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Tempo-Taschentuch feiert seinen 90. Geburtstag

09.08.2012, Baden-Württemberg, Mannheim: Eine Mitarbeiterin des schwedischen Papierherstellers SCA öffnet in einer Niederlassung in Mannheim eine Packung Taschentücher der Marke "Tempo“. Foto: Uwe Anspach/dpa

Irgendwer hat immer eins zur Hand. Sie stecken in Millionen Jacken-, Hand- und Hosentaschen, meist zerknüllt und ganz unten. Oder, wenn’s blöd läuft, in der Wasch-Maschine. Millionen Menschen nutzen Papier-Taschentücher – viele davon Tempo. Und viele nutzen irgendein anderes und sagen trotzdem Tempo.

Wie nur wenige andere Marken haben es die akkurat gefalteten weißen Tücher aus der blauen Packung geschafft, mit ihrem Namen in den allgemeinen Sprachgebrauch überzugehen. So gut wie jeder kennt ihn. Aber will jeder, der „Hast du ein Tempo?“ fragt, tatsächlich unbedingt und ausschließlich ein echtes Tempo?

In diesem Jahr feiert die Marke ihren 90. Geburtstag. Vom 29. Januar 1929 datiert die Anmeldung beim damaligen Reichspatentamt in Berlin. Oskar Rosenfelder, Mitinhaber der Vereinigten Papierwerke Nürnberg, reichte den Antrag laut Markenhistorie damals ein. Viel hat sich getan seither – Innovationen, Weiterentwicklungen, Eigentümerwechsel – aber eines ist seit Jahrzehnten gleich: Tempo ist Taschentuch, und Taschentuch ist Tempo.

Eine verschnupfte Frau putzt sich mit einem Papiertaschentuch die Nase. Foto: Christina Sabrowsky/dpa

Generische Verselbstständigung heißt das Phänomen, das man auch von Zewa, Tesa, dem Labello, dem Edding, der Tupperdose oder auch dem Walkman kennt – mal mehr, mal weniger, und zum Teil auch regional unterschiedlich.

Die Marke verbucht die Erfindung der sogenannten Z-Faltung für sich, die seit 1975 dafür sorgt, dass man die Tempo-Tücher mit einer Hand auseinanderschütteln kann. 1988 kam die wiederverschließbare Packung, in den 90er-Jahren die Taschentuch-Box, zwischendurch diverse Balsam- und Öl-Zusätze. Seit 2017 vermarktet Tempo seine Taschentücher außerdem als waschmaschinenfest.

Seit 2007 gehört die Marke zur schwedischen Essity-Gruppe, zu der auch Zewa gehört. Produziert wird aber immer noch in Neuss – mehrere Millionen Päckchen Taschentücher jeden Tag. Auch der klassische Schriftzug hat sich kaum verändert. (dpa)

5 Antworten auf “Tempo-Taschentuch feiert seinen 90. Geburtstag”

  1. Heute weiß man, dass das Schneuzen in ein Taschentuch gesundheitlich nicht gut ist. Es trocknet die Nase und die Nebenhöhlen aus und macht damit anfälliger für Krankheiten. Ärzte empfehlen das Hochziehen des Rotzes. Von daher ist die Erfindung des Papiertaschentuches nur eines: Eine geniale Geldmacherei.

    Ich ziehe den Rotz seit Jahren hoch und war noch nie erkältet.

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