Politik

Schlappe für den Eupener Schöffen Philippe Hunger: Capitol-Verkauf an Investor geplatzt – „Null im Lotto“

Eupens Finanz- und Kulturschöffe Philippe Hunger. Foto: OD

Es ist so gekommen, wie schon vor Monaten absehbar war, dass es kommen würde: Der bereits vor der letzten Stadtratswahl medienwirksam angekündigte Verkauf des früheren Eupener Kinos Capitol an einen Investor ist geplatzt.

Die Nachricht ist vor allem für den Eupener Kulturschöffen Philippe Hunger (PFF) eine persönliche Schlappe. Der Erhalt des Capitols als Kulturstätte für die hiesigen Vereine war die Topnachricht im Wahlkampf 2018 und dürfte Hunger am 14. Oktober 2018 einige Stimmen eingebracht haben.

Dass der PFF-Spitzenkandidat mit diesem Knaller kurz vor den Wahlen an die Öffentlichkeit ging, war damals nicht nur den Stadtverordneten der Opposition suspekt, sondern auch vielen Bürgern. Man weiß ja, dass bei Ankündigungen von Kandidaten kurz vor einer Wahl äußerste Vorsicht geboten ist.

Das ehemalige Capitol an der Neustraße. Foto: OD

Der voraussichtliche Verkaufspreis lag bei 250.000 Euro, was nach Meinung der CSP viel zu wenig war. Ohnehin wäre der Opposition lieber gewesen, wenn die Stadt selbst mit einer Bezuschussung durch die DG das Capitol renoviert hätte und „Herr im eigenen Haus“ geblieben wäre.

Schöffe Hunger sah das ganz anders: Für ihn war das Kaufangebot wie eine „Sechs im Lotto“. Daraufhin spottete die CSP in einer Stadtratssitzung im April 2019 über „die wohl längste Ziehung in der Geschichte der Lotterie“.

Bei dem Geschäftsmann, der angeblich an einem Kauf des Capitols interessiert war, handelte es sich um Imran Tas, der in Eupen aufgewachsen ist, hier die Schule besucht hat und heute für eine Luxemburger Beraterfirma tätig ist.

Der vermeintliche Kaufinteressent ließ sowohl ein Treffen beim Notar als auch eine letzte Frist bis Ende November 2019, die ihm von Hunger gesetzt worden war, verstreichen. Damit stieg die Gefahr, dass aus der erhofften „Sechs im Lotto“ am Ende eine „Null im Lotto“ würde.

Am Mittwoch kündigte Hunger an, das Eupener Gemeindekollegium habe sich entschlossen, die Frist für den Kaufvertrag nicht zu verlängern, da der Interessent sich nicht mehr gemeldet habe. Überrascht über diese Ankündigung ist eigentlich niemand. (cre)

40 Antworten auf “Schlappe für den Eupener Schöffen Philippe Hunger: Capitol-Verkauf an Investor geplatzt – „Null im Lotto“”

  1. Das ist doch nichts wirklich Neues dass kurz vor den Wahlen, bei Bedarf, irgendein „Kaufinteressent“ aus dem Hut gezaubert wird wenn es sich darum geht kommunale Bauruienen wahltechnisch zu „entschärfen“….

    • Welche guten Qualitäten denn? Nicht die Schuld von Herrn Hunger? Von wem denn?
      Schlecht vorbereitet die ganze Sache, mit aller Macht eine Nachricht vor den Wahlen rausgehauen für Wählerstimmen und jetzt die Schuld auf andere schieben.
      Typisch für Herrn Hunger und die PFF Brüder. Siehe Herr Scholl mit dem Schwimmbad, vor den Wahlen und Eröffnung jeden Tag Bilder auf FB mit seinem Spezie Baumgarten und danach bei allen Problemen, keine Reaktion oder wenn doch, nur Ausreden.
      Aber heute morgen im BRF muss man dann hören das die Mehrheit in Eupen mit der geleisteten Arbeit im letzten Jahr voll auf zufrieden ist, ja dann sind wir ja glücklich das wenigsten sie glücklich und zufrieden sind.
      Sorry ich vergaß, natürlich auch unsere allseits geliebte @AchGott, die ist ja auch bei allem der PFF und Konsorten zufrieden.

      • Baumgarten konnte schon immer gut schwafeln. Besonders vor den Wahlen. Er hat Worriken quasi an die Wand gefahren. Das Schwimmbad hat er ja als Denkmal bekommen. Wer solchen Leuten vertraut steht auf leeren Posten. Vor den Wahlen war Baumgarten immer Medienpräsent… Heute hört bzw liest man nichts mehr. AOD warum keine Stellungnahme bei ihm einholen?

        • Fellowes

          @EifelEr
          Was hat der Baumgarten denn in Worriken seit 2003 falsch gemacht? Zahlen Stimmen, viel neue Infrastruktur (Venntastic Beach, Sporthouse, Kletterparcours, neuer Camping, 120 Mitarbeiter, …) und viele neue Besucher. Ich denke sie müssten ihre kühnen Behauptungen argumentieren. Denn bislang sind ihre Aussagen nur Quatsch

        • worrikaner

          @EifelEr: ich habe nichts mit dem Capitol, noch mit dem Schwimmbad am Hut. Ist mir völlig egal. Aber als Mitglied der Belegschaft von Worriken und gebürtiger Eifler finde ich, dass @EifelEr schon überlegen sollte, was er hier schreibt. Ich gehe mal davon aus, dass er (sie) entweder noch nie in Worriken war oder schlecht informiert ist.

  2. Peer van Daalen

    Ach Gottchen, das gute, alte Capitol ist ein verfaulter Haufen Schrott. Schade zwar aber kann weg die Bruchbude!

    Aber der Ziegenkäse vom Philippe Hunger ist allerbestes Material. Echt lecker! Müsst Ihr mal probieren …

  3. mehr war nicht drin!

    Die Wirtschaftskompetenz des Herrn Hunger und der anderen PFF Mitglieder im Eupener Rat scheint nicht besonders gross ausgeprägt zu sein. Normale Menschen, nehmen beim Verkauf eines Hauses die Hilfe eines Immobilienmaklers in Anspruch. Manchmal ist es besser sich kompetente Hilfe zu nehmen. Und wäre es nicht besser für Eupen, dieses Gebäude für die Bevölkerung zu renovieren und der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Dieses Gebäude wäre doch vielfältig nutzbar.

  4. Hungerleider

    Das ist nun wirklich nicht überraschend. Ekelerregend? Hinterlistig? Ehrlos? Sicherlich! Aber überraschend sicher nicht. Wirklich überraschend ist wiedermal nur die Tatsache, dass immer noch so viele Wähler auf so eine Posse reinfallen. Zugegeben, Philippe Hunger war, zusammen mit Michael Scholl, einer der größten Verlierer der letzten Wahlen, ohne diese „Capitolnummer“ wäre er aber mit Sicherheit nicht als 1. Schöffe vermittelbar gewesen. Er wäre wie eine Seifenblase geplatzt und im Nichts verschwunden. Jetzt sitzt er in der Pole Position und lacht sich ins Fäustchen – und daran hat auch der Capitol-Deal einen nicht unerheblichen Anteil. Ich hoffe nur, dass die paar hundert Leute, die sich davon haben blenden lassen, ihren Irrtum einsehen und endlich erkennen : Es gibt in der Politik keine Moral. Die hat es dort noch nie gegeben. Leute mit Ehrgefühl oder Moral kommen da nicht weit. Und das unabhängig von Partei oder Couleur. Es tut mir nur leid für die vielen Vereine, die sich da Hoffnungen gemacht hatten. Ich kann mich noch an manche euphorischen Kommentare in diesem Forum erinnern. Diese Leute dürften sich jetzt wohl alle auf dem harten Boden der Tatsachen wiederfinden. Egal, ob sie diesen Mann nun gewählt hatten, oder nicht. Was mich jedoch tatsächlich immer wieder aufs Neue verwundert ist, dass (meines Wissens) noch nie ein Bürger einen solchen Blender im Nachhinein verklagt hat. Wegen Vortäuschung falscher Tatsachen o.ä. Wenn sogar schon Zuschauer Privatklage gegen Fußballspieler eingereicht haben, wegen eines groben Foulspiels an ihrem Gegenspieler, dann frage ich mich, warum noch nie ein Politiker wegen falscher Versprechungen angezeigt wurde. Ich weiß, dass die Aussichten auf Erfolg sehr gering wären aber das ist bei besagten Fußballspielern auch nicht anders und trotzdem machen es Leute. Also stelle ich mir die Frage… Dem Donald droht doch jetzt ein Amtsenthebungsverfahren wegen Ungereimtheiten im Wahlkampf, wieso gibt es das hierzulande nicht? Schließlich erreichen solche Leute ja letztendlich damit einen Posten, der ihnen finanzielle und andere Vorteile einbringt. Demnach ist das für mich Betrug mit dem Ziel der Selbstbereicherung. Auch wenn jeder im Nachhinein nur immer darum herum redet. Es wird fast schon als Kavaliersdelikt angesehen. Das ist ja das Problem. Die Wähler werden getäuscht und das parteiübergreifend bei jeder Wahl. Und niemand unternimmt etwas dagegen. Die Politik ist für mich der größte öffentliche Straftatbestand der Welt. Egal ob Trump, Putin, Merkel oder der kleine Stadtrat Hunger. Es wird ganz offen gepfuscht und gemogelt. Und nach den Wahlen klopfen die Wähler sich entrüstet auf die Schenkel, schütteln verständnislos den Kopf und das Leben geht weiter. Herr Hunger musste nur warten bis etwas Gras über die Sache gewachsen war und einen Weg finden, um aus der Nummer wieder raus zu kommen. Das Gute daran ist, wenn das Ding nicht abbrennt, kann er es in fünf Jahren nochmal verkaufen und ein paar simple Gemüter jubeln ihm dann sicher wieder zu.
    Was mich betrifft, ich habe keinen Grund zur Klage. Ich gehe nämlich nicht mehr wählen. Und die Polemik um diese letzte Wahl bestätigt mich in meiner Entscheidung. Die Stimme des Wählers ist das, was in diesem Geschäft am allerwenigsten zählt. Selbst unter einem Joky Ortmann als Bürgermeister wäre der Hunger offenbar 1. Schöffe geworden. Wie kann man das dem Wähler vermitteln? Wie kann man das anders als Betrug nennen?
    Ach ja, und die vieldiskutierten Konsequenzen blieben übrigens aus. Alles nur Legende. Niemand hat mich dafür belangt, dass ich nicht wählen war. Und genauso werde ich es in Zukunft auch handhaben.
    In diesem Sinne… die einzige Capitol, die mich interessiert, ist die von Stromberg!

  5. Ziegen Philli

    Das Problem ist wenn man sich so weit aus dem Fenster lehnt dann sollte man auch liefern. Ich bin der Meinung der sollte seinen Streichel Zoo verkaufen und das Capitol selber kaufen ?

  6. Rabelais

    Ja meint denn wirklich einer da wäre was dran gewesen ?
    Das war die selbe verarsche der PFF wie 6 Jahre zuvor, als sie den langen Fred als Stimmenfänger wieder mit ins Boot geholt hatten und der nach ein paar Monaten auf ärztlicher Anweisung nur noch Golf spielen durfte.

  7. Herr Hunger 0/10 setzten.
    Wer einmal lügt,dem glaubt man nicht,………
    Gehen sie besser Schweine( Ziegen) hüten,das können sie.
    Schämen sie sich,wenn sie noch ein wenig Anstand besitzten treten sie zurück.

  8. Rauw Erik

    Das Capitol sollte an der DG verkauft werden. Wie die DG ihr ehemaliges Parlamentsgebäude am belgischen Staat verkauft hat. Hier findet nur eine fiktive Geldaktion statt zwischen leeren Konten.

    • Gemein(d)e

      Nach dem jahrelangem Leer-stand , hat sich die Bausubstanz sicher nicht verbessert , und bis die heutigen Sicherheitsstandards wieder hergestellt sind zu einer Eröffnung , muss viel Geld in die Hand genommen werden .
      Leider habe ich mich mit dem Thema nur kaum beschäftigt.
      Ich könnte mir vorstellen das ein Abriss mit anschließendem Neubau kostengünstiger wird.
      Dieses Überraschungsei will dann sicher niemand kaufen, der weiß das Kapitol die letzten Jahre nicht oder kaum unterhalten worden ist.

      • karlh1berens

        Zitat @Gemein(d)e 05/12/2019 09:46

        „Ich könnte mir vorstellen, „Das ein Abriss mit anschließendem Neubau kostengünstiger wird.“

        Ich Euch d für ’n paar €, ein s gibt’s ömmeses !

        ( ͡° ͜ʖ ͡°)

  9. beobachter

    Blamable PFF. Hatte der Herr Hunger nicht noch mehr Hunger und wollte Bürgermeister werden ? Na dann ..Hätte er diese Propaganda mit dem Capitol-Verkauf nicht lanciert wäre er eventuell noch nicht mal Schöffe geworden, sondern in die Opposition gelandet.. Die PFF in Eupen ist und bleibt ein reiner Karnevalsverein..

  10. Gab es nicht vor einigen Jahren die Geschichte mit dem Plazza in Eupen. Hatte Herr Hunger nicht einen nicht benannten Investor an der Hand???? Und wie stellte sich später heraus…….nur heisse Luft. Alles schon mal dagewesen unf immer vor den Wahlen…..und immer wieder fallen die Wähler drauf rein. Das sagt alles.

  11. Akneverkäufer

    Nun sind wir aber mal ehrlich… Wer will heutzutage denn schon noch in Eupen investieren? Da läuft doch nix, das ist sowas von ne tote Stadt. Die meisten Schützen- und Karnevalsvereine triefen ihrem Ende entgegen, da kaum junge Leute nachrücken, der JGV Eupen hat nur noch ne gute handvoll Mitglieder, bei der AS sind nur noch Ausländer am Start, die Kneipen sind von Drogen getränkt, usw… Und dann soll die PFF Schuld sein? Ja leck mich fett, wo sind denn die anderen Parteien? Hat denn z.B. die CSP all die Jahre es einfach so hingenommen? Sieht so aus… Es ist immer gut meckern, wenn was schief läuft… Man könnte ja fast glauben, wenn man das alles so liest, Vivant hätte auch seinen festen Platz in der Eupener Gemeindepolitik eingenommen… Immer druff auf die letzten verbleibenden engagierten Leute… Ein Hoch auf Eupen!!!

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