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Stadtratswahl Antwerpen: Ultraorthodoxer Jude, der Frauen nicht die Hand gibt, zieht Kandidatur für CD&V von Peeters zurück

18.04.2018, Belgien, Antwerpen: Aron Berger, Kandidat bei der Partei CD&V, kommt zu einer Pressekonferenz zu seiner Kandidatur. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

AKTUALISIERUNG – In Antwerpen hat der Eklat um die Kandidatur des ultraorthodoxen Juden Aron Berger, der Frauen nicht die Hand reicht, am Mittwoch zu dessen Verzicht auf eine Bewerbung auf der Liste der CD&V um Vizepremier Kris Peeters geführt.

Aron Berger (42) hatte seine Kandidatur auf Platz 9 der Antwerpener CD&V-Liste selbst bekannt gegeben, noch bevor sie durch die CD&V offizialisiert worden war. Für Empörung sorgte ein Interview von Berger im Magazin „Joods Actueel“, indem er seine Haltung gegenüber Frauen rechtfertigte. Chassidische Juden, zu denen Berger gehört, geben einer Frau aus religiösen Gründen nicht die Hand.

Die Kandidatur des ultraorthodoxen Juden Aron Berger heizt den Wahlkampf in Antwerpen an. Foto: Twitter

Zudem soll Berger 2013 gesagt haben, dass gemischter Unterricht mit Jungen und Mädchen in einer Klasse seiner Meinung nach „eine Form von Kindesmisshandlung“ darstelle. Das Magazin „Joods Actueel“ beklagte indes, Bergers Aussage zum Unterricht in gemischten Klassen sei „aus dem Kontext gerissen worden“.

Nur kurz nach Bekanntwerden der Kandidatur Bergers bei der CD&V brach ein Sturm der Entrüstung aus, vor allem bei den anderen Parteien. Die Kandidatur eines solchen Mannes sei „unannehmbar“, hieß es dazu, oder auch“: „Dies ist eine Niederlage für die Frauenrechte.“

Auch in den Reihen der CD&V war diese Kandidatur laut flanderninfo.be umstritten. Unter anderem Hendrik Bogaert, führender flämischer CD&V-Abgeordneter, teilte via Twitter mit, dass ein Mann, der Frauen nicht die Hand geben wolle, „auf einer Liste der CD&V nichts zu suchen“ habe. Dies sei mit den Werten seiner Partei unvereinbar.

Mit Handschuhen wie die Queen

Doch die Antwerpener CD&V hielt zunächst an Aron Berger fest. Gleichwohl machte Spitzenkandidat Kris Peeters deutlich, dass er von Aron Berger erwarte, dass er fundamentale Prinzipien, die der CD&V wichtig seien, respektiere – und dazu gehöre auch, dass man Frauen wie Männern die Hand gebe.

Kris Peeters (links, hier mit CSP-Politiker Robert Nelles) tritt in Antwerpen gegen Bürgermeister Bart De Wever an.

Die CD&V hatte sich jedenfalls mit der Kandidatur von Berger keinen Gefallen getan. In den sozialen Medien schlug das Thema Aron Berger hohe Wellen. Auch der Vorschlag des Chefredakteurs von „Joods Actueel“, Michael Freilich, Berger soll wie Queen Elizabeth II. einen Handschuh tragen, wenn er Frauen die Hand reichen müsse, wurde mit viel Häme kommentiert.

Unhaltbar wurde Bergers Kandidatur am Mittwoch, als bekannt wurde, dass der ultraorthodoxe Jude vor kurzem erst Probleme mit der Justiz hatte. Das Antwerpener Strafgericht sah es als erwiesen an, dass Berger vor rund fünf Jahren eine betagte Person um 28.500 Euro betrogen hatte. Er hatte damals einem älteren Herrn bei der Regelung dessen Erbes geholfen und laut Richterspruch dessen Vertrauen schamlos ausgenutzt.

Die Affäre Aron Berger ist eine Schlappe für die flämischen Christdemokraten und deren Antwerpener Spitzenkandidaten Kris Peeters, der N-VA-Chef Bart De Wever das Bürgermeisteramt stretig machen will.

Auf flanderninfo.be hieß es dazu am Mittwoch: „Nicht zuletzt wirft dies auch einen Schatten auf den Kommunalwahlkampf in Antwerpen, bei dem das Buhlen um Wählerstimmen aus der jüdischen Gemeinschaft schon fast absurde Ausmaße annimmt.“ (flanderninfo.be/cre)

  1. Was denken sich die Parteien dabei solche Leute auf Wahllisten zu setzen?? Integration? Sicher nicht!! Das geht ganz anders, hier sollte man die Zuwanderer in Parteien begrüßen die unsere Kultur angenommen und als erstrebenswert weitergeben an ihr Umfeld. Wenn Leute wie dieser Fundamentalist auf Wahllisten auftauchen ist das eine katastrophale Botschaft die damit in das Volk gesendet wird: „seht her, wir akzeptieren auch eure extremen Ansichten“. Damit stärkt man die Falschen und schwächt die Einwanderer die mit diesen ihren „Glaubensbrüdern“ nichts zu tun haben wollen. Die Belgische (und auch Deutsche) Politik macht im Moment in Sachen Einwanderungspolitik so ziemlich alles falsch was man falsch machen kann; es ist aber alles gut gemeint….

  2. Alfons Van Compernolle

    Ein ganz netter Zeitgenosse, dieser Herr Berger ! Ein vom Strafgericht Antwerpen verurteilter Betrueger, der einem alten Mitbuerger bewusst und gezielt um 28.500 Euro betrogen hat!!! Ihr solltet mal die Nachrichten auf HLN betreffend ueber diesen Menschen Lesen!

    • Alfons Van Compernolle

      Dieser (wenig)nette Zeitgenosse, hat fuer einen aelteren Herrn, seine finanziellen Angelegenheiten geregelt. Und als erstes ersteinmal 28500 Euro fuer sich selbst angezweigt! Religioes kann ich an dieser betruegerei nichts finden! Ein anderer moslimischer Imam hat 30 aeltere Moslems betreut und diese weit ueber eine Million Euro betrogen !!

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