro. Foto: Helmut Koch

Die Mehrheit im Ausschuss I des Parlaments der DG hat den Resolutionsvorschlag der Vivant-Fraktion zur strategischen Neuausrichtung der DG-Gemeinschaftszentren abgelehnt. „Die Millionengräber sollen weiterlaufen“, beklagen die vier Abgeordneten von Vivant in einer Pressemitteilung.

Die Fraktion von Michael Balter hatte vorgeschlagen, wegen der jahrelangen Defizite externe Betreiber, Investoren oder alternative Trägermodelle zu prüfen und die Betreiberverantwortung schrittweise abzugeben.

Gemeinschaftszentren der DG sind das Sport- und Freizeitzentrum Worriken in Bütgenbach, das Kloster Heidberg in Eupen, das Besucherzentrum Eupen-Wesertalsperre, ViDo in Burg-Reuland (früher KUZ) und Haus Ternell in Eupen.

„Trotz miserabler Haushaltslage und trotz der immer deutlicher werdenden Hinweise des Rechnungshofs hält die DG weiter an einem Modell fest, welches die Steuerzahler Jahr für Jahr Millionen kostet“, beklagen Michael Balter, Diana Stiel, Elena Peters und Marco Hoffmann in einer Pressemitteilung.

Der Eingangsbereich des Klosters Heidberg. Foto: Jannis Mattar

Die DG soll sich endlich ehrlich der Betreiberfrage stellen. „Kloster Heidberg, Worriken und die weiteren Gemeinschaftszentren schreiben seit Jahren rote Zahlen. Allein Worriken weist zwischen 2014 und 2023 ein Defizit von rund 5,99 Millionen Euro ohne Infrastrukturkosten auf, mit Infrastruktur sogar 7,59 Millionen Euro. Beim Kloster Heidberg summieren sich die Verluste inklusive Infrastruktur auf über 6,39 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die Verluste aller Gemeinschaftszentren im selben Zeitraum auf über 16,5 Millionen Euro inklusive Infrastruktur.“

Trotz dieser Zahlen verweigere die Mehrheit jede echte strukturelle Konsequenz. Statt die Frage zu stellen, ob die DG solche Einrichtungen überhaupt dauerhaft selbst betreiben sollte, werde weiter an einem System festgehalten, das sich seit Jahren als unwirtschaftlich erweise. „Genau das ist der politische Kern dieser Ablehnung: Nicht nur unser Resolutionsvorschlag wurde abgelehnt, sondern auch die Bereitschaft, das Problem endlich grundsätzlich anzugehen.“

Ein Blick auf Haus Ternell an der Monschauer Straße in Eupen. Foto: OD

– Rechnungshof bestätigt die Schieflage: Besonders unverständlich sei die Ablehnung vor dem Hintergrund der jüngsten Hinweise des Rechnungshofes, so Vivant Dieser habe nicht nur bereits Mängel bei Finanzkontrolle, Mittelverwendung und Transparenz der Gemeinschaftszentren beanstandet, sondern halte in seinem Bericht zur ersten Haushaltsanpassung 2026 ausdrücklich fest, dass sich der Finanzierungssaldo der Dienste mit getrennter Geschäftsführung um 7,342 Millionen Euro verschlechtert habe und dies ausschließlich auf die Gemeinschaftszentren zurückzuführen sei. Für 2026 werde für die Gemeinschaftszentren ein Defizit von 13,298 Millionen Euro ausgewiesen.

„Während also überall von Haushaltsdisziplin und Konsolidierung gesprochen wird, lässt die Mehrheit ausgerechnet an diesem teuren Defizitbereich nichts Grundlegendes ändern. Wer unter solchen Voraussetzungen jede echte Neuausrichtung verweigert, nimmt bewusst in Kauf, dass weiter Steuergeld in strukturell defizitäre Einrichtungen fließt“, kritisieren Balter, Stiel, Peters und Hoffmann.

– Die Kernfrage wird weiter verweigert: „Die Mehrheit tut so, als könne man dieses Problem mit etwas Feintuning und schönen Worten lösen. Doch die Realität ist eine andere: Die Gemeinschaftszentren bleiben Millionengräber, und die Mehrheit will sie weiter mit Steuergeld am Leben halten“, erklärt Michael Balter für die Vivant-Fraktion. „Gerade in Zeiten hoher Schulden und steigender Zinslasten ist das nicht verantwortbar.“

Blick von außen auf das Besucherzentrum der Eupener Wesertalsperre. Foto: OD

Vivant hatte vorgeschlagen, externe Betreiber, Investoren oder alternative Trägermodelle ernsthaft zu prüfen, die Betreiberverantwortung schrittweise abzugeben, freiwillige Großinvestitionen bis zur strukturellen Klärung auszusetzen und dem Parlament einen konkreten Zeit- und Maßnahmenplan vorzulegen. All das wurde von der Mehrheit verworfen. „Statt eines klaren Kurswechsels bleibt es beim politischen Prinzip Hoffnung.“

– Wer weiter Millionen versenkt, handelt nicht verantwortungsvoll: Besonders problematisch sei diese Verweigerungshaltung vor dem Hintergrund der allgemeinen Finanzlage, heißt es weiter in der Stellungnahme von Vivant. „Der Rechnungshof schätzt den konsolidierten Schuldenstand der DG Ende 2026 auf rund 1,468 Milliarden Euro. Gleichzeitig steigen die Zinsausgaben 2026 auf über 41 Millionen Euro. Wer unter diesen Bedingungen weiterhin an strukturell defizitären Gemeinschaftszentren festhält, handelt nicht verantwortungsvoll, sondern verschiebt das Problem weiter auf Kosten der Allgemeinheit.“

Für Vivant ist klar: „Die DG ist kein Hotelier. Der Betrieb von Burgen, Hotels, Ferienparks und Freizeitzentren gehört nicht zu den Kernaufgaben einer Regierung. Wer ernsthaft konsolidieren will, muss den Mut haben, auch symbolträchtige Projekte zur Disposition zu stellen. Die Ablehnung unseres Resolutionsvorschlags zeigt einmal mehr, dass dieser Mut der Mehrheit weiterhin fehlt.“ (cre)

27 Antworten auf “Resolution von Vivant zu den Gemeinschaftszentren wurde abgelehnt – „Millionengräber laufen weiter“”

  1. Mich würde interessieren, mit welcher Begründung der Vorschlag abgelehnt wurde. Darüber lese ich leider nichts. Hier wird mal wieder nur Vivant nachgeplappert um Stimmung zu erzeugen. Mit journalistischer Arbeit hat das nichts zu tun.

    • Begründung!

      @ ODK

      Welche Begründung erwarten Sie?!

      Da hängen bestimmt einige gut bezahlte Pöstchen von verdienten Parteisoldaten dran und die will man doch nicht im Regen stehen lassen … da war doch mal was!!

      Vivant macht mal wieder hervorragende Oppositionsarbeit und von welchem Medium in Ostbelgien soll diese veröffentlicht werden, wenn nicht von OD?! Vielen Dank für Ihre wertvolle journalistische Arbeit, Herr Cremer.

  2. Gieskannensozialismus

    Viele sind in dem Irrglauben wir können uns diese Klüngel-Wirtschaft ewig leisten, der irrt? Viele kleben halt an ihren Pöstchen und Gefälligkeiten. Es wirft kein gutes Licht auf die anderen Parteien. Diese Parteien kann man getrost als Systemparteien bezeichnen. Veränderungen und Einsparungen, bitte nicht mit uns! Nur was ist eine Gesellschaft, in der dringend notwendige Veränderungen bewusst verhindert werden? In allen sozialistischen Systemen wurde bewiesen, dass diese Planwirtschaft eben nicht funktioniert. Schade die DG sollte sich wirklich nur um die wirklich wichtigen Themen kümmern, dann wäre Geld für die Bereiche Pflege, Bildung und Senioren kein Problem.

    • Genau so, Gieskannensozis! Viel Lob untereinander von unserer regierung in Eupen wie heute noch in der Presse unter den zwei Pro DG Damen, ob der DG Kliniken! Für was haben wir denn sonst diese Leute gewählt!?
      Andernfalls, auffällig viele Besuche von gewissen Ministern, wo man immer wieder von „noch mehr/steigern“ hört und liest! Solches wird uns seit Jahren schon Kund getan!
      Damit war man wieder mal in der Presse drin! Alibi- Eigenlob, mehr nicht!?

      • Giesskannensozialismus

        @Josefa Ist das wirklich in trockenen Tüchern mit den Krankenhäusern. Diese pro-dg Damen müssen ihre Macht erhalten. Mittlerweile ist dieses Eigenlob so primitiv. Gekaufte oder subventionierte Medien nerven nur noch. Wir abonnieren das Propagandaecho nur noch, um zu wissen, wie weit die sind mit ihren Lügen. Nur die Frage ist doch, sind wir wirklich gut aufgehoben in diesen Dorfkrankenhäusern? Ich habe da so meine Zweifel. Die Versorgung auf Deutsch ist auch nicht gegeben.

        • @ Gießkannensozialismus

          In UNSEREN Krankenhäusern sind wir sehr gut aufgehoben – ich spreche aus Erfahrung. Auch wer kein Französisch spricht, hat immer die Möglichkeit, Jemanden hinzuzuziehen der beide Sprachen kann.

          Wenn Sie eine Uniklinik bevorzugen bleibt Ihnen diese Möglichkeit ja unbenommen.

          Auch die Notaufnahme ist für unsere Städte dringend erforderlich. Was in der Notaufnahme fehlt ist, dass man dort in Notfällen Medikament aus der Krankenhaus Apotheke kaufen kann. Der Weg zum Krankenhaus ist jedem bekannt, der zu einer Apotheke in irgendeinem nächtlichen Dorf kann zur Herausforderung werden!

          • Gieskannensozialismus

            Schön wäre eine gut Betreuung in der Notaufnahme. Schon habe ich etwas ziemlich negatives über die Sankt-Vither Notaufnahme gehört. Menschen rasen Hilfesuchend mit nahen Angehörigen in die Notaufnahme. Vorort ging es dann gemütlich und unprofessionell zu. Die Patientin, von der ich gehört habe, bekam keine Luft. Die Versorgung auf der Station war auch nicht immer optimal. Wäre dann nicht ein Rettungs-Hubschrauber besser, der die ernsten Fälle sofort in gute Kliniken zu bringen. Die Sprache ist dann nebensächlich.

  3. Appel an Vivant

    Vivant sollte folgendes in naher Zukunft tun:
    -endlich mal die Grünen wach rütteln, damit die auch mal aktiv werden!
    -Folgende Forderung an die Regierung stellen: um genaue Vorschläge und Handlungen zu erarbeiten und Kund zu tun:
    -Wie, wann und womit, werden wir diese Horror Summe in und ab der nahen Zukunft tilgen, d h es sollten mal Zahlen und Zeiträume genannt werden!?
    -Wo werden wir sparen, und wann wird diese Summe im normalen Zeitraum, und mit welchen Tilgungen beglichen sein!?
    -Hiermit ertappt ihr die Vielschwätzer und Vertröster. Macht mal Nägel mit Köpfen!
    Der Bürger wartet schon länger auf genaueres, jedoch immer wieder Versprechungen, aber nichts dahinter!?

    • @Appel an Vivant – Sie glauben doch nicht im Ernst das die Grünen in Sachen Kritik sich bewegen werden.
      Sie sind in der Opposition und werden dort bis zu den nächsten Wahlen den Mund halten, so das Sie wieder versuchen Positiv zu erscheinen und Schwupps sind sie wieder mit in der Mehrheit und die Posten sind wieder sicher.
      Die Grünen machen sich nicht die Finger schmutzig, das überlassen sie Vivant, damit sie am Ende wie die 3 anderen Parteien über Vivant schimpfen können um wieder ins sinkende Boot mit aufgenommen zu werden.

  4. Und in Recht hat man 1,7 Millionen Euro für ein Blausteinmuseum ausgegeben, dessen Eintrittsgelder nicht einmal die Personalkosten decken. Aber gut, dass die Regierung jetzt sparen muss. Prioritäten eben.

    • Streu Obst

      Herbert, Freddy! wenn man die Werbeblätter sieht mit übergrossen Anzeigen und Reklame von der Organisation Födekam, da kommt die Frage auf: warum machen die solche und immerwährende Werbungen, selbst auch mit Werbetafeln an viel befahrenen Strassen!? Was bezwecken die wohl damit, und wer bezahlt das alles?
      So wird sehr viel Geld verpulvert in der DG!
      Viel besser wäre es, diese Gelder in den Pflege- und Altersheimbereich zu investieren!

    • Gieskannensozialismus

      Lieber Opa, Da ich eine Wahl recht gut beobachtet habe, kann ich leider nicht ausschliessen, dass Wahlen in der DG manipuliert werden. Also wir können wählen, was wir wollen, es bleibt so wie es ist und es ändert sich nichts.

  5. besserwisser

    Paasch und Kompany sollten den komplex Worriken an Private Investitoren wie zb, center park oder andere verkaufen.
    KLoster Heidberg ebenfalls, so Arbeitet man .Damit würden die enormen Kosten getilgt und keine andere Kosten erzeugt

  6. UnerhörtSkandal

    Man sollte Worriken, einfach aufgeben, alles weg machen und ne Wiese druff. Alles weg. Kühe auf die Wiese und fertig. Oder ich würde sogar den See trocken legen. Der lockt eh keine Touris in die Region. Dann lieber zum Alten Schmuggler und Geld ausgeben.

  7. Arschkriecherei made in Ostbelgien

    Der föderale Finanzminister Jan Jambon verkauft das Schloss Dennenburg („föderales Kongress- und Begegnungszentum“) bei Kapellen, weil ihm die Renovierungskosten von 1.5 Millionen Euro zu hoch sind!

    Die politischen Clowns der DG verbrennen alleine bei diesen Gemeinschaftszentren hier Millionen Euro, und das bei einem Schuldenstand von über 1.4 Milliarden Euro!

    Appelle an den gesunden Menschenverstand helfen hier nicht mehr.

    Ihr müsst euch direkt an den föderalen Finanzminister Jambon wenden, um ihn zu bitten, die Dotationen an die DG im Zuge der Sparmassnahmen (die auf Pump bezahlten Wahlgeschenke der PS an ihre Klientel müssen jetzt von De Wever abbezahlt werden) erheblich zu kürzen weil die Akteure vor Ort Geld en masse verbrennen, Zentren, Neuauflage eines Vennbahn-Debakels und und und.

    info@kcfin.be
    jan.jambon@n-va.be

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      # Arschkriecherei made in Ostbelgien/
      Die Burgen die man sich besorgt, sind vielleicht zum Eigenschutz vor Ort.
      Denn wenn die Inflation so weiter steigt, wozu ist der Bürger dann bereit ?
      Zieht Wassergräben um die Burgen, damit ihr nicht endet in den Urnen 😉

      • Realitätsverlust

        Hugo von Sinnen! Richtig geraten! Die vier in Eupen sehen immer mehr die Felle wegschwimmen, deswegen besorgt sich jeder eine Burg, für nach den nächsten Wahlen wenigstens gesichert zu sein, so zusagen als Abschiedsprämie!

  8. besserwisser

    Jetzt hat man zusätzlich von Worriken, eine Zugverbindung nach Stolberg von Eupen aus in Planung,. Das nächste Millionenspektakel was nichts bringen wird.
    die investitionen vom Ravel werden weg geschmissen und man macht wieder Gleise , so etwas von unüberlegt…… , diejenigen die das planen gehören hinter Gittern.Man wirft mit Geld um sich was einem nicht gehört, Was kostet die Welt

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