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Wout van Aert war eine Art Zehnkämpfer bei der Tour – 15. Belgier im Grünen Trikot

24.07.2022, Frankreich, Paris: Jonas Vingegaard (l) vom Team Jumbo-Visma, der das Gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt, und sein Teamkollege Wout van Aert, der das Grüne Trikot des besten Sprinters trägt, in Aktion. Foto: Luca Bettini/BELGA Pool/dpa

Kein Zweifel, Wout van Aert hat bei der 109. Tour de France, die am Sonntag mit dem Sieg von Jasper Philipsen auf den Champs-Elysées zu Ende gegangen ist, eindrucksvoll bewiesen, dass er im Radsport das zu sein scheint, was ein Zehnkämpfer in der Leichtathletik ist.

Ob bei einem Massensprint, beim Zeitfahren oder bei einer Bergetappe, der mehrmalige Radcross-Weltmeister hat bei dieser Tour gezeigt, dass er der kompletteste Fahrer im Feld ist. Er ist ein Alleskönner.

Einige Radsport-Experten trauen van Aert sogar zu, eines Tages die Tour de France gewinnen zu können, wenn er sich entsprechend darauf vorbereitet, zum Beispiel indem er einige Frühjahrsklassiker einfach auslässt. Andere raten ihm dazu, bei den Radweltmeisterschaften in Australien im Herbst auf das Einzelzeitfahren zu verzichten und sich ganz auf den WM-Titel auf der Straße zu konzentrieren.

24.07.2022, Frankreich, Paris: Der Belgier Wout van Aert vom Team Jumbo-Visma der das Grüne Trikot des besten Sprinters trägt, hält nach dem Rennen sein Kind auf dem Arm. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

„Wout van Aert war zweifellos der stärkste Fahrer dieser Tour, auch wenn er nicht derjenige war, der Paris mit dem Gelben Trikot im Koffer verlassen hat“, urteilt der ehemalige belgische Radprofi Johan Museeuw in „La Dernière Heure“.

Museeuw über van Aert: „Die Art und Weise, wie er das Rennen fast jeden Tag beeinflusst hat, hat mich sehr beeindruckt. Er hat immer wieder zwischen seinen persönlichen Ambitionen und seinem Willen, sich in den Dienst seiner Mannschaft zu stellen, jongliert. Ich habe großen Respekt vor dem, was er erreicht hat, denn solche Fahrer sind die beste Werbung für den Radsport.“

Van Aert war am 1. Juli in Kopenhagen mit dem Ziel angetreten, das Grüne Trikot zu gewinnen, was ihm auch gelungen ist. Es ist das 20. Mal in der Geschichte der Tour, dass ein Belgier das Trikot des Punktbesten gewinnt. Van Aert ist der 15. Belgier im Grünen Trikot in Paris nach Stan Ockers (1955 und 1956), Rik Van Looy (1963), Willy Planckaert (1966), Eddy Merckx (1969, 1971 und 1972), Walter Godefroot (1970), Herman Van Springel (1973), Patrick Sercu (1974), Rik Van Linden (1975), Freddy Maertens (1976, 1978, 1981), Rudy Pevenage (1980), Frank Hoste (1984), Eric Vanderaerden (1986), Eddy Planckaert (1988) und Tom Boonen (2007).

Der 27-jährige van Aert hatte das Grüne Trikot bereits nach der 17. Etappe sicher. Mit 480 Punkten bricht van Aert auch den Punkterekord, den der Slowake Peter Sagan 2018 mit 477 Punkten seit Einführung der neuen Punktetabelle im Jahr 2015 aufgestellt hatte. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

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