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WHO: Erwachsene brauchen mindestens 21 Minuten Bewegung pro Tag, Kinder und Jugendliche 60 Minuten

Ein Junge bekommt von seinem Großvater das Fahrradfahren beigebracht. Foto: Shutterstock

Über 25 Prozent der Erwachsenen und rund 80 Prozent der Jugendlichen bewegen sich nach Angaben der WHO nicht genug. Auch in Zeiten von Corona-Lockdowns sei sportliche Betätigung wichtig, schreibt die WHO in ihren neuen Richtlinien zu körperlichen Aktivitäten.

„Jede Bewegung zählt“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Wir müssen uns alle jeden Tag bewegen, auf sichere und kreative Weise.“

Für Erwachsene empfiehlt die WHO jede Woche mindestens zweieinhalb bis fünf Stunden Bewegung. Das sind rechnerisch im Schnitt mindestens 21 Minuten pro Tag. Das gelte auch für über 65-Jährige und Menschen, die mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen leben. Einen zusätzlichen Gesundheitseffekt habe es für Erwachsene, an mindestens zwei Tagen in der Woche die Muskeln zu trainieren, schreibt die WHO.

Eine Radfahrerin in Brüssel. In der Hauptstadt wird das Fahrrad als Fortbewegungsmittel immer wichtiger. Foto: Shutterstock

Für Kinder und Jugendliche seien sogar 60 Minuten Bewegung täglich angebracht. Darunter sollten sie an drei Tagen pro Woche ein intensives Training absolvieren.

Menschen ab 65 sollten laut WHO möglichst an mindestens drei Tagen Gleichgewicht und Koordination trainieren und an mindestens zwei Tagen ihre Muskelkraft stärken, um Stürze zu vermeiden.

Nach Schätzungen der WHO könnten im Jahr weltweit fünf Millionen vorzeitige Todesfälle verhindert werden, wenn Menschen körperlich aktiver seien. Mangelnde Bewegung und die daraus resultierenden Krankheiten kosteten Gesundheitssysteme weltweit 54 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) im Jahr. Regelmäßige Bewegung trage dazu bei, Herzkrankheiten, Diabetes Typ II und Krebs vorzubeugen. Sie könne Symptome von Depression und Angst mildern, einen Abbau der geistigen Fähigkeiten verlangsamen und das Gedächtnis verbessern.

08.04.2020, Schweden, Nacka: In Nacka, einem Vorort von Stockholm, laufen und spazieren Menschen. Foto: Andres Kudacki/AP/dpa

Eine zeitgleich im Fachjournal „PLOS ONE“ veröffentlichte Studie zeigt, dass nicht einmal ein Fünftel aller Europäer auf den empfohlenen Trainingsumfang von zwei oder mehr Tagen pro Woche für den Muskelaufbau kommt.

Übungen wie Liegestütze, Kniebeugen, Gewichtstraining mit Hanteln oder an Geräten dienen dem Aufbau und Erhalt von Muskeln. Mehr und mehr Studien legen nahe, dass ein derartiges Krafttraining mindestens genauso wichtig für die Gesundheit ist wie etwa Laufen, Radfahren oder andere Arten des Ausdauertrainings. So wurden regelmäßige Muskelaufbau-Übungen unter anderem mit einem geringeren Risiko für Diabetes, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. (dpa)

13 Antworten auf “WHO: Erwachsene brauchen mindestens 21 Minuten Bewegung pro Tag, Kinder und Jugendliche 60 Minuten”

  1. Leonard Emfohlen

    Herr Dr Meyer, Scholzen Brothers, Gehard aus St Vith! Lest mal durch, was da empfohlen wird. Anstatt den ganzen Tag lang, die Nacht einbegriffen, befolgt mal dem Herrn Cremer seine Vorschläge hier.
    Wir sich sehr sicher, dass ihr alle danach einige längere Zeit in unserer Nähe bliebt.
    Lasst’s gut sein, andere Leute haben auch eine Meinung! Auch wenn ihr das nicht wahr nehmen wollt!?
    Ischt nun mal so, is ja bald Weihnachte!

  2. Ich bewege mich 2 bis 3 Stunden pro Tag durch spazieren und Radfahren. Tut gut und man ist in der Natur. Habe ich schon mein ganzes Leben so gemacht. Meine 90-jährige Mutter weiß hingegen nicht mal, wie man Sport schreibt. Und ihr geht es blendend. So oder so: Beides ist gut, solange es dem Einzelnen damit gut geht.

  3. Franz Laufen

    Sehr gute Recherche des WHO! Viele Beamten kennen diese Norm noch gar nicht. Ob es darin auch Quoten für Politiker gibt? Könnten Sie das mal nachforschen Herr Cremer? Ich dachte da an Senatoren und Provinz, sowie Regionale Leute. Vielleicht sollte Frau Huppertz mal diese Fragen an den Parlamentspräses richten, der wird sich das jetzt wohl merken ab jetzt, da er das telefonieren ja wohl oder übel abstellen musste.

    • Walter Keutgen

      Peter Müller, mein Beitrag war nur halbwegs zum Schmunzeln. Eine ganz seriöse Studie soll mal vorgebracht haben, dass Hausfrauen alten Stils ein beachtliches Pensum an körperlicher Arbeit leisten.

      • @Walter Keutgen: Meine Mutter hat natürlich eine Putzhilfe. Sie braucht sich mit 90 Jahren schon lange nicht mehr im Haushalt körperlich zu betätigen. Mein Schwiegervater ist übrigens schon 92 und bewegt sich seit Jahren nur noch, wenn es etwas zu essen gibt. Und wenn der kleine Urenkel kommt, wirft er ihm gekonnt den Ball zu. Mehr ist aber nicht mehr drin. Damit will ich nur sagen, dass dieser Fitness- und Wellnesswahn, wofür viele Leute sehr viel Geld ausgeben, meisten für die Katz ist. Wichtiger als mit Hanteln und Gewichten zu hantieren, ist es, sich gesund zu ernähren und sämtliche Suchtmittel zu meiden.

        • Walter Keutgen

          Logisch, sie haben geschrieben: „Meine 90-jährige Mutter weiß hingegen nicht mal, wie man Sport schreibt.“ Ich wollte anmerken, dass die Hausfrauen alter Generation auch, ohne Sport zu treiben, ein beachtliches Bewegungspensum hatten. Das Lied von Johanna von Koczian kennen Sie doch? Bei Arbeit außerhalb – Männer und ein Teil der Frauen – hängt es davon ab, ob es Büroarbeit ist oder andere.

          • @Walter Keutgen: Mein Vater hat bis zu seinem Tod mit 69 Jahren immer körperlich gearbeitet. Leider hat er sich nie gesund ernährt, hat geraucht und getrunken. Deshalb sollten die Menschen eher auf gesundes Essen achten statt sich im Fitnessstudio für teuer Geld zu quälen.

            • Förster

              Das eine schliesst das andere nicht aus. Ich sprach desletzt mit einem Fäller der war Mitte/Ende 70, topfit, und machte die Bäume ab, welche die Maschine nicht schaffte, dicke Fichten. Der Mann arbeitete und ernährte sich gesund, das ist ewar keine Garantie für ein langes Leben, schafft aber beste Voraussetzungen.
              Die meisten Menschen die in Klöstern leben werden alt, auch ohne Fitnesstrainer, ganz einfach weil sie ein regelmässiges und massvolles Leben leben, das kennt unsere Generation nicht.

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