Gesellschaft

Warum kein Gefängnis für die Deutschsprachigen?

Blick in eine Gefängniszelle. Foto: dpa

Der Eupener Rechtsanwalt Yves Derwahl erachtet es als eine Zumutung, dass der Gerichtsbezirk Eupen als einziger in ganz Belgien über keine Haftanstalt verfügt, obschon Artikel 603 der belgischen Strafprozessordnung vorschreibt, dass jeder Gerichtsbezirk ein Gefängnis aufweisen muss.

In einem Gastbeitrag für einen ostbelgischen Mediendienst meinte Derwahl, es sei an der Zeit, „eine Lanze zu brechen für die Gesellschaftsschicht, die keine Lobby hat und gemeinhin als ‚böse Buben‘ bezeichnet wird“.

Die Rede ist von den deutschsprachigen Gefangenen, sei es aus den neun deutschsprachigen Gemeinden Belgiens oder auch deutschen oder österreichischen Staatsbürgern, die in Belgien in Untersuchungs-, Abschiebe- oder zur Verbüßung einer Freiheitsstrafe in Haft sitzen.

Der Eupener Rechtsanwalt Yves Derwahl.

Der Eupener Rechtsanwalt Yves Derwahl.

Derwahl: „So müssen deutschsprachige Häftlinge mit den Haftanstalten aus der näheren wallonischen Umgebung vorliebnehmen. Während seiner Haft wird der deutschsprachige Häftling in seinen Anfragen nach elektronischer Überwachung, Ausgang, Hafturlaub und frühzeitiger Haftentlassung dadurch benachteiligt, dass kein oder zumindest nicht genügend deutschsprachiges Personal im internen psychologischen Dienst der Haftanstalten Verviers, Lantin usw. angestellt ist. Jedoch ist für die diversen Anfragen das Gutachten eines deutschsprachigen Psychologen erforderlich. Gleiches gilt für die Übersetzung von Strafurteilen in deutscher Sprache, die angeblich aus Kostengründen nicht ins Französische übersetzt werden können.“

Diskriminierend und gesetzeswidrig

Derwahl hält dies für eine eindeutige Diskriminierung, denn diese Praxis verstoße gegen das Gesetz vom 17. Mai 2006 „über die externe Rechtsstellung der zu einer Freiheitsstrafe verurteilten Personen und die dem Opfer im Rahmen der Strafvollstreckungsmodalitäten zuerkannten Rechte“ sowie gegen die koordinierten Gesetze vom 18.07.1966 „über den Sprachengebrauch in Verwaltungsangelegenheiten, wonach zentrale Dienststellen sich in derjenigen der drei Landessprachen, die die Privatperson ausgesucht hat, an diese wenden müssen“.

Im Bild das Gefängnis von Latin bei Lüttich.

Im Bild das Gefängnis von Lantin bei Lüttich.

Laut dem Eupener Rechtsanwalt kommt es des Öfteren vor, dass deutschsprachigen Häftlingen seitens des Gefängnispersonals angeraten wird, „gefälligst Französisch zu lernen“, wenn man in einer der drei offiziellen und verfassungsrechtlich verankerten Landessprachen nach einem Medikament frage. Auch sei es an der Tagesordnung, dass den Familienangehörigen, die des Französischen nicht mächtig sind, der Besuch des inhaftierten Kindes verweigert werde.

Die Problematik sei seit Jahren bekannt, dabei liege die Lösung auf der Hand, so Derwahl: ein Gefängnis auf dem Gebiet deutscher Sprache, das nach Meinung des Juristen „gleichzeitig als Beschäftigungsmaßnahme dienen und neue Arbeitsplätze in der DG schaffen könnte“. (cre)

47 Antworten auf “Warum kein Gefängnis für die Deutschsprachigen?”

  1. Jugendlicher

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass jemand, der eine Haftstrafe absitzt nicht unbedingt das Recht haben sollte, wie im 5-Sterne Hotel behandelt zu werden, so ist es rein rechtlich und moralisch gesehen tatsächlich eine Diskriminierung. Ich würde mal gerne wissen, was für ein Theater das geben würde, wenn den frankophonen Eltern eines in Flandern einsitzenden Häftlings (oder andersrum) der Besuch verweigert würde, oder eben eine Übersetzung aus Kostengründen verweigert würde, da wär die Hölle los! Ich bin sicher, wenn gewisse Komforts der Häftlinge, die im Zusammenhang mit einer Haftstrafe sehr fragwürdig sind, abgeschafft würden, kämen bestimmt genug finanzielle Mittel zusammen, um zumindest die Ungleichbehandlung zu eliminieren. Ausserdem würde eine neue Haftanstallt das Platzproblem ein ganz kleines bisschen verbessern. Der Vorteil: es kann ja überall mittem im Nirgendwo gebaut werden (sodass keine Anwohner verärgert werden müssten), es ist ja nicht, als ob die Häftlinge eine gute Busverbindung bräuchten, wobei zu beachten wäre, dass Angestellte und Besucher das theoretische Gefängnis immer noch ohne zu grossen Aufwand erreichen können sollten.
    Die Diskussion hierzu wird lustig, nachdem die Diskussion bezüglich des Belle Vue ja auch ziemlich heftig verlaufen ist…

  2. Aequitas&Veritas

    Satire an: Danke Herr Anwalt für diesen Beitrag. Populistischer als dieser Auftritt geht kaum noch!
    Nun ja – bei über 3000 „Klicks“ – wie OD immer behauptet, können so ja vielleicht einige neuen
    Mandatare dazugewinnen. Satire aus.
    In einem Punkt muss ich Ihnen reicht geben – wenn die Unterwanderung in den Ostkantonen zu weiter fleißig vorangetrieben wird bisher dann erreichen aus wir bald „Vervierser Verhältnisse“. Wäre dann aber schön wenn die hiesige Polizei vielleicht auch ab und zu mal bei schlechtem Wetter durch die Straßen gehen würde. Man kennt kaum noch jemandem so selten ist dieses Ereignis. Dann aber brauchen wir solch ein Palast auch nicht unbedingt bei uns denn dann wird so oder so kein „DEUTSCH“ gesprochen. Die wenigen deutschsprachigen Möchtegerngangster würde ich – nur ein Vorschlag – mit Fußfessel im Ambassador unterbringen – obwohl reicht den Herren das dortige Angebot?
    @ Jugendlicher:
    Satire an: da Ihnen ein Übergang zum Belle-Vue so am Herzen liegt, hier ein „überlegenswerter“ Vorschlag. Aus dem Belle-Vue Forum haben wir gelernt, das die Ortschaft Manderfeld ja keine Probleme mit dem besagten Wohnheim hat. Wie wäre es, wenn man anstelle eine Menge Geld in einem Gefängnisneubau hier zu investieren, der dortigen Gemeinde beim Ausbau um weitere 100 Plätze unter die Arme greift. Sodann gestaltet man dann das Belle-Vue in ein Hotel-Gefängnis um. Da praktisch alle Zimmer mit Bad ausgestattet sind, jedes Zimmer einen Sat.-anschluss hat, ein gemeinsamer Partyraum vorhanden ist geschweige von den Möglichkeiten welche die Küche bietet und wie ich gehört habe die Unterkellerung auch für „schwere Jungs“ geeignet wäre – na wie wär.!
    Übrigens die gesunde Luft – war als Kurort schon bekannt -, sowie die anschauliche Landschaft würde manchen Anstaltspsychologen das Herz höher schlagen lassen – Satire aus.

    Andere Sorgen haben wir keine oder?

    • Jugendlicher

      Ich frage mich, ob Sie immer noch so darüber nachdenken würden, wenn sie in Lantin sitzen würden (wahrscheinlich ein Justizirrtum, denn Sie würden ja niemals eine Straftat verüben, Sie sind ja schliesslich ein Heiliger) und Sie dann benachteiligt werden, weil Sie deutschsprachig sind und dann auch noch zu unrecht. Es ist alles schön zu diskutieren und schlecht oder schön zu reden, aber solange Sie nicht betroffen sind, kann Ihnen das ja egal sein. Ich wünsche Ihnen, dass Sie irgendwann mal in eine Situation geraten, die Ihren Thesen auf den Zahn fühlt (natürlich wünsche ich Ihnen nicht unschuldig in den Knast zu kommen, das ist ehrlich gemeint, ohne Ironie, Satire, etc.) und Sie derjenige sind, der unter den von Ihnen vertretenen Thesen den Nachteil ertragen muss. Ich muss gestehen, ein Grinsen könnte ich mir dann dabei nicht verkneifen und etwas Schadenfreude bestimmt auch nicht…

      • Fragwürdig

        Ich spreche überhaupt nicht davon, dass ich für oder gegen eine Haftanstalt in der DG bin. Es geht mir nur darum, dass mein Vorschreiber, wie unter anderen Beiträgen auch, immer die Schuld beim Ausländer sucht.

        • Jugendlicher

          @Fragwürdig. Mein kommentar war nicht an Sie gerichtet, sondern an Aequitas&Veritas. Was Ihren Kommentar angeht, so scheint es mir, dass Ihre Meinung und meine Meinung gar nicht so weit auseinander liegen…

      • Aequitas&Veritas

        Hallo Herr @Jugendlicher – denke schon das ich hier mitreden kann – ich bin noch zu einer Zeit aufgewachsen, wo ich mindestens einmal die Woche auf einem Sportplatz als „ Sale Bosch“ bezeichnet wurde nur weil ich aus der hiesigen
        Gegend stamme. Ich wollte bestimmt die Probleme der „derzeitigen oder früheren Betroffenen“ nicht wie man bei uns sagt verbagetalisieren. Überrascht mich nun schon, das es mittlerweile auch schon wieder Betroffene gibt die der französischen Sprache nicht mächtig sein sollen – was ist aus unserem bilingualen Schulsystem zwischenzeitlich geworden?
        Wenn Sie Bekannte haben sollten, die in so wie von Ihnen beschrieben, durch ihre Herkunft in einer solchen Anstalt diskriminiert wurden, dann sollten Sie darüber berichten – vielleicht würde das ja dazu beitragen das derzeitige weit verbreitete Meinungsbild zu ändern. Gute Nacht.

        • Jugendlicher

          @Aequitas&Veritas. Ja ich glaube, da sind Ihr Erfahrungen und meine zt komplementär. Sie kommen, wie Sie selber sagen aus einer Zeit, wo eine gewisse Zweisprachigkeit gefördert wurde (auch wenn ich mich heute noch über die nicht vorhandene Zweisprachigkeit von gewissen Leuten der älteren Generationen wundere). Ich persönlich bin perfekt zweisprachig aufgewachsen und habe in der Schule einiges erlebt, dass mit Ihrer Aussage nicht zu vereinbaren ist. Da gab es die Wahl, ob Deutsch, Zweisprachig oder (eine kurze Zeit lang) Französisch. Bei deutschsprachiger Orientierung war alles auf Deutsch bis auf den Französischunterricht und der war ein reiner Witz, bei dem die Schüler sich (nach deren eigenen Aussagen) weigerten auch nur ein Wort Französisch zu sprechen. Dann gab es zweisprachig, oder auch Français fort genannt, da waren die Unterrichte zum Teil auf Deutsch, zum Teil auf Französisch. Da gab es im ersten Jahr sehr viele Schüler und die meisten sind ab dem 2. Jahr zu Deutsch gewechselt, weil man da ja weniger arbeiten müsse. Und dann gab es diese eine kleine Klasse mit ein paar frakophonen Schülern, die sich auch nicht so richtig anstrengen wollten, um etwas auf Deutsch zu lernen. Dann kam 2004 unser Unterrichtsminister der (Pro)DG, der diese Kluft noch weiter aufreissen liess. (damals war er ja noch PDB, die die Einsprachigkeit fördern wollten, danach hat er die seit Jahrzehnten von der CSP gepredigte These der Mehrsprachigkeit übernommen) und jetzt aber grosse Probleme hat, das inzwischen entstandene Loch wieder zu schliessen. Also das zweisprachige Schulsystem ist in seiner jetztigen Form ein reiner Witz.
          Nein, ich habe keinen Bekannten, der in einer solchen Anstallt der Herkunft wegen diskriminiert wird. Das bedeutet aber nicht, dass diese Vorfälle nicht existieren, diese sind sogar zum Teil sehr gut dokumentiert! Ich sage nur, dass ich verstehen kann, dass es nicht in Ordnung ist, wenn eine Sprachgruppe diskriminiert wird, wobei es der grösste Skandal wäre, wenn einer der beiden anderen Sprachgruppen in der Form benachteiligt würde. Ich bin auch dafür, dass eine Haftstrafe eher eine Strafe sein soll als ein Urlaub und dass gewisse Komforts ganz einfach nichts in einem Gefängnis zu suchen haben. Diese Komforts kosten sehr viel Geld, welches eine ungleiche Behandlung beheben könnte. Warum soll ein Vervierser Mafiaboss besser behandelt werden, als ein (dazu verglichen) Kleinkrimineller, der aber deutschsprachig ist? Ich bin nicht dafür, dass der Standard für gewisse angehoben wird, sondern eher, dass der Standard von anderen Häftlingen herabgesetzt wird, um eine Gleichberechtigung in allen Berreichen zu erreichen. Wer im Knast landet, muss dafür schon einiges angestellt haben und sollte auch merken, dass das Unanehmlichkeiten mit sich bringt.

          • Aequitas&Veritas

            Guten Abend @Junger Mann:

            Sie haben sich echt viel Mühe gegeben – zuerst mal ein Dankeschön.

            Ich wollte in meinen Ausführungen keineswegs das Absitzen einer Gefängnisstrafe verbagetalisieren und auch nicht ins lächerliche abgleiten lassen.
            In wieweit ein Absitzen als Antwort auf eine Straftat der richtige Weg in eine Resozialisierung ist, wird ja zur Zeit von vielen “möchte gern Experten „ eifrig diskutiert, mit vielen wenn und aber.

            Die Möglichkeiten welche heute eine Fußfessel bietet, aber – und das scheint mir wichtig- in Kombination mit einem oder auch mehrere „soziale Jahre“, könnten eventuell mehr bewirken. Man muss sich aber im klarem sein, das dies nicht auf alle Strafdelikte übertragbar wäre.

  3. Öppe Alaaf

    …im ATC ist auch noch eine Menge Platz.

    Ich frage mich, wie Eupen sein würde, wenn es einmal die Einwohnerstärke von Verviers hätte.

    Öppe „nix gegen Vervierser Verhältnisse“ Alaaf

  4. 0/8/50 normaler Bürger

    Hallo Herr Derwahl,
    wieso müssen Straftäter, immer besser behandelt werden,
    wie wir normalen Bürger?
    Straftat = Straftat,
    und
    Busse = Busse
    da müssen Die eben durch!!
    Vorteile hatten die Geschädigten auch nicht !!!!!! Ganz im Gegenteil!!

  5. Öppe Alaaf

    *Satrie an*
    Jetzt Mal ehrlich, haben Sie den Derwahl in der Pigalle abgefüllt und nach Mitternacht interviewt, Herr Cremer?
    *Satrie auf Halbmast*
    Nach dem Papst, der Technoparty, der Überfremdung und der Finanzlage in Eupen, ist das hier Comedy auf höchstem Niveau.
    *Satire aus*

    Danke für diesen Lichtblick in eine Welt, in der man die Muße hat, sich solche Probleme zu machen.

    Öppe „Portugisisch in Lantin“ Alaaf

    • Comedy vom feinsten, was Herr Derwahl hier schreibt….
      Wer nimmt sowas noch ernst?? Verbrecher sollen also auch noch belohnt werden? Eine Haftanstalt bzw Gefängnis in der DG…. Was sagen denn die Opfer dazu, Herr Derwahl? Gibt es nichts wichtigeres zu tun? Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln….

  6. Kommentator

    Häftlinge haben auch Rechte. Viele sind sogar in U-Haft, ihre Schuld ist gar nicht mal erwiesen. Daher ist es allzu richtig, dass wenn man den eigenen Gerichtsbezirk will, man auch dafür sorgen muss, dass all die Dinge, die mit dem eigenen Gerichtsbezirk einhergehen, ebenfalls realisiert werden. Ist das denn so schwer zu verstehen?

    • Die Unterbringung belgischer Häftlinge in NL (Tilburg) kostet etwa 130 €
      pro Gefangenen und pro Tag : Auszug aus einem Artikel aus der belg.Tagespresse: “ C’est le coût d’un détenu en Belgique. La surveillance électronique coûte 3,5 fois moins cher
      BRUXELLES Lors du contrôle budgétaire de ce week-end, le ministre de la Justice a obtenu 25 millions d’euros pour la prison de Tilburg aux Pays-Bas.
      Un établissement péniten-tiaire loué à grands frais aux Pays-Bas pour loger 516 détenus et soulager la surpopulation carcérale endémique en Belgique. Trente millions d’euros, c’est autant que pour les pompiers.

      Nach Adam Riese macht das 516 x 130 € x 365 Tage, grob gerechnet 24,5 Millionen €
      Nicht schlecht , oder?

      • Öppe Alaaf

        Ja, beeindruckende Zahl, aber eine permanente Auslastung mit 516 deutschsprachigen Gefangenen halte ich auch nicht für realistisch.

        …oder übernimmt das DG Gefängnis auch Flamen und Wallonen, die dann in der jeweiligen Sprache betreut werden? *lacht*

        Einfach nur eine nette Zahl, die für den Bau eines Gefängnisses egal wo in Belgien herangezogen werden könnte.

        Viel interessanter finde ich, dass die elektronische Überwachung 3,5 Mal billiger wäre. (sh oben)

        Also: Fussfessel in Lantin anbringen, Gebrauchsanweisung auf deutsch ausdrucken, Gefangenen in die DG zurücktransportieren. Fertig!

        Öppe „die jute alte Kugel am Bein tut et doch auch“ Alaaf

  7. Kelmiser Beobachter

    Also Ich hätte kein Problem mit eien Knast hier in de nähe.
    Vielleicht kommen denn auch Kriminelle in Untersuchungshaft die im Augenblick immer wieder nachhause gehen selbstverständlich unter Auflagen da kein Platz in Verviers ist.
    Andere Lösung vor Verviers schließt mal fragen ob wir in Aachen Zellen mieten können.
    Nicht vergessen das im Moment erst Leute einfahren ab 3 Jahre wegen Platzmangels.

  8. Warum nicht nach Aachen mit deutschsprachigen Verurteilten?
    Es wäre die billigste Lösung, die Deutschsprachigen müssten nicht unter französischsprachigem Personal, bzw. französischsprachigen oder arabischen Mitgefangenen leiden. Und die deutschen Knastbrüder würden sich über deutschsprachige Unterstützung gegen türkische „Kollegen“ freuen.

    PS: Noch billiger wäre es, im Sanatorium Schlösser einzubauen.

  9. Es reicht!

    Wir brauchen kein Gefängnis in der DG. Dafür müssten jedoch die Gelder die eingespart wurden für den drastischen Alten und Pflegeheimplätzeausbau genutzt werden.
    Ich meine gelesen zu haben dass die Kapazität der Gefängnisse ausreichend wäre wenn alle Straftäter mit Migrationshintergrund ihre Haftstrafe in ihrem Herkunftsland absitzen würden? Aber ich meine ebenfalls gelesen zu haben dass die Barmherzigen Samariter (und auch Amnesty International) etwas dagegen haben könnten?

    • Kelmiser Beobachter

      Etwa 40 % sind Ausländer.
      Wieviele der verbleibenden 60 % Neubelgier sind weiß ich nicht die Zahlen werden zurückgehalten.
      Zwar gibt es mit Marokko ein Abkomen das Marokaner in den Marokanischen Knast lommen aber es gibt einge Ausnahmen zb Familie lebt in Belgien , Frau Belgier …..und das sind nicht Wenige.

      • Alberto Malich

        Ich bin ein wenig enttäuscht. Sage und schreibe 34 Kommentare, ehe Ausländer für den beschriebenen Sachverhalt verantwortlich gemacht werden. Das könnt ihr doch schneller, Jungs. Bei DAS WETTER PER WEBCAM sind wir gerade erst bei zwei Kommentaren. Wer die Algerier zuerst für den Regen verantwortlich macht, hat gewonnen!

        • Kelmiser Beobachter

          Nicht die Ausländer sind Schuld sondern unsere Politik die es zugelassen hat das keine neuen Gefängnisse gebaut wurden.
          Ab Ausländer oder Belgier wer Kriminell wird gehört einen Platz im Knast.

        • Es werden nicht Ausländer zu schuldigen gemacht in diesem spezifischen Kommentar, sondern es wird ganz einfach gesagt, dass 40% der Häftlinge Ausländer sind. das ist ein Fakt. Punkt. Da können selbst Sie und Ihr extrem linksgerichtetes Gedankengut nichts dran ändern. Ich weiss, dass Sie das nervt, aber gewisse Fakten lassen sich nicht schön reden, also lieber auf die Ausländerfeindlichkeit schieben, scheint hier Ihre Devise zu sein.

          • Alberto Malich

            Wenn Sie mir jetzt noch erläutern, was dieser Fakt zur Sache tut, sind wir schon mal einen Schritt weiter. Ich sehe nämlich keinen Zuasmmenhang. Und da stellt sich dann doch die Frage, warum gerade diese Statistik genannt wird, und nicht eine beliebige andere. Oder ist diese Frage schon wieder zu extrem linksgerichtet?

    • Germano-Belgier

      Wenn dann aber alle Belgier, die irgendwo anders im Knast sitzen, zurück nach Belgien kommen weiss ich nicht ob das unser Platzproblem löst.
      So eine „Abschiebung“ würde dann ja von beiden Seiten vorgenommen werden (müssen)… Solche Gedanken sollten also immer konsequent zu Ende gedacht werden.

  10. Christophe Heuschen

    Alle Diskussionen hin oder her, recht hat ein jeder irgendwo. Jedoch sollte man die Kosten betrachten. Die Lösung wäre, ihn auf Anfrage in ein Deutsches Gefängnis zu versetzen. Die dafür entstandenen Kosten werden dann an den Belgischen Staat weitergeleitet.
    Schließlich kommt so manch ein Bürger unschuldig in Untersuchungshaft oder sitzt eventuell eine komplette Straftat ab. Man braucht nur die falschen Feinde zu haben und sitzt anschließend ganz tief in der Klemme.

  11. Da ist allerdings ein anderes Problem. Angenommen so ein Knast hätte 40 Plätze, es gäbe aber nur 30 Insassen. Dann wäre das Risiko groß, dass zehn Leute, die mal beim Kiffen erwischt wurden und anderswo niemanden interessieren würden, von der Eupener „Justiz“ aus Profilierungssucht eingelocht würden.

  12. Schön das man sich um die Täter kümmert.

    Um sprachlich diskriminiert zu werden reicht es wenn ich, Belgier mit geringen franzosisch Kentnissen, in Kelmis im Aldi nach etwas fragen und mich keiner versteht.
    Schlimmer aber wenn sowas in einer Apotheke passiert. Mitten in der DG und keine 500m von der deutschen Grenze entfernt.
    Da fühle ich mich als deutschsprachiger Belgier diskriminiert

  13. Radermecker Albert

    Eine Info. Alle Haftstrafen unter 5 Monate können ersäzt werden durch die Elektronische Fußfessel.
    Ich kann aus eigener Erfahrung reden.Die Geschichte ist so unglaublich das man es fast nicht glauben kann .Alles began vor mehr als drei Jahre, durch eine Trennung von meiner EX-Frau mußte das Auto von ihrem auf meinem Namen umgeschrieben werden .Dazu gehört Versicherung und Autosteuer , Ich wurde aber von einer Fahrzeugkontrolle angehalten mit dem Auto und es war noch keine Umschreibung gemacht. Den Wagen hatten wir zusammen gekauft für 3000 Euro,meine Ex-Frau hatte zu dem Zeitpunkt noch Steuernachzahlungen zu leisten von 1500 Euro die ich dann bezahlte und für uns war das so in Ordnung, aber nicht für die Polizei.So wurde mir der Wagen auf der Stelle abgenommen und beschlagnahmt bis ich alle Unterlagen in Ordnung hatte.Das ging verhältnismäßig schnell.Mit den Unterlagen bagab ich mich dann zu Fuß zur Polizei ( den Ort gebe ich nicht an weil ich mit sicherheit dann erneut Probleme mit den Herren bekomme ).Dort angekommen wurde alles nachgesehen und für Gut befunden,bis mann mir sagte ich müßte von meiner Ex noch ein Schreiben vorlegen in dem sie erklärt das sie mir das Fahrzeug überlassen hat.Ich sagte das habe ,aber zu Hause und ich würde es sofort holen.Als ich mit diesem Papier dann wieder an der Wache angekommen war mußte ich wie normal immer erst mal Schellen. Man machte mir auf mit den Worten “ Du kommste jetzt nicht rein „. Worauf ich nur sagte das ich jetzt alle Papiere zusammen hatte und der Kolege drauf warten würde , worauf er wiederholte “ Du kommst hier nicht rein “ und aus dem Seitenfenster hörte ich jemanden rufen “ Wenn du Hilfe brauchst,rufst du nur “ . Ich drehte mich zu dem Fenster hin und der Beamte inder Türe sagte nur “ Das geht schon “ und in dem Moment bekahm ich nur noch einen Schlag in den Rücken und fiel die Eingangstreppen hinunter.Am Boden liegend habe ich dann gesagt “ sie währen alle Drecksäcke „. Die Tür ging zu und das wars.Ein Tag danach rief mich der Leiter der Polizeistalle an , ich sollte mal vorbeikommen,was ich auch tat.Da angekommen sollte ich mich schriftlich bei den Beamten entschuldigen , was ich auch gemacht habe .Der Leiter sagte zu mir ,jetzt ist das aus der Welt.Ich bekahm sogar mein Auto wieder zurück.Für mich war alles erledigt.
    Ein paar Monate danach stand ich vor Gericht und wurde verurteilt zu 100 Sozahlstunden oder 5 Monate Haft.
    Ich habe die Sozielstunden angefangen und nachdem ich am 7 Tag Arbeitstag ( pro Tag 8 Stunden ) hatte ich auf dem Heimweg eine Herzattacke.Meine Ärzte haben dann zu mir gesagt das ich die Sozalstunden nicht mehr weitermachen sollte und mich auf alle Fälle schonen sollte.
    Dann kahm der Fall vor der Bewährungskomision.
    Die schon abgeleisteten 56 Stunden wurden wieder auf null gesetzt,Ich hatte Ateste dabei selbst vom Krankenkassenkontrolarzt. Man entschied das ich die Fußfessel bekommen sollte. Dann bekahm ich ein Schreiben von der Polizei gebracht indem stand das ich für die Fessel nach Latin müßte am 21. Februar 2013.Nach meiner Nachfrage sollte das eine Stunde dauern.Ein guter alter Freund hat mich dann nach Lantin gefahren. Ich mußt durch die normale Kontrole durch , gab meinen Pass ab und mein Schreiben (auf Deutsch) . Es waren ungefähr 10 Personen im Eingangsbereich , aber keiner konnte etwas mit dem Papier anfangen und dann kahm der absolute Gau. Plötzlich stand das Gefängnis im Streik und dann gings los.Absolut Menschenunwürdig was da mit mir geschah.Vom komplet nackt ausziehen , bis zur Untersuchung aller Körperöfnungen.Weitere Einzelheiten will ich garnicht mehr erzählen , es kommt zuviel in mir hoch was da bis zum Tag danach alles mit mir pasierte,sogar meine Medikamente wurden mir abgenommen und keiner sagte mir auch nur ein Wort.Am zweiten Tag,Freitag, wurde ich dann zur Sozialasistentin geführt dir mir dann erklärte das ich in einer viertel Stunde mit der Direktorin sprechen würde und man alles erledigen würde . Und so war es , noch zur direktorin dir mir dann sagte das am 4.März ich meine Fessel nach Hause gebracht bekähme und ich nur noch unterschreiben müßte und dann gehen könnte.Alle Gespräche zusammen haben 10 Minuten gedauert und dafür war ich zwei Tage und eine Nacht im Knast.Wenn ich das Foto im Artikel sehe das erinnert micheher an ein Zimmer im Etaphotel als an eine Zelle in Latin.Sebst jetzt ein Monat danach habe ich immer noch Probleme damit umzugehen und von richtig schlafen bin ich weit entfernt da ich nur noch Albträume habe.

    Aber alles nur weil Polizeibeamte nicht dazu standen was sie gemacht haben.Die schriftlichen Entschildigungen die ich damals unterschrieben habe , sind bis heute spurlos verschwunden.

    Wenn einer der Leser mal mehr wissen will was da so alles abgeht stehe ich gerne zur Verfügung. Nur ich komm nicht aus meinem Sicherheitsumkreis von 50 Meter dank der Fessel raus.

    • karlh1berens

      Das Foto aus dem Etap-Hotel kennen wahrscheinlich auch alle Richter. Diese Herrschaften sollten alle zu einem einmonatigen Praktikum im Knast gezwungen werden – vor ihrer Richterlaufbahn.

  14. Laurent Klein

    Statt einer eigenen Haftanstalt könnte man doch in Erwägung ziehen, eventuell eine bestimmte Anzahl Betten in der JVA Aachen zu „mieten“. Das war ja auch in Tilburg möglich, und Aachen ist letztendlich näher an Eupen als Lantin.

    @Radermecker Albert: Sie haben also 5 Monate Haft bekommen, weil sie grundlos von Polizisten einen Schlag in den Rücken bekommen haben. Das kaufe ich Ihnen ehrlich gesagt so nicht ab.

    • Radermecker Albert

      es ist leider so. die schriftlichen Entschuldigungen die ich unterschrieben habe waren plötzlich verschwunden.Was aber sehr viel vor Gericht ausgemacht hat ist das die drei Polizisten ihre Ausagen gemacht haben und sich gegenseitig bestätigt haben und ich stand alleine da.Ich war mir in der Sache so sicher das ich ohne Anwalt war.Ich weiß jetzt das ich die Herren in der Mittagspause nicht mehr stören werde.Das möchte ich wohl noch eines hinzufügen.Der Beamte wurde versetzt,da hatte er sich ebenfalls wieder etwas geleistet und wurde wieder versetzt.Er soll jetzt garnicht mehr im Dienst sein,mir hilft das jedoch auch nichts.
      Ich stehe wie schon gesagt gerne für ein Gespräch zur verfügung.Ich bin auch unter meinem Namen in Facebook

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