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Conchita Wurst: „Ich bin seit Jahren HIV-positiv“

09.04.2018, Frankfurt am Main: Conchita Wurst (Thomas Neuwirth), Kunstfigur und österreichische Sängerin, steht auf dem roten Teppich. Conchita Wurst hat ˆffentlich gemacht, mit HIV infiziert zu sein. Foto: Andreas Arnold/dpa

Ein Ex-Freund erpresste Conchita Wurst damit, die HIV-Infektion des Travestiekünstlers aus Österreich öffentlich zu machen. Der kam dem Erpresser nun mit einem Coming Out zuvor – und sieht sich von einem Damoklesschwert befreit.

Conchita Wurst hat öffentlich gemacht, mit HIV infiziert zu sein. Auf der Plattform Instagram postete der österreichische Travestiekünstler und Sänger Thomas Neuwirth (29), der hinter dem Make-up der erfolgreichen Dragqueen steckt, am Sonntag: „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv.“

Conchita Wurst beim ESC 2014 in Kopenhagen mit der Trophäe bei der Siegerehrung. Foto: epa

Er mache diese Information öffentlich, weil ein Ex-Freund ihm drohe, diese zu verbreiten. „Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“ Ihm gehe es aber trotz HIV-Infektion gesundheitlich gut.

2014 hatte die Kunstfigur mit Abendkleid und Vollbart mit dem Song „Rise like a Phoenix“ den Eurovision Song Contest gewonnen. Nun schrieb Neuwirth weiter, seit der Diagnose sei er in medizinischer Behandlung „und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben“. Er fügte hinzu: „Coming Out ist besser, als von Dritten geoutet zu werden.“

Von Damoklesschwert befreit

Conchita Wurst sagte, er hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt gegen die Stigmatisierung von Menschen zu setzen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert hätten. Auf jeden Fall habe er sich mit dieser Veröffentlichung „für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert“ befreit – auch wenn diese private Information für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant sei.

Conchita Wurst (links) überreicht 2015 in Wien dem Sieger Mans Zelmerlöw die Trophäe des ESC. Foto: epa

Bisher sei er nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um seiner Familie die damit verbundene Aufmerksamkeit zu ersparen. Auch seine Freunde wüssten seit geraumer Zeit Bescheid „und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde“. Darüber hinaus sei es „eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt infrage kommt“.

Conchita Wursts Fans reagierten verständnisvoll und zollten ihm Respekt für den Mut, sich zu outen. „Der heutige Tag wird dir als einer der besten Tage deines Lebens in Erinnerung bleiben und ganz sicher auch vielen anderen Mut machen, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen“, schrieb einer auf Wursts Instagramseite.

Ein anderer bedauerte, dass Wurst die Entscheidung durch einen „grausamen Menschen abgenommen wurde“. Wieder ein anderer meinte, HIV sollte heutzutage kein Druckmittel mehr sein dürfen. „Idioten wird es leider immer geben und Dummheit ist NICHT behandelbar.“ (dpa)

  1. Was für eine Wurst? Muss ich mal meinen Metzger fragen, ob der die hat.

    Nein, Mal im Ernst: Wen interessiert das? Meine Friseuse leidet momentan unter Heuschnupfen. Das interessiert und betrifft mich mehr.

  2. aus diesem Grund

    aus diesem Grund wurde der Artikel ja auch geschaltet, wie so manch anderes hier. Ist zwar manchmal erheiternd, oder zumindest unterhaltsam, aber auch beängstigend zu sehen, welche Ansichten manche Ostbelgier so vertreten.

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