Notizen

Voetbalkrant: „Eupen benötigt dringend Verstärkung“

Bernd Storck (hier bei seiner ersten Pressekonferenz am Eupener Kehrweg):wurde als Cheftrainer der AS Eupen entlassen und ist jetzt Coach des KV Kortrijk. Foto: Belga

AKTUALISIERT – Während sich in Eupen Leute schon darüber geärgert haben, dass „Ostbelgien Direkt“ im Titel des Spielberichts über die 1:3-Niederlage der AS in Charleroi als „Fehlstart“ bezeichnet hat, ist die Inlandspresse deutlich kritischer als hierzulande BRF und Grenz-Echo, die den Schwarz-Weißen nach dem Spiel „eine gute Leistung“ bzw. „eine ordentliche Leistung“ attestiert haben.

Auch AS-Trainer Bernd Storck wurde in der hiesigen Presse mit den Worten zitiert: „Ich denke, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben“ und „Wir haben gute Dinge gezeigt und es geschafft, einen Gegner wie Charleroi vor Probleme zu stellen.“

Loic Bessile (M) von Charleroi jubelt nach seinem Kopfballtreffer zum 2:0. Die Spieler der AS Eupen haben nur zugeschaut. Torhüter Manaf Nurudeen kann es nicht fassen. Foto: Belga

In der Inlandspresse ist der Ton indes ein anderer. So stufte das Fußballportal Voetbalkrant die Vorstellung der AS Eupen in seiner Rubrik „Top&Flop“ als Flop ein und schrieb unter dem Zwischentitel „Panik im Osten?“: „Im Osten des Landes könnte Panik aufkommen. Die KAS Eupen benötigt dringend Verstärkung, da sie in Charleroi untergegangen ist.“

Auch die RTBF meinte, Charleroi habe „keine Mühe“ gehabt, gegen die AS Eupen zu gewinnen, die „trop timide“ (zu schüchtern) aufgetreten sei.

Fehlstart der AS Eupen bei 1:3-Niederlage in Charleroi

Fußball-Erstligist AS Eupen ist mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet. Die Eupener Mannschaft verlor am Samstag beim SC Charleroi 1:3.

Vor dem Anpfiff durfte man gespannt sein, wie die AS Eupen mit einer zum Teil neuen Mannschaft und mit einem neuen Trainer in diese neue Saison starten würde und ob die große Zuversicht von Coach Bernd Storck ihre Berechtigung hat.

Die Eupener Startelf war folgende: Nurudeen – Van Genechten, Lambert, Kral – Charles-Cook, Christie-Davies, Peters, Magnée, Déom – Nuhu, Prevljak.

In Charleroi hatten die Fans schon vor diesem ersten Spiel ihren Unmut über die ihrer Ansicht unbefriedigende Transferkampagne zum Ausdruck gebracht.

Luftaufnahme des Stade du Pays de Charleroi. Foto: Shutterstock

Der Publikumszuspruch für dieses erste Heimspiel der „Zebras“ blieb denn auch mit 4.500 Zuschauern hinter den Erwartungen.

Nach gerade mal einer Minute zeigte Schiedsrichter Bram Vandriessche, den die Fans der AS wegen der ultralangen Nachspielzeit vor einem Jahr im Spiel beim FC Brügge nicht besonders mögen, AS-Spieler Déom bereits die Gelbe Karte.

Die erste Chance hatte Eupen nach weniger als 10 Minuten, als sich Nuhu in den Strafraum von Charleroi tankte und zum Torschuss kam. Schlussmann Koffi war jedoch auf dem Posten. Charleroi musste bis zur 12. Minute warten. Der Schuss von Ilaimaharitra ging weit über das Tor von Nurudeen.

In der 18. Minute gingen die Gastgeber nach einer sehenswerten Kombination durch Zaroury auf Zuspiel von Zorgane in Führung, 1:0. Das war nicht der Start, den sich Storck gewünscht hatte.

Die Verunsicherung in den Reihen der Gäste nahm zu. Die in Rot spielenden Eupener taten sich schwer mit Ballverlusten im Mittelfeld und Pässen, die nicht ankamen. Mehr als ein für Koffi eher ungefährlicher Distanzschuss von Déom war nicht drin.

In der 35. Minute wurde Prevljak im Strafraum von Charleroi perfekt angespielt, nahm aber den Ball nicht richtig an. Das wäre eine richtig gute Möglichkeit zum Ausgleich gewesen. In der dritten Viertelstunde hatte Eupen mehr vom Spiel. Das ließ hoffen.

Anass Zaroury (l) von Charleroi, Schütze des 1:0, und Eupens Regan Charles-Cook (r) kämpfen um den Ball. Foto: Belga

In der 48. Minute konnte Charles-Cook froh sein, dass er nach zwei Fouls innerhalb kürzester Zeit nicht die Gelbe Karte gezeigt bekam. In der 50. Minute war Nurudeen auf dem Posten bei einem harten Schuss von Zaroury. Nur eine Minute später passierte es dann doch: Nach einem Eckstoß köpfte Bessile den Ball zum 2:0 ins Netz. In dieser Szene stimmte in der Eupener Defensivarbeit einiges nicht.

War das schon die Vorentscheidung? In der 54. Minute hatte Charles-Cook eine sehr gute Möglichkeit, den Anschlusstreffer zu erzielen, aber der Ball ging am zweiten Pfosten vorbei.

Kurz nach einer Stunde Spielzeit hatte Ilaimaharitra das 3:0 auf dem Fuß. In der 64. Minute brachte AS-Coach Storck N‘Dri für Nuhu. Und der eingewechselte N‘Dri bedankte sich eine Viertelstunde vor Schluss mit dem Anschlusstreffer nach genialem Zuspiel des bis dahin eher unauffälligen Prevljak. Plötzlich stand es nur noch 2:1.

Der Treffer gab den Gästen Auftrieb. Bei Charleroi machte sich Panik breit. Der schon sicher geglaubte Sieg schien in Gefahr zu sein. Lambert und N‘Dri kamen zu Chancen.

Schiedsrichter Vandriessche ließ 5 Minuten nachspielen (auch wegen einer Trinkpause). Es war aber nicht Eupen, sondern Charleroi, das ein weiteres Tor erzielte. Bei einem Schuss von Mbenza konnte Nurudeen nur abwehren, der Ball kam zu Golizadeh, der keine Mühe hatte, um den 3:1-Endstand zu erzielen.

Für AS-Coach Storck bleibt viel zu tun. Und am Sonntag, dem 31. Juli, kommt Meister FC Brügge zum Kehrweg… (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

34 Antworten auf “Voetbalkrant: „Eupen benötigt dringend Verstärkung“”

  1. Fehlstart???
    Ja klar die AS Eupen muss in Charleroi hoch gewinnen, sonst ist es ja ein Fehlstart… lächerliche Überschrift.
    3 Tore? Ja leider… nur fällt das dritte Tor in der Nachspielzeit und Eupen war dem zweiten Tor näher.
    In der Woche wird reisserisch gefragt wie man mehr Zuschauer nach Eupen bekommt? Negative Berichterstattungen helfen nicht.

    • Ostbelgien Direkt

      @Uwe: Eine Niederlage im ersten Spiel ist immer ein Fehlstart. Dass das dritte Tor in der Nachspielzeit fällt, ändert daran nichts. Es war weder „eine gute Leistung“ (BRF) noch „eine ordentliche Leistung“ (Grenz-Echo) der AS. Dass in der Schlussviertelstunde das 2:2 hätte fallen können, war vor allem der Tatsache geschuldet, dass Charleroi sich nach dem Anschlusstreffer zum 2:1 von N’Dri weit zurückzog und fast schon in Panik geriet. Die wallonische Presse schreibt auch zu Recht „Charleroi s’est fait peur“. Und wenn Sie schreiben „Negative Berichterstattungen helfen nicht“, dann dazu nur Folgendes: 1. Ich wüsste nicht, inwiefern die Berichterstattung negativ sein soll. 2. Die Presse ist nicht da, um zu helfen. Das muss der Verein schon selbst tun. Gruß

      • Die Presse hat es beim Fußball nicht leicht. Jeder Fan sieht das Spiel ja aus der Vereinsbrille. Und diese zumeist empfindlichen Fans will die Presse ja nicht allzu sehr vergraulen, indem sie zu negativ berichtet. Man sieht es ja hier, dass schon das Wort „Fehlstart“ als Affront gewertet wird. Was sagen dann die gleichen Leute, wenn sie das hier lesen: „Charleroi débute sa saison sans peine en s’imposant 3-1 face à Eupen, timide sur cette rencontre“. (RTBF)

        Fazit: Nicht was die Presse schreibt, ist entscheidend, sondern das Resultat auf dem Platz. Nur daran kann eine Mannschaft gemessen werden. Oder, um es mit den Worten von Sportreporter Frank Buschmann zu sagen: „Hinten kackt die Ente“.

        • Belgofritz

          “Am Ende kackt die Ente” heißt sein Buch, aber „Hinten ist die Ente fett!” ist eine weitere Lebensweisheit. Was die Performance und Entwicklung der AS angeht, so sei noch gesagt: “Vom Wiegen alleine wird die Sau nicht fett!”

    • Piersoul Rudi

      @ Uwe(23/07/2022 19:58)
      Nein, IdT, in Charleroi MUSS man nicht UNBEDINGT gewinnen…
      Auswärts 1 Punkt zu holen wäre allerdings in Charleroi möglich, denn so stark sind die dann auch wieder nicht…und DAS war am Samstag möglich.
      Wenn man die nächste 2 Gegner betrachtet wäre 1 Punkt oder mehr, eine „gute Sache “ gewesen…

  2. Eine Niederlage in Charleroi ist kein Beinbruch. Die AS muss in dieser Saison soviele Punkte wie möglich gegen direkte Gegner holen. Da wird Charleroi, Brügge, Genk, Gent, Antwerp und Anderlecht nicht bei sein. Wer die direkten Gegner sein werden, wird sich vielleicht schon nach dem vierten Spieltag gezeigt haben. Seraing und Westerlo werden wohl dazu gehören, und gegen die geht es schon im August. Nach diesen beiden Spielen werden wir wohl sehen, wohin die Reise geht.

  3. Also, für eine neu zusammen gesetzten Mannschaft,war das erste Spiel nicht so ganz schlecht,natürlich kann man besseres erwarten nur in der Verteidigung na ja und das dritte Tor geht voll auf Fliegenfänger Nurudeen.

    • besserwisser

      Ich verstehe es nicht das dieser Torhüter noch die n 1 isr, er verunsichert die Ganze Hintermannschaft mit seinen komischen Eskapaden.
      Dieser gehört nicht hierhin, raus mit dem Komiker.
      Kann regional spielen irgenwo in einer unteren Klasse

  4. Atomicblue

    Man müsste versuchen, Agbadou und Kayembe auszuleihen oder Spielertypen ähnlicher Qualität zu holen, bevor es im Winter definitiv zu spät ist. Dann dringends einen Stürmer verpflichten, der pfeilschnell ist (wir haben nur Nuhu und Ndri), welcher 1/1 Situationen angehen kann und der die Mitspieler in Position bringt. Peeters gegen Brüls austauschen und wieder den gewohnten technisch ansprechenden, schnellen Aspire-Fußball spielen. Schämt unser Scheich sich nicht ? Wir transferieren für die D 1 Amateure ! Es geht nicht darum, den Kader quantitativ aufzuwerten, sondern darum, ihn umgehend qualitativ zu verbessern. Nur dann ist der Klassenerhalt in dieser Saison machbar. Alternativ bitte einen neuen Investor mit echtem Konzept und aufrichtigen Ambitionen suchen.

    • Ich glaube kaum, dass die Investoren bei der AS Schlange stehen. Und naiv ist, der glaubt, dass es nicht die Strategie der AS ist, mit Spielern wie Agbadou und Kayembe auch in Zukunft Kasse zu machen statt sie zu behalten. Die AS kann in der 1. Division finanziell nur überleben, wenn sie es mit jungen Talenten schafft, über sich hinaus zu wachsen und so die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen. Einen 1A-Trainer haben wir ja schon. Jetzt müssen wir darauf vertrauen, dass er das Schiff über den stürmischen Ozean in den sicheren Hafen lenkt.

  5. Vielleicht eigentlich ganz gut das direckt von anfang an unten in der Tabelle sind, dann gehts dieses Jahr vielleicht von tief unten ein wenig höher, anders wie letztes Jahr.
    Mit Glück reicht es denn am Ende zu Rang 15.

  6. Was nach dem Spiel in Charleroi vor allem beunruhigend ist: Keiner der neuen Spieler hat irgendwie zeigen können, dass er für die Mannschaft einen Mehrwert darstellt. Und auch Peeters und Prevljak, auf die Storck große Stücke setzt, spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Hoffen wir mal, dass es nächstens besser geht.

    • Wenn ich Trainer wäre, würde ich auf jeden Fall die beiden Flügelflitzer N’dri und Nuhu von Anfang an spielen lassen. Ich weiß gar nicht, was solch schnelle und technisch begabte Spieler auf der Bank zu suchen haben. Vor solchen Knaben hat jede Abwehr Angst. In Kombination mit Prevljak wäre man im Angriff schon mal bestens aufgestellt. Auf der 6 würde ich Déom fest einbauen. Der Junge rackert und ackert und hat keine Angst in die Duelle zu gehen und auch noch einen Mordsschuss. Lambert und Magnée sind ähnlich veranlagt. Peeters als Kreativposten ist unverzichtbar. Das sind alles Spieler, die schon einige Zeit bei der AS sind und die starken und schwachen Punkte der Mannschaft kennen. Die Neuzugänge können sich an diese Spieler orientieren und durch Leistung versuchen, ihren Platz in der Mannschaft zu finden.

  7. Der kleine Belgier

    das ist genau der Grund, warum die AS im eigenem Stadion nicht mehr
    Zuschauer hat und nicht mehr, sondern noch weniger Zuschauer bekommen wird.
    Da helfen auch keine Statistiken, oder wer, wie und was ist schuld, sondern
    von Profi Spielern wird Leistung und Einsatz verlangt.

  8. Geronimo63

    Jetzt kommen zuerst einmal drei Sparringspartner in den nächsten Spielen. Einfach genießen mit oder ohne Packung. Was fehlt sind zwei Spieler wie Vazquez und Adrian. Vielleicht zaubert der Scheik.

  9. Fürs erste war die Leistung gar nicht so schlecht. Man bedenke dass die AS mit einer quasi ganz neuen zusammengewürfelte Mannschaf erst seit einigen Wochen trainiert. Charleroi dagegen fast mit dem Vorjahres Kader Spielt. Auffallend war dass Previljak einen “ day off “ hatte, sonst hätte das Spiel anders enden können. Für mich hat Nurdeen, zugegeben oft speziell, gar nicht so schlecht gespielt. Die Tore kamen durch Abwehrfehler welche die Torschützen im 16meter Raum vergessen hatte. Lasst doch Bernd Storck und seine Crew ihre ArbeiT machen, wie er sagt kommen noch etliche Spieler hinzu.

  10. Fast 10 Jahre hatte die AS sehr gute Spieler, aber mäßige Trainer. Ich fürchte, dass es jetzt genau umgekehrt ist: Wir haben heute einen sehr guten Trainer, aber viele mäßige Spieler.

  11. Der kleine Belgief

    liegt der Fehler vielleicht an den Verantwortlichen?
    Wenn ich in der 1ten Division mitspielen möchte dann muss man auch für
    dementsprechende Spieler, Trainer usw. sorgen.
    Ansonsten haben diese Leute keine Ahnung und die müssten ausgetauscht werden.

    • Ich fände die erste Leistung der AS auch längst nicht so gut wie manche oder auch das Grenz Echo es empfanden.
      Die neuen hinten drin machten es nicht schlecht aber eine Dreierkette ist schon sehr riskant. Charleroi stand abwartend hinten und bei Balleroberung und schnellem Umschalten waren unsere überfordert und andauernd überlaufen. Es gab viel zu viele Räume für den Gegner.
      Vorne lief nicht viel, da leider unser bester Spieler Prevljak einen kompletten Off Day erwischte und der neue 10er links aussen ständig den Ball vertendelte.
      Das Mittelfeld ist der Schwachpunkt. Zu dünn und schwach besetzt und alle wichtigen Duelle verloren. Auf der 6er Position muss ein guter Mann her und beide Seiten im Mittelfeld gefielen auch nicht.
      Bei diesem Kader ohne Verstärkungen glaube ich schon, dass die AS unter den letzten 3 landen wird. Der Trainer ist endlich mal Top. Aber der Kader ist diesmal schwächer besetzt als die Jahre zuvor und das ausgerechnet in dem Jahr, wo 3 statt 1 absteigt. Auf die Jugend setzen ist sinnvoll aber sie müssen auch von erfahrenen guten Leuten umgeben und geführt werden.

      Nach den ersten 4 Spielen wird Eupen wenig überraschend ganz unten stehen, auch wegen des schlecht gelegenen Kalenders. Dann ist gegen Seraing schon Druck drauf und siegen Pflicht. Ansonsten wird es eine schier waghalsige Mammutaufgabe sich zu retten

  12. Ich finds ja interessant das hier jeder meint der Trainer wäre Top.
    Ausser das sich unter Ihm Ungarn nach langer Zeit noch mal für eine EM qualifiziert hat war der rest nicht sehr beeindruckend (wäre er so gut würde er auch nicht Eupen trainieren)
    Er war meist für ne kurze Zeit erfolgreich und wurde dann entlassen oder ging von selber.

  13. Verbeserer

    @Peter Müller,
    Wie @Mungo schrieb:

    Mungo
    29/07/2022 19:53:

    „Karl der Große soll einst gesagt haben: „Richtiges Denken geht mit richtigem Sprechen und richtigem Schreiben einher.“ Gut,wir alle machen mal Schreibfehler. Aber wenn ich mir ihre Fehlerquote so ansehe, frage ich mich, wie das mit dem Denken bei ihnen so läuft.“

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