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CSP sorgt sich um die Zukunft des Ringens

Ringen soll ab 2020 keine olympische Disziplin mehr sein. Foto: muzsy / Shutterstock.com

Am Montagabend wird die CSP im DG-Parlament Sportministerin Isabelle Weykmans (PFF) interpellieren. Regionalpräsident und PDG-Mitglied Luc Frank sorgt sich um die Zukunft der gerade in seiner Gemeinde Kelmis sehr populären Sportart, sollte der Beschluss der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Ringen ab 2020 als olympische Disziplin zu streichen, von der Vollversammlung bestätigt werden.

„Die weltweite Ringerszene ist durch diese Entscheidung in einen Schockzustand versetzt worden“, so Luc Frank in seiner Interpellation: „Vor allem die Beweggründe des IOC, die oftmals kommerzieller Natur (Einschaltquoten, Ticketverkäufe, etc.) sind, werfen die berechtigte Frage auf, ob der olympische Geist hier nicht mit Füßen getreten wird.“

CSP PDG

CSP-Abgeordnete im PDG (v.l.n.r.): Pascal Arimont, Patrick Meyer und Luc Frank. Foto: Gerd Comouth

Die IOC-Exekutive begründete ihre Entscheidung mit den niedrigen Werten, die das Ringen bei einer detaillierten Analyse aller 26 olympischen Sommersportarten bekam. Dabei hatte die Programm-Kommission des IOC insgesamt 39 Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität bei Jugendlichen untersucht.

„Auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft verzeichnet der Ringsport viele Anhänger“, meint Luc Frank: „Für die Deutschsprachige Gemeinschaft nicht unwichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Sportler aus der DG, die bisher an Olympischen Spielen teilnehmen durften, nicht selten Ringer waren.“

Kelmiser Ringer 1968 und 1988 bei Olympia

In der Tat hat – wie bereits berichtet – schon zwei Mal ein Kelmiser Ringer an Olympischen Spielen teilgenommen. 1968 startete Léon Dütz in Mexiko. 20 Jahre später fand er in Hubert Bindels einen Nachfolger. Der Kelmiser Schwergewichtsringer kämpfte 1988 in Seoul um eine Medaille. In der südkoreanischen Hauptstadt war zudem mit Peter Conrath ein ostbelgischer Mattenrichter vertreten.

Der Ringersport war in Kelmis immer schon sehr populär. Foto: muzsy / Shutterstock.com

Der Ringersport war in Kelmis immer schon sehr populär. Foto: muzsy / Shutterstock.com

Neben all seinen sportlichen Vorzügen spiele das Ringen in der DG auch eine wichtige integrative Rolle, stellt der PDG-Abgeordnete Frank in seiner Interpellation fest: „Wenn diesem Sport nun durch die Aberkennung des olympischen Status ein Teil seiner Strahlkraft verloren geht, droht auch die integrative Kraft dieses Sports Schaden zu erleiden.“

Frank stellt Ministerin Weykmans folgende Fragen:

– Wird sich die Regierung beim Nationalen und Internationalen Olympischen Komitee für einen Erhalt des Ringens als olympische Sportart einsetzen?

– Wenn ja, was gedenkt sie konkret zu tun?

Sportminister könnten wirksame Lobbyarbeit leisten

DG-Ministerin Isabelle Weykmans. Foto: Gerd Comouth

DG-Ministerin Isabelle Weykmans. Foto: Gerd Comouth

Obwohl viele davon überzeugt sind, dass der Beschluss der Exekutive des IOC im September 2013 von der Vollversammlung bestätigt wird, scheint Luc Frank noch Hoffnung zu haben: „Zu einer endgültigen Entscheidung des IOC ist es glücklicherweise noch nicht gekommen. Mit den Neuaufnahme-Kandidaten Baseball, Softball, Sportklettern, Karate, Rollersport, Squash, Wakeboard und Wushu steht Ringen bei einer Exekutivsitzung des IOC im Mai nochmals auf dem Prüfstand.“

Direkt hat Isabelle Weykmans keine Möglichkeit, auf den Beschluss der Vollversammlung des IOC Einfluss zu nehmen. Frank ist jedoch überzeugt, dass sich die Ministerin der DG im Vorfeld einer definitiven Entscheidung gemeinsam mit anderen Sportministern durch eine wirksame Lobbyarbeit beim Nationalen Olympischen Komitee für den Erhalt des Ringens als olympische Disziplin stark machen kann.

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