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Für Fahrgäste und Pendler wird’s ungemütlich: Am Montagmorgen Warnstreiks bei der Deutschen Bahn

09.12.2018, Hannover: Fahrgäste stehen mit ihren Koffern auf dem Hauptbahnhof in Hannover. Kunden der Deutschen Bahn müssen ab dem 10.12.2018 auf Warnstreiks und entsprechende Zugausfälle einstellen. Grund ist der Abbruch der Tarifgespräche für die Beschäftigten des Konzerns. Foto: Peter Steffen/dpa

Die neue Woche beginnt für Tausende Fahrgäste und Pendler in Deutschland ungemütlich. Das gilt natürlich auch für Ostbelgier, die im Nachbarland arbeiten und auf den Zugverkehr angewiesen sind: Bei der Deutschen Bahn wollen Beschäftigte mit einem bundesweiten Warnstreik am Montag die Arbeit niederlegen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief für die Zeit von 5 bis 9 Uhr zum Ausstand auf. Es drohen Ausfälle und Verspätungen.

Die Bahn erwartet, dass der Zugverkehr im ganzen Land „stark beeinträchtigt“ werden dürfte. Auch in den Stunden nach dem Warnstreik-Ende sei noch mit Störungen zu rechnen.

“Die Deutsche Bahn setzt alles daran, die Auswirkungen auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten“, hieß es. Unter anderem sollen Fahrgast-Betreuung und Telefon-Hotlines aufgestockt werden. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Streiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

09.12.2018, Hannover: Fahrgäste stehen mit ihren Koffern auf dem Hauptbahnhof in Hannover. Kunden der Deutschen Bahn müssen sich am 10.12. auf Warnstreiks und entsprechende Zugausfälle einstellen. Foto: Peter Steffen/dpa

„Die DB bedauert, dass die Reisenden, darunter viele Arbeitnehmer, in der Adventszeit möglicherweise mehr Zeit und Geduld aufbringen müssen, um an ihr Ziel zu kommen“, erklärte der Konzern. Ein Schwerpunkt soll nach seinen Informationen Nordrhein-Westfalen sein.

Die EVG hatte nach abgebrochenen Tarifgesprächen zu dem Warnstreik aufgerufen. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, die Aktionen sollten vor allem in Stellwerken und Werkstätten anlaufen. Am Sonntagabend (19.30 Uhr) wollte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba in Berlin ein Statement abgeben.

Das Unternehmen appellierte in einem Brief an die EVG-Führung, „an den Verhandlungstisch zurückzukehren“. Die Bahn lud die Vertreter der Gewerkschaft für Montagnachmittag zu neuen Gesprächen ein. „Wir sollten gemeinsam alles daran setzen, die Tarifverhandlungen im Sinne unserer Mitarbeiter, unserer Kunden und unseres Unternehmens kurzfristig einem Abschluss zuzuführen.“ (dpa)

4 Antworten auf “Für Fahrgäste und Pendler wird’s ungemütlich: Am Montagmorgen Warnstreiks bei der Deutschen Bahn”

  1. delegierter

    das ist auch gut so.
    Recht so.
    Die Bundesregierung will ja auch dass wir in Benelux die Indexierung abschaffen.
    Dann muss sie auch mit Streiks rechnen.
    Die Aussetzung der Indexanpassung, welche unser Michel sich geleistet hatte, wird ihm wohl auch kein zweites mal gelingen. Ich glaube dann gehen nicht nur gelbe Westen auf die Straße sondern auch andere Anoraks und Pullover; die mit den Leggings sowieso.

    • Walter Keutgen

      Von der belgischen französischsprachigen Presse mehrmals angeführt zu der Zeit, als Michel bei Merkel den Antrittsbesuch machte. Das Problem, das Merkel für die Deutschland AG lösen sollte, war, dass besonders die flämische Industrie ein wichtiger Zulieferer für die deutsche Automobilindustrie ist, die stabile Preise wünscht. Indexierung gibt es in Belgien und Luxemburg. Von den Niederlanden habe ich das noch nicht gehört.

      • @ Walter Keutgen

        Also eine Zeitungsente? Ich habe nicht gehört das irgendwer in Deutschland diesen Wunsch geäussert hat. Zum Einen hat die deutsche Bundesregierung keinen Einfluss auf belgisches Regierungshandeln zum Anderen hat die deutsche Automobilindustrie darauf noh weniger Einfluss.
        Die kann zwar Herrn Dobrindt oder Herrn Scheuer steuern und ihr oberster Lobbyist ist ein Freund aus Merkels Ministertagen, aber das war es auch schon. Über die belgische Indexierung ist in Deutschland ungefähr so viel bekannt wie über Belgiens deutschsprachige Minderheit.

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