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Ab heute Notruf 112 nur noch für wirklich dringende Fälle – sonst die 1722

Die Leitstelle einer Notrufzentrale. Foto: dpa

Ab diesem Dienstag, 1. August 2017, soll der Notruf 112 nur noch für wirklich dringende Notfälle gewählt werden. Für andere Notrufe wird fortan die 1722 zur Verfügung stehen.

Bei einem Notfall sollen Bürger die 1722 wählen, wenn Notrufe für nicht lebensbedrohliche Probleme angegeben werden müssen, z.B. bei Unwetterschäden, Überschwemmung oder Wespennestern.

Grund für diese Maßnahme waren unter anderem der Tod eines erkrankten und hilfsbedürftigen Mannes, der die 112 wegen längerem Besetztton nicht erreichen konnte sowie die zeitweise völlige Überlastung aller Telefonnetze nach den Terroranschlägen vom 22. März 2016.

Foto: Shutterstock

Bei Unwettern erhöht sich in Belgien die Zahl der Notrufe um das Fünffache, sodass es sein kann, dass Fälle, bei denen es um Leben und Tod geht, mit Verspätung behandelt werden.

Dieser Schritt wird allerdings nicht überall begrüßt, denn Fachleute befürchten, dass zwei Nummern im Notfall verwirrend sein können. Im Übrigen wird von der Europäischen Kommission immer noch empfohlen, in jedem Notfall die einheitliche Nummer 112 zu wählen (siehe Tweet anbei).

Überdies ist die 1722 vorerst nicht ständig aktiviert. Mindestens eine Stunde, bevor ein Sturm oder ein Unwetter losschlägt, wird die 1722 freigeschaltet. Die Freischaltung wird über die Medien angekündigt.

Die 112 ist die kostenlose europäische Notrufnummer, die in allen Mitgliedstaaten der EU rund um die Uhr angerufen werden kann, wenn Menschen in Not sind, um sofortige Hilfe von der Feuerwehr, einem medizinischen Team oder der Polizei zu erhalten.

Wer bei Unwettern für nicht dringende Notfälle trotzdem die 112 wählt, wird aufgefordert, die 1722 anzurufen. (cre)

12 Antworten auf “Ab heute Notruf 112 nur noch für wirklich dringende Fälle – sonst die 1722”

  1. delegierter

    ich finde es soll nur eine Nummer geben. Die kennt schon jedes Kind und sie ist auch von jedem Gerät in jeder Situation anzurufen.
    Die 112-er können ja dann den anderen Dienst anfordern oder zumindest weiterleiten.

    • Pensionierter Bauer

      Vor einigen Wochen lief im VRT die Sendung „de Noodcentralas“, eine Dokumentalserie welche über die entsprechenden Zentralen in Gent, Brüssel und Lüttich berichtete. Es war schon erschreckend zu sehen für welchen Mist etliche Zeitgenossen die 112 wählen und dadurch die Leitungen und das Personal blockieren. Auch fand ich es verwunderlich dass ich, als ich vor etlichen Jahren mal einen Ambulanzwagen wegen eines nicht dringenden Transportes für eine Fahrt meines hochbetagten Vaters ins Krankenhaus benötigte, die 112 wählen musste. Ich wollte den Wagen eigentlich tags vorher bei der Feierwehr direkt bestellen, das ging leider so nicht.

  2. Geht’s noch ein bisschen komplizierter? Typisch belgischer Aktionismus. Wenn die Ausweichnummer ja noch leicht zu memorisieren wäre, etwa 333 oder 555, dann würde das ja noch Sinn machen, aber 1722? Wahrscheinlich war 1722 die einzige Nummer, die Flamen und Wallonen genehm war. Armes Land.

  3. Der Eynattener

    Wie bescheuert ist das denn? Belgien schafft es noch nicht einmal eine Nummer vollständig auszureizen, da müssen sie noch einen Dienst erschaffen, der nicht funktionieren wird.

    Was kostet der Anruf zur 1722?
    Warum nicht die internationale Nummer ausbauen?

    Versagen in Belgien

    • delegierter

      ja, das mit der Vorgeschichte stimmt, aber unter den 0900-…… Nummern wird dir heute noch geholfen. :)
      Es wundert mich auch daß es für ganz Belgien nur eine Rufnummer gibt, wo doch sonst alles streng getrennt zugeht.

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