Gesellschaft

Vandalen beschädigen das Denkmal zur Erinnerung an die jüdischen Kindertransporte in Herbesthal

Fotos: Gemeinde Lontzen

Mit großer Betroffenheit hat die Gemeinde Lontzen festgestellt, dass das Denkmal zur Erinnerung an die jüdischen Kindertransporte am ehemaligen Bahnhof Herbesthal in der Nacht zum Donnerstag durch Vandalismus beschädigt wurde.

Das Denkmal erinnert an die jüdischen Kindertransporte der Jahre 1938 und 1939. Über den Grenzbahnhof Herbesthal konnten rund 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche nach Belgien gelangen und so der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime entkommen. Für viele von ihnen bedeutete diese Reise die Rettung ihres Lebens.

Das Denkmal mahnt, die Erinnerung an dieses bewegende Kapitel unserer regionalen Geschichte wachzuhalten und jeder Form von Intoleranz und Menschenverachtung entschieden entgegenzutreten.

Der Lontzener Bürgermeister Patrick Thevissen (l) und der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Belgien, Martin Kotthaus (r), enthüllen das Denkmal zur Erinnerung an die jüdischen Kindertransporte im Januar 2019 auf dem Bahnhofsgelände in Herbesthal. Foto: OD

Die Beschädigung eines solchen Ortes des Gedenkens und der historischen Verantwortung geht weit über eine bloße Sachbeschädigung hinaus. Sie trifft ein Denkmal, das an menschliches Leid, aber zugleich auch an Mut, Solidarität und die Bereitschaft erinnert, Verfolgten Schutz zu gewähren.

– Gemeinde Lontzen bittet um Hinweise: Die Gemeinde Lontzen verurteilt diese Tat aufs Schärfste und hofft, dass die Verantwortlichen zeitnah ermittelt werden können.

Zur Aufklärung des Vorfalls bittet die Gemeinde die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Wer in der Nacht zum Donnerstag oder in den Stunden davor im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Herbesthal verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei oder bei der Gemeindeverwaltung Lontzen zu melden.

„Erinnerungsorte wie das Denkmal der jüdischen Kindertransporte mahnen uns, wohin Ausgrenzung, Hass und Menschenverachtung führen können. Sie zu schützen und ihr Andenken zu bewahren, ist eine gemeinsame Verantwortung unserer gesamten Gesellschaft“, heißt es abschließend in einer Pressemitteilung von Schöffe José Grommes. (cre)

11 Antworten auf “Vandalen beschädigen das Denkmal zur Erinnerung an die jüdischen Kindertransporte in Herbesthal”

  1. Besorgte Mutter

    Das ist eine riesige Schweinerei!
    Wie kann man sich an ein so wichtiges Denkmal vergreifen?
    Ich gehe mal davon aus, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt, möglicherweise um Jugendliche aus Judenfeindlichen Familien.
    Hoffentlich gelingt es den Tätern habhaft zu werden.
    Aber, je nachdem wer die Täter sind, kommen sie wahrscheinlich mit einem bösen Blick einer Jugendrichterin davon.

    • Tippe auch auf Jugendliche.
      Tat ohne besonderen Hintergrund.
      Zu warm, zu viel Langeweile, Alkohol, bekifft,…

      Einfach spontanes, dummes, übermütiges, testosterongesteuertes Balzverhalten an einem abgelegenen Ort.
      Warum sonst ist nur eine Figur zerstört und warum fehlen die üblichen Schmierereien wie Hakenkreuze.

      Einfach mal gucken welche Jugendlichen in der Gegend sonst „abhängen“ Im Park an der Tivoli Strasse zum Beispiel.
      Da wird man den, die Täter schnell finden

    • Es muss nicht zwangsläufig judenfeindlich sein, wenn es denn Jugendliche waren. Leider zerstören einige junge Zeitgenossen nur aus Frust, oder um sich in der Clique zu beweisen. Besonders Jene, welche am wenigsten in der Birne haben müssen sich besonders hervortun. Oft wird das auch noch gefilmt und im Netz geteilt.
      Hoffentlich findet man diese Täter.

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        24/7 Bevor ich mich den grundlos empörenden, anschließe, die jetzt am liebsten wieder einen Skandal im Sperrbezirk aus dem Vandalismus in lontzen basteln möchten, könnte ihrer Meinung auch eine Überlegung wert sein.

  2. Alfons van Compernolle

    Es gibt Menschen deren Charakter ist nicht nur nicht vorhanden, sondern sie sind einfach psychisch ein
    totaler Pflegefall ! So etwas tut man nicht, ganz gleich an welcher Verblendung man leidet.

  3. Die Wahrheit

    Wenn man die oder der Täter(in) findet, gibt es nur eine Strafe! Arbeitslager bis der Schaden bezahlt ist. Und außerdem mithelfen den Schaden zubeheben. Täter(in) muss dabei einen Mantel tragen, mit der Aufschrift „ich war der Täter(in)!
    Einfach nur Geld zahlen, ist doch keine Strafe! Aber dafür hart arbeiten und bei dieser Hitze! Dann vergeht einem die Zerstörungswut! Also keine Gnade!

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