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Tief, tiefer, Alemannia: Der Absturz eines großen Traditionsvereins

Aachener Fans feiern ihre Alemannia am 26.07.2013 im Südstadion in Köln nach einem Auswärtssieg bei Fortuna Köln. Foto: picture-alliance/dpa

Mein Gott, Alemannia! Jede Saison eine Klasse tiefer, aber selbst in der tieferen Klasse geht es immer noch tiefer. Das ist das Los des Aachener Regionalligisten, der es „geschafft“ hat, innerhalb von etwas mehr als sechs Jahren von der 1. Bundesliga in die Regionalliga abzustürzen. Und jetzt droht sogar der Abstieg in die Oberliga Mittelrhein!

Zuletzt gab es für die Schwarz-Gelben in der Regionalliga West 6 Niederlagen in Serie und ein Torverhältnis von 1:14. Am Samstag unterlag die Alemannia im heimischen Tivoli-Stadion der Mannschaft von Viktoria Köln mit 0:1 – vor 4800 Zuschauern, was für Aachener Verhältnisse eigentlich wenig ist. Auch die Geduld der treuen Alemannia-Anhänger stößt an Grenzen.

Fans haben „die Schnauze voll“

Alemannia Aachens Trainer Peter Schubert. Foto: dpa

Alemannia Aachens Trainer Peter Schubert. Foto: dpa

Nach der 0:3-Niederlage in Siegen skandierten mitgereiste Anhänger aus Aachen: „Wir haben die Schnauze voll!“

Gegen Viktoria Köln fiel der Gegentreffer 10 Minuten vor Spielende – und wieder stand die Alemannia mit leeren Händen da. „Die Jungs haben eine sehr gute Reaktion auf das letzte Spiel gezeigt. Sie waren sehr griffig, haben aggressiv gegen den Ball gespielt und sich Chancen erarbeitet. Die Mannschaft hätte einen Punkt verdient gehabt“, sagte Alemannia-Trainer Peter Schubert nach der Partie.

In der Tabelle belegt Aachen nach 10 Spielen Platz 13 (von 19), ist nur 2 Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt (die 5 Letzten steigen ab).

Bei den Finanzen noch einiges im Argen

Der für etwa 50 Millionen Euro gebaute neue Tivoli wurde erst 2009 eröffnet. Foto: alemannia-aachen.de

Der für etwa 50 Millionen Euro gebaute neue Tivoli wurde erst 2009 eröffnet. Foto: alemannia-aachen.de

Sorgen über Sorgen, zumal bei den Finanzen noch vieles im Argen liegt. Finanzielle Altlasten, laufende und drohende Gerichtsverfahren sowie die Ungewissheit, auch noch im Anschluss an die laufende Saison das Tivoli-Stadion nutzen zu dürfen – all dies macht eine Prognose über die Überlebensfähigkeit dieses großen Traditionsvereins unmöglich. Zum Saisonende läuft die Vereinbarung mit der Stadt über die Nutzung des Stadions (rund 600.000 Euro pro Jahr Miete) aus. Und was dann?

In Sachen Stadionneubau sagte der ehemalige Spieler, Co-Trainer und Geschäftsführer Sport von Alemannia Aachen, Erik Meijer: „Das Einzige, was bei Alemannia Aachen nicht gestimmt hat, war, dass man so ein Riesenstadion gebaut hat, das wie ein Stein um den Hals des Vereins hängt. Am Ende war der Stein so schwer, dass er dem Klub das Genick gebrochen hat.“ (cre)

9 Antworten auf “Tief, tiefer, Alemannia: Der Absturz eines großen Traditionsvereins”

  1. Mischutka

    Ich kann die Trauer der Alemania-Fans sehr gut verstehen. Das ist so, als wenn Anderlecht, Brugge oder Standard Lüttich in ein paar Jahren gegen Ovifat, Raeren, Lontzen – oder zum „Spiel des Jahres“ beim FC Ruck-Zuck oder Rasanto Nispert antreten müsste. Liebe Aachener, der (Fussball)-Gott sei mit euch ! MfG.

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