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Friedrich Merz pfui – Jürgen Klopp hui [Zwischenruf]

17.09.2026, Hessen, Frankfurt am Main: Pressekonferenz zur Nominierung für die ersten Nations-League-Spiele, Bundestrainer Jürgen Klopp sitzt auf dem Podium. Foto: Boris Roessler/dpa

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich man derzeit in Deutschland mit Erwartungen umgeht. Bundeskanzler Friedrich Merz ist offenbar zum persönlichen Stellvertreter für alles geworden, was in seinem Land schiefläuft. Jürgen Klopp wird hingegen enthusiastisch gefeiert, obwohl er als Fußball-Bundestrainer noch nicht einmal ein Spiel bestritten hat.

Der Nachfolger von Julian Nagelsmann feiert mit der deutschen Nationalmannschaft an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/live auf RTL) in den Niederlanden seine Premiere an der Seitenlinie.

Klopps Erfolge als Vereinstrainer in Dortmund und Liverpool sind unbestritten, seine Popularität ist enorm. Aber wird er auch als Bundestrainer erfolgreich sein – in einem Amt, in dem er seine Spieler nur für kurze Zeit zur Verfügung hat und keine Transfers tätigen kann? Nationalmannschaft und Vereinsfußball sind unterschiedliche Aufgaben, mit anderen Rahmenbedingungen, anderen Zeitabläufen und anderen Herausforderungen.

30.06.2026, USA, Foxborough: Jürgen Klopp bei der WM als Experte für MagentaTV im Einsatz. Foto: Tom Weller/dpa

Unter Bundestrainer Jürgen Klopp wird nach Ansicht von Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus „alles besser“. Klopp genießt momentan einen Vertrauensvorschuss, der sogar weit über das Sportliche hinausgeht.

Bei seiner ersten Kadernominierung als Bundestrainer sprach der 59-Jährige nicht nur über Fußball. Er sprach über Deutschland, den Nationalstolz und die Deutschlandfahne und kritisierte damit die AfD, ohne diese explizit zu nennen. Selbst politische Äußerungen werden dem neuen Heilsbringer des deutschen Fußballs nachgesehen.

Wie auch immer: Die nächsten zwei Wochen, in denen die deutsche Nationalmannschaft vier Länderspiele in der Nations League bestreitet, werden erste Antworten darauf geben, ob Klopp als Bundestrainer tatsächlich mehr zu bieten hat als markige Sprüche und strahlend weiße Zähne.

Denn bei aller Wertschätzung für Sympathieträger und Motivationskünstler Klopp: Die Tore schießt nicht der Trainer, sondern die Mannschaft. Und genau daran wird auch er sich am Ende messen lassen müssen. (cre)

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