Politik

Flanderns Regierungschef „neidisch auf die Katalanen“ – Paasch auch?

Die beiden Ministerpräsidenten Geert Bourgeois (links) und Oliver Paasch im Mai 2015. Foto: Serge Heinen

Nach dem Referendum über die Loslösung der Region Katalonien von Spanien hat der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois keinen Hehl aus seiner Sympathie für das Volk der Katalanen gemacht.

Das ist so verwunderlich nicht, denn Bourgeois gehört der flämischen N-VA an, die von Kritikern oft als Partei von Separatisten gescholten wird.

Bourgeois formuliert die Zielsetzung seiner Partei so: „Die N-VA ist für das Selbstbestimmungsrecht, doch bis dahin ist noch ein langer Weg zurückzulegen.“

Eine Kundgebung für die Unabhängigkeit Kataloniens am 11. September 2017, dem katalanischen Feiertag. Foto: Shutterstock

„Vorsichtige Sympathie“ empfinde Bourgeois für die Katalanen, schrieb das VRT-Portal flanderninfo.be und titelte „Bourgeois: Bin neidisch auf die Katalanen“. Bourgeois imponiere u.a., wie breit der katalanische Nationalismus und das Streben nach Autonomie dort getragen würden, hieß es.

„Die Sportwelt, Fußballclub Barça, die kulturelle Welt, die Gewerkschaften… Alle stehen dahinter und überall hängt die katalanische Flagge“, wurde Flanderns MP zitiert. Diesen Stolz auf die eigene Identität fehle ihm in Flandern: „Ich sage schon lange, dass die Flamen etwas stolzer auf ihre eigene Identität sein könnten.“

Flandern ist nicht Katalonien

Ein ähnliches Referendum in Flandern wie das von Sonntag in Katalonien ist indes für den Ministerpräsidenten undenkbar. In Flandern würde es nicht so einen Sturmlauf auf die Wahllokale geben wie am Sonntag in Katalonien: „Wir operieren in einem völlig anderen Kontext.“

Menschen singen katalanische Lieder, während sie darauf warten, am 01.10.2017 in der Escola de Treball Schule in Barcelona ihre Stimme beim Referendum abzugeben. Foto: Nicolas Carvalho Ochoa/dpa

„Wir müssen sehen, wie sich die Situation entwickelt. Die N-VA ist für das Selbstbestimmungsrecht, doch bis dahin ist noch ein langer Weg zurückzulegen“, so Bourgeois. Zudem sitze die N-VA auch auf föderaler Ebene mit in der Regierung, hat also hier auch Regierungsverantwortung zu tragen.

MP Bourgeois wiederholte auch am Dienstagmorgen  in der VRT-Sendung „De ochtend“ seinen Aufruf an Spanier und Katalanen, den Dialog wieder aufzunehmen. Doch seiner Ansicht nach hat Madrid noch nicht wirklich klar und deutlich zu verstehen gegeben hat, einen Dialog auch wirklich zu wollen.

Der flämische Regierungschef zeigte sich erbost über die Gewalt der spanischen Polizei gegenüber katalanischen Wählern. Bourgeois bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die Europäische Union diese Gewalt bis jetzt noch nicht klar und deutlich verurteilt habe.

Interessant wäre zu wissen, ob in Ostbelgien auch führende Politiker wie Oliver Paasch (ProDG) als Ministerpräsident der DG und Senator Karl-Heinz Lambertz (SP) als Vorsitzender des Ausschusses der Regionen, zu denen auch Katalonien gehört, wie Bourgeois „neidisch auf die Katalanen“ sind… (cre/flanderninfo.be)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Wozu? Wir, die DG, wird doch bestens aus Brüssel versorgt. Ministerien mit reichlich Angestellten im Staatsdienst, reichlich Fördermittel. Was will man mehr.
    Nur so wurde aus einer pro deutschen Bevölkerung eine pro belgische. Wenn man den Katalanen von Anfang an mehr Geld und Posten besorgt hätte, wären diese jetzt nicht so anti spanisch. Gilt übrigens auch für Flandern. Wenn man dort einen Teil der MwSt behalten dürfte oder weniger Transferleistungen an Restbelgien machen müsste, wäre die NVA und der flämische Seperatismus schnell am Ende.

  2. Alemannia4ever

    Wenn nur 20 Prozent der Wahlberechtigten Ihre Stimme abgeben, dann kann man wohl kaum davon reden, dass die Mehrheit der Katalanen die Abspaltung will. Die sollten sich mal solidarisch zeigen und nicht glauben, dass Geld alles ist.

    • Und wie vielen wurde der Zugang zum Wahllokal von der Polzei verweigert, wieviele Wahlurnen wurden durch die Polizei beschlagnahmt und wieviel Wähler wurden buchstäblich von der Polizei aus den Wahllokalen geworfen?

  3. Flanderns Regierungschef „neidisch auf die Katalanen“

    Echt?

    Was hindert ihn daran, so zu verfahren wie die katalanische Regierung? Dass die Flamen noch nicht den Sinn für die Realität verloren haben?

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Warum sollte man neidisch sein auf die Katalanen ? Auf Menschen, die sich aufhetzen lassen von realitätsfernen Polititabenteuern, die sich nicht bewusst sind was sie tun.

    Ich käme nicht auf die Idee für eine abstruse Unabhängigkeit zu demonstrieren und Leib und Leben für einen Haufen Politclowns zu riskieren. Da sieht man, dass der Mensch ein Herdenvieh ist, der selber nicht überlegt und anderen nachlaeuft.

        • Andlerberg

          Weil ich die Gebrüder Scholzen kenne und sie mich, weiß ich, dass uns glücklicherweise ganz viel unterscheidet. Und wenn ich ihre „fundierten“ Kommentare links und rechts lese, dann lache ich sie heimlich aus. DAS unterscheidet uns!

          • marcel scholzen eimerscheid

            Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Lachen. Wenn es solche Leute wie Sie nicht geben würde, wäre Ostbelgiendirekt nur halb so schön. Die zentrale Frage lautet aber auch : wer lacht über wen ? Vielleicht gibt es ja welche die auch über Sie lachen.

    • Merowinger

      Sowohl Katalonien wie auch Flandern sind die Boom Regionen eines Staates mit dem Sie sich nur wenig identifizieren. Sowohl Belgien wie Spanien stellen im Grunde genommen ein nicht ganz natürliches Gebilde dar. Beide Staaten bestehen aus absolut unterschiedlichen Landesteilen, die nie etwas Gemeinsames hatten weder Sprache noch Kultur noch Wirtschaft.

      Das Baskenland und Katalonien sind die „pays rédimés“ der Spanier. Sie waren sehr lange Zeit Bürger 2. Klasse im kastilisch dominierten Spanien. Während der Franco Zeit waren sogar ihre Sprachen verboten. Beide Volksgruppen sind keine Spanier ebenso wie wir Ostbelgier keine deutschsprachigen Wallonen sind.
      Ob die Katalanen nur Politclowns nachlaufen bezweifle ich, es ist eher der angestaute Hass eines ganzen Volkes auf die Zentralregierung in Madrid mit der sie sich nicht identifizieren und die große Ablehnung gegenüber eines Königshauses aus der Bourbonen-Familie dass die Katalanen niemals akzeptieren werden. Unser Philippe ist im Gegensatz zu Felipe VI eher etwas dass die Bürger des Landes verbindet und nicht trennt.

      • marcel scholzen eimerscheid

        Sie haben Recht, wenn Sie schreiben „Boom Regionen“. Nur ob aus „Boom Regionen“ auch „Boom Staaten“ werden, ist gar nicht so sicher. Vielen Staaten ging es nach der Unabhängigkeit schlechter als vorher. Da braucht man nur nach Afrika zu schauen. Vielen ging es während der Kolonialherrschaft besser als nach der Unabhängigkeit. Ist einfach eine Feststellung. Schauen Sie sich bitte den Kongo, Süd Sudan, Simbabwe, etc. an.

        Spanien könnte die Unabhängigkeit akzeptieren und dabei am meisten profitieren, indem es von Katalonien verlangt, einen Großteil der Schulden zu übernehmen, sagen wir 30 Prozent und noch andere Verpflichtungen. Könnte sich auf Kosten von Katalonien entschulden und so wirtschaftlich gut dastehen. Und ob Katalonien die Sache verdaut ist anzuzweifeln. Die Kreditwürdigkeit von Katalonien ist jetzt schon sehr niedrig, das sieht man daran, dass die EZB keine katalanischen Anleihen kauft im Rahmen ihres monatlichen Kaufprogramms. Und nach einer Unabhängigkeit müsste sich der neue Staat mal das Vertrauen der internationalen Investoren mal erarbeiten und das dauert Jahre und Jahrzehnte.

        Und Spanien könnte zur Bedingung auch machen, dass Katalonien auch nicht direkt EU-Mitglied wird, sondern erst mal nur am gemeinsamen Binnenmarkt teilnimmt und so auch nicht in den Genuss von Fördermitteln kommt und anderer Vorteile einer EU-Mitgliedschaft. Die ganze Sache ist nicht so einfach wie sie aussieht. Sondern sehr kompliziert und will gut überlegt und geplant sein.

  5. Spanien, Frankreich, England und Russland , sowie andere große Länder, sind erst groß geworden nachdem sie kleinere Gebiete und Volksgruppen mit Gewalt unterjocht haben.
    Sie glauben noch immer, dass dies ihr Recht gewesen sei. Sie sind dann verwundert, dass zum Teil nach langer Unterdrückung , so manche Volksgruppe aufbegehrt.

  6. Dorfbewohner

    Im Fall von Flandern, Katalonien und Nord-Italien geht es doch in erster Linie ums Geld. Der „reiche“ Norden bzw. Nordosten will nicht länger sein hart erarbeitetes Geld an den „faulen“ Süden abliefern.

    Nun ja, das ist ja letztlich auch das Motiv für den Brexit gewesen. Das Volk wurde damit geködert, dass es weniger Geld an Brüssel abführen müsse und mehr in der eigenen Tasche behalten könne.

    Was mit einer Strategie der Gier und der (scheinbaren) nationalen Stärke am Ende raus kommt, wird man erst in einigen Jahrzehnten wirklich beurteilen können. Klar ist aber, dass die Dinge nicht so einfach und eindeutig sind, wie sie für solche Referenden dargestellt werden.

    Um so klarer ist auch, dass wir alle ein starkes europäischen Dach benötigen. Unter diesem Dach mag der Katalane nun einen spanischen oder von mir aus einen katalanischen Pass besitzen, wenn ihm die Farbe besser gefällt.

    Die kleinen Völker Europas, die Flamen ebenso wie die Katalanen, würden zur bedeutungslosen Randerscheinung der Weltwirtschaft, zum Spielball der großen Weltmächte, wenn es die EU nicht gäbe.

  7. Natürlich benötigen wir alle ein gemeinsames Dach, aber unter anderen Umständen als bisher. Vielleicht sollten unsere europäischen Politiker mal ihre Vorgehensweise überdenken. So wie es jetzt läuft fahren wir in Europa gegen die Wand. Katalonien erklärt die Unabhängigkeit, das Baskenland wird wohl auch wieder darüber nachdenken. Wer kommt dann? Die Flamen, die Ostbelgier, Norditalien, Südtirol, Bayern… Leider hören viele Politiker nicht mehr auf das Volk.

    • Ach was, die Ostbelgier würden sowas nie machen; das sind ganz liebe, die haben sogar, dank Jüppke Maraite, ihren Tag der Deutschen Gemeinschaft auf den Tag der Dynastie gelegt, die Guten.

      • @gruene richtig bemerkt, im Leben nicht. Bestens versorgt und alles ist in Butter. Da werden aus deutschen gern vorzeige Belgier.
        Sollte der Regierung in Madrid oder anderswo mal so zu denken geben. So würden aus widerspenstigen Katalanen auch treue Spanier.

    • Leider hören viele Politiker nicht mehr auf das Volk.

      @ Atheist

      Man kann es auch umgekehrt sehen. Leider hört zuviel Volk auf gewisse (oder auch gewissenlose) Politiker. Das trifft aber nicht nur für die Katalanen zu in Zeiten der Internetpropaganda ist das ein Problem das alle angeht.

      • Réalité

        Nun, lieber Edi, Ihre Bergpredigten!?_? Wenn die was genutzt hätten, bis heute!?_ Gewissenlose Politiker, der laufen sehr viele durch die Gegend, sogar, und besonders hier im Lande!?_? Haben es über viele viele Jahre zur Genüge gesehen und gespürt. Jedoch was nützt das!?_? Abschaffen, ist dadie einzige Lösung! Die Schlupflöcher, alle die so überflüssig und zuviel sind!
        Sie sollten mal Ihre Predigte an die richtigen Adressaten richten!
        Sich der Allgemeinheit anpassen, reduzieren und realistisch denken!
        Sowie AXA, und andere Banken z Zeit!
        Die reduzieren und entlassen auch. Warum? Weil zuviele Leute da sind!
        Wann endlich passiert das mal bei der Politik!?_?
        Und Sie wollen immer noch mehr an Parteien haben!?_?
        All dies hiervor, dass sind die Wurzeln der/des Übels!
        Nur Sie, und die Betroffenen, die verteidigen die Nistplätze.
        Und wir müssen sie bezahlen.

        • @ Réalité

          Sobald Sie in der Lage sind über das „Abschaffen“ hinaus zu denken dürfen Sie mich gerne wieder ansprechen. Von Politik haben Sie genauso wenig Ahnung wie von Wirtschaft. Wenn ich aber lese was Sie für einen geistigen Dunnschiss verbreiten beschleicht mich das Gefühl Sie alleine tragen Belgiens Kostenlast auf Ihren schmalen Schultern.

          • Réalité

            Nochmals, lieber Edi!
            Auch wenn Sie der „Oberschlauberger der Nation“ sind, und der typische Politikersläng genau so geht wie der Ihre. Allerdings sind Ihre groben Worte noch zu sachte, von wegen „Dünnschiss“, jetzt wird das langsam: Träge und stinkende Kacke, was die und da alle vorschei…., und ins Nest legen!?_?
            Sie streiten mir die Ahnung zur Politik und Wirtschaft ab!?_
            Welche Ahnung haben Sie denn!?_
            Da sind wir aber allemal sehr gespannt!?_
            Die allermeisten und vernünftigen Belgier wissen, und spüren und sehen es Tagtäglich, dass Übermass an unfähigen und uneinsichtigen Politikern, welche wir ausserdem fett und saftig ernähren und durchfüttern müssen.
            Die Vielzahl an geschaffenen, und wohlbedachten Regierungen, Parlamente, und Instanzen im Lande, zeugen geradezu von Posten und Pöstchen im Überfluss, welche nur und einzig den Erfindern derselben nützen und dienen!
            Und das zu allermeist nicht nur Einmal sondern gleich und mehr als zehnmal bei sehr viele!?
            Was das dem Lande bis jetzt nutzte, dass sollten Sie Oberschlauer am besten wissen!?_
            Nur EINSEHEN wollen Sie es nicht!?_
            Gut verständlich, aber konträr zum Eid eines seriösen Politikers!
            Nämlich: dem Volke dienen….und nicht das Volk ausnützen
            Und weiter „Ansprechen“, dass lasse ich mir ganz sicher nicht von Ihnen verbieten!

            • @ Réalité
              Lieber Réalité, haben Sie schon mal daran gedacht, dass eigentlich hier in der DG und auch im Rest des Landes viel zu viele politische Posten und Nebenposten existieren. Wenn man da mal aufräumen könnte, wäre unser Land vielleicht nicht mehr so verschuldet. Lassen Sie sich das doch ruhig mal durch den Kopf gehen.

  8. Ostbelgien Unabhängig… 70 000 Leute ! Hey geht’s noch hier ????? Und wieso denn überhaupt? Nur weil eine Minderheit in Belgien Deutsch spricht ? Ist doch sowas von lächerlich ! Die Flamen werden UNSER Land kaputt machen, nur weil diese sch… Politiker das so wollen, obwohl das BELGISCHE VOLK es nicht so will !!!!!! So traurig !

  9. Aha, der Herr „Bourgeois“ (Der muss seinen Familiennamen eigentlich hassen) ist „neidisch“ auf die Katalanen.

    Wieso handelt er dann nicht?
    Nehmen wir einfach mal an:

    – In der kommenden Woche setzt die flämische Regierung ein Referendums- und Abspaltungsgesetz nachkatalanischem Vorbild auf die Tagesordnung und peitscht es mit den Stimmen von N-VA, Vlaams Belang und Dissidenten von CD&V und Open VLD durch.

    – Am 1.12.201 findet in Flandern eine Volksabstimmung statt. Die föderale Regierung protestiert zwar, aber nur pro forma, sitzen doch die Politiker der N-VA in allen wichtigen Ministerien, und Innenminister Jambon weist die flämischen Ordnungskräfte an, passiv zu bleiben. Die Bürgermeister – von einigen Ausnahmen abgesehen – organisieren das Referendum. TAK und VMO veranstalten Kundgebungen, die zumal in den Brüsseler Randgemeinden, zu Tumulten führen. Die Polizei knüppelt dort die frankophonen Gegendemonstranten nieder.

    – Das Referendum endet so: Wahlbeteiligung: 80 %, Pro-Unabhängigkeit: 51.2% (nur mal so angenommen). Die paar Brüsseler Flamen hat niemand gefragt.

    – Am 1.1.2018 erklärt MP „Burger“ die Unabhängigkeit Flanderns, De Wever wird erster Staatspräsident.

    – Am 2.1.2018 stellt man erstaunt fest, dass die eigene Hauptstadt sich nun im Ausland befindet. Antwerpen und Gent streiten erbittert um die Nachfolge. Antwerpen gewinnt. In den kommenden Tagen und Wochen beginnt der Exodus aus Brüssel in hastig errichtete Notquartiere am Antwerpener Hafen.

    – Die Demokratische Republik Flandern wird von Spanien, Frankreich, Nauru und Monaco anerkannt, China und Russland folgen. Deutschland zögert noch, fürchtet man doch ein ähnliches Szenario in Bayern, besonders jetzt nach der Wahlniederlage der CSU.

    – Die RDF klopft an die Türe der EU und verlangt, als Nachfolgerin des belgischen Staates anerkannt zu werden, schließlich repräsentiere man ja die Mehrheit des vormals belgischen Volkes. Überraschung: Juncker bedeutet den Flamen, durch ihre Sezession habe sie sich aus der EU katapultiert und sie müsse sich in die Reihe hinter der Türkei, Schottland, und Katalonien anstellen. Allerdings wird das Problem unter Juristen heiß diskutiert: Den Fall, dass eine Mehrheit sich von der Minderheit abspaltet, hat es noch nie gegeben. Schließlich einigt sich die EU doch darauf, „Belgien“ mit Brüssel, der Hauptstadt der EU, in der Union zu belassen. Flandern ist draußen.

    – Flandern stellt nun erstaunt fest, dass alle umliegenden Staaten Zollschranken errichten. Rotter- und Amsterdam reiben sich die Hände, ist doch der Konkurrent Antwerpen isoliert, wie in den Zeiten der Scheldeblockade.

    – Die Region Brüssel verabschiedet ein Gesetz, wonach Arbeitseinkünfte dort besteuert werden, wo sie anfallen. Die wohlhabenden Flamen, die in Scharen in Brüssel arbeiten, aber im Umland wohnen, sind äußerst unzufrieden. Brüssel hat allerdings auch ein Problem: Es ist eine Enklave in Flandern. Neue Forderungen nach einem „Korridor“ werden laut.

    – Und die Wallonie? Dort mehren sich die Stimmen, die einen „Anschluss“ an Frankreich fordern, während besonders die Politiker empört ablehnen, man wolle, nachdem man das flämische Joch los sei, nun aber nicht die hochnäsigen Pariser ertragen müssen.

    – Und die DG? „Heim ins…“ fordern einige, „Unabhängigkeit“ die anderen, „Los von Eupen“ die Südostbelgier. Karlheinz Lambertz eilt von einer Tagung des Rates der… nach Eupen und spricht auf dem Werthplatz. Er verspricht „blühende Landschaften“. Unter allgemeinem Jubel wird das unabhängige Fürstentum „Deutschostbelgien“ ausgerufen und sogleich ein Bierdeckelwettbewerb gestartet, um einen neuen Namen zu finden.

    Realistisch oder nicht? Jeder mag selber entscheiden.

    • Réalité

      „Ganz, aber auch ganz leicht“ übertrieben, noch gelinde gesagt, Herr Zaungast!?_?_
      Man sollte hier nicht anfangen noch mehr „zu spinnen“!?_? Hier wird schon mehr als nötig „gesponnen“!?_
      Lassen Sie Ihre Gedankenspiele für sich behalten!?_?
      Das hiervor, dass glaubt Ihnen hier sowieso keiner, nicht mal der Edi!?_
      Daher: Füsse auf dem Boden lassen.
      Ist ja schon fast so realistisch, als wenn Eupen die Hauptstadt Europas würde….?_?

      • Natürlich ist das völlig unrealistisch.
        Und dennoch sagt Bourgeois, er sei „neidisch“ zu sein. Warum denn wohl?

        Erklärung: „Bourgeois imponiere u.a., wie breit der katalanische Nationalismus und das Streben nach Autonomie dort getragen würden.

        Ja, diese dummen Flamen…

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