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Minister Freches: „Wir werden nicht zulassen, dass der Brand eine ganze Tourismussaison mit sich reißt“

Valérie Lescrenier (2.v.l) und Gregor Freches (2.v.r), für den Tourismus zuständige Minister der Wallonischen Region und der DG, im Gespräch mit Einsatzkräften. Foto: Kabinett Freches

Das Hohe Venn gehört zu den wichtigsten Tourismusregionen der Wallonie und der DG. Es zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Region und Gemeinschaft wollen deswegen alles tun, um zu verhindern, dass der Großbrand wirtschaftliche Folgen für den gesamten Tourismussektor in Ostbelgien nach sich zieht.

Am Montag haben sich die für Tourismus zuständigen Minister der Wallonie und der DG, Valérie Lescrenier und Gregor Freches, vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und gemeinsam mit den betroffenen Tourismusbetrieben und den Einsatzkräften beraten.

Am Wochenende mussten 54 Beherbergungsbetriebe evakuiert werden. Weitere Betriebe wurden durch den Brand unmittelbar in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt. In der Wallonie und in der DG betrafen die Evakuierungen einen Teil der Unterkünfte in den Gemeinden Weismes und Bütgenbach.

Valérie Lescrenier und Gregor Freches im Gespräch. Foto: Kabinett Freches

„Derzeit wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt, um genau zu ermitteln, welche Betriebe betroffen sind, wie viele Gäste Auswirkungen zu spüren bekommen haben, welche Folgen es für Buchungen gibt und mit welchen Schwierigkeiten die Anbieter aktuell konfrontiert sind“, heißt es in einer Pressemitteilung von Minister Freches. Neben der Unterstützung der direkt betroffenen Unterkunftsbetriebe gehe es darum, zusätzliche wirtschaftliche Belastungen für den gesamten Tourismussektor zu verhindern. Denn auch in Gebieten, die weiterhin uneingeschränkt zugänglich sind, komme es bereits zu Stornierungen oder einem Rückgang der Nachfrage. So seien beispielsweise Stornierungen bis nach La Roche-en-Ardenne gemeldet worden – rund 60 Kilometer vom Brandgebiet entfernt.

Um schnell und effizient reagieren zu können, koordiniert “Tourisme Wallonie” die Sammlung der Informationen gemeinsam mit den Berufsverbänden und privaten Akteuren im Rahmen einer Konzertierungsrunde des Tourismussektors. „Ziel ist es, rasch ein gemeinsames und möglichst genaues Bild der Lage und der Bedürfnisse vor Ort zu erhalten“, heißt es.

Die Informationen werden auf der Internetseite von VISITWallonia gebündelt. Damit steht Besuchern sowie den Tourismusbetrieben eine zentrale Anlaufstelle zur Verfügung. Dort werden aktuelle Informationen zur Lage, zu den betroffenen Gebieten und zu Aufenthaltsmöglichkeiten außerhalb dieser Zonen veröffentlicht.

Auch die Tourismusagentur Ostbelgien wird diese Informationen weitergeben. Beide Einrichtungen stimmen ihre Kommunikation miteinander ab, damit Besucher und Betriebe unabhängig von ihrer Anlaufstelle kohärente und aktuelle Informationen erhalten. Telefonisch können sich Besucher unter 081/84.41.00 informieren und beraten lassen.

17.08.2026, Nordrhein-Westfalen, Monschau: Ein Feuerwehrmann zeigt auf einem Tablet das Einsatzgebiet. Weite Teile des Hohen Venns sind von den Flammen betroffen. Foto: Thomas Banneyer/dpa

„Unsere erste Priorität bleibt selbstverständlich die außergewöhnliche Arbeit der Rettungs- und Einsatzkräfte. Hunderte Menschen sind im Einsatz. Unterstützung kommt auch von jenseits unserer Grenzen. Hinzu kommen sehr viele Landwirte und viele weitere Helferinnen und Helfer, die vor Ort mit anpacken. Ihnen allen gilt unsere Anerkennung.“

„Für den Tourismussektor müssen wir jetzt an zwei Stellen gleichzeitig handeln: Wir stehen an der Seite der unmittelbar Betroffenen und müssen zugleich verhindern, dass eine räumlich begrenzte Situation wirtschaftliche Folgen für eine ganze Destination hat“, so Freches. „Das Hohe Venn bleibt eine bedeutende Tourismusregion. Ein Teil des touristischen Angebots in Ostbelgien ist weiterhin zugänglich, ebenso wie das touristische Angebot in der Wallonie insgesamt. Wir wollen auf beiden Seiten klare, abgestimmte und einheitliche Informationen für Betriebe und Besucher bereitstellen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort nicht beeinträchtigt wird. In einer solchen Situation dürfen Verwaltungsgrenzen keine zusätzliche Komplexität schaffen“, betonten Valérie Lescrenier und Gregor Freches. Da sich die Lage schnell entwickele, müssten Gäste einfach erkennen können, welche Gebiete betroffen sind, was weiterhin zugänglich ist und welche Alternativen zur Verfügung stehen.

Befürchtet wird offenbar ein Dominoeffekt, der den gesamten Tourismussektor in Ostbelgien in Mitleidenschaft zieht. Freches: „Mehrere Betreiber haben sich bereits an die zuständigen Kabinette und Verwaltungen gewandt und von Stornierungen in Betrieben berichtet, die sich in sicheren und vom Brand nicht betroffenen Gebieten befinden. Präzise Informationen sind deshalb entscheidend, damit sich die wirtschaftlichen Folgen des Brandes nicht auf Betriebe ausweiten, die ihre Gäste weiterhin normal empfangen können.“

18.08.2026, Belgien, Weismes: Rauchschwaden ziehen in der Nähe des Ortsteils Sourbrodt über das Hohe Venn. Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn dauert der Kampf gegen die Flächenbrände an. Foto: Oliver Berg/dpa

Für Tourismusbetriebe steht ab sofort unter 081/32.56.11 eine zentrale Telefonnummer zur Verfügung. Dort erhalten sie erste Antworten und werden an die jeweils zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet. Auf einer eigenen Informationsseite werden schrittweise wichtige Hinweise gebündelt, unter anderem zu Versicherungsfragen, Buchungen, Stornierungen sowie zu den Folgen möglicher Schließungen oder Evakuierungen.

Direkt betroffene Eigentümer werden zunächst gebeten, sich mit ihrer Versicherung in Verbindung zu setzen, ihre Situation zu melden und die notwendigen weiteren Schritte abzuklären.Parallel dazu laufen rechtliche Prüfungen, unter anderem zu möglichen Einnahmeausfällen, Entschädigungsmechanismen, einer möglichen Anerkennung als Naturkatastrophe sowie zu eventuell notwendigen regulatorischen Anpassungen. Die Informationen aus dem Tourismussektor sollen helfen, den tatsächlichen Bedarf zu erfassen und gegebenenfalls Empfehlungen für die wallonische Regierung und die Regierung der DG vorzubereiten.

Am Montagnachmittag besuchten Lescrenier und Freches gemeinsam Beherbergungsbetriebe und weitere Tourismusanbieter, die unmittelbar von den Evakuierungen betroffen waren.Darüber hinaus trafen sie mit dem Krisenstab zusammen, um den Einsatzkräften ihre Unterstützung auszusprechen, deren Empfehlungen aufzunehmen und die bereits eingeleiteten Maßnahmen mit der Situation vor Ort abzugleichen.

„Wir werden nicht zulassen, dass der Brand eine ganze Tourismussaison mit sich reißt. Während die Einsatzkräfte vor Ort das Gebiet schützen, müssen wir Arbeitsplätze, Betriebe und wirtschaftliche Aktivität schützen. Das Hohe Venn bleibt eine bedeutende Tourismusregion. Wir setzen alles daran, die betroffenen Betriebe zu unterstützen und gleichzeitig den Gästen verlässliche Orientierung zu geben“, erklärten die beiden Minister abschließend. (cre)

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