Politik

Donald Trump träumt immer noch von Grönland und ernennt Sondergesandten für die Insel

08.02.2025, Grönland, Ilulissat: Eisberge ragen im Ilulissat-Eisfjord in der Nähe des westgrönländischen Ortes Ilulissat in die Höhe. Foto: Steffen Trumpf/dpa

US-Präsident Trump will sich Grönland einverleiben. Daraus macht er kein Geheimnis. Zuletzt war es um die umstrittene Idee ruhiger geworden. Nun gibt es eine neue Initiative.

Trump ernennt den Gouverneur des südlichen Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für das offiziell zu Dänemark gehörende Grönland. Dieser verstehe, wie wichtig die Insel im Nordatlantik für die Sicherheit der USA sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Landry werde sich stark für die Interessen und die Sicherheit der USA sowie für das „Überleben unserer Verbündeten“ und der ganzen Welt einsetzen, schrieb der Republikaner weiter über seinen Parteifreund.

04.09.2025, USA, Angola: Der Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, spricht zu Reportern im Louisiana State Penitentiary .
Foto: Gerald Herbert/AP/dpa

Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar immer wieder mit Hinweis auf Gründe der nationalen Sicherheit umstrittene Besitzansprüche auf Grönland angemeldet. Die Debatte darüber war zuletzt aber etwas abgeklungen.

Grönland ist flächenmäßig die größte Insel der Erde. Sie ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und rund 70 Mal so groß wie Belgien, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner. Die Insel ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen teilte der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge schriftlich mit, dass die Ernennung Landrys zum US-Sondergesandten zeige, „dass das amerikanische Interesse an Grönland weiterhin besteht“. Er forderte die USA dazu auf, „die territoriale Integrität des Königreichs“ zu respektieren.

– US-Regierung hofft wohl auf direkten Draht zur Führung in Grönland: Dänische Medien hatten jüngst berichtet, dass die US-Regierung sich darum bemühe, direkte Kontakte zur Regierung Grönlands aufzubauen. Politische Praxis im Königreich Dänemark ist es aber, dass sowohl dänische als auch grönländische Vertreter bei Gesprächen präsent sein müssen, wenn es um Außen-, Sicherheits- oder Verteidigungsfragen geht, die Grönland betreffen.

28.03.2025, Grönland, Pituffik: US-Vizepräsident JD Vance (Mr) und seine Frau Usha Vance (Ml) besichtigen die US-Raumfahrtbasis Pituffik in Grönland. Foto: Jim Watson/AFP Pool via AP/dpa

Landry bezeichnete es auf der Plattform X als eine Ehre, dazu beitragen zu dürfen, „Grönland einen Teil der USA zu machen“. Er ist seit Anfang 2024 Gouverneur von Louisiana. Wieso Trump ausgerechnet ihn als Sondergesandten einsetzen will, ist unklar. Geografisch näher an Grönland wären zum Beispiel die Bundesstaaten im Nordosten der USA, doch dort dominieren politisch eher die Demokraten. Von Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas, sind es Luftlinie rund 4.600 Kilometer bis nach Nuuk, der Hauptstadt Grönlands.

– Louisiana wurde einst von den USA gekauft: 1803 hatten die USA ein riesiges Gebiet namens Louisiana, das den heutigen US-Bundesstaat einschließt, Frankreich abgekauft. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit (2017-2021) davon gesprochen, Grönland für die USA kaufen zu wollen. Dänemark und die autonome Regierung Grönlands lehnen diese Bestrebungen ab.

Sondergesandte wurden bei früheren Präsidenten vor allem für schwierige Verhandlungen und Krisenherde ernannt. Die Beziehungen zu Verbündeten, wie dem Nato-Partnerstaat Dänemark, wurden traditionell federführend von einer US-Botschafterin oder einem Botschafter gepflegt. (dpa)

22 Antworten auf “Donald Trump träumt immer noch von Grönland und ernennt Sondergesandten für die Insel”

  1. Realpolitik

    Irgendwann werden sich die USA ob mit Trump oder ohne, ganz einfach Grönland nehmen und die paar Grönländer und Dänen die können nicht dagegen halten, so wie es damals der mutige und siegreiche Viet Cong konnte, als sie in Vietnam ein ihnen freundlich zugewandtes US – Stellvertreter Regime zur Macht verhelfen wollten.

    • „…so wie es damals der mutige und siegreiche Viet Cong konnte, als sie in Vietnam ein ihnen freundlich zugewandtes US – Stellvertreter Regime zur Macht verhelfen wollten.“
      Was für eine Geschichtsklitterei! Die Viet Cong waren die von Russland unterstützten Kommunisten Nordvietnams. Diese wollten keineswegs „ein[em] ihnen freundlich zugewandte[n] US-Stellvertreterregime zur Macht verhelfen“. Im Gegenteil: Das „US-Stellvertreterregime“ war das kapitalistische, korrupte Südvietnam, das trotz Unterstützung durch die USA von den Viet Cong bekämpft und schlussendlich besiegt wurde.

        • Um genau zu sein: Die Viet Cong wurden von der UdSSR und China unterstützt.
          Noch etwas: Das korrupte Thieu-Regime, das von den USA unterstützt wurde, war seit 1967 in Südvietnam an der Macht, ihm musste niemand mehr „zur Macht verhelfen“.

    • Amerika beschützt nur seine reichen Wall-Street-Banker und seinen Deep State, ansonsten niemanden. Die „mächtigste Armee“? Oje, nicht einmal die Talibans konnte diese Supermacht besiegen!

      • Peter S.

        Das mit den Taliban ist vollkommen falsch. Die USA hatten militärisch keine Schwierigkeiten in Afghanistan, sie hatten lediglich kein Konzept, ein Land zu entwickeln, das keine Entwicklung will.

          • Hubert F.

            Ja klar, aber @ Peter S. hat trotzdem Recht.
            Die Afghanen sind gegen unsere Demokratie. Sie ziehen es vor ihre Steinzeitreligion beizubehalten, da sind die Männer die absoluten Paschas und Frauen sind weniger wert als Tiere. So durften Rettungsdienste nach einem Erdbeben in diesem gottverlassenen Trümmerstaat keine Frauen bergen. Frauen sind haram oder so ähnlich.
            Nicht ein einziger von denen dürfte hier im Westen frei rumlaufen. Das sind alles tickende Zeitbomben.

            • rrrichtig,
              nicht alle aber die meisten.
              Aber in 15 -20 Jahren ist mit der weissen westlichen und christlichen Politik eh zu Ende.
              Die machen vieeele Kinder und sind bald in der Überzahl,dann werden die schön demokratisch Ihresgleichen wählen und ihr staunt mal Bauklötzchen was die dann mit der alten Welt machen werden.
              Dann sind ja die meisten Alten hier aus OD zum Glück schon endlich weg.

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