Politik

Vivant fordert kostenlosen Schülertransport in der DG – finanziert u.a. durch Verzicht auf Ministerchauffeure

Ein Bus der TEC an einem Mittwoch nach Schulschluss am Bahnhof in Eupen. Foto: OD

Vivant fordert eine unkomplizierte Rückerstattung aller mit dem Schüle-Transport für die Sekundarschule verbundenen Kosten durch die DG. Die Finanzierung einer solchen Maßnahme soll nach Meinung der beiden Abgeordneten Michael Balter und Alain Mertes u.a. über die Abschaffung der Chauffeure für Minister und die Zusammenlegung der Posten des PDG-Präsidenten und des Senators erfolgen.

Die Kosten des Bedarfsmaterials für die Schule, aber vor allem die des Schülertransports seien für Familien mit einem geringen Einkommen teilweise sehr hoch. Darüber hinaus seien die TEC-Busse teils erheblich überfüllt und könnten somit keine Sicherheit gewährleisten, so Vivant.

Der Schüler-Beförderungsdienst steht allen Schulen der DG gleichermaßen zur Verfügung. Die TEC bedient die Hauptstrecken. Um abgelegene Gebiete kümmert sich der Schülerbeförderungsdienst der DG, falls die Mindestentfernung zwischen Wohnsitz und Schule groß genug ist.

Michael Balter (links) und Alain Mertes von Vivant. Foto: OD

Ein Jahres-Abonnement der TEC kostet nach Angaben von Vivant entweder 128 Euro für 1 bis 2 Zonen oder 167 Euro ab 3 Zonen. Kinderreiche Familien – ab 3 Kindern gilt man als solche – können 20 Prozent Rabatt auf die Abonnements erhalten, wenn eine aktuelle Haushaltszusammensetzung oder die Karte „kinderreich“, welche bei der SNCB erhältlich ist, bei der TEC vorgelegt wird.

„Leider verzichten einige Familien auf diese Ermäßigung aufgrund der bürokratischen Prozedur“, bedauert Vivant. Eine Kostenentlastung bestehe bei mehreren schulpflichtigen Kindern in einer Familie. Dann müssten maximal zwei Abonnements von 167 Euro bezahlt werden. Allerdings könnten rund 85 Prozent der Familien in der DG nicht von diesem Angebot profitieren.

Balter und Mertes: Steuergelder vernünftig verteilen

Bei zwei Kindern oder mehr bezahlen die Eltern 334 Euro pro Jahr – „in unseren Augen viel Geld“, so Vivant. Vor allem Alleinerziehende würden unter der momentanen Regelung leiden, da sie durch die stets steigenden Schulkosten vermehrt in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Zudem könne rund ein Fünftel der Haushalte in Belgien lediglich auf ein monatliches Gesamtguthaben von maximal 1.500 Euro zurückgreifen.

Die TEC-Busse sind teils erheblich überfüllt und können somit keine Sicherheit gewährleisten, so Vivant.Foto: OD

Laut Balter und Mertes wäre das Geld für einen kostenlosen Schülertransport vorhanden, wenn die Steuergelder vernünftig verteilt würden: „Fragwürdig ist nämlich, ob tatsächlich jeder Minister der DG einen eigenen Dienstwagen inklusive Chauffeur benötigt. Wieso sollten nicht mehr Gelder den Familien zugutekommen, anstatt dass sich die Minister chauffieren lassen?“

Daher fordert Vivant eine generelle und unkomplizierte Rückerstattung aller mit dem Schülertransport für die Sekundarschule verbundenen Kosten durch die DG. Die Finanzierung könnte durch eine Abschaffung der Chauffeure für die Minister, eine Zusammenlegung der Posten des Parlamentspräsidenten und des Senators, um nicht weiter zwei hochbezahlte, aber bei weitem nicht ausgelastete Posten durchzubringen, sowie durch Optimierungsprozesse in der Verwaltung der DG gewährleistet werden. „Dies wäre im Sinne der Bevölkerung“, so Balter und Mertes. (cre)

16 Antworten auf “Vivant fordert kostenlosen Schülertransport in der DG – finanziert u.a. durch Verzicht auf Ministerchauffeure”

  1. Erster vernünftiger Schritt!

    Endlich mal eine gute Initiative! Es sollten weitere folgen. Es geht nicht an, das sich andere und unvernünftige am Volksgut ergötzen. Der Bürger hat bereits sehr viele Lasten zu tragen, und hier diese Idee kommt allen zugut. Als wenn die Minister allemal so dringend einen Chauffeur benötigten? Ich bin auch sehr viel unterwegs bei meiner Arbeit, und oft auch sehr weit dabei! Ich fahre noch immer selber, und bekommen auch keinen Chauffeur dazu. Ein Chauffeur für alle Minister ist vollkommen genug, und sogar noch besser, schafft ein paar Ministern ab. Wir brauchen die weiss Gott nicht alle. Unsere kleine Gemeinschaft braucht das alles nicht in der Grösse! Viel weggeworfenes Geld jedenfalls! Könnte schlauer und nützlicher verwertet werden.

    • Réalité

      Herr Cremer, warum veröffentlichten Sie meinen vorherigen Kommentar nicht?
      Ich finde das ist ein sehr guter Vorschlag von Vivant!
      Noch besser wäre dabei, die Riege um einiges zu kürzen!
      Einer tut es, anstatt deren Vier, dazu dann gerne 1 Chauffeur!
      Den Parlamentspräsidenten total abschaffen, den sowieso nicht präsenten Senator sowieso! Beides kosten uns grosse Steuersummen, bringen aber nichts für das Volk!

  2. EIFELPERLE

    Zum Ball der Nationen fahren die Minister doch gerne…wäre doch eine Möglichkeit mit dem Porsche Taxi, oder mit „unseren Jungs“ von der Ostbelgien – Rallye zu fahren…., eine weitere Möglichkeit wäre der Orient Express…auf dem Ravel ist zur Zeit, witterungsbedingt auch noch Platz um unsere ach so wichtigen Politer mal laufen zu lassen, Diät fangt nicht erst nach Aschermittwoch an… Schweine im Weltall, wären der richtige Name für unsere Verschwendungsfreudigen Pappsoldaten!
    Die kleinen hängt man auf, die großen lässt man laufen! ( Altes Testament 5. Buch Mose Kapitel 1,17!
    2019 ist übrigens das Chinseische Jahr des Schweins, dann Prosit Neujahr, der Wein ist klar!

  3. Es ist jetzt 100 Jahre her dass aus den Preussischen Kantonen Eupen-Malmedy-St.Vith die „Ostkantone“ in Belgien wurden. Kulturell ist diese Zugehörigkeit zu Belgien bis heute nicht vollzogen und deswegen die Sehnsucht der Bewohner nach einer eigenen kulturellen Deutschen Identität in Belgien. Daraus ist die DG gewachsen, ein Unding, wie ein Parasit der den Wirt aussaugt. Der Wirt aber kann sich nicht von seinem Parasiten lösen, zu gross ist das Unbehagen dann von der Frankophonen Mehrheitsgesellschaft aufgesogen zu werden. Und so profitieren die Akteuer im DG Zirkus weiter von dieser Psychose wie der Rauschgiftdealer vom Süchtigen. Der Süchtige weiss das sein Dealer ihn irgendwann umbringt, kann sich aber nicht von ihm frei machen. So geht es auch den Ostbelgiern….

    • Mein Kompliment Dax. Die ersten 4 Sätze das beste (meines Erachtens), was Sie je geschrieben haben (ich bescheide mich, was ich von Ihrem Geschriebenen gelesen habe).
      Der 5te Satz ist diskutierbar.
      Der letzte (im Kontext des vorherigen brilliant) rhetorisch brilliant.

      Somit trotz mancher Meinungsverschiedenheit: Sie haben OB verstanden.

      • Hausmeister

        Mein Kompliment @Der.
        Ihren ersten Satz, fand ich, der war gar keiner; er hat eher mit Schleim zu tun.
        Der zweite, trotz der zwei Klammern, ist diskutierbar bis mittelmäßig.
        Der dritte ist in seiner Kürze hervorragend bis rhetorisch brillant.
        Der letzte in seiner Dialektik mit anschliessender Synthese ist süffig und geschmeidig im Abgang.

  4. Tja da hat tatsächlich Vivant (oder der eine oder andere ihrer Vertreter) eine gute Idee.

    Die angeregte Gegenfinanzierung durch Ministerfahrzeuge wie üblich unterste Schublade (und m.E. die eigentliche Botschaft).
    Für Claqueure und Geblendete, wählt die Jungs. Dann werden wir mal sehen ob Ministerpräsident Balter mit eigengesteuertem, eigen finanzierten Fahrzeug vorfährt. M.E. Wird der Fahrdienst noch auf Ehrenpräsident und Gründer Meyer ausgeweitet.

    Alternative Gegenfinanzierung: die zusätzlichen Mittel durch die Gewährung des Pseudofraktionsstatuts dürften zur Finanzierung der genialen Idee auch ausreichen.

    • @ Der.

      Was wollen Sie denn, ist doch eine Klasse Idee, wir verkaufen den Fuhrpark der DG und finanzieren damit den kostenlosen Schülertransport. Wenn der Erlös aufgebraucht ist können wir entweder die Schulen schliessen oder den Herrn Balter verkaufen. Wahrscheinlich ersteres da man uns den Herrn Balter wahrscheinlich nicht abnimmt. Wer klauft schon sowas?

  5. Ich halte eigentlich gar nichts von Vivant.
    Aber es wäre trotzdem vielleicht mal interessant zu wissen was ein solcher kostenloser Schülertransport der DG kosten würde.
    Dafür einige Fahrer zu entlassen und teure Taxifahrten in Anspruch zu nehmen ist natürlich Unsinn.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern