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8. Mai 2008: Vor genau 10 Jahren verunglückte der frühere Kelmiser François Sterchele tödlich

François Sterchele (M) bei der belgischen Nationalmannschaft mit Wesley Sonck (2vl) und Vincent Kompany (r). Foto: Twitter - BelgianRedDevils

Zehn Jahre sind seit jenem 8. Mai 2008 vergangen, als der tödliche Unfall des Fußball-Nationalspielers und Brügger Stürmers François Sterchele Belgien mit großer Bestürzung und Trauer erfüllte.

Seit dem 8. Mai 2008 wird bei jedem Heimspiel des FC Brügge in der 23. Minute des im Alter von 26 Jahren tödlich verunglückten Stürmers mit einer Minute Applaus gedacht. Die 23 war Stercheles Rückennummer.

François Sterchele während seiner Zeit beim RFC Union Kelmis (2001-2004). Foto: RFC Union Kelmis

Auch in der 23. Minute des Spitzenspiels vom vergangenen Sonntag zwischen dem FC Brügge und dem RSC Anderlecht wurde geklatscht, und diesmal noch intensiver als je zuvor, weil allen klar war, dass der 10. Jahrestag des Todes von Sterchele kurz bevorstand.

François Sterchele startete seine Karriere als Fußballspieler in der Jugend des FC Lüttich. 2001 wechselte er zum RFC Union Kelmis, wo er in seiner ersten Saison gleich sein großes Talent als Stürmer andeuten konnte. Im Prinz-Philippe-Stadion blieb Sterchele bis 2004.

Von Kelmis über Löwen, Charleroi und Beerschot zum FC Brügge

Mit je 11, 14 und 23 Toren (48 Treffer insgesamt) in der drei Spielzeiten (86 Spiele insgesamt) bei den Grün-Weißen konnte Sterchele (dessen Namen viele in Kelmis wie „Sterschelle“ aussprachen und nicht wie „Sterkélé“) seine guten Leistungen aus dem ersten Jahr bestätigen.

Aufgrund seiner starken Offensivleistung nahm ihn schließlich zu Beginn der Saison 2004-2005 Drittligist Oud-Heverlee Löwen (OHL) unter Vertrag.

François Sterchele (Bildmitte, mit ausgestreckter Hand) zog durch seine Leistungen in Kelmis die Aufmerksamkeit der belgischen Fußballwelt auf sich. Foto: RFC Union Kelmis

Dort konnte sich Sterchele mit 21 Toren in nur 27 Spielen abermals offensiv auszeichnen, so dass er die Saison 2005-2006 beim Erstligisten Sporting Charleroi unter Vertrag genommen wurde. Mit neun Toren in 31 Spielen bewies er auch in der 1. Division seine Torgefährlichkeit.

Im darauf folgenden Jahr, bei Germinal Beerschot, gelang ihm dann endgültig der Durchbruch im Profifußball. Mit 21 Toren wurde er alleiniger Torschützenkönig der Jupiler Pro League.

In der Folgezeit wurde er vom FC Brügge verpflichtet, wo er auch schnell seinen Stammplatz sicher hatte.

Sterchele starb am 8. Mai 2008 in den frühen Morgenstunden durch einen Autounfall zwischen Antwerpen und Knokke. Mit seinem Porsche Cayman kam er von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und war auf der Stelle tot. Grund für diesen Unfall war laut Staatsanwaltschaft überhöhte Geschwindigkeit.

Im Jahr zuvor war er erstmals in die belgische Fußballnationalmannschaft einberufen worden, wobei er bei den Roten Teufeln zu vier Länderspieleinsätzen kam. Sein Debüt gab er dabei am 24. März 2007 bei der 0:4-Niederlage gegen Portugal.

Wie Verbiest, Coeck und Malanda

François Sterchele ist nicht das einzige große belgische Fußballtalent, das bei einem Autounfall ums Leben kam.

Am 2. Februar 1966 verunglückte der Abwehrspieler Laurent Verbiest vom RSC Anderlecht, einer der größten Hoffnungsträger des belgischen Fußballs in jener Zeit, in seiner Heimatstadt Ostende. Man nannte ihn, der im Alter von 27 Jahren starb, „Lorenzo le Magnifique“, verglich ihn mit Franz Beckenbauer und Cesare Maldini.

Der belgische Junioren-Nationalspieler Junior Malanda (Bild) kam am 10. Januar 2015 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Foto: dpa

Am 9. Oktober 1985 kam der belgische Nationalspieler Ludo Coeck bei einem Autounfall in Rumst (Provinz Antwerpen) ums Leben. Der 30-Jährige spielte lange Zeit für Anderlecht und nahm mit Belgien u.a. an der WM in Spanien teil. 1983 wechselte Ludo Coeck nach Italien zu Inter Mailand, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte. Das Stadion seines Heimatvereins Berchem Sport wurde nach ihm benannt.

Am 10. Januar 2015 starb Junior Malanda vom Bundesligisten VfL Wolfsburg. Der belgische Junioren-Nationalspieler verunglückte auf der A2 bei Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen).

Grund für den Unfall soll nach erster Einschätzung der Polizei überhöhte Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn und starkem Wind gewesen sein. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, über die Seitenplanke geflogen und gegen einen Baum geprallt. Malanda hat den SUV jedoch nicht selbst gefahren, zwei weitere Personen befanden sich im Fahrzeug. Zu der Beerdigung in Brüssel erschien die gesamte Mannschaft des VfL Wolfsburg, damals noch mit Kevin De Bruyne. (cre/wikipedia)

5 Antworten auf “8. Mai 2008: Vor genau 10 Jahren verunglückte der frühere Kelmiser François Sterchele tödlich”

  1. Ostbelgien Direkt

    ZUSATZ

    Sterchele wie Verbiest und Malanda

    François Sterchele ist nicht das einzige große belgische Fußballtalent, das bei einem Autounfall ums Leben kam.

    Am 2. Februar 1966 verunglückte der Abwehrspieler Laurent Verbiest vom RSC Anderlecht, eines der größten Hoffnungsträger des belgischen Fußballs in jener Zeit, auf der Rückfahrt in seiner Heimatstadt Ostende. Man nannte ihn, der im Alter von 27 Jahren starb, „Lorenzo le Magnifique“, verglich ihn mit Franz Beckenbauer und Cesare Maldini.

    Am 10. Januar 2015 starb Junior Malanda vom Bundesligisten VfL Wolfsburg. Der belgische Junioren-Nationalspieler verunglückte auf der A2 bei Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen).

    Grund für den Unfall soll nach erster Einschätzung der Polizei überhöhte Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn und starkem Wind gewesen sein. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, über die Seitenplanke geflogen und gegen einen Baum geprallt. Malanda hat den SUV jedoch nicht selbst gefahren, zwei weitere Personen befanden sich im Fahrzeug. Zu der Beerdigung in Brüssel erschien die gesamte Mannschaft des VfL Wolfsburg, damals noch mit Kevin De Bruyne.

    • Ostbelgien Direkt

      Richtig, vielen Dank für den Hinweis. Wurde auch eingefügt:

      „Am 9. Oktober 1985 kam der belgische Nationalspieler Ludo Coeck bei einem Autounfall In Rumst (Provinz Antwerpen) ums Leben. Der 30-Jährige spielte lange Zeit für Anderlecht und nahm mit Belgien an der WM in Spanien teil. 1983 wechselte Ludo Coeck nach Italien zu Inter Mailand, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte. Das Stadion seines Heimatvereins Berchem Sport wurde nach ihm benannt.“

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