Leute von heute

In Deutschland finden 43 Prozent der Bundesbürger den Wahlkampf „langweilig“ oder „äußerst langweilig“

17.09.2021, Bayern, Nürnberg: Markus Söder (2.v.r.r), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, begrüßt Armin Laschet (l), Unions-Kanzlerkandidaten, CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zum gemeinsamen Mittagessen vor einem Bratwurst-Restaurant. Beide aßen danach zusammen in dem Bratwurst-Restaurant Nürnberger Würstchen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Im Fernsehen, auf Plakaten – in Deutschland sind die Spitzenkandidaten der Parteien in diesen Tagen omnipräsent. Doch bei vielen Wählern kommt keine richtige Begeisterung für diesen politischen Wettbewerb auf.

Den laufenden Wahlkampf finden viele Wähler relativ langweilig. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bezeichneten nur vier Prozent der Wahlberechtigten den aktuellen Wahlkampf als „äußerst spannend“. 16 Prozent der Befragten beurteilten den Wettstreit der Parteien als „eher spannend“.

16.09.2021, Saarland, Fraulautern: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (2.v.r) kreuzt bei einer Veranstaltung IG Metall Völklingen in Fraulautern auf einem Banner ein „JA“ für den Erhalt der saarländischen Stahlindustrie an. Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD, 2.v.l.) applaudiert. Foto: Oliver Dietze/dpa

Und obgleich in Sachen Regierungskoalition zur Zeit noch alles offen scheint, finden insgesamt 43 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage den Wahlkampf langweilig. 19 Prozent von ihnen waren sogar der Meinung, der Wettbewerb um Stimmen und Kanzleramt sei diesmal „äußerst langweilig“.

Rund 29 Prozent der Deutschen finden den aktuellen Wahlkampf weder spannend noch langweilig. 7 Prozent der Befragten trauten sich in der Frage „Wie spannend oder langweilig finden Sie bislang den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021?“ kein Urteil zu.

Der bald scheidenden Regierung von CDU, CSU und SPD stellen die Wahlberechtigten derweil kein gutes Zeugnis aus. Auf die Frage, in welchem von neun Politikfeldern – vom Klimaschutz bis zur Digitalisierung der Verwaltung – es unter der aktuellen Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Fortschritte gegeben habe, antworteten 46 Prozent der Befragten: „Es gab in keinem dieser Bereiche Fortschritte.“

17.09.2021, Sachsen, Chemnitz: Annalena Baerbock (Die Grünen, l), Kanzlerkandidatin, wird während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Theaterplatz von Anna Cavazzini, Europaabgeordnete der Grünen, geküsst. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Nur 7 Prozent der erwachsenen Bundesbürger sind der Meinung, man sei dem Ziel mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, unter der derzeitigen Regierung ein Stück näher gekommen. 8 Prozent der Deutschen sehen Fortschritte beim Tierschutz. Genauso gering ist die Zahl derjenigen, die in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung bei der Ausstattung der Bundeswehr wahrgenommen haben.

Immerhin haben 16 Prozent der Deutschen das Gefühl, man sei bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund vorangekommen. Dass sich die Benachteiligung von Frauen im Arbeitsleben unter dieser Regierung verringert hat, glauben 17 Prozent der Wahlberechtigten – der höchste Zustimmungswert unter den abgefragten Politikfeldern.

Insgesamt zeigen sich diejenigen, die bei der Bundestagswahl 2017 CDU oder CSU gewählt hatten, am zufriedensten mit den Leistungen der aktuellen Regierung. Bei den Wählern der AfD ist die Unzufriedenheit am größten. (dpa)

10 Antworten auf “In Deutschland finden 43 Prozent der Bundesbürger den Wahlkampf „langweilig“ oder „äußerst langweilig“”

  1. alter weißer mann

    Ein bißchen USA würde den Wahhlkampf in Deutschland gut tun. Vielleicht irren sich die Demoskopen in Deutschland genauso wie in vor 5 Jahren in Amerika. Bei den Umfragen lag 2016 Frau Clinton weit vorne, das Ergebnis ist bekannt….

  2. Corona2019

    Da unsere deutschen Nachbarn sich ja eigentlich manchmal sehr diplomatisch ausdrücken können,
    sollte man in betracht ziehen , dass die 43% die den Wahlkampf langweilig finden,
    damit wohl bestimmt meinen , dass es sie nicht wirklich interessiert,
    weil die Versprechungen vor den Wahlen ,
    mit den Resultaten nach den Wahlen ,
    bekanntlich nichts gemeinsam haben.

  3. der heilige josef

    Wer vorne Arm und hinten Lasch aufstellt der muss sich nicht wundern wenn es wie im Schlafwagen zugeht. Was waren das noch für Zeiten mit Strauß, Wehner, Brandt, Schmidt und Kohl selbst der trockene Klarsichtdenker Hans Jochen Vogel sorgte für Stimmung und damit für Aufmerksamkeit in der Bude.

    • Corona2019

      @ – der heilige josef

      Die Politiker von früher sind ja auch Politiker gewesen, die ihren Job Mitleidenschaft praktiziert haben.

      Der Unterschied zwischen den Politikern von früher und denen von heute ist :
      -dass sie früher mit ihrem Gehalt zufrieden waren,
      – und für ihre Sache gekämpft haben .
      -Die Politiker von heute lassen sich teils durch die Wirtschaft an der Nase herumführen ,
      -und teils lassen Sie sich privat bestechen,
      – oder nehmen Parteispenden in Millionenhöhe entgen, wobei man sagen muss, da war Kohl auch nicht frei von Sünden, unter dem Motto :
      -ich nenne meine Spender nicht-

      • So schauts aus!

        Politiker/innen haben ein Mandat ( lt. mandatarius ) inne; wörtlich genommen bedeutet das Wort Mandat beispielsweise “ etwas in die Hände nehmen“. Nun, mMn nehmen diese Menschen oftmals was in ihre Hände, wobei sie diese dann auch entsprechend aufhalten….

  4. Es ist ja so was man wählt eh egal die Wahl zwischen Pest und Colera
    Es kam auch heraus das Kinder Opa und Oma manipulieren sollen Grüne zu wählen es
    ist sozusagen der Enkeltrick der angeblichen Klimaretter (u.a. Fridays vor Future)
    so kann man auch versuchen Wahlen manipulieren

    • Es soll auch Erstwähler geben, die das wählen was Opa und Oma immer schon gewählt haben. Das gehört dazu, weil ja ansonsten vor jeder Wahl der Wähler sich informieren müsste. Undenkbar! Vor allem wenn die Medien nur Gefälligkeitsjournalismus machen.

  5. Kirmeslaschet

    Ich finde den Wahlkampf « nebenan » eher peinlich und besorgniserregend… nur die Statements von Lindner, zum Beispiel zu einer realistischen klimatechnologischen Entwicklung, haben mich zuletzt positiv überrascht… fast « grüner » als die Sozialistenökos von den Grünen und dann noch realökonomisch sinnvoll ! SPD, Grüne, FDP ?

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