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Polizei: Wieder vermehrt Trickbetrüger unterwegs – mit teils neuen Betrugsmaschen

Geben Sie keine Auskünfte über Barvermögen oder über Bankkonten. Foto: Shutterstock

„Sie haben in der Lotterie gewonnen, jetzt benötigen wir nur noch Ihr Geld“: Diese Masche ist nicht neu, funktioniert aber leider immer noch. In den letzten Wochen gingen erneut vermehrt Meldungen bei der Polizei von betroffenen Bürgern ein.

Zum Glück für die Melder ist es meistenteils nur zu einem Versuch gekommen. Dies schreckt die Betrüger jedoch nicht davon ab, einen neuen Versuch beim nächsten vermeintlichen Opfer zu starten.

Es gibt viele Arten des Trickbetrugs, auch die Vorgehensweise der Betrüger ist unterschiedlich. Im Kern geht es aber immer darum, jemanden übers Ohr zu hauen und an sein Geld oder seine persönlichen Daten zu kommen.

Daher sollten Sie immer mit gesunder Vorsicht reagieren, wenn Sie aus heiterem Himmel auf einmal ein gewinnversprechendes Angebot erhalten, ohne dass Sie irgendetwas dazu beigesteuert haben.

Kein Spiel = kein Gewinn

Dies ist eine Faustregel, die Sie sich immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen. Egal ob Sie die Nachricht des angeblichen Gewinns per Brief, E-Mail oder am Telefon erhalten. Wenn Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben.

Erst mit dem Erhalt der Rechnung geht vielen Leuten ein Licht auf. Foto: Shutterstock

Die Täter spielen mit dem Wunsch auf ein sorgenfreies Leben. Sie erhalten zum Beispiel einen Brief, eine E-Mail oder einen Anruf, bei denen Ihnen mitgeteilt wird, dass der Zufallsgenerator ausgerechnet SIE als Gewinner einer größeren Geldsumme ausgesucht hat.

Damit Sie jedoch den Gewinn erhalten können, müssen Sie entweder Ihre persönlichen Daten und/oder Bankzugriffe mitteilen oder einen bestimmten, meist höheren Geldbetrag bezahlen. Gleichzeitig werden Sie zeitlich unter Druck gesetzt, da bei zu langem Zögern der Gewinn verfällt.

Gehen Sie auf keine Fall auf solche Forderungen ein! Denn einmal bezahlt, werden Sie mit Sicherheit nichts mehr von dem angeblichen Unternehmen hören… und Ihr Geld ist weg.

Kein seriöses Gewinnspiel-Unternehmen wird von Ihnen eine Geldsumme verlangen. Hinzu kommt, dass die meisten Unternehmen von den Gewinnern verlangen, sich bei Ihnen zu melden, um Ihren Gewinn einzufordern -und nicht umgekehrt.

„Sie sind krank, rufen Sie umgehend an“: Diese Art des Trickbetrugs ist nicht neu, in unserer Gegend aber nicht so bekannt. Das Ziel ist jedoch das gleiche: Man möchte an Ihr Geld bzw. an Ihre Bankdaten.

Den Betrügern ist jedes Mittel recht, um Ihnen vertrauliche Informationen zu entlocken. Foto: Shutterstock

Sie erhalten einen Telefonanruf einer ausländischen Telefonnummer. Die Vorwahl stammt jedenfalls – bei den der Polizeizone Weser-Göhl derzeit gemeldeten Fällen – von einem europäischen Nachbarland und scheint daher im ersten Moment nicht verdächtig.

Die Anrufer teilen Ihnen mit, dass Sie erkrankt seien und dringend den Arzt X anrufen sollen. Ihnen wird eine vermeintlich belgische Telefonnummer mitgeteilt, um den Arzt X zu erreichen. Diesen Arzt X sollen Sie nach dem Gespräch schnellstmöglich anrufen, um einen Termin zu vereinbaren. Die Täter sind sogar so dreist, Sie erneut zu kontaktieren, falls Sie diese Nummer nicht anrufen.

Zum Glück für die uns bekannten Betroffenen ist es bis jetzt zu keinem Schaden gekommen. Aus diesem Grund wissen wir auch nicht genau, wie die Täter an das Geld der Opfer kommen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die Täter bei dem Rückruf die persönlichen und/oder Bankdaten der Opfer erfahren wollen.

Wie können Sie sich schützen?

Wenn Sie von einer vermeintlichen Lotterie, einem Arzt oder einer Ihnen unbekannten Person oder Gesellschaft kontaktiert werden, gelten allgemein folgende Regeln:

  • Legen Sie stets ein gesundes Misstrauen an den Tag.
  • Keine Teilnahme an einem Gewinnspiel? Dann haben Sie auch nichts gewonnen. Reagieren Sie nicht auf Briefe, E-Mails usw.
  • Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten E-Mailadressen. Löschen Sie diese E-Mails ungeöffnet.
  • Lassen Sie sich weder am Telefon noch an der Haustüre zu etwas überreden oder drängen.
  • Bitten Sie Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn um Rat und Hilfe, wenn Ihnen ein Anruf, ein Brief oder eine E-Mail komisch vorkommt.
  • Rufen Sie keine Ihnen mitgeteilte Telefonnummer an. Suchen Sie selber nach der Telefonnummer, falls Sie glauben, dass Sie doch zurückrufen sollten. Sie werden dann schnell feststellen, ob es sich um einen versuchten Trickbetrug handelt oder um einen ernst zu nehmenden Notfall.
  • Öffnen Sie unbekannten Personen im Allgemeinen nur die Haustür mit eingerastetem Sperrbügel. Lassen Sie sich von solchen unerwünschten Besuchern nichts aufdrängen oder gar zu einer Unterschrift auf irgendwelchen fragwürdigen Dokumenten überreden. Egal wie echt diese Dokumente aussehen.
  • Geben Sie keine Auskünfte über Barvermögen oder über Bankkonten.
  • Machen Sie keinerlei Terminabsprachen und sehen Sie von Hausbesuchen der Anruferin oder des Anrufers ab!

Melden Sie verdächtiges Verhalten der Polizei – und dies unmittelbar nach dem Vorfall. Sammeln Sie bei einem Schadensfall alle möglichen Beweise (Kontoauszüge, Telefonnummer,…) und begeben sich damit zur Polizei.

Kontakt Polizei: Sie können jedes Polizeikommissariat Ihres Wohnsitzes aufsuchen, um eine Klage einzureichen.
In dringenden Fällen steht Ihnen die
Leitstelle der Polizeizone Weser-Göhl (24/24 Stunden) zur Verfügung: 087/55.25.80 oder Notruf Polizei: 101.

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Büro für Kriminalitätsvorbeugung der Polizeizone Weser-Göhl
Loten 3 b
4700 EUPEN
Tel.: 087 / 450 428

E-Mail: pz.wesgo.vorbeugung@police.belgium.eu

9 Antworten auf “Polizei: Wieder vermehrt Trickbetrüger unterwegs – mit teils neuen Betrugsmaschen”

  1. Wir haben jeden Tag 8-10 Werbemails, auch aus Belgien.
    Sind aber in allen Sperrlisten eingetragen.
    Dazu kommen dann noch die Megagewinne diverser Lotterien, Erbschaften von Uronkel und Tanten, Anfragen der Witwen von Ghaddafi und Hussein. Besonders hartnäckig war Citropool , plus verschiedene Cirtoenhändler, die haben uns erst nach mehreren Anrufen mit Antwaltsdrohnung aus der Liste genommen.
    Und bei jedem Austragen der Mailliste kommen dann fix 10 neue Spammails.
    ;-)

    Jeden Tag haben wir 2-10 Anrufe von Tele 2, Belgacom, Electrabel, die wissen wollen ob wir Kunden sind(sic!)
    Vertreter von Büroartikel, Microsoft weil unser PC schwer Virenverseucht ist, Weinhändler, Lottogewinne, Reisegewinne, Hausgewinne, Autogewinne, Bootsgewinne, sowie Unfragen aller Art, auch angeblich der Region Wallone oder der Regierung aus Brüssel, die uns dann einen günstigen Gasanbieter andrehen wollen, wieder Microsoft, Stomanbieter, noch mehr Internetanbieter, Medikamentenverkäufer, Süddeutsche Lotterie, spanische Lotterie, die Belgische, die Schwedische, die Norddeutsche, Microsoft (teilweise 3 x am Tag),…

    Ein immerwährender, tagtäglicher Kampf von 7.00 bis oftmals 23.00. Bei dem meisten reicht es deutsch zu sprechen und die legen wortlos auf. Andere sind hartnäckiger und rufen mehrmal an.

  2. Lieber Tom, du solltest mal deinen E-Mail-Filter überprüfen. Z.B. Microsoft wird dich niemals per Mail anschreiben oder anrufen. Hatten wir hier auchmal – lächerlich. Belgacom und Electrabel wissen, ob du Kunde bist oder nicht.
    Bei Anrufen einfach drauflosschimpfen, egal ob auf deutsch, französisch oder englisch. Der Ton macht die Musik – hat bei uns auch geholfen.
    Unbekannte Mails löschen, egal wie neugierig man ist ;-)
    Ich habe z.B. schon einige Mail-Adressen gesperrt.
    Mir ist es sogar schon passiert, dass ich Mails von einem ehemaligen Arbeitgeber erhalten habe, die von einem Server aus Panama gekommen sind. Der Account wurde gehackt. Ein bisschen Vorsicht und ein bisschen Recherche im Internet (wenn man nicht ganz sicher ist) kann nicht schaden.
    Auf jeden Fall haben wir jetzt Ruhe – am Telefon und bei den Mails.

  3. Mischutka

    @ Agathe :
    Gut geschrieben, Agathe. Ich habe es auch schon an dieser Stelle mehrmals posaunt : Bekommt man einen Anruf (z.B. vor 2 Wochen auf mein Handy) und da fragt jemand ob ich „der X“ sei, dann antworte ich IMMER : Hier ist der Papst. Dann SINGE ich (so schief wie es geht !) so was von „Benediktus Sanktus Angelo Sierra Nevada – Amen). Hat schon öfters sehr gut geklappt – der Anrufer legt IMMER auf….. (Ein Freund hat das auch -mit Erfolg- ausprobiert und es hat geklappt).
    E-Mails immer sofort löschen (gut beraten hast du), mache ich auch. Und : Wenn ich da schon mal nach „Auskünften“ -wiederholt- gefragt wird, dann bin ich IMMER 99 Jahre alt, dann bin ich der „Papst“ oder der „Kim Kong Jung Un Fung“ , arbeite immer als „Tester“ in einem Puff, verdiene immer pro Monat (!!!) zwischen 5 und 7 € ….. und lebe im Wald auf einem Baum. Dann hörste niemals mehr wat von denen …..
    Und : Kinder sollen auch gut aufpassen : bei gewissen Spielen im Internet (wie Fußball, Kegeln u.s.w. fragen die oft nach dem Namen (oder so). Dann nenne ich meinen „Namen“, den ich aber hier nicht wiederhole, weil es unter der Gürtellinie geht ! ECHT WAHR ! (Kann ich mit einem Foto sogar beweisen, welches ich von einer „Begrüßung“ bei einem „neuen“ Spiel gemacht habe : nämlich :
    „WELCOME VO******CH“. (Habe das fotografiert weil es alle sooo lustig fanden).
    Die Täter kommen aber nicht nur aus Panama, sondern auch von der Elfenbeinküste……..
    So, nun einen schönen Sommertag und viele Grüße vom „******“ (lasse ich lieber hier sein)…..

    • Mischutka

      @ Ekel Alfred : Ja, lieber Alfred, das kannst du ruhig mal versuchen, falls du einen „verdäcchtigen“ Anruf erhälst. Sage ruhig „hier Ekel Alfred“ (schreie es am besten so brutal wie möglich) – da ruft ein Betrüger garantiert keine 2 x mehr an. Denn laut einer TV-Sendung, wo dieses (ernste !) Thema behandelt wurde, erklärten (echte) Experten, je „blöder“ man sich anstellt, je schneller haben die es „satt“ weiter zu reden. Es sind nur (leider) anständig sprechende Menschen, bzw. interessierte Menschen, die immer Opfer werden. Das merken Betrüger sofort. Bis bald !

  4. @Mischutka:
    Nun ja, alles gut und schön, ist nur doof, wenn irgendein Amt oder Behörde anruft und du meldest dich gleich mit „Hier ist der Papst *singsang*“ Ein Freund von uns hat sich immer mit „Hier ist der katholische Hundefriedhof“ gemeldet. O.K. Bekannte und Freunde wußten Bescheid, aber es kann auch mal nach hinten losgehen. Bei Anrufen melde ich mich immer mit Namen. Wenn Rückfragen kommen wie „Wer ist da?“ antworte ich immer mit „Wen wollten Sie denn sprechen ?“. Dann klärt sich die Sache meistens. Es gibt ja auch Leute, die sich einfach verwählt haben. Bei Mails bin ich schon vorsichtiger. So ein kleiner Virus schleicht sich gerne schon mal ein. Auf unseren Rechnern und Laptops läuft ein sehr gutes Virenprogramm, das zwar etwas kostet, aber sofort Alarm schlägt, wenn es „stinkt“ ;-))
    Bei allen Ganoven, die so frei rumlaufen, sollte man(n)/Frau nicht immer vom schlechtesten ausgehen.
    Obwohl die Werbeanrufe so langsam Überhand nehmen. Nur Vorsicht bei den unbekannten Mails !!!
    Das Schlimme ist nur, dass gerade ältere Leute auf Telefon-Tricks hereinfallen. Meine Schwiegermutter wird regelmäßig von uns darauf getrimmt, dass sie keine telefonischen Auskünfte gibt. Aber mit über 80 Jahren blickt sie da nicht mehr so durch. Und das ist „Futter“ für die Ganoven.

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