In den vergangenen Tagen hat die Risk Management Group (RMG) Gesundheit, in der Experten verschiedener Behörden vertreten sind, auf Anfrage der Gesundheitsminister eine erste Bewertung der außergewöhnlichen Hitzewelle im Juni und Juli 2026 vorgenommen.
Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Belgien mit schweren Hitzewellen konfrontiert wird. „Gute Politik überprüft sich selbst und analysiert, wo Verbesserungen möglich sind“, heißt es in einer Pressemitteilung von DG-Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg.
Die belgischen Gesundheitsminister nahmen am Mittwoch im Rahmen einer auβerordentlichen Interministeriellen Konferenz Volksgesundheit zunächst die Empfehlungen der interföderalen Risk Management Group (RMG) sowie die von Sciensano bereitgestellten Zahlen zur Übersterblichkeit während der Hitzewelle zur Kenntnis. Sciensano wird eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlichen. Die Empfehlungen der RMG werden auf der Internetseite der RMG veröffentlicht.

26.07.2018, Baden-Württemberg, Ravensburg: Eine Frau sitzt mit einem Schirm in der Hand in ihrem Garten auf einer Bank. Foto: Felix Kästle/dpa
Die Zahlen belegen eine äuβerst signifikante Übersterblichkeit in allen Zielgruppen, auch bei den unter 65-Jährigen. Betroffen waren sowohl die Bewohner in den WPZS als auch Personen, die zu Hause wohnen. Die Gesundheitsminister haben festgestellt, dass die verschiedenen Phasen des
Hitzeschutzplans im Bereich der öffentlichen Gesundheit (Aufmerksamkeitsphase, Warnphase und Alarmphase) auf Grundlage der festgelegten Parameter (Temperatur, Ozon) korrekt aktiviert wurden.
In den ersten beiden Phasen lag der Schwerpunkt auf Sensibilisierung und Prävention. In der Alarmphase erfolgten die tägliche Überwachung der Belastung der Notrufnummern 112 und 1733, der Notaufnahmen und Krankenhäuser sowie – sofern erforderlich – der Ausbau der Versorgungskapazitäten, die Aktivierung lokaler Hitzeschutzpläne in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, eine angemessene Risikobewertung von Veranstaltungen sowie die Umsetzung präventiver Maßnahmen wie die Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser, Schattenbereichen und medizinischer Unterstützung. Darüber hinaus wurde die Kommunikation über Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung intensiviert und gezielt ausgerichtet.
Bei schwerwiegenden sektorübergreifenden Auswirkungen übernimmt das Nationale Krisenzentrum die föderale Koordinierung und kann im Rahmen des nationalen Notfall- und Interventionsplans eine föderale Krisenphase ausrufen. Dies war während der vergangenen Hitzewelle jedoch nicht der Fall.
Die Interministerielle Konferenz unterstützt die vom RMG vorgeschlagenen prioritären Maßnahmen, die zusätzlich zu den bereits getroffenen Maßnahmen unverzüglich umgesetzt werden sollen.
1. Das Nationale Krisenzentrum wird beauftragt, in Abstimmung mit allen betroffenen Sektoren eine detailliertere sektorübergreifende Bewertung durchzuführen.
2. Der Fokus soll stärker auf dem Erreichen besonders gefährdeter Personen liegen, insbesondere älterer Menschen, die allein leben. Bereits heute gibt es erfolgreiche Initiativen, bei denen Kommunalverwaltungen, Krankenkassen oder soziale Organisationen Kontakt aufnehmen und nachfragen, ob vulnerable Personen Hilfe benötigen. Diese Initiativen sollen ausgeweitet und besser koordiniert werden.
3. Die Kontinuität und Qualität der Gesundheitsversorgung müssen gewährleistet bleiben. Wo erforderlich, sind die Kapazitäten auszubauen. Während der vergangenen Hitzewelle zeigte sich insbesondere, dass die Notrufzentralen aufgrund eines sprunghaften Anstiegs der Anrufzahlen bei gleichzeitig nicht entsprechend angepasster Personalbesetzung hierzu nicht in der Lage waren. Die Kapazitäten der Notrufzentralen müssen künftig vorhersehbare Anstiege des Anrufaufkommens berücksichtigen. Darüber hinaus führt der föderale Gesundheitsminister Gespräche mit den Hausärztinnen und Hausärzten, um zu prüfen, wie die Notrufnummer 1733 vorübergehend an die hausärztlichen Bereitschaftsdienste weitergeleitet werden kann, damit die Notrufnummer 112 in Spitzenzeiten entlastet wird.

Ältere Menschen, Kinder und andere Personen, die empfindlich auf Luftverschmutzung reagieren, sollten im Fall von hohen Ozonwerten zwischen 12.00 und 22.00 Uhr auf starke körperliche Anstrengungen verzichten. Foto: OD
4. Wo möglich sollen klimatisierte Räumlichkeiten öffentlicher oder anderer Einrichtungen für gefährdete Bevölkerungsgruppen geöffnet werden und Trinkwasser bereitgestellt werden.
5. Auch für kleinere Veranstaltungen muss eine ausreichend belastbare Risikoanalyse entwickelt werden. Dabei ist insbesondere auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser, Schattenbereichen sowie auf ausreichende Kapazitäten der Einsatz- und Rettungsdienste vor Ort zu achten.
Die Interministerielle Konferenz ersucht die RMG, die Umsetzung der kurzfristigen Maßnahmen fortzusetzen, um auf die nächste Hitzewelle vorbereitet zu sein, bei der die Alarmphase durch die RMG aktiviert wird. Für die kommenden Tage werden erneut steigende Temperaturen erwartet. Derzeit deutet jedoch nichts darauf hin, dass die Alarmphase ausgelöst werden muss. Dennoch bleibt in den kommenden Wochen erhöhte Wachsamkeit geboten. Darüber hinaus beauftragt die Interministerielle Konferenz die RMG, auf Grundlage der WHO-Leitlinie „Heat-Health Action Plans 2026“ einen konkreten Entwurf für einen weiter ausgearbeiteten und detaillierteren Hitzeschutzplan vorzulegen. Dabei sind
