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AS Eupen auch in diesem Sommer ein Taubenschlag: Identifikation der Fans mit dem Verein nimmt weiter ab

Foto: Shutterstock

Die Fans von Fußball-Erstligist AS Eupen werden sich auch vor der Saison 2020-2021 an viele neue Gesichter gewöhnen müssen. Wie schon vor einem Jahr, als laufend Spieler den Verein verließen und andere kamen, wird das Gelände am Eupener Kehrweg auch in diesem Sommer ein Taubenschlag sein. Der einzige Unterschied zur letzten Saison besteht vielleicht darin, dass diesmal kein neuer Trainer verpflichtet wurde.

Von Kontinuität kann also keine Rede sein. Danijel Milicevic, Olivier Verdon, Jon Bautista, Megan Laurent, Flavio Ciampichetti, Omid Ebrahimi, Saeid Ezatolahi, Jonathan Bolingi, Smail Prevljak und wahrscheinlich noch ein paar andere Spieler werden Eupen verlassen. Das ist fast eine komplette Mannschaft.

Als Neuzugänge sind bisher nur der Senegalese Amara Baby (Antwerp) und der belgisch-französische Torwart Théo Defourny (Lokeren) zu erwähnen. Zudem wird Knowledge Musona für eine weitere Saison vom RSC Anderlecht ausgeliehen. Der Kelmiser Nachwuchsspieler Lorenzo Offermann erhält einen Zweijahresvertrag für die U21-Mannschaft.

Viele kommen und gehen, er bleibt: AS-Trainer Beñat San José. Foto: OD

Um eine schlagfertige Mannschaft zu haben, müssen noch etliche Verstärkungen folgen. Diese ständige Unruhe in der Transferpolitik ist mitunter auch ein Grund dafür, dass die Identifikation der Fans mit dem Verein von Jahr zu Jahr nachlässt.

Zur Vorbereitung auf die neue Saison werden die Schwarz-Weißen auch in diesem Jahr ein einwöchiges Trainingslager absolvieren. Dieses findet von Donnerstag, 2. Juli, bis Mittwoch, 8. Juli, im niederländischen Horst, unweit von Venlo, statt. Im Parkhotel haben in der Vergangenheit europäische Topclubs wie FC Porto, Galatasaray Istanbul und FC Valencia oder auch die niederländische Nationalmannschaft Trainingscamps abgehalten.

Während des Trainingslagers sollen am 5. und 8. Juli unter Ausschluss der Öffentlichkeit auch zwei Testspiele stattfinden. Aufgrund der noch unsicheren Corona-Bestimmungen können Gegner und Austragungsorte erst zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt werden. (cre)

Zum Thema siehe auch folgende Artikel auf OD:

21 Antworten auf “AS Eupen auch in diesem Sommer ein Taubenschlag: Identifikation der Fans mit dem Verein nimmt weiter ab”

  1. Seid dem die „Wüstensöhne“ den Klub haben hatten die Auftritte in der 1D viele Fans besänftigt. Denn mal ehrlich, ohne die Finanzspritze gäbe es nicht das tolle Gelände und das ganze Drumherum und einige gute Jobs. Nur eines hat man vergessen, Tradition lässt sich nicht kaufen. Wenn der Sponsor mal wegfällt sieht man ja bei den Nachbar von Union.

    • Kann man den AS-Fans nur wünschen, dass die Show bald ein Ende hat und sich die Leute wieder mit den Spielern identifizieren können.
      Ich gönne Euch die D1 aber lasst euch nicht davon blenden

  2. peter Müller

    Reisende soll man nicht aufhalten. Man will die Spieler auch nicht halten, sonst würden sie Längere Vertrage mit ihnen abschliessen. Da wo sie das Geschäft vermuten, werden 2 Jahresverträge gemacht , siehe mit dem Nachwuchsspieler Offermann, der kostet soviel wie nix, könnte aber in zwei jahre Geld bringen.

  3. Man sollte aufhören zu glauben, die AS könnte nur dank der Gelder von Aspire in Belgien als Profiverein existieren. Inzwischen hat selbst Lommel mit Manchester City einen potenten Investor gefunden. Auch Ostende ist nicht pleite gegangen und hat einen Investor gefunden. Dank seines Stadions und des übrigen Vereinsgeländes hat die AS Eupen eine Attraktivität für Investoren. Ein anderer Investor hätte vielleicht im Vergleich zu den Kataris höhere sportliche Ambitionen. Die hat Aspire nie gehabt. Wäre nicht White Star mit dem Bico 2016 die Profilizenz verweigert worden, wäre Eupen eh nur Zweitligist, wenn nicht sogar in der D1 Amateure, denn seitdem ist die 1B deutlich stärker geworden. Die AS kann nur hoffen, dass die Pro League nicht auf 18 oder 20 erweitert wird wegen Waasland-Beveren, denn dann gäbe es am Ende der nächsten Saison mehrere Absteiger, und Eupen wäre mit der Politik der letzten Jahre, die sich nicht ändern dürfte, wohl oder übel einer der Absteiger. Aspire hat es nie geschafft, der AS eine Seele zu geben. Mit Geld und Marketing allein kann man im Fußball keinen dauerhaften Erfolg haben. Dass Eupen seit 2016 erstklassig ist, hat nur damit zu tun, dass es nur einen Absteiger gab. Eine Mannschaft war immer schlechter als Eupen. Auch bei der Trainerwahl hat die Vereinsführung nie jemanden holen können, der Erfolg verspricht. Ob Tintin Lopez, Condom, Makekele oder jetzt Benat San Jose, sie waren allesamt Durchschnittstrainer. Kein Vergleich mit Wolfgang Frank, Bernd Storck oder Bernd Hollerbach, die alle zu Eupen passten oder gepasst hätten.

    • Ekel Alfred

      @ Ref, wofür haben die „Kataris“ sich für Eupen….und nicht für eine wohl bekannte Weltstadt wie Aachen entschieden….die auch noch über ein erstklassiges Stadion verfügt….wo Champions-League Spiele stattfinden können?….

  4. Das wird weltweit so praktiziert. Ich weiss nicht, was die Leute hier teilweise wollen. D1 nur o teilweise mit Einheimischen (Eupenern)(gibt es nirgendwo). Bei Andretecht spielt z. Bsp. auch kein Brüsseler, aber viel Eupener idemtifizieren sich mit ‚Anderlecht‘ (??). Andere Mannschaften hängen auch am Tropf der Investoren. Fussball auf höherem Niveau ist ein Geschäft. Aber den Neidern kann man nichts recht machen. Skandal auf Schalke, Kühne beim HSV o Steuerhinterziehung beim Standard Lüttich – die Mauscheleien bei Mouscron, Mechelen, Waasland etc. Ganz zu schweigen vom ‚Verband‘ selbst. Manchmal frage ich mich, mit wem o womit sich der ein o andere ‚identifizieren‘ will. Fussball IST ein Tagesgeschäft auch in Belgien wie auf der GANZEN WELT. Ein Kommen u Gehen. Ob Liverpool, Dortmund o Barcelona. Die, die hier alles kritisieren, zögern auch nicht für ein paar hundert Euro mehr, die jetzige Arbeitsstelle im Privatsektor zum Konkurenten hin zu wechseln (wegen des Geldes u der Karriere). Soviel zur Loyalität u Identifikation eines jeden. Wie im Kleinen so auch im Grossen. So läuft das leider….in jeder Sportart.

    • @Uri: Richtig! Aber manche Vereine übertreiben es maßlos. Fußball wird für Spieler und Fans organisiert und nicht um fast ausschließlich Geschäfte zu machen. Mindestens 60 Prozent des Kaders müsste man über einen längeren Zeitraum halten, um der Mannschaft eine Seele und Wiedererkennungswert zu geben. Alles andere ist Kokolores.

  5. peter Müller

    Du Verwechselst da was. Die Kataris sind Besitzer vom Verein. Was in England normal ist.
    Investoren braucht jeder Verein. Das ist es ja, warum In Deutschland Hoffenheim und Leibzig so unbeliebt sind.

    • Gerd Liebertz

      @peter Müller
      Nur mit dem Unterschied, dass diese beiden Vereine nicht jedes Jahr die komplette Mannschaft austauschen. Die AS will irgendwo mitschiwmmen, wo das Wasser viel zu tief ist für diesen Verein. Und wenn ich schon die ganzen Möchtergerne da rumlaufen sehe und die meinen, sie wären Gott persönlich, da wird mir schlecht. Wartet mal ab, wenn in 2-3 Jahren die Kataris weg sein sollten, dann sehen wir den Verein in der D3 wieder, denn da gehört sie auch hin!!

  6. Was traurig und verärgernd ist, jedes Jahr dasselbe. Jährlich werden die Fans mit einer neuen Mannschaft konfrontiert, die guten möchte oder kann man nicht halten und es kommen neue, unbekannte oft auch schlechte Spieler, das ganze Jahr über versuchen die neu zusammengewürfelten und der Coach eine kompackte Mannschaft zu kreieren, auf dem Wintertransfermarkt muss man dann noch
    mal zugreifen um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Fans sind dann verärgert und jedes Jahr stelle ich mir die Frage “ möchte ich mir das nochmal antun?? “ Aber das Umfeld vom Stadion mit Bekannten und ein Bierchen siegt dann trotzdem und das Abo wird gekauft

  7. Ich bin Lokalpatriot und würde mich riesig freuen die D1 mit Eupener Jungs oder eben Ostbelgiern zu schaffen aber mal Hand aufs Herz. Die ganze DG hat ungefähr soviele Einwohner wie unsere Nachbarn in Stolberg. Fraglich ob sich da ausreichend genügend Talente finden lassen. Ansicht würd ich mich ja freuen, wenn auf dem Platz mal deutsch gesprochen wird aber das mal nur so am Rande.

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