Standpunkt

Tierheim Schoppen ein Pokerspiel?

Im Fall des Tierheims Schoppen scheint dessen Präsident Rainer Autmanns einen Ausweg aus der Finanzkrise gefunden zu haben. Die drohende Schließung der Einrichtung ist offenbar kein Thema mehr. Aber ist dies wirklich die Lösung? Der Haken ist, dass der Präsident des Tierheims nicht den Konsens mit den insgesamt elf Gemeinden der Polizeizonen Eifel und Malmedy-Stavelot gesucht hat, sondern im Grunde auf Konfrontation setzt. Das kann ins Auge gehen.

Im Prinzip hat Rainer Autmanns ja Recht: Weshalb soll das Tierheim Schoppen einen Dienst aufrecht erhalten, den eigentlich die Kommunen wahrzunehmen hätten und der viel mehr kostet als die Summe an Zuschüssen, die ans Tierheim fließt (siehe dazu Artikel: „Tierheim Schoppen: Gemeinden sollen Hunde einsammeln, verarzten und chippen“).

Problem nur buchhalterisch gelöst

Trotzdem wäre es sinnvoller, den Dialog zu suchen. Es kann gut sein, dass für das Tierheim Schoppen rein buchhalterisch das Problem gelöst ist, wenn man künftig das Einsammeln, Verarzten und Chippen der Fundhunde den Gemeinden überlässt und dadurch eine Arbeitskraft und ein Fahrzeug weniger benötigt.

Wer aber sagt uns, dass dies auf Dauer als Lösung auch reicht? Sollte Autmanns die Kommunen tatsächlich vor vollendete Tatsachen stellen, indem er diese dazu nötigt, einen Teil der bisher von Schoppen geleisteten Arbeit zu übernehmen bzw. sogar ein eigenes Tierheim zu schaffen, läuft er Gefahr, beim nächsten Finanzproblem bei den Gemeinden auf noch weniger Verständnis zu stoßen als zuletzt.

Dienst angemessen honorieren

Besser wäre es also, den elf Kommunen vorzuschlagen, dass das Tierheim Schoppen zwar weiter bereit ist, Fundhunde einzusammeln, aufzunehmen, zu verarzten und zu chippen, aber dieser Dienst auch angemessen honoriert werden muss. Denn Autmanns hat in einem Punkt völlig Recht: Weshalb sollen die Bürger an ihre Gemeinde Hundesteuer zahlen, wenn diese damit nicht das machen, was sie machen sollten?

Nun, vielleicht ist das Ganze ja irgendwo auch nur ein Pokerspiel, denn Autmanns war schon immer ein cleverer Geschäftsmann. Wenn die Gemeinden deutlich mehr zahlen, kommt das Tierheim Schoppen über die Runden – und alles bleibt beim Alten…

GERARD CREMER

 

3 Antworten auf “Tierheim Schoppen ein Pokerspiel?”

  1. Sehr geehrter Herr Cremer,
    sollte man nicht OD=Ostbelgien Direkt in AD=Autmanns Direkt umbenennen?
    Sie bezeichnen die Äusserungen von A.als ein Pokerspiel,die Ausführungen im G.E.:Autmanns ist formell: „Entweder akzeptieren die Gemeinden diesen Vorschlag oder wir stellen diesen Dienst zum 1. Januar 2013 ein, denn es kann nicht angehen, dass Verpflichtungen der Gemeinden mit privaten Spendengeldern finanziert werden müssen.“ sind in meinen Augen schon eine Erpressung. Mal sehen ob und wieviele Gemeinden sich dem Ansinnen beugen werden. Die undiplomatischen und teilweise lächerlichen Auftritte im BRF,im G.E. und neuerdings auch hier rufen leider bei einigen Lesern Reaktionen hervor die von A. dann als hetzerisch eingestuft werden. Tierheimerhaltung JA-Tierheimleitung ???

  2. Rainer Autmanns

    Sehr geehrter Herr Cremer,
    Mit dem Abschnitt : Dienst besser honorieren, bin ich ganz mit Ihnen einverstanden! Wir werden, nachdem die neuen Verträge vorliegen, auf die Gemeinden zugehen, denn uns liegt selbstverständlich daran, unsere Mitarbeiterin nicht entlassen zu müssen und weiterhin den von allen Beteiligten gelobten Service weiter zu erhalten wie bisher! Ich werde mit Sicherheit nicht auf Konfrontation setzen, sondern ich hoffe, auf verständnisvolle Bürgermeister zu treffen, denen der Tierschutz und unser Dienst etwas bedeutet!
    Nicht mehr und nicht weniger!
    Wir sollten mal in Ruhe abwarten!

  3. Es ist verdächtig ruhig geworden ums Tierheim.
    Immer mehr Leute sagen, das alles nur eine grosse Werbeschichte war.

    Zuerst heisst es auf der FB Seite von Autmanns das Tierheim wird geschlossen und nun soll man in Ruhe abwarten?
    Was soll den der Quatsch? Erst Panikmachen, dann abwarten…voll die Verarsche.

    Es wurden keine Fragen beantwortet, immer andere Zahlen und Gründe für die Krise aufgenannt und auf der Tierheimseite stehen Null Infos dazu.
    Im Grenz Echo wird eine Frau blöd angemacht vom Tierheimleiter beschimpft, die nur helfen wollte.
    In der Petition wird von der Rettung von Katzen geprochen, dabei hat Schoppen doch gar keine Katzen und sehr viele der Unterschreiber kommen auf Frankreich. Alles sehr seltsam.

    Ich glaube da wollte sich jemand einfach nur wichtig machen und die Presse hat mitgemacht ohne wirklich nachzufragen.
    Oder wurde das Steueramt befragt?
    Deren Meinung würde mich interessieren.

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