Gesellschaft

Uwe Koeberich lädt zum „Ersten Abendmahl“ ein – Das Motto: „Mit wildfremden Personen an einem Tisch“

Der Flyer zu der Veranstaltung „Erstes Abendmahl“.

Dies ist jetzt kein Aprilscherz, sondern eine weitere spektakuläre Initiative von Uwe Koeberich. Diesmal organisiert der 43-Jährige mit mehreren Vereinigungen just am Gründonnerstag, wo normalerweise an das „letzte Abendmahl“ Jesu erinnert wird, das „Erste Abendmahl“. Das Motto lautet: „Mit wildfremden Personen an einem Tisch“.

Dieses „Erste Abendmahl“ findet statt am 18. April 2019 (Gründonnerstag) um 19.30 Uhr im Alten Schlachthof in Eupen.

„Dies ist die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Menschen aus aller Welt, allen Generationen, Kulturen, Religionen, Liebesausrichtungen oder aus einer Minderheit bei einem Abendessen auszutauschen“, betonte Koeberich.

Uwe Koeberich (rechts) im Gespräch mit DG-Minister Antonios Antoniadis bei der Aktion „Kiss-In“ im Mai 2016 im Hof des Regierungsgebäudes an der Klötzerbahn in Eupen. Foto: OD

„Jeder ist willkommen. Der Eintritt ist natürlich frei. Brot und Wein stellen wir. Jeder bringt sein Besteck sowie Teller mit und was er sonst noch zum Abendmahl wünscht: Aufschnitt, Käse, Tomaten, Gürkchen, Dips, Veggie-Bouletten… Ganz egal, Hauptsache, wir teilen und schlemmen zusammen!“

Schirmherrin ist laut Koeberich die Eupener Bürgermeisterin Claudia Niessen. Für diese Veranstaltung hat sich Koeberichs Vereinigung „Spectrum Queer Leben in der DG“ mit folgenden Vereinen oder Organisationen zusammengeschlossen: Hilfsnetz Kelmis, Aidshilfe Aachen, Kiwanis Eupen Grenzenlos, Pfarrverband Eupen-Kettenis, Begegnungsort UNIA und das Föderale Zentrum für Chancengleichheit.

„Sinn und Zeck der Veranstaltung ist es, Begegnungen zu schaffen – und zwar auf allen Ebenen, nicht nur auf der interkulturellen“, so Koeberich, der auch Kandidat der PFF bei der PDG-Wahl ist.

Auf die Bemerkung von „Ostbelgien Direkt“, ob es für ihn nicht von Nachteil sei, dass jetzt, wo er für die PFF kandidiere, alle seine Initiativen als Wahlkampfveranstaltung eines liberalen Kandidaten betrachtet würden, sagte Koeberich: „Nun, ich kann auch nichts dafür, dass in diesem Jahr Gründonnerstag vor und nicht nach den Wahlen stattfindet.“ (cre)

54 Antworten auf “Uwe Koeberich lädt zum „Ersten Abendmahl“ ein – Das Motto: „Mit wildfremden Personen an einem Tisch“”

  1. Georg Kremer

    Wenn schon die Verhunzung der schönen deutschen Sprache durch Gendersprech in Kauf genommen muss, plädiere ich für die geschlechtergerechte Formulierung „Schirmfrau“ statt Schirmherrin.

  2. So neu ist die Aktion nicht. Sie erinnert an die „Weißen Tafeln“, die es schon seit einigen Jahren gibt. Nur dass hier nicht nur die Nachbarn mit am Tisch sitzen, sondern wildfremde Menschen.

  3. Pensionierter Bauer

    Ich sitze regelmäßig mit irgendwelchen Fremden zusammen an der Theke und im Allgemeinen versteht man sich dort bei einem Gläschen Bier sehr schnell und gut. Noch am vergangenen Sonntag habe ich es mir beim Welkenraedter Karneval in einer dortigen Kneipe gemütlich gemacht und mich mit, mir vollkommen Unbekannten, stundenlang über Gott und die Welt unterhalten. Würde man die Kneipenkultur nicht immer weiter aussterben lassen, dann bräuchten wir solche Aktionen erst gar nicht.

    • Pensionierter Bauer: Darum geht es doch gar nicht. Vielmehr geht es um die Akzeptanz von Homosexuellen (eine häufig noch diskrimierte Minderheit) in unserer heterosexuellen Gesellschaft. Das ist das Fernziel von Köberich. Und es bleibt noch viel zu tun…

      • @ Nein

        Als Klaus Wowereit sagte er sei schwul „und das ist gut so“ meinte er damit nicht das es gut sei das er schwul ist sondern das es keinen Grund mehr gibt darüber zu debattieren.
        Genau das ist der Punkt. Statt Normalität zu erreichen wird ein „anderssein“ propagiert auf das „der Hetero“ gefälligst Rücksicht zu nehmen hat. Das aber ist der falsche Weg um Akzeptanz zu erlangen.
        Fragt Euch einfach mal warum in der Regel homosexuelle Männer ein Problem mit der Aussendarstellung haben, lesbische Frauen aber nicht.

        • In der Tat: Für viele Künstler, die oft von Frauen angehimmelt werden, wäre ein Outing ein „No go“. Das war es bei Rex Gildo so, und das wäre auch für noch lebende Stars ein „No Go“. Denn Fans, vor allem Frauen, möchten träumen, nicht wissen.

      • Walter Keutgen

        Nein, der Text des Artikels lässt aber nicht klar erkennen, dass es um eine Veranstaltung zur Akzeptanz Homosexueller geht. „Dies ist die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Menschen aus aller Welt, allen Generationen, Kulturen, Religionen, Liebesausrichtungen oder aus einer Minderheit bei einem Abendessen auszutauschen“. In einer Kneipe konnte man sich immer mal zufällig mit einer Person austauschen. Das meinte Pensionierter Bauer mit der Kneipenkultur. Ebenso in den alten Zugabteilen, die Zwecks besserer Füllung abgeschafft sind. Heute sind dazu spezielle Veranstaltungen nötig. Zu „allen Religionen“: Und da sucht der Organisator sich einen Tag aus an dem früher Christen zur Abendmesse gingen und der Höhepunkt der Fastenzeit ist.

  4. Peter Müller

    Sehr schöne Idee . Ich bringe das Brot und den Wein mit, ( Claudia) und Ihr den ganzen Rest, samt Geschirr. Billiger geht es nicht. Wofür nicht im Heidberg und alles auf kosten der Stadt. Sonst wird doch auch immer gross aufgefahren.

  5. Virtuell

    Setzen Sie doch mal das letzte Abendmahl virtuell mit homosexuellen bzw. bisexeuellen Hollywoodstars (von damals) zusammen: James Dean, Rock Hudson, Montgomery Clift, Clark Gable, Marlon Brando, Errol Flynn, Cary Grant, Anthony Perkins, David Bowie, David Cassidy, George Nader, Michael Jackson und Richard Chamberlain zusammen. Und dann suchen Sie mal einen passenden Jesus-Darsteller. Warum nicht Richard Chamberlain? Der lebt noch und hat bereits den Pater Ralph in den „Dornenvögeln“ gespielt…

  6. Kritiker

    Was für ein „Buhei“!!!
    Die Homosexualität ist ein Teil unserer natürlichen bisexuellen Veranlagung.
    Sie ist eine Minderheit von etwa 5 bis 10 Prozent (sowohl bei Frauen wie bei Männern) in der Bevölkerung. Sie wird leider noch immer diskriminiert und abgewertet, vor allem wegen der Immunschwächekrankheit AIDS, die inzwischen auch bei heterosexuellen Menschen auftritt.
    Dabei haben wir zahlreichen Homosexuellen viel zu verdanken, und das auf allen Ebenen, von der Antike bis heute: Sokrates, Platon, Aristoteles, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Oscar Wilde, Thomas Mann, Benjamin Britten, Peter Tschaikowski, James Dean, Leonard Bernstein, Jean Marais, Virginia Wolf, Gertrude Stein, Hape Kerkeling usw. usf. Deshalb sollte die Homosexualität definitiv als gleichwertige Liebe anerkannt werden, zumal sie auch im Reich der Tiere zu beobachten ist.
    Das wäre wünschenswert. Die Realität ist leider anders, denn viele verstehen nicht, dass man für seine homosexuelle bzw. bisexuelle Veranlagung nichts kann. Sie ist entweder angeboren oder anerzogen, und ab der Reifezeit nicht mehr umzupolen. Letztlich kann sie ein wertvolles „Regulativ“ gegen die heutige Bevölkerungsexplosion sein.

  7. André Heller

    Und wenn ein Mann einen Mann liebt, soll er ihn lieben, wenn er ihn liebt, denn ich will, dass es das alles gibt, was es gibt. Und wenn eine Frau eine Frau liebt, soll sie sie lieben, wenn sie sie liebt, denn ich will, dass es das alles gibt, was es gibt… (André Heller)

    • @ André Heller

      Ich glaube da hat keiner etwas dagegen, problematisch wird es nur wenn die Jungs ihre Homosexualität wie eine Monstranz vor sich her tragen. Normalität erkennt man daran das sie keine großes Thema ist.

      • Minderheit

        Gewiss, es geht nur um eine Minderheit von 5 bis 10 Prozent. Und diese Minderheit wird oft noch diskriminiert, abgewertet und belächelt. Deshalb ist das Wirken von Köberich gut und hoffentlich wirkungsvoll. Mut ist gut, kritisieren ist „out“.

  8. Lob und Rat

    Gewiss ist die Homosexualität eine Liebe wie jede andere, wenn sie mit geistig-seelischer Liebe verbunden ist. Ich lobe den Mut und die Zivilcourage von Uwe Köberich.
    Rat: Lade doch mal Rosa von Praunheim ein. Der ist gut und erfahren.

  9. Wann wird der rührige und bemühte Herr Köberich endlich mit einem politischen Pöstchen belohnt?
    Sowas wie „Gleichstellungsbeauftragter der DG“ oder „Vorsitzender der Outing- und Queereinsteigerbehörde“, alles mit Mitarbeiter*innen und Sekretär*innen ?
    Minister A. Antoniadis wird ihm da doch sicher gerne unter die Arme greifen.

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