Allgemein

Wenn der Zug nach Eupen in Welkenraedt kehrtmacht und Fahrgäste aus Ostbelgien spät abends in Verviers stranden: Abgeordnete Jadin befragt Mobilitätsminister

Obwohl der Intercity Ostende-Eupen bis zum Eupener Bahnhof fahren sollte und mehrfach angezeigt wurde „Destination Eupen - Prochain arrêt: Eupen“, war am Montagabend der Bahnhof Welkenraedt (Bild) Endstation. Foto: OD

Am Montagabend ist der Intercity Ostende-Eupen nur bis Welkenraedt gefahren und hat dort kehrtgemacht in Richtung Verviers. Gelackmeiert waren die Fahrgäste, die nach Eupen wollten, dort aber nie angekommen sind – jedenfalls nicht mit dem Zug. Eine Ausnahme? Offenbar nicht. Die ostbelgische Abgeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR) hat bei Mobilitätsminister Georges  Gilkinet (Ecolo) nachgefragt.

Montagabend, 8. November 2021: Der Fahrgast aus Eupen ist in Antwerpen in den Zug gestiegen und will über Löwen nach Hause. In Löwen hat er noch den Intercity Ostende-Eupen erreicht.

Der Zug von Löwen hat viel Verspätung. So kommt er relativ spät in Welkenraedt an. Normalerweise sind es bis zum Eupener Bahnhof mit der Bahn nur noch 7 Minuten. Der Fahrgast aber wird nie in Eupen ankommen, jedenfalls nicht mit dem Zug, denn nach einem längeren Aufenthalt in Welkenraedt und einer krächzendend Ansage über Lautsprecher, die nicht zu verstehen war, fährt der Intercity zwar los, aber in entgegengesetzter Richtung – zurück nach Verviers!

23.03.2020, Belgien, Brüssel: Ein Zugbegleiter steht an einer geöffneten Zugtür im Bahnhof Brüssel-Süd. Foto: Thierry Roge/BELGA/dpa

An Bord sind noch eine Frau mit zwei Kindern und ein Ehepaar aus Raeren. Auch sie wollen nach Eupen und haben die Ansage über Lautsprecher ebenfalls nicht verstanden und verlassen sich auf das, was auf mehreren Bildschirmen im Zug zu lesen ist: „Destination Eupen – Prochain arrêt: Eupen“.

In Verviers angekommen, stellen die dort gestrandeten Fahrgäste aus Ostbelgien fest, dass es vor dem Bahnhof von Verviers nicht einmal ein Taxi gibt. Es muss noch gerufen werden. Das dauert.

Als das Taxi eintrifft, ist der Bahnhof von Verviers bereits geschlossen worden. Ein Bediensteter der Eisenbahngesellschaft SNCB erklärt den Fahrgästen, bevor er die Eingangstür zum Bahnhof abschließt, dass der Zug möglicherweise deshalb in Welkenraedt kehrtgemacht hat, statt weiter nach Eupen zu fahren, weil es eine zu große Verspätung gab und man wahrscheinlich bemüht war, einen Teil der verlorenen Zeit wettzumachen.

Wahrscheinlich ist das auch von der krächzenden Stimme im Lautsprecher, die man im Zug nicht verstand, so erklärt worden, aber weshalb auf den Bildschirmen immer stand „Destination Eupen – Prochain arrêt: Eupen“, konnte der Mann von der SNCB auch nicht erklären.

PFF-Präsidentin und Föderalabgeordnete Kattrin Jadin. Foto: Gerd Comouth

Wie man hört, passiert dieses Missgeschick häufiger, als man glauben könnte. Deshalb hat sich die ostbelgische Abgeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR), nachdem sie von dem Vorfall von Montagabend erfahren hatte, an den föderalen Mobilitätsminister Georges Gilkinet (Ecolo) gewandt und ihm folgende Fragen gestellt:

– Wie viele Minuten Verspätung dürfen Züge haben, um vorzeitig anzuhalten und ihre Fahrt nicht fortzusetzen? Warum geben Sie nicht im Voraus bekannt, dass der Zug vorzeitig anhält, damit die betroffenen Fahrgäste in der Zwischenzeit Vorkehrungen treffen können?

– Können Sie mir sagen, wie oft der Zug IC 514 von Ostende nach Eupen in den vergangenen Jahren wegen Verspätungen vorzeitig in Welkenraedt und Verviers gehalten hat?

– Müsste die SNCB den Reisenden von und nach Eupen nicht ein alternatives Verkehrsmittel (Bus, Minibus, Taxi oder anderes) zur Verfügung stellen, damit sie ihre Reise fortsetzen können? Wenn ja, wie oft wurde in diesem Fall ein Ersatz bereitgestellt? (cre)

41 Antworten auf “Wenn der Zug nach Eupen in Welkenraedt kehrtmacht und Fahrgäste aus Ostbelgien spät abends in Verviers stranden: Abgeordnete Jadin befragt Mobilitätsminister”

  1. Gerd Heidkämper

    Das ist doch wohl eher eine Sache für den MP! Er hat doch so viele zitierte und wichtige Connections nach oben!? Schon wieder sind wir das 5 Rad am Wagen! Herr Paasch bitte handeln.

  2. Es ist doch schon seit Jahren so, dass dieser Zug ab einer bestimmten Uhrzeit nur noch Welkenraedt als Endstation hat. Ob das gut ist oder nicht, müsste geklärt werden, aber als Fahrgast muss man sich schon vorher informieren, bzw einfach mal am Bahnsteig auf die Anzeigetafel schauen.

    • Fahrgast

      Ajja, es ist bekannt, dass die ganz späten Züge nur bis Welkenraedt fahren, was auch so überall angegeben wird. Darum geht es aber hier nicht. Dieser Zug war früher, es stand sowohl auf der Anzeigetafel als auch auf den Bildschirmen im Zug „Destination Eupen – Prochain arrêt: Eupen“, sogar noch während der „Rückfahrt“ nach Verviers!!!!

      • Walter Keutgen

        Auf jeden Fall hätte der Zugbegleiter das im Zug ansage müssen und den Zug räumen. Früher vor mehr als 35 Jahren hätte die Bahn eine Draisine mit den Fahrgästen nach dem Endbahnhof schicken müssen, andernfalls ein Taxi mieten. Aber vor 25 Jahren habe ich erlebt, dass die Bahn in Brüssel eine hochschwangere Frau vor die Tür gesetzt hat, obwohl der Zug mehr als eine halbe Stunde Verspätung hatte und dadurch den Anschlusszug verpasst hatte.

        • Walter.Keutgen

          Der IC514 ist nicht der letzte Zug nach Eupen. Er kommt fahplanmäßig um 17h42 an. OstbelgienDirekt, stimmt die Nummer? Der Zugbegleiter hätte die Abweichung vom Fahrplan im Zug ansagen und den Zug räumen müssen. Oder war etwa kein Zugbegleiter anwesend? Auch eine Frage der Abgeordneten wert. In Verviers hätten dann die Fahrgäste keinen Anspruch auf ein Taxi seitens der Bahn, sondern hätten auf den nächsten Zug warten müssen. Vor Jahrzehnten war nur die Ankunft garantiert aber nicht die Fahrtzeit. Da aber im Artikel stand der Bahnhof sei abgeschlossen worden, war es wohl der letzte Zug. Hatte IC514 gar mehrere Stunden Verspätung?

    • Das kommt immer dann vor wenn der Zug Verspätung hat. Der Zug fährt nämlich sofort wieder die gleiche Strecke zurück aber wenn er schon bei der Hinfahrt zu spät ist, dann hat er auf der Rückfahrt auch Verspätung. Aber das sollte nicht zum Problem für die Zugreisenden werden.

  3. Frank Mandel

    Die Anbindung an den „Bahnhof“- Eupen, ist zu frühen oder späten Stunden nicht gut oder gar nicht gegeben.
    Gibt man Verbindungen Brüssel- Welkenraedt oder andersherum ein, sehen die Verbindungen hervorragend aus. Kein Thema.
    Eupen kann nicht mehr erreicht werden. So ist man dazu angehalten, einen Tag vorher nach Brüssel zu fahren oder sich früh morgens ein Taxi zu rufen, um den Bahnhof von Welkenraedt nutzen zu können.
    In Eupen steigt auch kaum noch jemand ein oder aus zu gewissen Zeiten.
    Fazit: frühe oder späte Verbindungen sind von und nach Eupen nicht möglich, Welkenraedt geht super!

  4. Frühe Verbindungen sind in Eupen optimal, nicht umsonst fahren unsere deutschen Nachbarn gerne von Eupen ans Meer.
    Es sind die späten Ankünfte welche manchmal nicht klappen.
    Zu meiner Studentenzeit gab es keinen Bahnhof in Eupen.
    Hier macht man aus einem Furz ein Donnerknall

  5. Vielleicht könnten bei einer solchen Diskussion die konkrete Uhrzeit angegeben werden ?
    Belgiantrain.be:
    Der letze (IC518) Ostende (18.42) – Eupen (21.42) ist um 21.35 in WKDT und fährt bis Eupen.
    Die darauffolgenden IC (519,520 und 521) verlassen Ostende jeweils eine Stunde später, fahren aber nur bis WKDT.

  6. MeineMeinung

    Ich glaube, hier sind einige Kommentatoren, die nicht verstanden haben, worum es geht. Es geht nicht um eine Verspätung, die es immer geben kann. Es geht darum, dass ein Zug, der
    explizit nach Eupen fahren sollte, nur bis Welkenraedt fährt und von dort aus nicht nach Eupen, sondern zurück nach Verviers, wo man dann auch noch ein Taxi nehmen musste. Ich glaube nicht, dass der Zug von Köln nach Aachen in Düren hält und dann nach Köln zurückfährt und dabei im Zug immer noch „Aachen Hauptbahnhof“ als Ankunft angegeben würde. Das würde sich nicht einmal die chaotische Deutsche Bahn erlauben.

    • @MeineMeinung:
      Die Uhrzeit -oder angebliche Verspätung- ist wichtig: Falls die Betroffenen nicht den IC518 genommen haben, sondern einen Späteren, fuhr dieser Zug nur bis WKDT.
      In dem Fall wäre die Anzeige im Zug falsch gewesen. Mehr nicht.
      Das scheint mir wahrscheinlicher, als ein Zug der seine Strecke nicht einhält.

      • Walter Keutgen

        5/11, Sie scheinen aber wirklich nicht viel mit dem Zug gefahren zu sein. Man muss immer auf Überraschungen gefasst sein und dabei eine gute Kenntnis der Geografie haben. Die Anzeigen, die Sie bemängeln, waren dann aber sowohl auf dem Bahnsteig des Abfahrtsbahnfofs und im Zug. Solche verfrühte Rückfahrten habe ich schon in Lüttich gesehen. Allerdings wurde man dann richtig informiert. Eigentlich muss ein Zug vor der Umkehr oder dem Abstellen geräumt werden: Ein oder mehrere Bahnwerker gehen durch den ganzen Zug und fordern alle auf auszusteigen. Wenn es ein planmäßiger Zug nach Welkenraedt war, steht er auch einige Zeit (ca. 50 Minuten), bevor er die Rückreise antritt, das hätten die Fahrgäste bemerkt.

        • Zu viele „Wenn“.
          Anhand der konkreten Uhrzeit kann festgestellt werden, was Sache war.
          Dadurch wird die Arbeit der Ministerien erleichtert und ein Sturz der Regierung kann vielleicht noch vermieden werden. 😉😉

  7. Habe meinem Sohn ein Auto zur Verfügung stellen müssen um nach Lüttich zur Uni zu gelangen denn mit dem Bus zu spät mit dem Zug nicht immer nach Eupen. Raeren Lüttich ist eine Katastrophe das soll die Mobilität der Zukunft darstellen lob den grünen Fantassten. Soviel zum Thema das Auto abschaffen. Der Umwelt zu liebe. Es funktioniert einfach nicht !

  8. Zuhörer

    Das ist mir vor ein paar Jahren auch passiert. Ich war auf der Autoausstellung in Brüssel. Zum Glück hatte ich doch ein bisschen vom Lautsprecher mitbekommen. Ich war mir nicht sicher was da gemeint war, deshalb bin ich vorsichtshalber ausgestiegen. Im Bahnhof Welkenraedt war Totenstille. Ich kannte aber Leute in Eupen, die mich dann am Bahnhof abgeholt hatten. In Eupen konnte ich dann mit meinem Wagen nach Malmedy, nach Hause fahren. Ich sage es nochmals. Von Malmedy aus, ist es unmöglich zum Beispiel nach Antwerpen zu gelangen. Oder man muss irgendwo übernachten. Am gleichen Tag schaft man es nicht mehr zurück. Trotzdem sollen wir mehr mit öffentliche Verkehrsmittel reisen. Ich wünschte mir, einer oder eine Person von Ecolo würde es mal mit mir versuchen von hieraus zu verreisen. Was auch noch dazu kommt, ich bin gehbehindert. Es ist unmöglich, Wenn man auf Bahnhöfe in Brüssel umsteigen muss. Wenn der eine Zug im Bahnhof ankommt, fährt der nächste schon ab. Man hat keine Zeit zum laufen. Was mache ich nur, wenn ich nicht mehr Autofahren kann? Kommen die Grünen Weltverbesserer mich denn abholen, und zurück bringen? Bis zur nächsten Bushaltestelle ist es fast ein Kilometer. Ziemlich bergauf. Auch wenn ich noch ein paar Jährchen älter bin, möchte ich doch noch bestimmt ein bisschen Rauskommen.

    • Walter Keutgen

      Zuhörer, dann gebe ich mit bitterer Ironie die freche, rotgrüne Antwort: Sie können ja die geichen Strecken befahren wie die Mehrheit. Die öffentlich Beförderung brät keine Extrawürste. Hinweis, wie macht man am selbem Tag Lüttich-Malmedy von Haustür zu Haustür und zurück?

    • deuxtrois

      „Von Malmedy aus, ist es unmöglich zum Beispiel nach Antwerpen zu gelangen. “

      Komisch, bei mir hat das ganz einfach funktioniert: Mit dem Bus nach Verviers, von dort mit dem Zug nach Löwen und dann einmal umsteigen und im Anschluss nach Antwerpen. Wie lange dauern Ihre Tage denn so im Durchschnitt? Meine jedenfalls länger als 3 Stunden.

  9. Krisenmanagement

    Nur eins kann ich nicht verstehen, warum setzt sich Frau Mauel nicht im Wallonischen Parlament ein? Jetzt muss wieder Frau Jadin die Kohlen aus dem Feuer holen. Ich verstehs nicht. (Jenny war doch viel aktiver) Welche Kompetenzen haben eigentlich die Ecolo-Minister? Aber dann den Individual-Verkehr verteufeln! Warum benötigt eigentlich jede Region einen Mobilitätsminister?

      • Krisenmanagement

        @Walter Keutgen Das scheint nicht so zu stimmen. Der Mobilitätsminister ist aus der Wallonischen Region mit Amtssitz in Namur. Habe ich extra nachgesehen. Also hätte das die Regionalabgeordnete tun müssen.

        • Walter Keutgen

          Krisenmanagement, im Artikel, noch im in Fettdruck Geschriebenen, steht „Mobilitätsminister Georges Gilkinet (Ecolo)“. Er ist in der föderalen Regierung und sogar Vizeerstminister. Genau wie für andere Bereiche haben wir mehrere Mobilitätsminister. Die Bahn ist föderal, die Busse und Straßenbahnen sind regional. Der wallonische könnte aber den TEC anweisen, in so einem Fall das Zugticket gelten zu lassen, wenn denn der TEC so spät noch fährt.

  10. Mir persönlich ist etwas sehr ähnliches vor ca. 2 Jahren passiert, allerdings früh morgens. Ich sollte um etwa 7 Uhr morgens meine Verbindung Eupen -Brüssel nehmen. Am Bahnsteig in Eupen erfuhr ich dann per Durchsage dass wegen Verspätung der Zug nicht in Eupen startet sondern in Welkenraedt. Also schnell ins Auto und schnellstens nach Welkenraedt. Ich habe den Zug auch noch gerade so erreicht. Nur was wenn ich nicht meinen Wagen direkt vor dem Eupener Bahnhof geparkt hätte?

    Ostbelgien ist und bleibt für Flamen und Wallonen einfach ein Gebiet 2. oder gar 3. Klasse.

  11. Ingeborg

    Irgendwann heißt es dann, dass der BH Eupen aufgrund geringer Passagierzahlen schließen muss. Ich fahre jetzt ab Verviers, weil ich muss sicher sein, dass ich nach Bxl und abends nach Hause komme.

  12. Preussens Gloria

    Wir hatten mal einen tollen Bahnhof in Hergenrath aber weil auf deutschsprachigen Gebiet gelegen musste dieser weg. Offiziell gab’s bestimmt eine andere Begründung.
    Zurück zum Thema, Eupen ist doch für den Rest des Landes nur der Appendix Belgiens. Da gibt man sich dann nicht besonders Mühe, warum auch? Eupen ist eine Kleinstadt innerhalb eines Kleinstgebietes am äußersten östlichen Rand. In anderen Ländern ist das mit so Randgebieten auch nicht anders. Schaut mal rüber in die deutsche Eifel, da kannste froh sein wenn einmal am Tag der Bus kommt.

  13. Sie fragt seit 15 Jahren allerhand , jedoch was macht unsere Madame ?
    Nichts, sie stellt Fragen, ist dies unsere Abgeordnete?
    Das kann jede Home-Office Angestellte; eine Blamage für die D.G.
    Ich nenne solche Lachnummer eine Null….

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern