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Tour de France: Belgischer Doppelsieg gerät wegen Wirbel um „Fußgänger“ Froome zur Nebensache

Christopher Froome im Gelben Trikot bei der Tour de France. Foto: Shutterstock

Ein wohl einmaliges Drama hat Christopher Froome am legendären Mont Ventoux zunächst das Gelbe Trikot gekostet. Auslöser war ein Crash mit einem TV-Motorrad, durch den der belgische Doppelsieg von Thomas De Gendt und Serge Pauwels zur Nebensache geriet.

Das Unglück auf der 12. Tour-Etappe ereignete sich kurz vor dem Ziel am Mont Ventoux. Froome wurde im Gedränge von einem in den Zuschauern hängen gebliebenen TV-Motorrad zu Fall gebracht, nachdem er seine größten Kontrahenten um den Kolumbianer Nairo Quintana schon abgehängt hatte.

Froomes Rad war nicht mehr fahrtüchtig. Deshalb rannte er erst einmal zu Fuß den Berg hinauf in Richtung Ziel, ehe er nach quälend langer Zeit ein Ersatzrad bekam. Das war aber viel zu klein, so dass er nur wenige Meter darauf fuhr und erneut auf ein funktionsfähiges Rad warten musste.

Der Brite verlor am Ende viel Zeit auf Quintana und Co. und zunächst auch das Gelbe Trikot an seinen Landsmann Adam Yates. Später entschied die Tour-Rennjury jedoch, die Zeiten am Ergebnis des weiter fahrenden Mollema auszurichten. Demnach führt Froome in der Gesamtwertung nun vor Yates (+47 Sekunden), Bauke Mollema (+56) und Quintana (+1:01).

Etappensieger Thomas De Gendt. Foto: Shutterstock

Etappensieger Thomas De Gendt. Foto: Shutterstock

Froome kommentierte die Entscheidung der Rennjury so: „Der Mont Ventoux ist voller Überraschungen“, meinte Froome: „Ich bin sehr dankbar, dass die Organisation das als unvermeidbaren Unfall gewertet hat.“

Etappensieger am Mont Ventoux wurde der belgische Radprofi Thomas De Gendt vom Team Lotto-Soudal siegte nach 178 Kilometern vor seinem Landsmann Serge Pauwels (Dimension Data).

Der Anstieg auf den sagenumwobenen Mont Ventoux, den „kahlen Riesen der Provence“, war in diesem Jahr allerdings nur eine kleinere Ausgabe. Nachdem Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern vorhergesagt worden waren, die auf dem Gipfel in 1.912 Metern Höhe für ein unkalkulierbares Risiko gesorgt hätten, hatten die Organisatoren das Ziel ans sechs Kilometer entfernt und 500 Meter tiefer gelegene Chalet Reynard knapp unterhalb der Baumgrenze verlegt.

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