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Nach Massakern in den USA: Donald Trump in der Kritik – Präsident macht Medien für Wut im Land verantwortlich

04.08.2019, USA, Morristown: Donald Trump, Präsident der USA, spricht mit Journalisten, bevor er in die Air Force One steigt. Links steht seine Ehefrau Melania. Foto: Jacquelyn Martin/AP/doa

AKTUALISIERT – Nach den Massakern in den USA hat Präsident Donald Trump Medien eine Mitschuld für „den Zorn und die Wut“ im Land zugeschrieben. „Die Medien haben eine große Verantwortung für Leben und Sicherheit in unserem Land“, schrieb Trump am Montag auf Twitter.

„Fake News haben stark beigetragen zu dem Zorn und der Wut, die sich über viele Jahre aufgebaut hat. Berichterstattung muss anfangen, fair, ausgewogen und unparteiisch zu sein.“ Ansonsten würden sich diese „schrecklichen Probleme“;nur verschlimmern.

Trump sprach sich auf Twitter für stärkere Hintergrundprüfungen von Menschen aus, die Waffen kaufen. Er forderte Republikaner und Demokraten im Kongress dazu auf, zusammenzuarbeiten – und eine entsprechende Gesetzesinitiative womöglich mit einer Reform der Migrationsgesetze zu kombinieren.

04.08.2019, USA, El Paso: Menschen nehmen an einer Mahnwache für die Opfer des Massakers in El Paso teil. Ein bewaffneter Angreifer hatte in einem Einkaufszentrum mindestens 20 Menschen erschossen und weitere 26 verletzt. Foto: John Locher/AP/dpa

Kritiker werfen Trump vor, mit seiner Rhetorik die Stimmung gegen Migranten angeheizt zu haben.

In El Paso an der Grenze zu Mexiko hatte ein Todesschütze am Samstag in einem Einkaufszentrum 20 Menschen getötet. Die Ermittler prüfen einen rassistischen Hintergrund. In der Nacht zum Sonntag hatte ein weiterer Schütze neun Menschen in Dayton getötet.

Trump selbst sprach den Menschen in El Paso und in Dayton, wo sich ein weiteres Massaker mit neun Toten ereignet hatte, sein Mitgefühl aus. „Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern“, sagte er vor Journalisten.

Die Bluttat von El Paso behandeln die Ermittler als Fall von inländischem Terrorismus. Ein 21-Jähriger wird verdächtigt, in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt das Feuer eröffnet und 20 Menschen getötet zu haben. 26 weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Schütze hatte sich ergeben.

04.08.2019, USA, El Paso: Menschen legen Blumen für die Opfer des Massakers in El Paso nieder. Foto: Andres Leighton/AP/dpa

Die Ermittler prüfen, ob er vor der Tat ein „Manifest“ verfasste, das im Internet gefunden wurde. El Pasos Polizeichef Greg Allen sagte am Sonntag, es sehe mehr und mehr danach aus, dass der Mann es geschrieben habe. In dem Pamphlet heißt es unter anderem: „Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.“

Mexiko erwägt inzwischen ein Auslieferungsgesuch gegen den mutmaßlichen Schützen. „Wir werten diese Tat als einen Terroranschlag auf die mexikanisch-amerikanische Gemeinde und die mexikanischen Landsleute in den Vereinigten Staaten“, sagte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard am Sonntag. Unter den 20 Todesopfern waren nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums auch sechs Mexikaner.

Kritiker werfen Trump seit längerem vor, mit seiner Rhetorik den Rassismus im Land zu befeuern. Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff erklärte am Sonntag auf Twitter: „Wenn der Präsident und andere Führungspersönlichkeiten sich einer rassistischen und entmenschlichenden Sprache bedienen, um Einwanderer und Muslime als Eindringlinge zu beschreiben, dann hören wütende und einsame Männer mit Waffen zu. Und sie schreiten zur Tat.“

04.08.2019, USA, El Paso: Ein Paar umarmt sich und gedenkt der Opfer des des Massakers in El Paso. Foto: Andres Leighton/AP/dpa

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O’Rourke, der aus El Paso stammt, sagte dem Sender CNN, neben einem Verbot kriegsartiger Waffen müsse man auch den Hass und den offenen Rassismus ansprechen, der von Fox News und dem Präsidenten komme. „Er ermutigt es. Er toleriert es nicht nur, er ermutigt es“, sagte O’Rourke mit Blick auf Trump.

Die ranghöchste Demokratin Nancy Pelosi forderte die Republikaner im Senat auf, sich Bemühungen anzuschließen, um die Waffengesetze im Land zu verschärfen. „Genug ist genug“, erklärte sie.

Bemühungen um schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere – vor allem, weil Trumps Republikaner dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist dezidiert gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist.

Auf die Frage, ob er etwas gegen die Waffenprobleme im Land tun werde, sagte Trump am Sonntag, seine Regierung habe bereits viel getan. Aber vielleicht müsse mehr geschehen. Er fügte hinzu, dass es bei Taten wie denen vom Wochenende auch um ein Problem psychischer Erkrankungen gehe. „Das sind Menschen, die sehr, sehr ernsthaft psychisch krank sind“, erklärte er. Der Republikaner kündigte an, sich am Montag noch einmal äußern zu wollen.

30.07.2019, USA, Washington: Donald Trump, US-Präsident, spricht mit der Presse vor seiner Reise zur Jubiläumsfeier in Jamestown, Virginia. Im Jahr 1619 fand dort die erste gesetzgebende Versammlung statt. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Unterdessen herrschte über das mögliche Motiv des Schützen in Dayton (Ohio) Rätselraten. „Wir haben darauf noch keine Antwort“, sagte der stellvertretende Polizeichef Matt Carper dem Sender CNN.

Der 24-jährige Weiße soll nahe einer Bar im Zentrum das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet haben, darunter seine eigene Schwester. Polizisten erschossen den Angreifer. Die Opfer waren 22 bis 57 Jahre alt. Die Schwester des Mannes ist demnach die jüngste unter ihnen. Sechs der Toten waren Afroamerikaner.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley trug der Täter dunkle, schusssichere Schutzkleidung. Er habe eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass das schnelle Eingreifen der Polizei Schlimmeres verhinderte. Einsatzkräfte hätten ihn rund 30 Sekunden nach Beginn seiner Tat gestoppt, sagte Daytons Polizeichef Richard Biehl. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

12 Antworten auf “Nach Massakern in den USA: Donald Trump in der Kritik – Präsident macht Medien für Wut im Land verantwortlich”

  1. 12. Februar 2010 in Huntsville, Alabama: An der University of Alabama in Huntsville erschoss die zum Tatzeitpunkt 44-jährige Biologie-Dozentin Amy Bishop drei ihrer Kollegen und verletzte drei weitere Personen.[59]
    23. Februar 2010 in Littleton, Colorado: Der zum Tatzeitpunkt 32-jährige Bruco Eastwood verletzte an der Deer Creek Middle School zwei Personen mit einer Schusswaffe. Er wurde für schuldunfähig befunden und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.[60]
    27. Februar 2012 in Chardon, Ohio: Bei einem Amoklauf an der Chardon High School tötete der 17-jährige Thomas „T.J.“ Lane drei Schüler und verletzte drei weitere Menschen. Lane wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.[61]
    15. Dezember 2012 in Newtown, Connecticut: Nachdem der 20-jährige Adam Lanza seine Mutter in deren Haus erschossen hatte, verübte er einen Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School, bei dem er 12 Mädchen und acht Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren sowie sechs Schulmitarbeiterinnen, darunter die Direktorin, erschoss. Anschließend nahm Lanza sich selbst das Leben.
    2. April 2012 in Oakland, Kalifornien: An der Oikos University erschoss ein ehemaliger Student sieben Menschen. Drei weitere Personen wurden verletzt. Der Täter wurde für nicht schuldfähig befunden und in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.[62]
    10. Januar 2013 in Taft, Kalifornien: Ein 16-Jähriger schoss zwei Personen an der Union High School lebensgefährlich an, wurde dann vom Schulpersonal zur Aufgabe überredet und später festgenommen.
    10. April 2013 in Cypress, Texas: Ein 20-Jähriger stach am Lone Star College auf 14 Mitschüler ein und verletzte einige davon schwer. Der Täter wurde zu 48 Jahren Haft verurteilt.[63]
    7. Juni 2013 in Santa Monica, Kalifornien: Der 23-jährige John Zawahiri tötete zunächst seinen Vater und seinen Bruder. Danach fuhr er zum Santa Monica College, wo er mit einem Sturmgewehr sechs Personen tötete. Er wurde von einem Polizisten erschossen.[64]
    20. August 2013 in Decatur, Georgia: Der 20-jährige Michael Brandon Hill stürmte schwerbewaffnet eine Grundschule mit rund 870 anwesenden Kindern. Er nahm die Schulsekretärin Antoinette Tuff als Geisel und lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei. Nachdem Tuff den Täter zur Aufgabe überredet hatte, wurde dieser verhaftet. Niemand wurde verletzt.
    23. Mai 2014 in Isla Vista, Kalifonien: Beim Amoklauf von Isla Vista tötete der 22-jährige Elliot Rodger sechs Studierende der University of California, Santa Barbara, verletzte dreizehn weitere Personen und beging anschließend Suizid.[65]
    24. Oktober 2014 in Marysville, Washington: Der 14-jährige Jaylen Fryberg erschoss vier Mitschüler.[66]
    1. Oktober 2015 in Roseburg, Oregon: Beim Amoklauf am Umpqua Community College erschoss der 26-jährige Christopher Harper-Mercer neun Menschen und verletzte sieben weitere. Anschließend beging er Suizid.
    20. Januar 2017 in West Liberty, Ohio: An der West Liberty-Salem High School wurden zwei Schüler von einem 17-Jährigen angeschossen.[67]
    10. April 2017 in San Bernardino, Kalifornien: An der North Park Elementary School wurden eine Lehrerin und ein Kind erschossen und zwei weitere Kinder verletzt. Der Schütze erschoss sich anschließend selbst.[68]
    13. September 2017 in Rockford, Washington: An der Freeman High School wurden bei einem Amoklauf ein Schüler erschossen und drei weitere verletzt.[69]
    20. September 2017 in Mattoon, Illinois: An der Mattoon High School wurde ein Schüler angeschossen.[70]
    14. November 2017 in der Rancho Tehama Reserve in Tehama County, Kalifornien: An der Rancho Tehama Elementary School wurden bei einem Amoklauf fünf Personen erschossen und mindestens 12 weitere verletzt, bevor ein Polizist den Schützen erschoss.[71]
    7. Dezember 2017 in Aztec, New Mexico: Bei einem Attentat an der Aztec High School fielen zwei Schüler hispanoamerikanischer Herkunft einem 21-jährigen Rechtsextremen zum Opfer, der sich anschließend selbst erschoss.[72]

    Das ist die Liste der Amokläufe unter der Präsidentschaft Obamas. Niemand würde auf die absurde Idee kommen Obama dafür eine Verantwortung zuzuschreiben.

    • Es liegt nicht am jetzigen Präsidenten, es liegt an der Unfähigkeit einer ganzen Regierung zu sehen, das man die Waffen-Gesetzte ändern muss, da immer mehr und größere Attentate stattfinden.
      Statt zu zeigen was ehemalige Menschen falsch gemacht haben, sollte man jetzt, auch wenn zu spät, etwas ändern.

  2. Staatspropaganda

    Trump macht genau das, was er tun soll, auf genialer Weise, mit seinen Tweets. Die Systemmedien haben seit Tag 1 seiner Kandidatur alles falsch berichtet. Selber schuld.
    Systemmedien, der BRF. Ich dachte ich hörte eben nicht richtig: Unter dem Deckmantel (ein Schleier…) der „Nachrichten“, der „Information“ trieben soeben noch Propaganda für die Fridays for Future. Alle sollten streiken, nicht nur Schüler, diese Klima“aktivisten“. Terroristen sind es.
    Ein klarer Fall für den „Medienrat“, denn es geht um einen deontologischen bruch. Da dieser aber nur eine Fassade zur Blendung (Medien werden „frei und unabhängig“ überwacht) ist und NICHTS dahinter steckt, vergessen wir es. Die RTBF ist natürlich die Queen, in Sachen deontologische Brüche. Aber auch der IBPT ist für die Katz‘.

  3. Hans Eichelberg

    „Antifaschist“ hört sich immer gut an und liest sich auch nicht schlecht, aber anscheinend war er auch Linker Extremist:
    „Der mutmaßliche Schütze von Dayton, Connor B., soll auf seinem Twitter-Account linksextreme Ansichten sowie Anti-Polizei-Posts retweetet haben. Das berichtet der US-amerikanische Nachrichtensender CNN. Auch Posts, die Bernie Sanders und Elizabeth Warren unterstützen, hat er demnach geteilt.“

    • Das interessiert die Antifanten und co. nicht. Sie haben nur eines vor Augen, aber nicht die Realität. Sie halten an einer Ideologie fest, come rain or shine, selbst wenn diese zum Suizid führt. Oder dazu, daß ein Kind vor einen ICE „geschubst“ (süße Verniedlichung, nicht?) wird. Damit da nicht mehr passiert schlagen sie dann vor, die Züge langsamer anfahren zu lassen. Einfacher wäre, wenn die weißen Wurzeleuropäer nach Afika zögen und den muslimischen Ländern Europa überlassen. Deutschland, Schweden und England machen es ja schon vor. Das Überlassen…

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