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Probleme an belgischen Atommeilern von Tihange und Doel kommen Konzern Engie teuer zu stehen

Die drei Kühltürme des Kernkraftwerks Tihange bei Lüttich. Foto: Rainer Jensen/dpa

Die Abschaltung von Reaktoren in Belgien hat dem französischen Versorger Engie im dritten Quartal zu schaffen gemacht. Für das laufende Jahr rechnet Engie-Chefin Isabelle Kocher deshalb im Kernkraft-Bereich mit einem operativen Verlust von rund 600 Millionen Euro, wie der Konzern in Paris mitteilte.

Im Gesamtjahr dürften die belgischen Kernkraftwerke des Konzerns nur zu rund 52 Prozent in Betrieb sein. Mängel an belgischen Atommeilern sind in Deutschland immer wieder Grund zur Sorge.

Für das Gesamtjahr erwartet Kocher einen bereinigten Nettogewinn von etwa 2,45 Milliarden Euro. Das ist das untere Ende der eigentlich angepeilten Spanne und hängt zudem davon ab, dass der Konzern seine Atomreaktoren in Belgien wie geplant wieder anfahren kann.

In den ersten neun Monaten erzielte Engie trotz der Probleme einen Umsatz von 43,0 Milliarden Euro und damit 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 0,3 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zurück.

Engie hat sich von zahlreichen Geschäftsteilen getrennt, den Anteil an Kohlestrom reduziert und will sich verstärkt auf umweltfreundliche Energien und seine Stromnetze konzentrieren. In Belgien betreibt der Konzern jedoch noch die wegen technischer Mängel umstrittenen Atommeiler Tihange und Doel. (dpa)

14 Antworten auf “Probleme an belgischen Atommeilern von Tihange und Doel kommen Konzern Engie teuer zu stehen”

  1. Tja, es gibt kein korrupteres Land wie Belgien.
    Den Belgien wird das Geld vom Staat förmlich aus den Taschen gezogen, bevor es überhaupt drin ist.
    Nirgends anders kostet STrom, Telefonie und Co so viel wie bei uns. Es geht nur einer Gruppe wirklich gut in Belgien und das sind und bleiben die Politiker, die uns weiter bescheissen.

  2. Das Problem wird Belgien demnächst auf die Füße fallen. Engie will die Problemreaktoren los werden, Belgien braucht diese Reaktoren zur Stromversorgung und wird nicht umhin kommen das Problem zu „verstaatlichen“. Ursache ist die völlige Inkompetenz der politischen Akteure in Sachen Stromwirtschaft. Physik und Technik versteht kein Politiker, man glaubt was man glauben will, ein Ökowunder aus Windräder und PV Dächer wird die Kernkraftwerke überflüssig machen. Da sich aber die Physik nicht wirklich um politische Vorgaben kümmert gibt es auch keinen Ersatz für die KKW. Ergebnis: sie laufen eben weiter. Die ahnungslosen Politiker haben im Gleichklang mit den ebenso inkompetenten Medien ihr Pulver (sprich unser Geld) in Richtung „certificats vert“ verschossen. Dumm nur dass die viel kosten aber fast keinen Strom liefern – schon gar nicht bedarfsgerecht. Gefangen in den eigenen CO2 Märchen hat auch niemand den Mut neue Kohle- oder Gaskraftwerke in Belgien zu bauen, also bricht jedes mal Panik aus wenn die viel gescholtenen KKW nicht produzieren. Wenn sie produzieren hingegen redet man ständig vom Atomausstieg ,aber bitte erst wenn man selbst pensioniert ist und in der Provence seinen Lebensabend beschließt. Das Energieproblem in Belgien ist die Folge der unglaublicher Arroganz der Ahnungslosen, in Politik wie in Medien. Mal sehen wann das licht ausgeht – und schuld sind dann die „Konzerne“….

    • Walter Keutgen

      Ja Dax, mal sehen, ab wann wir nur noch acht Stunden am Tag Strom haben. Heute war der erste Verhandlungstag am Staatsrat betreffend der Klage der Städteregion Aachen gegen die belgische Atomaufsichtsbehörde und Electrabel wegen der Wiederinbetriebnahme 2015.

  3. Wir haben bestimmt ein halbes Dutzend Energieminster in Belgien!? Aber keiner kriegt den Strom gemanagt! Dasselbe Problem, hörte man am Radio letzter Tage, bei der weit verbreiteten Cyber Kriminalität, da fehlen jede Menge an Personal! Die wären zu 13 da, es müssten deren aber über 40 sein!?
    Wohl Minister bis über den Dachfirst! Verkehrte Welt! Taschenfüller en masse, aber mangelnde Leistungen von oben!
    Armes Belgien!

    • Ganz so einfach ist es nicht. Die Bevölkerung in ihrer Mehrheit läuft ja dem grünen Zeitgeist hinterher. Die „Bevölkerung“ will ja den Atomausstig, den Kohleausstieg, nur noch „grüne“ Energie – aber bitte das alles für max. 50 €/Monat….
      Zum Betrug gehören immer zwei, der Betrüger und der der sich betrügen lässt. Dabei ist es oft der Betrogene selbst der es dem Betrüger leicht macht in dem er glaubt was er glauben will. So auch hier, die grünen Schlümpfe glauben alles und wissen nichts….

  4. Bergerbock

    @Dachs

    Sie vergessen mal wieder, dass das Problem der kaputten Reaktoren nicht die Schuld der grünen Energie ist. Ohne Grüne Energie hätten wir wahrscheinlich schon ein Blackout. Also schön sachlich bleiben. Die Gewinne fließen nach Frankreich und die notwendigen Investitionen darf der Steuerzahler tragen. So siehts aus. Ich blase mal zum Engie boykott. Ist mir sowieso ein Rätsel warum man bei denen noch einen Vertrag haben kann. Der Bürger hat es in der Hand, also handeln und kündigen.

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