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Umfrage: Weiter Impfskepsis in der Europäischen Union

17.05.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Impfgegner beteiligen sich mit mehreren hundert Demonstranten an einer Kundgebung für die sofortige Abschaffung der Corona-Einschränkungen. Foto: Jens Büttner/dpa

In der Europäischen Union ist die Skepsis gegen eine Corona-Impfung einer Umfrage zufolge nach wie vor verbreitet.

33 Prozent der EU-Bürger wollten sich weder so schnell wie möglich noch in diesem Jahr impfen lassen, sagte der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Martin Selmayr, am Montag in Wien. Damit drohe das Ziel einer Herdenimmunität in diesem Jahr verfehlt zu werden. Selmayr berief sich auf eine Umfrage unter 27.000 Bürgern, die im Auftrag der EU im Februar und März erhoben wurde.

17.05.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Ein Impfgegner beteiligt sich mit mehreren hundert Demonstranten an einer Kundgebung für die sofortige Abschaffung der Corona-Einschränkungen. Foto: Jens Büttner/dpa

Der EU-Spitzenbeamte warb für Verständnis, falls das EU-weit geplante Zertifikat für Mobilität und Zutritt zu Geschäften und Veranstaltungen nicht von Anfang an zu hundert Prozent funktionieren sollte. Auch Israel, das als Vorbild für den grünen Pass gilt, habe wochenlang mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. „Der grüne Pass hat in den ersten Wochen nicht auf dem Iphone funktioniert.“

Wichtig sei, dass sich die 27 EU-Mitgliedsländer vor dem Start des Zertifikats in zwei zentralen Fragen einigten. So sei noch umstritten, ob jemand bereits drei Wochen nach dem ersten Stich oder erst nach voller Immunisierung als geimpft gelte. Außerdem müssten sich die Staaten noch einigen, ob ausschließlich von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassene Impfstoffe gelten sollten oder auch chinesische Vakzine und das russische Präparat Sputnik V.

Jedenfalls sei das Zertifikat in den jeweiligen Staaten Grundlage für ein diskriminierungsfreies Bewegen. Geimpfte, genesene oder getestete Menschen müssten die gleichen Rechte haben – egal, ob Tourist oder Einheimischer. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel aif OD:

10 Antworten auf “Umfrage: Weiter Impfskepsis in der Europäischen Union”

  1. Corona2019

    @ – John C.

    Dazu muss man Unternehmer verstehen .

    Kein Kunde wird Sagen sie sind geimpft? , dann setze ich mich nicht mit ihnen zusammen in Das Auto das sie mir verkaufen möchten.

    Es werden aber Kunden sagen , was denn? Sie sind nicht geimpft ?
    Und jetzt soll ich mich mit ihnen ins Auto setzen ?

    Ob die Frage des Kunden berechtigt ist überhaupt danach zu fragen , lasse ich mal offen .
    Man muss aber damit rechnen das manche Kunden im Gespräch versuchen werden Dies heraus zu finden.

  2. Robin Wood

    Natürlich gibt es Skepsis bei einem Impfstoff, der in rasanter Geschwindigkeit hergestellt wurde. Zumal die mRNA-Impfstoffe bisher noch niemals vorher eingesetzt wurden und dies dann sofort bei Milliarden von Menschen geschehen soll.
     
    Sogar der pharmazeutische Lobbyverband „Vaccines Europe“ veröffentlichte im August 2020 in der Financial Times ein Memo mit folgender Bemerkung: „Die Geschwindigkeit und der Umfang der Entwicklung sowie Zulassung führen dazu, dass es unmöglich ist, die gleiche Menge an zugrunde liegenden Daten zu generieren, die normalerweise durch umfangsreiche klinische Studien und Erfahrungen von Gesundheitsdienstleistern verfügbar wären.“

    Und ja: Es sterben mehr Menschen an Corona als an Nebenwirkungen. Doch beide Todesarten sind für die Familien aller Opfer eine Katastrophe.

    Wenn die Regierung ihre Arbeit gemacht hätte und spätestens seit Mitte 2020 in Pflegekräfte und Intensivbetten investiert hätte, Gelder in die Medikamentenforschung, dann könnten wir der nächsten Welle im Herbst sicher ruhiger entgegen sehen, ohne Milliarden GESUNDER Menschen impfen zu lassen, die vielleicht niemals Corona bekommen.
    Und den Impfstoff könnte man längerfristig testen und erst dann den Menschen verabreichen, die Risikopatienten sind oder die sich freiwillig impfen lassen wollen.

    • Walter Keutgen

      Robin Wood, ja aber die „Erfahrungen von Gesundheitsdienstleistern“ entstehen doch nur durch Verwendung. Was die Forschung an Medikamente angeht, wir leben doch in einem System der Forschungsfreiheit. So von oben herunter kann man das nicht verordnen, bestenfalls Scharlatane reich machen. Wenn kein Forscher mit einer Erfolg versprechenden Idee kommt, hat man Pech. Viele Medikamente gegen Viren oder Virenkrankheiten haben wir nicht. Außerdem, bei Medikamenten sind die üblichen Testzeiten viel länger.

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