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Warum die Leute trotz aller Warnungen immer noch Bitcoins kaufen

Bitcoin-Münzen, fotografiert in Berlin beim Münzhandel "BitcoinCommodities". Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bitcoin-Preis ist im vergangenen Jahr förmlich explodiert. Dabei hat die Kryptowährung keinerlei Sachwert, Experten warnen vor einem Crash. Jüngst ist der Bitcoin schon einmal abgestürzt. Wie kann es sein, dass Anleger trotzdem fröhlich weiterkaufen?

Vom Wort „Digitalwährung“ nehmen mittlerweile immer mehr Experten Abstand. Viel zu schwankungsanfällig sei der Bitcoin, als dass er ein probates Zahlungsmittel sein könnte.

Foto: Shutterstock

Vor drei Wochen war er auf fast 20.000 US-Dollar gestiegen, vor zwei Wochen auf annähernd 11.000 Dollar gefallen – um nun wieder bei mehr als 15.000 Dollar zu stehen. Wäre das der Euro, würde wohl Panik bei vielen Menschen ausbrechen.

Beim Bitcoin ist stattdessen immer häufiger von einem „Spekulationsobjekt“ die Rede: Die Wette darauf, dass man nach dem Kauf immer jemanden findet, der bereit ist, noch mehr Geld für diese Sache auszugeben – die aber die meisten nicht einmal durchschauen. Vornehmlich das ist es, was bei Joachim Goldberg, Blogger und Experte für Verhaltensökonomik, die Alarmglocken schrillen lässt.

Angst, etwas zu verpassen

„Es ist wie damals bei der Dotcom-Blase, als sich nur die wenigsten ernsthaft mit der Materie der Tech-Unternehmen auskannten, sich aber jeder fragte: Warum bin ich nicht auch dabei?“

Goldberg glaubt, dass es unter anderem Geschichten sind, von „dem einen Freund, der über Nacht reich geworden ist“, die den Ausschlag geben. Für den Zuhörer bleibe das als Referenz im Gedächtnis hängen, genauso wie die Nachrichten über immer neue Kursexplosionen.

„Jeder Mensch nutzt solche Referenzpunkte“, sagt Goldberg. Sie lösten einen Reiz aus, gegen den man sich schlicht nicht immer wehren könne. Damit einher gehe auch die Angst, etwas zu verpassen – in der Anlegerpsychologie oftmals als „FOMO“ (fear of missing out) bezeichnet.

Ein Mann benutzt einen Automaten, an dem Bitcoins ge- und verkauft werden können, an einer U-Bahnstation in London. Foto: Rick Findler/PA Wire/dpa

Diese Vorstellung, bei der ständig zitierten Preisrallye nicht dabei gewesen zu sein, versetzt den Investor von vornherein in einen Zustand des Bedauerns. Ein unschönes Gefühl, das jeder Mensch versucht, zu vermeiden. Im Zweifelsfall führt das zu einer höheren Risikofreude.

Dass die Leute beim Bitcoin momentan durchaus risikofreudig sind, zeigen die „Cryptocurrency“-Umfragen, die das Beratungsunternehmen Sentix seit September wöchentlich durchführt. Dabei wird nicht nur die aktuelle Stimmung rund um die bekannteste aller Internetwährungen erfasst, sondern auch der „strategische Bias“, also das, was die Leute dem Bitcoin mittelfristig an Wert zuschreiben.

„Der Bias reflektiert die Weisheit der vielen“, beschreibt es Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Bauchschmerzen bereitet ihm die zunehmende Diskrepanz zwischen den Stimmungswerten, die derzeit immer weiter ansteigen, und dem sinkenden Bias. „Die Emotionen überdecken hierbei das Wissen“, resümiert Hübner. „Man könnte auch sagen: Gier frisst Hirn.“

Eine klassische Finanzblase

Gäbe es diese Konstellation im deutschen Aktienleitindex Dax, dann, so der Experte, hätte er schon längst zum Verkauf geraten. Er ist überzeugt davon, dass es sich bei der Bitcoin-Rallye mittlerweile um eine klassische Finanzblase handelt. „Die spekulative Anziehungskraft hinter Bitcoin kann zu erheblichen Marktverwerfungen führen“, warnt er und ist damit einer von vielen.

Ein Mann geht in Seoul (Südkorea) an einer Anzeige mit dem Chart der Digitalwährung Bitcoin vorbei. Foto: Lee Jin-Man/AP/dpa

Von Banken und Ökonomen über Regulierer bis hin zu Politikern wird gefühlt stündlich und weltweit auf die Gefahr der Überhitzung hingewiesen. Auf der anderen Seite wird argumentiert, es sei schon seit Jahren immer wieder vor einem Crash gewarnt worden – der Rekordjagd des Bitcoin habe dies aber keinen Abbruch getan.

Auch Hübner glaubt, dass es mit den Preissteigerungen noch weitergehen könnte. „Blasen wachsen auch dann noch, wenn sie als solche bereits erkannt sind.“ Dies ändere aber nichts daran, „dass sie irgendwann platzen und es dann riesige Verluste gibt“.

Für Experte Goldberg bleibt am Ende das, was er lieber als „Reiz“ denn als „Gier“ bezeichnen würde. „Wenn man die Gier abschaffen will, müsste man eigentlich einen Teil des Gehirns rausschneiden.“ (dpa)

14 Antworten auf “Warum die Leute trotz aller Warnungen immer noch Bitcoins kaufen”

  1. P Rombach

    Beim Bitcoin nur ganz kurzfristig (einige Tage oder sogar Stunden) mitmachen (also nicht „investieren“ sondern „skalpieren“) und nach einem annehbaren Gewinn ganz schnell raus … Übrigens, wenn der Kurs nach unten geht, kann man auch mit Gewinn spekulieren …

    Dazu muss man Zeit u. Gespür haben oder sich von einem Spezialisten beraten/helfen lassen. Man kann auch ein Konto in Kryptowährungen (also nicht nur Bitcoin) öffnen u. verwalten lassen. Funktioniert nicht schlecht. Das Risiko wird so auf mehrere Währungen verteilt.

    • @ EifelEr

      Machs doch selbst, Du kannst das viel besser. ( hier könnte drinstehen was ich mir beim lesen Ihres Postes gedacht habe, Da ich mich aber nicht mit dem Staatsanwalt auseinander setzen möchte lasse ich es beim denken.)

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Seit kurzem gibt es auch eine Kryptowaehrung in Venezuela. Glaube allerdings nicht an den Erfolg, da eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik fehlt, in die man Vertrauen haben könnte.

  3. Kryptokenner

    Der Postbote warnte vor Emails
    Der Taxifahrer warnt vor UBER
    Der Lokomotivführer warnt vor Fernbussen
    ……
    Und der Banker und all Diegenigen die unbegrenzt und unkontrolliert Geld drucken können warnen vor BITCOIN den der ist Transparent und begrenzt.

  4. abendland

    in den vergangenen jahrzehnten wurde auch mit währungen spekuliert. und alle haben mitgemacht. warum soll das nun schlecht sein? weil kryptowährungen halt eben kein staatsgelder mehr sind? man muss es ja nicht tun.

  5. Marcel Scholzen eimerscheid

    Selbst wenn der Bitcoin scheitern sollte, so geht die Suche nach Alternativen zum bestehenden Währungssystem weiter. Menschen waren schon immer erfinderisch, wenn’s ums Geld geht.

  6. Das größte Manko der Kryptowährungen wird in dieser Debatte völlig ignoriert. Bitcoin & Co sind völlig anonym. Daher eignen sie sich besonders für Geschäfte die man gerne im Dunkeln macht.
    Mittlerweile werden (angeblich da nicht nachprüfbar) nach Angaben des FBI 70% aller illegalen Waffengeschäfte im Darknet mit Bitcoin abgewickelt. Geldwäsche und Drogenhandel sind ein weiteres Feld.
    Dies wird auf lange Sicht dazu führen das einzelne Staaten den Handel mit Kryptowährung kontrollieren wollen. Wenn das nicht gelingt werden sie versuchen ihn zu verbieten.
    Das US-Bankhaus Merrill Lynch hat den Handel heute ausgesetzt. Goldman – Sachs berät noch. Warum wohl?

  7. david ray

    Ich habe mehrmals Geld verloren, indem ich Bitcoins gesendet habe

    Ich habe Geld verloren, indem ich Bitcoins an eine falsche Adresse geschickt habe, und ich bin auch Opfer von gefälschten Händlern geworden, die mich blockieren und aufhören, mit mir zu sprechen, nachdem ich ihnen Bitcoins als Investition geschickt habe.

    Aber zum Glück für mich hat mir mein Freund Herrn Jim Uber vorgestellt und Herr Jim Uber ist ein professioneller Softwaremanager und Kryptotechniker, der seit 5 Jahren mit der Blockchain Company zusammenarbeitet.

    Herr Jim Uber hat mir geholfen, meine verlorenen Bitcoins zurückzubekommen, indem er einfach eine Software verwendet, für die ich bezahlt habe, und er hat mich gebeten, weitere Freunde zu empfehlen.

    Ich werde jedem empfehlen, der nach einer Möglichkeit sucht, seine verlorenen Bitcoins wiederherzustellen, sich sofort an Herrn Jim Uber zu wenden.

    Kontaktieren Sie jetzt seine E-Mail:
    jimuberservices@gmail.com oder whatsapp ihn jetzt +19784003014

    Jim Uber kann Ihnen helfen, gestohlene Bitcoins wiederzuerlangen und Ihnen auch dabei zu helfen, eine echte Bitcoin-Investition einzurichten, bei der Sie täglich Gewinne erzielen können.

    Zum Beispiel kann eine Investition von 1000 $ nach 2 Handelswochen etwa 5000 $ einbringen, ich bin ein Zeuge davon.

    weil er ein Profi ist und er mit BlockChain zusammenarbeitet.

    Grüße

  8. Corona2019

    @ – david ray

    Nehmen Sie es mir bitte nicht übel,
    aber ich empfehle den Lesern ihres Kommentars eventuell abzuwarten,
    ob dann wirklich Jim Huber es schafft Leuten zu helfen ,die ihre Bitcoins
    verloren haben.

    Ob sich hier im Forum Leute befinden die diese Hilfe nötig haben, kann ich natürlich nicht beurteilen , aber sollte es so sein, würde es natürlich gut sein , wenn Bekannte hier aus diesem Forum dies auch bestätigen könnten.

    Und erst danach kann man ja eventuell auch eine Investition tätigen, die natürlich auch nicht mit schwindelerregenden Summen sein sollte.

    Wenn ihre Geschichte stimmt, dann haben sie auch sicher Verständnis dafür dass man vorsichtig sein sollte mit
    Investitionen die im Netz angeboten werden.

    Nichts für ungut , ich hoffe sie machen persönlich ein gutes Geschäft ohne noch mal betrogen zu werden.

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