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Standard greift hart durch: Keine Lütticher Supporter am Sonntag beim Meisterschaftsspiel in Anderlecht!

Supporter von Standard Lüttich erwiesen sich am Donnerstag beim Pokalspiel in Anderlecht als schlechte Verlierer. In der 86. Minute veranlassten Wurfgeschosse (Bier, Sitze usw.) aus dem Gäste-Block den Schiedsrichter, das Spiel zu unterbrechen. Foto: Belga

AKTUALISIERT – Standard Lüttich hat schnell reagiert: Am Tag nach den Vorfällen, die zu einem vorübergehenden Abbruch des Pokal-Achtelfinales zwischen Anderlecht und Standard führten (siehe Bericht unten), kündigte die Lütticher Vereinsführung eine erste Strafe gegen ihre eigenen Fans an.

„Als vorbeugende und repressive Maßnahmen nach diesen Vorfällen hat der Standard beschlossen, keinem seiner Fans die Reise zum Spiel am Sonntag, dem 10. Dezember, in Anderlecht zu gestatten. Der Verein wird die Vorfälle in den nächsten Tagen genauer analysieren, bevor er weitere Maßnahmen beschließt“, so der Verein in einer Mitteilung, die am Freitagmorgen veröffentlicht wurde.

Schon am 23.10.2022 hatte es Zwischenfälle beim Clasico gegeben, damals in Lüttich und durch Supporter von Anderlecht verschuldet. Schiedsrichter Bram Van Driessche (r) sah sich genötigt, das Spiel in der 63. Minute beim Stand von 3:1 für Standard abzubrechen, nachdem Anderlecht-Anhänger wiederholt Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geschossen hatten. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Der Clasico am Donnerstagabend, bei dem Anderlecht sein Ticket für das Viertelfinale des belgischen Pokals löste, war von neuen Ausschreitungen auf den Tribünen geprägt. Fünf Minuten vor Schluss begannen Standard-Fans, den Rasen mit Wurfgeschossen zu bewerfen, woraufhin Schiedsrichter Van Driessche beide Teams in die Kabine schickte.

Das Spiel konnte schließlich zu Ende gespielt werden, aber Standard droht eine Strafe. Der Verein aus Lüttich wurde aufgrund der Ausschreitungen bei einem Clasico in der letzten Saison bis zum 30. Dezember auf Bewährung ausgesetzt.

Es war ein Spiel, das damals wegen der Fans von Anderlecht endgültig abgebrochen wurde, aber auch von Zusammenstößen zwischen Supportern beider Vereine geprägt war. Anderlecht verlor das Spiel am grünen Tisch und wurde zu zwei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt, während die Lütticher eine Bewährungsstrafe erhielten. Dieser Aufschub wird nun wahrscheinlich verfallen. Standard wird wohl mindestens ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten müssen.

Anderlecht und Union im Viertelfinale – Clasico wegen Chaoten im Standard-Block am Rand des Abbruchs

Der RSC Anderlecht und die Union St. Gilloise sind die beiden letzten Teilnehmer am Viertelfinale des belgischen Fußball-Landespokals. Insgesamt sind sogar alle drei Brüsseler Erstligisten noch dabei, weil sich RWD Molenbeek bereits am Dienstag durch einen 1:0-Sieg beim KV Kortrijk qualifiziert hatte, der am Mittwoch seinen Cheftrainer Glen De Boeck entließ (siehe Bericht weiter unten).

Der RSC Anderlecht siegte am Donnerstag 2:0 gegen Standard Lüttich. Beide Teams sehen sich am Sonntag an gleicher Stelle wieder, dann im Rahmen der Meisterschaft.

Der erst 19-jährige Stroekens (31.) und der in dieser Saison ungemein starke Anders Dreyer (51.) erzielten die Treffer für den Rekordmeister gegen die „Rouches“, die in der 59. Minute zusätzlich geschwächt wurden durch die umstrittene Rote Karte für Price.

Am Ende erwiesen sich einige Chaoten im Fanblock der Lütticher als schlechte Verlierer. In der 86. Minute veranlassten Wurfgeschosse (Bier, Sitze usw.) aus dem Gäste-Block den Schiedsrichter, das Spiel zu unterbrechen.

Anderlechts Anders Dreyer feiert seinen Treffer zum 2:0. Der Däne liefert eine starke Saison. Foto: Belga

Die Union St. Gilloise setzte sich durch zwei sehr späte Treffer in der Nachspielzeit beim Zweitligisten SK Beveren mit 2:0 durch. Durch ein Eigentor und einen Treffer von Amoura blieb der Union eine Verlängerung erspart.

Die Paarungen des Viertelfinals werden am Freitag um 18 Uhr ausgelost. Pokalverteidiger Royal Antwerp FC hat sich nach einer spektakulären Aufholjagd gegen Sporting Charleroi für das Viertelfinale des Croky Cup qualifiziert. Für eine große Pokalüberraschung sorgte der KV Ostende, der in der Runde zuvor bereits die AS Eupen ausgeschaltet hatte.

Am Mittwochabend gewann Antwerp im heimischen Bosuil-Stadion mit 5:2, obwohl der „Great Old“ bereits nach 31 Minuten mit 0:2 in Rückstand gelegen hatte.

In den anderen Spielen sorgte der FC Brügge mit einem 4:0-Sieg gegen Zweitligist SV Zulte Waregem für Spektakel. Eine faustdicke Überraschung gelang dem KV Ostende, derzeit auf Platz 14 in der Challenger Pro League, der nach der AS Eupen im 1/16-Finale diesmal sogar den KRC Genk aus dem Landespokal warf.

Die Limburger, am Sonntag zu Gast im Eupener Kehrweg-Stadion, brachen in der Verlängerung zusammen und verloren gegen die Küstenstädter 1:3.

AA Gent gewann mit 1:0 in St. Truiden, und Löwen entging einer Blamage, denn beim Drittligisten FC Knokke setzte sich OHL erst im Elfmeterschießen durch.

Am Dienstag verlor der KV Kortrijk gegen RWDM 0:1, was seinen Trainer Glen De Boeck den Job kostete (siehe Artikel unten). (cre)

KV Kortrijk trennt sich nach nur neun Spielen von Glen De Boeck

Glen De Boeck war doch nicht der erhoffte Retter von Erstligist KV Kortrijk. Das sensationelle Tor von Torwart Tom Vandenberghe zum 1:1-Ausgleich am Samstag auswärts bei der AS Eupen hatte dem 52-jährigen Trainer noch den Job gerettet. Doch nach dem Ausscheiden im Pokal gegen RWDM am Dienstag hat der Vorstand des KVK die Reißleine gezogen.

Am Mittwoch trennte sich der westflämiche Tabellenletzte der Jupiler Pro League nach nur neun Spielen von De Boeck, der Ende September nach vierjähriger Abwesenheit in den Trainerberuf zurückgekehrt war.

Beim KV Kortrijk war der frühere belgische Nationalspieler Nachfolger von Edward Still geworden, der ebenfalls im Guldensporenstadion nichts hatte bewerkstelligen können, nachdem er sich schon in der letzten Saison bei der AS Eupen als Flop erwiesen hatte.

De Boeck hatte den KV Kortrijk bereits 2017 mit einer beeindruckenden Aufholjagd an den Rand der Playoffs 1 gebracht, doch eine Wiederholung dieses Erfolgs blieb aus. Auch ihm gelang es nicht, den Zug auf die Schiene zu bringen.

Kortrijks Cheftrainer Glen De Boeck beim Pokalspiel gegen RWDM, das sein Team 0:1 verlor und ihn den Job kostete. Foto: Belga

In neun Spielen gelang De Boeck lediglich ein Achtungserfolg gegen den FC Brügge. Auch im belgischen Pokal gelang ihm ein bescheidener Erfolg nach Elfmeterschießen gegen Dender.

Für den Vorstand konnten die beiden Erfolge die Niederlagen gegen Westerlo, Genk, Union St. Gilloise und KV Mechelen sowie die Unentschieden gegen Eupen und RWDM nicht aufwiegen. Das Ausscheiden im belgischen Pokal gegen RWDM am Dienstag war der letzte Strohhalm.

Der KV Kortrijk muss sich somit in etwas mehr als zwei Jahren nach Luka Elsner, Karim Belhocine, Adnan Custovic, Bernd Storck, Edward Still und Glen De Boeck nach einem neuen Cheftrainer umsehen. Bemerkenswert ist, dass die letzten vier Trainer im Durchschnitt gerade mal 12 Spiele auf der Trainerbank des KVK absolviert haben.

Assistent Joseph Akpala übernimmt vorerst die Aufgaben von De Boeck und steht am Freitag bei dem ungemein wichtigen Spiel der „Kerels“ gegen Westerlo an der Seitenlinie. „Der Verein arbeitet so schnell wie möglich an einem Nachfolger“, heißt es beim KVK. (cre)

13 Antworten auf “Standard greift hart durch: Keine Lütticher Supporter am Sonntag beim Meisterschaftsspiel in Anderlecht!”

  1. Folgerichtig…..KV Kortrijk musste gegen einen so schwachen Gegner wie die AS einen Sieg abringen! Wenn du als Erstligist es nicht schaffst gegen Eupen zu siegen ist der Trainer fehl am Platz!

  2. Eifel_er

    Wenn man sich so schnell vom Trainer trennt dann hat dieser Club wirklich noch weniger Ahnung wie der einzigste aus der Region in der 1. Division . Sorry – aber hier greift wieder ‚es reicht nicht wenn man einem Lada einen Spoiler montiert um schneller als ein Lamborghini zu sein

  3. Propaganda

    Ein erneuter Beweis wie schwach die AS in dieser Saison ist. Wenn man gegen diese schwache Mannschaft nicht gewinnt gegen wen dann ? Viel zu ängstlich gespielt gegen so eine schwache Mannschaft. Die Taktik des Trainers ist nicht zu verstehen. Alle Mannschaften im unteren Drittel haben jetzt ihren Trainer ersetzt. Wann folgt die AS ?

    • alter weißer mann

      @Propaganda. Alle Mannschaften im unteren Drittel haben jetzt ihren Trainer ersetzt. Wann folgt die AS ?

      Und, hat es diesen Manschaften geholfen? Nein, denn die haben kaum mehr Punkte als Eupen. Freiburg aus der Bundesliga ist das beste Beispiel, dass sich das Festhalten an einem Trainer mittelfristig lohnen kann. Vielleich bereut es Herr Kohlfeld, nach Eupen gekommen zu sein. Eupen nur ein „großes“ Dorf, dass sich normalerweise keinen Erstligisten leisten kann.

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