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AS Eupen verliert durch ein Gegentor in der Nachspielzeit gegen Standard Lüttich 1:2

Standards Nicolas Gavory (l) und Eupens Danijel Milicevic (r) kämpfen um den Ball. Foto: Belga

Der AS Eupen wäre am Samstag im „Spiel des Jahres“ gegen Standard Lüttich fast ein weiterer Achtungserfolg gelungen. Die Schwarz-Weißen verloren im ausverkauften Kehrweg-Stadion durch ein Gegentor in der Nachspielzeit 1:2.

Eine fantastische Kulisse für dieses Derby, wie man sie sich häufiger wünschen würde.

Beide Mannschaften hatten ein großes Interesse daran zu punkten. Die AS Eupen hatte zum Ende der Hinrunde in Charleroi verloren, und Standard war zuletzt in Gent und gegen Mechelen mit leeren Händen vom Platz gegangen.

AS-Trainer Beñat San José vertraute trotzdem der Elf, die in Charleroi verloren hatte, aber davor immerhin 10 Punkte von 12 möglichen einheimsen konnte: De Wolf – Beck, Amat, Verdon, Blondelle, Schouterden – Cools, Ebrahimi – Milicevic, Bautista – Bolingi.

Lüttichs Trainer Michel Preud’homme. Foto: Virginie Lefour/BELGA/dpa

Die Startelf von Standard-Coach Michel Preud‘homme war folgende: Bodart – Vojvoda, Vanheusden, Laifis, Gavory – Cimirot, Bastien – Carcela, Amallah, M‘Poku – Emond.

Preud‘homme hatte noch vor dem Spiel seine Spieler vor der AS Eupen gewarnt. Die Eupener Mannschaft von heute habe nichts mehr gemeinsam mit der Elf, die in der Hinrunde in Lüttich sang- und klanglos mit 0:3 unterging.

In der Anfangsphase gestaltete sich das Spiel sehr ausgeglichen. Eupen war sogar leicht überlegen und sorgte einige Male nach Freistößen von Milicevic für Gefahr vor dem Tor von Standard-Schlussmann Bodart.

Standard in der ersten Halbzeit klar überlegen

Nach knapp einer Viertelstunde nahm die Begegnung eine erste Wende. Erst traf Carcela nach einem perfekten Zuspiel von Amallah nur die Latte. Schon dachte man, die AS Eupen habe Glück gehabt. Jedoch nahm in der direkten Folge dieses Lattentreffers das Unheil seinen Lauf, denn nachdem der Ball wie beim Flipper hin und her gewechselt war, fiel er M‘Poku vor die Füße. Der Kongolese nahm Maß und erzielte das 0:1.

Eupen musste jetzt hoffen, dass diese Begegnung ähnlich laufen würde wie in der letzten Saison, als die „Rouches“ ebenfalls im Kehrweg-Stadion früh in Führung gegangen waren, die Schwarz-Weißen aber am Ende 2:1 gewannen.

AS-Stürmer Jonathan Bolingi bekam es mit seinem Ex-Club zu tun. Foto: Belga

In der zweiten Viertelstunde verflachte das Spiel. Nach einer halben Stunde war Standard dem 0:2 nahe, als Carcela zwei gute Möglichkeiten hatte. Die Lütticher gewannen immer mehr die Oberhand. In der 36. Minute hatte Standard Pech, als Emond nur den Pfosten traf.

Die Führung für die Mannschaft von Preud‘homme war jetzt dicke verdient. Die Eupener wussten sich manchmal nur mit einem Foul zu helfen. Cools hatte schon in der 12. Minute Gelb gesehen, und in der 40. Minute konnte Ebrahimi froh sein, nicht auch verwarnt zu werden.

Noch vor dem Halbzeitpfiff sah Verdon die Gelbe Karte, weil er aus lauter Frust über eine Entscheidung des Schiedsrichters den Ball weggeschlagen hatte. Und Sekunden vor dem Ende des ersten Durchgangs erzielte Vanheusden das 0:2, jedoch wurde der Treffer aberkannt, weil sich der U21-Nationalspieler bei seinem Kopfball auf Verdon aufgestützt hatte. Zur Pause konnte sich Eupen damit trösten, dass es nur 0:1 stand.

Schouterden bringt die AS Eupen zurück ins Spiel

0:1 stand es auch noch nach 48 Minuten, obwohl Standard nach einem Patzer von AS-Abwehrspieler Verdon eine weitere Möglichkeit vergeben hatte, auf 0:2 zu erhöhen. Emond scheiterte an De Wolf, der den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke lenkte.

In der 52. Minute ging ein weiterer Ball von Emond knapp am Tor von De Wolf vorbei.

AS-Rechtsverteidiger Andreas Beck. Foto: Belga

So etwas kann sich im Fußball rächen, was in der 54. Minute auch fast passiert wäre, als Milicevic beinahe ein Missverständnis zwischen Laifis und Bodart zum Ausgleich genutzt hätte.

Aufgeschoben war nicht aufgehoben, denn in der 57. Minute war es dann tatsächlich so weit: Bei einem schnellen Gegenstoß bediente Bautista Schouterden, der einfach beherzt abzog und den Ball ins Tor von Bodart donnerte, 1:1.

In der 64. Minute brachte Preud‘homme mit Oularé und Lestienne zwei frische Offensivkräfte. Würde auch AS-Trainer San José richtig reagieren? In einigen Spielen war dem Spanier vorgeworfen worden, falsch, gar nicht oder erst viel zu spät Wechsel vorgenommen zu haben.

In der 73. Minute erzielte Lestienne ein Tor, das aber völlig zu Recht wegen Abseits aberkannt wurde. Fünf Minuten später hatte Schouterden die 2:1-Führung für Eupen auf dem Fuß, diesmal nach einem klugen Zuspiel von Milicevic, der in der Schlussphase durch Toyokawa ersetzt wurde, nachdem vorher schon Embalo für Bautista ins Spiel gekommen war. Fünf Minuten vor Schluss wurde Koch für Schouterden eingewechselt.

Sekunden vor dem Abpfiff passierte es dann doch

In der Nachspielzeit traf Oularé die Latte. Wäre dem Standard-Spieler ein Tor gelungen, wäre dies wohl wegen Handspiels nicht anerkannt worden.

Sekunden vor dem Abpfiff passierte es dann doch. Nachdem Verdon im Strafraum ein Kopfballduell mit dem eingewechselten Avenatti bestritten hatte, fiel der Ball vor die Füße von Bastien, der keine Mühe hatte, das 1:2 zu erzielen. De Wolf kam zwar noch an den Ball, konnte aber das Siegtor für Standard nicht verhindern.

Die Eupener Spieler waren total frustriert. Es kam nach dem Schlusspfiff zu einem Handgemenge zwischen Spielern der AS und von Standard Lüttich.

In einer Woche muss die AS Eupen bei Angstgegner Zulte Waregem antreten, gegen den die Schwarz-Weißen bisher als Erstligist sowohl in der Meisterschaft als auch im Landespokal noch nie gewonnen haben. (cre)

25 Antworten auf “AS Eupen verliert durch ein Gegentor in der Nachspielzeit gegen Standard Lüttich 1:2”

  1. Kann ich nur bestätigen.. super gespielt!
    Erste Halbzeit: Standard verdient in Führung
    Zweite Halbzeit: Verdienter Ausgleich, jedoch viele Chancen zur Führung liegen gelassen!

    Der Schiri war auch alles andere als unparteiisch – aber wie gesagt; Kopf hoch! Super gespielt gegen einen Titelanwärter (!)

    • Piersoul Rudi

      …“Der Schiri war auch alles…usw…
      Diese alte Leier…Mit ein wenig „Realität und Fairness“ könnte man schon sagen das die AS, in der 1ste Halbzeit einige male sehr viel Dussel hatte.
      Hätte Standard da schon 4-0 geführt…wäre der „Sack schon zu gewesen“…

  2. Die Neue ordnung

    Ein bitteres Ergebnis. Ich dachte VAR ist für beide Teams. Abseits oder nicht bei den Rouches schlägt sofort Wellen. Handspiel des Roten Angreifers im Strafraum der AS ist scheinbar kein Problem. Aber naja, eine bessere Chancenauswertung der AS hätte zum Sieg gereicht. Den Rest wundert keinen mehr.

  3. Beobachter

    Anhand der Anzahl Chancen ist Standard klarer Punktsieger, doch die KAS hat sehr gut dagegen gehalten und hatte auch seine Chancen. Ein interessantes Spiel. KAS Eupen spielt nun schönen Fussball und wird in dieser Verfassung nicht absteigen. Der Iraner im Mittelfeld hat mir heute neben Milicevic ganz besonders gefallen

  4. Schade so zu verlieren auch wenn Standard es verdient hatte. Vor der Pause waren sie deutlich besser u mussten höher führen. Eupen hielt dagegen. Nach dem schönen Ausgleich wackelte Standard. Der Sieg in dieser Weise ist bitter u glücklich für Standard, am Ende war evt ein 1-1 gerechter. Aber gut. Ebrahimi entwickelt sich aber zur echten Säule u macht richtig gute Arbeit im Mittelfeld. Ausfälle gabs kaum. Schouterden glänzte ebenso. Absteigen wird die AS so sicher nicht aber daheim müssen etwas mehr Punkte her. Gegen kommende Gäste wie Ostende, Cercle o Mouscron müssen noch ein paar Siege her und die AS erlebt wahrscheinlich eine ruhige restliche Saison.

  5. lambertz printe

    Schade das Oulare nur die Latte getroffen hatte, bei Tor hätte der VAR dieses wahrscheinlich wegen Handspiel aberkannt., und die Situation welche zum 1-2 führte wäre somit nicht entstanden.
    Glaube nicht das der VAR hier bei der Freistossentscheidung eingreifen durfte.

    Aber ich Glaube schon dass von den vielen Zuschauern heute Abend in Zukunft wieder einige mehr zu den nächsten Heimspielen der AS kommen weil mittlerweile wieder ein sehr Ansehnlicher Fussball geboten wird.

  6. Soso, es kam also zu einem „Handgemenge“ zwischen den Spielern beider Mannschaften. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sich die sogenannten Fans gegenseitig auf die Glocke hauen. Aber so passt es auch. Sehr sportlich!

  7. Bitter für Eupen aber verdienter Sieg für Standard, 4 mal Aluminium und Eupen nur in den letzen 20-25 Minuten stark. Klar hatte Eupen Chancen auf dem Sieg aber alles in einem hätte Standard das Spiel viel früher entscheiden müssen und Eupen hätte sich über ein 0-3 auch nicht beklagen können.

  8. peter Müller

    Aber ich Glaube schon dass von den vielen Zuschauern heute Abend in Zukunft wieder einige mehr zu den nächsten Heimspielen der AS kommen weil mittlerweile wieder ein sehr Ansehnlicher Fussball geboten wird

    Das glaube ich nicht. Erstens waren sehr viele Standard Fans da. Wenn man jetzt noch die ganzen schnorrer der Freikarten abzieht, sind wir wieder beim alten Problem.

  9. Standard

    Aufgrund der 1. Halbzeit geht der Standard-Sieg in Ordnung. Lüttich hatte allein drei Latten- und Pfostentreffen und insgesamt mehr Torchancen als Eupen. Die AS kam erst in der 2. Halbzeit auf Touren. Der Ausgleichstreffer von Nils Schouterden war herrlich, reichte aber am Ende leider nicht für einen Punkt.

  10. Spannendes Spiel. Dass der Schiri grössten teils Standard bevorzugte fiel unangenehm auf. Beim kleinsten Foul von Eupen, liess er sich von 2-3 Spielern Standards bequatschen, umgekehrt hätten wir gelb gesehen. Es ist wie im wahren Leben, zweklassenentscheidungen!
    Eupen hat sich wacker geschlagen und ist fähig einen Rückstand, auch gegen besseren Mannschaften wieder wett zu machen. Im tabellenkeler tut sich sonst nicht viel. Ich sehe positiv in die Zukunft.

  11. Ulrich Kallius

    Sehr, sehr schade, so zu verlieren. Mindestens einen verdienten Punkt hätte ich meinem alten Verein gegönnt. Es kommen noch andere Clubs als Standard, dann wird gepunktet, Liebe Grüße nach Eupen und in die Region sendet Ole Kallius

  12. Eupenerin

    (JAN) Ich schließe mich ihnen an ,wir sind regelrecht beschissen worden .Wir waren da u haben es uns zu Hause noch mal angeschaut ,da war ein Handspiel 100%.Aber der Doof von Schiri hat es nicht gegeben u lässt einfach weiterspielen 😡😡👎.Ist ja klardas wir ein Tor bekamen, was nicht gerecht war .Aber mit de AS kann man es ja machen ,Sch…….,sein Glück war das der Schiri rein gegangen ist .Warum haben wir de Vaar da u 3 Idioten die nichts sagen ,das haben wir nicht verdient 😥😥😥⚽️⚽️

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