Gesellschaft

Frauenrechtlerinnen setzen jetzt die FIFA unter Druck: Ausschluss des Iran von Fußball-WM in Katar gefordert

01.10.2022, Italien, Rom: Eine Frau zeigt auf einer Demonstration iranischer Studenten für die Menschenrechte im Iran das Victory-Zeichen vor einer iranischen Fahne. Auslöser der Demonstration war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im Iran, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen wurde. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Die politischen Unruhen im Iran haben auch Folgen für den Fußball: Ein Profi wurde festgenommen. Jetzt fordern Aktivisten für Frauenrechte, der iranischen Nationalelf die Teilnahme an der Fußball-WM in Katar zu verweigern.

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hat die iranische Frauenrechtsbewegung „Open Stadiums“ den Weltverband FIFA aufgefordert, den Iran von dem Turnier in Katar auszuschließen.

„Warum sollte die FIFA dem iranischen Staat und seinen Vertretern eine weltweite Bühne geben?“, heißt es in einem Brief, den die Organisation an den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino persönlich gerichtet hat.

28.09.2022, Berlin: Mit Plakaten von Masha Amini demonstrieren Teilnehmer für Demokratie und Freiheit im Iran auf der Reichstagswiese. Foto: Kay Nietfeld/dpa

„Open Stadiums“ fordert seit Jahren den freien und ungehinderten Zugang von Frauen zu Fußballstadien im Iran. Inmitten der heftigen Proteste im Land gewinnt das Ansinnen weiter an Gewicht. Die FIFA hat sich vorerst nicht zu dem Schreiben geäußert.

Hintergrund der Demonstrationen sind die Vorfälle um den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah, ist unklar. Die junge Frau war ins Koma gefallen und am 16. September in einem Krankenhaus gestorben. Seitdem demonstrieren landesweit die Menschen gegen den repressiven Kurs der Regierung und das islamische System.

„Dieser Staat lehnt es nicht nur ab, Grundrechte und Menschenwürde zu respektieren. Er foltert und tötet sein eigenes Volk“, heißt es in dem Schreiben der Frauenrechtsbewegung weiter: „Wo sind die Grundsätze der FIFA-Statuten in dieser Hinsicht? Wir fordern die FIFA auf, den Iran unverzüglich von der WM 2022 in Katar auszuschließen.“

Der Iran trifft in der Vorrundengruppe B auf die USA, England und Wales. Das erste Spiel ist am 21. November die Begegnung gegen England.

28.09.2022, Berlin: Die Schauspielerinnen Natalia Wörner (l) und Ursula Karven nehmen an einer Kundgebung für Demokratie und Freiheit im Iran teil. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der ehemalige Fußball-Nationalspieler Hossein Mahini im Zusammenhang mit den Protesten in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 36-Jährige sei am Donnerstagabend auf Anordnung der Justizbehörden wegen seiner Unterstützung für die anhaltenden Proteste verhaftet worden, schrieb unter anderem das Sportportal „khabarvarzeshi“. Am Freitag gab es in den sozialen Medien Solidaritätskundgebungen mit dem früheren Kapitän des 14-maligen iranischen Meisters Persepolis FC.

Ende August durften erstmals nach mehr als vier Jahrzehnten iranische Frauen für ein Ligaspiel ins Fußballstadion. Ihnen wurden nach Angaben eines Sprechers des Sportministeriums 28.000 Karten und somit 30 Prozent des Teheraner Asadi Stadions zur Verfügung gestellt. Falls das Ergebnis positiv sein sollte, werde demnächst auch in anderen Städten Frauen Zutritt in die Stadien gewährt, hieß es.

Bei dem Ligaspiel handelte es sich um die Begegnung zwischen Esteghlal Teheran und Mess Kerman. Auf Druck der FIFA durfte in den beiden vergangenen Jahren eine limitierte Anzahl von Frauen zumindest für die WM-Qualifikationsspiele ins Asadi Stadion. Ligaspiele für Frauen waren jedoch bislang tabu.

10.10.2019, Iran, Teheran: Frauen jubeln auf der Tribüne im Asadi Stadion während des Spiels. Zum ersten Mal nach fast 40 Jahren haben Frauen im Iran ungehinderten Zutritt ins Fußball-Stadion erhalten. Foto: Saeid Zareian/dpa

Im islamischen Iran war Frauen seit über vierzig Jahren der Besuch von Fußballspielen untersagt. Der erzkonservative Klerus des Landes ist der Auffassung, dass Frauen in Stadien mit fanatischen männlichen Fans und ihren vulgären Parolen nichts zu suchen haben.

„Nichts hat sich geändert – iranische Frauen bleiben von unserem „schönen Spiel“ ausgeschlossen und werden systematisch unterdrückt, wenn sie versuchen, ins Stadion zu kommen», schrieb „Open Stadiums“ am Freitag.

Mit den derzeit andauernden Protesten im Land haben sich auch mehrere Spieler der aktuellen iranischen Nationalmannschaft wie Sardar Azmoun vom Bundesligisten Bayer Leverkusen solidarisiert.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Gewalt gegen Demonstranten im Iran dokumentiert und fordert eine internationale Untersuchung. Eine massive Internetsperre im Iran hat die Verbreitung von Informationen über die Proteste stark beeinträchtigt. (dpa)

34 Antworten auf “Frauenrechtlerinnen setzen jetzt die FIFA unter Druck: Ausschluss des Iran von Fußball-WM in Katar gefordert”

  1. 9102Anoroc

    Wenn die dort Regierenden nicht langsam lernen sich zu benehmen , ist der nächste Flüchtlingsstrom schon vorprogrammiert.

    Dann werden sich wohl hier wieder einige die Finger wund schreiben, dass alles eine Verschwörung ist , die von uns organisiert wurde.
    So drückt sich ja auch schon fast die dortige Regierung aus.

    Sicher, wird alles von uns organisiert damit wir im Flüchtlingsstrom Land untergehen.-)

    Nur die Führungskräfte der jeweiligen Länder die kein Benehmen haben aus dem Verkehr zu ziehen, kann helfen unsere Welt zu verbessern , alles andere ist unterlassene Hilfeleistung und zuschauen wie sich das Volk oder Soldaten gegenseitig bekämpfen , verletzen, vertreibenoder sogar umbringen und sich zum guten Schluss wirtschaftlich auch noch selbst zerstören für einige wenige Menschen , denen das Leben Millionen anderer Menschen völlig gleichgültig zu sein scheint.

    • @9102Anoroc:
      „Wenn die dort Regierenden nicht langsam lernen sich zu benehmen , ist der nächste Flüchtlingsstrom schon vorprogrammiert.“
      Wie naiv sind Sie? Diese Länder werden von Schurken regiert, auch in hundert Jahren noch. Dort wird sich nie etwas ändern. Die befinden sich immer noch, dank ihres „Glaubens“, in der Steinzeit.

  2. Klimaschwindel

    Schön Ropa Europa kömmt doch ,Wir Drucken weiter Geld,
    Die Rentner und Obdachlosen ,wo bleiben die hier in Belgien.
    Menschen die in die Rentenkasse einbezahlt haben,müssen mit einer kleinen Rente zurecht kommen.
    Die Emigranten werden gefüttert, von deren Alterspension.
    Heute geh ich zum Sozialamt. Zeuge Kinder bekomme Kindergeld.
    Da sind ja auch Dolmetscher, die Belgische Oma oder der Opi der sich nicht mit dem Internet auskennt darf anstehen.
    Danke
    Die Situation ist immer 2 Seitig zu Betrachten.
    ANORAK Lesen Sie noch mal Ihren Kommentar.
    Krieg ist Krieg.
    Glaubst Du an die Führungskräfte ich schon sonst gebe es keinen Krieg.
    Wie sollen die der Welt Helfen.
    Erkläre mal bitte wie Du die Überzeugen kannst,dem ein Ende zu Setzen:
    Das ist nicht gegen Dich Persöhnlich geschrieben.
    Gute Nacht

    • @Klimaschwindel: Das ist immer noch Corona2019, das Rückwärts ergibt 9102Anoroc.
      Corona2019 ist dem jetzt peinlich, er hat inzwischen Menschen aufm Gewissen durch sein pro Corona Geschreibsel und pro Impfung, jetzt zuckt der schon bei jedem „plötzlich und unerwartet“.

        • @Mungo: Ich weiß es nicht, andere haben das auch schon hier geschrieben, sie sei eine Frau. Wie auch immer, nennen wir es ein ES.
          Corona2019 liegt oft weit von einem Wörterbuch, ES sollte es öfters zur Rate ziehen.
          Eine Entschuldigung von ES, ist hier allemal fällig, für dessen Corona Geschreibsel.
          Nichts wissen, viel behaupten, nichts belegen.
          WARNUNG!! Finger weg von Corona2019 – Gelaber.

          • 9102Anoroc

            @ – Chris 21:27

            Ich hatte erklärt warum ich meinen Nicknamen geändert habe.
            Auf meine Bemerkung dass es interessant wäre weshalb sie ihren Nicknamen geändert haben, möchten Sie nicht reagieren.
            Schade, aber ihrer kindlichen Handschrift nach zu urteilen , sind sie ein alter Freund von mir , der hier so oft aufgefallen ist, dass ihnen wohl nichts anderes übrig geblieben ist ihren alten Nicknamen für immer vergessen zu wollen .
            Lassen sie weiter ihre Fantasie für absurde Kommentare freien Lauf , man konnte damals schon so gut über sie lachen und das hat sich nicht geändert.

    • 9102Anoroc

      @ – Chris 8:12

      Pro corona-geschreibsel ist schon mal der erste Blödsinn den sie verzapfen.
      Ich bin nie für Corona gewesen .
      Auch das mehrere Millionen Menschen an der Krankheit verstorben sind habe ich nie befürwortet, dafür gibt es hier andere die das einen Dreck interessiert hatte.
      Dass ich meinen Nicknamen geändert habe war der Wunsch einiger Kommentatoren hier, die sich beschwert haben dass der Name nicht mehr zeitgemäß wäre und Corona vorbei ist.
      Vorbei ist es meiner Meinung nach zwar nicht, aber durch die abgeschwächte Omikronvariante natürlich auch nicht mehr das Thema des Tages.
      Bekannt gegeben hatte ich außerdem dass ich den Namen Corona 2019 durch 9102Anoroc ersetze , weil das ja für Leute wie sie besser aussieht und keine Panikattacken bekommen wenn sie irgendwo das Wort Corona lesen.

      Da sie ja schon länger dabei sein müssen wäre es vielleicht auch interessant zu erfahren , weshalb sie ihren vorherigen Nicknamen durch ein einfaches Chris ersetzt haben.

  3. Willi Müller

    Spontan habe ich Mitleid mit den Menschen, vor allem den Frauen im Iran. Sie müssen die perverse Religion der Mullahs oder wie die heißen, ausbaden und sich mit den Kopftüchern verstecken.
    Ich habe allerdings schon einmal geglaubt, die Muslime wollten nach westlichem Muster leben und würden Demokratie, Emanzipation und Freiheit für alle anstreben. Das war zur Zeit des „Arabischen Frühlings“….die Folge waren die Gründung des ISIS mit seinem Steinzeitverhalten, der Tausende Menschen erschoss, steinigte und köpfte. Seitdem ist mir eigentlich egal, was die Muslime sich gegenseitig antun, solange es uns im Westen nicht trifft. Sollen sie sich selbst helfen, denn unsere Hilfe lehnen sie ab.
    Die Frauen tun mir trotzdem leid. Sie sehen im Internet die hübschen Frauen der westlichen Länder und sollen sich selbst verhüllen, am besten mit soviel Stoff wie möglich. Und das letztlich, weil die Männer sie mit Begierde betrachten könnten und alte Greise mit wabernden Bärten glauben, dass ein Gott das so will.
    Ich drück´ euch die Daumen, Perserinnen.

  4. der heilige josef

    Im Iran kann man wenn auch eingeschränkt wählen in anderen Ländern der Region geht das überhaupt nicht, dazu gehört auch unser langjähriges Partnerland Saudi Arabien. Sie liefern uns ihr Öl und sie geben uns Kredite und beteiligen sich an vielen Europäischen Firmen. Wir liefern im Gegenzug auch alles was unsere Rüstungsindustrie hergibt. Soviel zur Beachtung der Menschenrechte.

  5. Guido Scholzen

    Seit Jahren registriere ich folgende Widersprüchlichkeit in der Islambewertung in der Politik:
    Frauen in der islamischen Welt fordern mehr Frauenrechte in der islamischen Welt, aber wenn dies von Islamkritikern in Europa gefordert wird auch für hier lebende Muslima, dann werden diese Islamkritiker als islamophob und Gegner der Diversität bezeichnet.

    Lasst die Frauen in Ruhe! Die Obsession gegenüber dem weiblichen Körper im Islam
    https://www.youtube.com/watch?v=gGTiT4Cv-pc

    Warum kämpfen Feministinnen nicht für muslimische Frauen? Frau Ayaan Hirsi Ali erklärt
    https://www.youtube.com/watch?v=tDtfeaHJSgw

    Gutmenschen sind eben in vielen Dingen einfach nur schizophren.

  6. Michaela F.

    Will man all jene Staaten ausschließen, die (teils großen) Dreck am Stecken haben, spielt Thibaud Courtois demnächst allein die WM. Keine Gegner. Und Belgien wird endlich Weltmeister.

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