Nachrichten

„Taskforce Geoblocking“: Erster Schritt für legale Übertragung der Bundesliga in Ostbelgien

Foto: Shutterstock

Im Oktober hatten der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont und DG-Ministerpräsident Oliver Paasch im Rahmen der von ihnen initiierten „Taskforce Geoblocking“, der mittlerweile auch Senator Freches angehört, mit Vertretern der „DFL Deutsche Fußball Liga“ darüber beraten, wie die Spiele der deutschen Fußball-Bundesliga in Zukunft auch in Ostbelgien legal und in deutscher Sprache verfügbar gemacht werden können. Diese Beratungen trugen nun sehr konkrete Folgen.

In dieser Woche hat die DFL die Ausschreibung zur Vergabe ihrer Verwertungsrechte an den Spielen der DFL-Wettbewerbe angekündigt, in deren Rahmen die Rechte zur Verwertung in Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol und erstmals auch in Ostbelgien für die vier Spielzeiten 2025/2026, 2026/2027, 2027/2028 und 2028/2029 vergeben werden (vgl. Mitteilung https://www.dfl.de/de/aktuelles/nationale-medienrechte-ausschreibung-dfl-startet-registrierungsphase/).

Hinweise wie dieser aus der ZDF-Mediathek sind für Ostbelgier sehr ärgerlich. Foto: Screenshot ZDF

„Bei unserem Austausch mit den Vertretern der DFL hatten wir Ende des vergangenen Jahres gefordert, dass für die deutschsprachigen Belgier eine Lösung gefunden werden muss, die es ermöglicht, ganz legal auf alle Fußball-Bundesliga-Spiele zugreifen zu können. Diese werden aktuell auf Sky oder DAZN in deutscher Sprache übertragen, in Ostbelgien ist ein legaler Zugriff aktuell aber leider noch nicht möglich. Wir sind daher sehr zufrieden, dass die DFL sehr konstruktiv auf unsere Forderungen eingegangen ist und Ostbelgien explizit in die Ausschreibung für die entsprechenden Verwertungsrechte mit aufgenommen hat. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, dass die Ostbelgier einen fairen und legalen Zugang zu diesem Angebot in ihrer Muttersprache erhalten. Diese Art der Ausschreibung könnte auch für andere audiovisuelle Angebote Modellcharakter haben, die derzeit in Ostbelgien noch durch Geoblocking unterbunden werden“, erklären Arimont und Paasch nach der offiziellen Bekanntgabe der DFL.

11.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Ein Kameramann filmt das Aufwärmen der Mannschaften im zuschauerfreien Stadion Borussia-Park. Das Spiel fand wegen des Coronavirus ohne Zuschauer als „Geisterspiel“ statt. Foto: Roland Weihrauch/dpa

„Uns schwebt eine ähnliche Lösung wie in Südtirol vor, wo die Bundesliga-Spiele heute bereits in deutscher Sprache legal und ohne Geoblocking über Sky einsehbar sind. Konkret sind aber neben der Ausschreibung der Rechte eine Reihe weiterer technischer Fragen zu klären, z.B. welche Gesellschaft die entsprechenden Vermarktungsrechte in Ostbelgien übernehmen sollte und wie die Rechteaufteilung mit den Rechteinhabern in Belgien konkret erfolgt. Hierzu stehen weitere Gespräche mit Eleven Sports und DAZN in den kommenden Wochen an“, so die ostbelgischen Politiker.

Die DFL zeichnet sich für die Vermarktung der Übertragungsrechte der deutschen Fußball-Bundesliga-Spiele verantwortlich. Alle am Erwerb der medialen Verwertungsrechte interessierten Unternehmen können sich ab sofort für die Teilnahme an der Ausschreibung bei der DFL GmbH registrieren. Die Vergabeentscheidung soll laut DFL im zweiten Quartal 2024 erfolgen.

16 Antworten auf “„Taskforce Geoblocking“: Erster Schritt für legale Übertragung der Bundesliga in Ostbelgien”

  1. 9102 ANOROC

    Hoffentlich denkt man auch an die Übertragungsrechte des Frauenfußballs .
    Vom Spiel selber habe ich ja keine Ahnung ;
    aber es sieht einfach attraktiver aus, wenn die Frauen hinter dem Stück Leder laufen und versuchen es in einem der beiden Zwinger am Spielfeldrand zu platzieren.-)

      • Peter Müller

        Genau das ist es Karl -Heinz. Wieder etwas, was uns nicht gefâllt. Ausser jammern und alle die einen anderen Pass besitzen sind schlecht. Wir bleiben eben Grenzbewohner die mit allem unzufrieden was uns nicht passt.

  2. Wow, statt sich zuerst mal darum zu kümmern, dass die Mediatheken der öffentlichen Sender ARD und ZDF mit ihrem breiten Bildungs- und Unterhaltungsangebot in Ostbelgien zugänglich sind, damit man nicht immer die Meldung „Aus rechtlichen Gründen ist dieser Beitrag nur in D /A / CH abrufbar“ o.ä. erhält, wird Klientelpolitik für die Fußballfans gemacht, die sich für die Bundesliga interessieren. Wahrscheinlich noch für die selben Leute, die vorher dazu illegale Wege nutzen, u. a. Politiker, usw. und damit aufgeflogen sind. „Brot und Spiele“ sind also wichtiger als Zugang zu Wissenschaft und Bildung auf Deutsch. Wahlkampfpopulistische Maßnahme für Dumme…

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern