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Berichte: USA bereiten Bodenoffensive im Iran vor

13.02.2026, USA, Fort Bragg: Mitglieder des XVIII. Luftlandekorps empfangen US-Präsident Trump. Foto: Matt Ramey/AP/dpa

Das US-Militär plant laut Medienberichten mögliche Bodeneinsätze im Iran. Die Idee eines „finalen Schlags“ birgt jedoch Risiken. Eine Entscheidung für die Option soll es noch nicht geben.

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge Pläne für einen möglichen Einsatz mit Bodentruppen im Iran vorbereitet. Die potenzielle Bodenoffensive soll kombinierte Einsätze von Truppen der regulären Infanterie und Spezialeinheiten vorsehen, jedoch nicht als vollständige Invasion angelegt sein, wie die „Washington Post“ unter Berufung auf US-Beamte berichtete. Für einen solchen Einsatz wären demnach mehrere Wochen eingeplant.

Ein Bodeneinsatz würde eine Eskalation in eine gefährliche neue Phase des Konfliktes bedeuten, schreibt die Zeitung. Denn US-Soldaten würden am Boden erheblich mehr Gefahren ausgesetzt als bisher, wie etwa dem Beschuss durch iranische Drohnen und Raketen, Gefechten und improvisierten Sprengsätzen. Ob US-Präsident Donald Trump vorhat, die Pläne abzusegnen, war unklar.

01.03.2026, —: Eine F/A-18E Super Hornet nähert sich einem Flugzeugkatapult, um an Bord der USS Gerald R. Ford (CVN 78) zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“ zu starten. Foto: Uncredited/U.S. Central Command/

Nach Angaben der Quellen der „Washington Post“, die anonym über die hochsensiblen Militärpläne sprachen, laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Offensive am Boden bereits seit Wochen.

US-Außenminister Marco Rubio sagte zuletzt, die USA könnten ihre Kriegsziele auch ohne Bodentruppen erreichen. Kategorisch ausschließen wollte Rubio den Einsatz von Bodentruppen aber nicht.

Auch das Portal „Axios“ hatte vor wenigen Tagen von Militärplänen berichtet, die für einen „finalen Schlag“ zur Beendigung des Kriegs gegen den Iran neben Bombardierungen den Einsatz von Bodentruppen vorsehen. Konkreter umfassen mögliche Szenarien „Axios“ zufolge die Einnahme oder Blockade von strategisch wichtigen Inseln in der Straße von Hormus wie Charg, wo der Iran einen Großteil seiner Erdölausfuhren abwickelt. Auch das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass es sich bei den bis zu 10.000 weiteren US-Soldaten, deren Entsendung in die Golf-Region derzeit erwogen werde, um Infanteristen handeln dürfte.

11.03.2026, Vereinigte Arabische Emirate, Khor Fakkan: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

Der Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt. „Zweifelt keinen Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten“, sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Der Iran sei sich sicher, dass er die USA bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht mehr wagen würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem „großen Weltkrieg“, so Ghalibaf.

Er äußerte sich zudem skeptisch zu Vermittlungsversuchen. Die USA signalisierten Verhandlungsbereitschaft, planten aber heimlich eine Bodenoffensive, so Ghalibaf. Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib zufolge, eine Bodenoffensive oder Besetzung eines Teils des iranischen Territoriums sei ein „Wunschtraum“, man warte nur auf solch eine Aktion.

In deutlich schärferem Ton äußerten sich die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) zu einer möglichen Bodenoffensive. „Trump würde mit einer solchen Aktion die amerikanischen Truppen den Haien im Persischen Golf zum Fraß vorwerfen“, erklärten die IRGC im Staatssender Irib. Trump sei eine „verlogene Person ohne psychisches Gleichgewicht“ und direkt verantwortlich für die aktuelle Misere und die daraus entstehenden Schäden. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

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