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Verfahren gegen Jost Group endet mit einem Vergleich – 30 Millionen € Strafzahlung?

Ein Lkw der Fahrzeugflotte des Unternehmens Jost Group. Foto: Shutterstock

Im Fall Jost ist es nach sechs Jahren Ermittlungen zu einem Vergleich gekommen. Von 30 Millionen Euro ist die Rede. Für Roland Jost ist die Angelegenheit damit aber noch nicht beendet.

Die Ratskammer in Lüttich bestätigte die erzielte Einigung. Als die Ermittlungen 2015 begannen, hatten sie 2017 dazu geführt, dass gegen vier Personen, darunter Firmenchef Roland Jost, Haftbefehl erlassen wurde.

Der Spediteur wurde beschuldigt, einen gigantischen Sozialbetrug begangen hatte, indem er in der Slowakei und in Rumänien registrierte Lkw benutzte, obwohl die Transporte tatsächlich von Belgien aus organisiert wurden.

Die ursprünglich beschriebene Akte enthielt Indizien, die auf kriminelle Organisation, Menschenhandel und Geldwäsche hindeuteten. Die föderale Staatsanwaltschaft hatte jedoch beantragt, das Verfahren vor der Ratskammer wegen dieser Vorwürfe, für die es keine ausreichenden Anklagen gibt, einzustellen. Diese Vorwürfe wurden tatsächlich durch eine Einstellungsverfügung ausgeräumt.

Foto: Shutterstock

Acht Unternehmen der Jost-Gruppe, Roland Jost und fünf Mitarbeiter waren jedoch weiterhin von Verstößen gegen das Sozialrecht betroffen, wie z. B. hinterzogene Sozialversicherungsbeiträge. Für diese Verstöße wurde ein Vergleich (der sich nur auf einen finanziellen Betrag bezieht) ausgehandelt.

Es geht um eine beträchtliche Summe, deren Höhe jedoch aufgrund der Vertraulichkeit des Verfahrens nicht publik gemacht wurde. Vor einem Jahr enthüllte die CSC Transcom den Betrag des strafrechtlichen Vergleichs, der sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen soll.

Es gibt noch Vorwürfe im Zusammenhang mit sogenannte Verstößen gegen das Sozialrecht, für die sich Roland Jost persönlich vor einem Strafgericht wird verteidigen müssen.

„Die Jost-Gruppe begrüßt, dass nach einer mehrjährigen Untersuchung die ursprünglichen Anschuldigungen des Menschenhandels, der kriminellen Organisation und der Geldwäsche durch eine Einstellungsverfügung der Ratskammer Lüttich am 19. Januar vom Tisch gewischt wurden. Im Übrigen bestätigte dieselbe Ratskammer einen Vergleich in sozialrechtlichen Angelegenheiten, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass dieser Vergleich kein Schuldeingeständnis darstellt. Herr Roland Jost hat es vorgezogen, sich für einige dieser sozialrechtlichen Angelegenheiten vor einem Strafgericht zu verteidigen“, so Adrien Masset, Anwalt der Jost Group, in einer Pressemitteilung. (cre)

34 Antworten auf “Verfahren gegen Jost Group endet mit einem Vergleich – 30 Millionen € Strafzahlung?”

  1. Staatsstatistk Anwaltschaft

    Mit den Polen ist es schon lange vorbei. Hauptsächlich sind es Rumänen und ein kleinerer Teil Bulgaren.
    Früher hatten die jetzt in Luxemburg ansässigen Speditionen , ihre Hauptniederlassungen in Belgien oder Deutschland , und auch Deutsche oder Belgische Fahrer beschäftigt.
    Als Mann festgestellt hatte wie gut man diese Leute (damals noch aus Polen) reinlegen konnte, bzw nicht korrekt bezahlt hatte, meinte man sich dafür entschieden zu müssen den Staat auch noch reinzulegen, indem man behauptet hatte man würde keine Fahrer mehr finden , und deshalb die Leute aus der Ferne einstellen müsse.
    Dazu gehören Speditionen wie Essers, Glas Partners Wallenborn, Jost und noch andere kriminelle Unternehmen.
    Damit die Kündigungen der Belgischen und Deutschen Fahrer nicht so auffällt , und dem Luxemburgischen Staat es nicht interessiert hat , verlegte man den Hauptsitz nach Luxemburg, und kündigte so den Rest der noch zu kündigen war, die sich nicht wegen kriminellen Methoden ohne weiteres kündigen lassen wollten.
    Jetzt möchte man natürlich den Saubermann spielen, und sucht nach Fahrer . DieTausende , von denen man die meisten jahrelang gemobbt hatte in unserem Teil Europas , mit Ziel, Platz zu schaffen für billigere Kollegen aus dem Osten Europas, wissen aber wie es läuft.
    Man wird jetzt wieder Leute aus Belgien und Deutschland anwerben, und sobald Gras über die Sache gewachsen ist, dürfen die sich wieder einen neuen Job suchen.
    Man muss ja auch nicht so naiv sein, und glauben mit der freiwilligen Zahlung von+- 30 Millionen ist das Problem aus der Welt geschaffen.
    Das Problem sind die 30 Millionen.
    Sie dienen dazu, die Sache nicht weiter zu verfolgen, und die Situation darf dann auch so bleiben wie sie ist.
    Nachdem was die Speditionen verbrochen haben, ist es natürlich kein Wunder wenn der Nachwuchs fehlt.
    Wahrscheinlich wird wohl kein ehemaliger Fahrer seinen Kindern empfehlen den Job zu erlernen , den die Speditionen mit Methoden wie die Mafia zunichte gemacht haben.
    In Deutschland hatte das Spiel übrigens damals die Spedition Willi Betz begonnen.
    Zurecht hatte dieser auch eine Zeitlang dafür hinter Gitter verbracht.
    Hier sieht es eher nach einer Schmiergeldzahlung aus, auch wenn dies alles rechtens sein mag , Lachen die Übeltäter über solche Strafzahlungen.

  2. Solange wir für « fast nicht » alles was wir dauernd im Internet bestellen geliefert bekommen, kostenlos zurück senden und noch günstiger von ganz weit her gekarrt haben wollen, solange wird diese Nachfrage möglichst billig und « koste es was es wolle » bedient werden. Schon mal überlegt wie Ihr neuestes Päckchen von Amazon « ohne Transportkosten » zu Ihnen kommt ? Weil so’n Rumäne nichts kostet… ach ja und das tolle t-shirt für 7,50 Euro wird doch in Vietnam hoffentlich umweltfreundlich und mit belgischem Tariflohn hergestellt… oder?

    • Staatsstatistk Anwaltschaft

      @Amazon sie befürworten kriminelles Handeln der Ausbeuter die dafür sorgen das den Leuten hier nichts mehr anders übrig bleibt, als billig Ware zu bestellen.
      Für den Schaden die solche Unternehmen anrichten fehlen hunderte Millionen in den Staatskassen. Auch die Kosten , der durch dieses kriminelle handeln entstehenden Arbeitslosigkeit zahlt sich nicht von selbst.
      Erstaunlich welchen Einfallsreichtum die Profiteure in dieser Branche haben, mit denen man selbst in den Foren versucht an Gefängnisstrafen vorbeizukommen.
      Ihr Kommentar sieht stark danach aus.Bei der Befürwortung von kriminellen Taten, muss man sich immer die Frage stellen, wer hat den Nutzen davon? Die Gesellschaft hat durch solche Taten keinen Nutzen. Das Gegenteil ist der Fall. Sogar die Justiz lässt sich hier auf der Nase rum tanzen, und merkt nicht , dass solche Zahlungen im Vergleich zum Schaden einfach nur lächerlich sind.

      • Selbstverständlich hat die Gesellschaft einen Nutzen davon, sie bekommt ihre auf Internet bestellten Utensilien fast gratis geliefert…aber es sind ja immer die „Großen „,welche böse sind, dabei betrügt der kleine Mann sehr gerne und sehr häufig.

      • Irgendwo sind Sie neben der Spur. Wieso bleibt den Leuten nichts anderes übrig als billig Ware zu bestellen? Das ist Quatsch.
        Es ist politisch gewollter „Schaden“, nicht die Transporteure haben die Gesetze gemacht.
        Laut Justiz gibt es wohl keine kriminellen Taten, sollten Sie mehr oder andere Beweise haben können Sie sich jederzeit bei der ermittelten Staatsanwaltschaft melden.
        Ich denke nicht das Sie in der Lage sind den „eigentlichen Schaden“ zu bewerten und dementsprechend auch nicht in der Lage sind dies zu beurteilen.
        Das das ganze System so nicht iO ist, ist mir klar, aber wie unten erwähnt, es wird nicht für den Bürger gearbeitet und entschieden

      • @Staatsanwaltskidingsbums : Sie verwechseln da einiges : Erstens befürworte ich gar nichts von alledem, zweitens zeige ich auf, wie unser Konsum- und Kaufverhalten zwangsläufig zu Lohndumping und Ausbeutung führt und drittens bestätigen Sie meine Befürchtungen noch indem Sie den Billigkauf im Internet auch noch rechtfertigen… Sorry, wenn Sie behaupten, Sie müssten aus Kostengründen unbedingt Waren aus Fernost im Internet bestellen (statt vielleicht mal vor Ort zu schauen ob’s nicht gute Angebote gibt oder auch mal etwas nicht zu kaufen), dann behaupte ich mal, dass Jost und Co. nur mit Arbeitern aus Niedriglohnländern fahren können um zu überleben… auch wenn ich vollkommen gegen diese Ihre Logik bin.

        • Staatsstatistk Anwaltschaft

          @ – Amazon 7:55

          Auch wenn Sie Verbrechen befürworten, und mir das Wort im Munde verdrehen möchten , Ändert es nichts an der Tatsache , dass die Schere zwischen Arm und Reich durch Leute die ihre Meinung vertreten immer weiter auseinander geht. Ich rechtfertige keinen Kauf im Internet von Billigwaren, ich befürchte dass sogar am Ende nur noch solche Käufe stattfinden werden , weil den Leuten immer weniger in der Brieftasche übrig bleibt. Da sie nicht zu diesen Teil gehören der immer größer wird, einfach mal Klappe halten.
          Wenn sie aber nicht verstehen möchten, dass durch das Handeln solcher Unternehmen Europa den Bach runtergeht, dann ist das nur eine Tarnung, weil sie glauben man könnte durch verdrehen von Tatsachen ihre Zugehörigkeit der Verbrecher hier im Forum mit Klugscheißer Aussagen nicht bemerken.
          Wer hier die Leute in die Arbeitslosigkeit treibt, nur aus Profit gründen , alle seine Mitarbeiter kündigt, um von irgendwo Billiglöhner einzustellen, um diese wiederum beim Bezahlen von Tariflöhnen über den Tisch zu ziehen , trägt nicht zur Stabilisierung der Wirtschaft bei, sondern denkt nur an sich selbst, beziehungsweise an seinem Bankkonto, bei dem man mal eben 30 Millionen zahlen kann, damit man nicht weiter strafrechtlich verfolgt wird.
          Wie nennt man das? Bestechung? UPS, ach nein alles legal.
          Aber niemand kann behaupten sie hätten es wenigstens nicht versucht jemanden zu verteidigen. Jetzt dürfen sie weiter mit ihren Klugscheißer Sprüchen versuchen, jemanden, oder sich selbst den Arsch zu retten.

  3. Das Problem sind nicht die hier angesprochenen Transporteure, das Problem ist in der EU und ihre Mitgliedstaaten, denn diese hat den Weg dafür geöffnet, und tut dies ähnlich oder gleich auch heute noch in verschiedensten Branchen. Ob Lebensmittel, Hotel u Gastronomie, der kleine Einzelhandel….. oder Klimazirkus, wenn jemand glaubt dort würde für den Bürger oder den mittelständigen Betrieb entschieden darf auch an den Weihnachtsmann glauben

  4. eupenvor

    Ich denke, dass Jost inzwischen systemrelevant geworden ist und dass der „Vergleich“ die einzige Möglichkeit war. Eine Zerschlagung des Unternehmens würde einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.

    • Corona2019

      @ – eupenvor 9:27

      😅🤣 Sorry, aber anscheinend haben sie nicht verstanden , wer hier den wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat .
      Das Zerschlagen von kleinen Unternehmern mit Raffinesse und Betrug an den Staat , sowie Ausbeutung von Fahrern aus Osteuropa , trägt nicht unbedingt dazu bei Ihren Kommentar ernst zu nehmen.

      • Corona2019

        @ – ma 24/01/2022 23:31

        Richtig .

        Es besteht ja dann die Chance, dass es jemand übernimmt der für sich selber und für die Gesellschaft eine Lösung findet, und nicht nur für sich selbst.

  5. DR ALBERN

    @ eupenvor, bei Zerschlagung des Unternehmens werden dies dann eben andere seriöse Unternehmen übernehmen! Wo ist das Problem? S.A. und klar haben Recht mit ihren Kommentaren! In Belgien ist der Ausdruck: „FROTTES MANCHES“ doch sicherlich nicht unbekannt!

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