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Das Telegramm erlebt in Belgien seine letzten Tage

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Nach über 150 Jahren nimmt Belgien zum Jahresende Abschied vom guten alten Telegramm. Ab dem 29. Dezember wird es nicht mehr möglich sein, bei Proximus Telegramme aufzugeben oder zu versenden.

Die Zahl der verschickten Telegramme decke nicht mehr die Verwaltungskosten, die dazu aufgewendet werden müssten, meldete das VRT-Portal flanderninfo.be unter Berufung auf Belgiens Telekomanbieter Proximus.

Erstaunlich ist, dass immerhin noch rund 8.000 Telegramme im noch laufenden Jahr über Proximus abgewickelt wurden.

Telegrafie-Ausbildung in New York im Jahr 1912. Foto: Shutterstock

Jahrzehnte lang war es eine Tradition, Geburten, Hochzeiten oder auch Sterbefälle per Telegramm anzukündigen oder mitzuteilen, was man heute eigentlich nur noch in alten Schwarz-Weiß-Filmen erlebt. Das belgische Königshaus war lange Zeit ein treuer Kunde.

Um ein Telegramm aufzugeben, müsse man heute Proximus anrufen oder anmailen, um die zu verschickende Botschaft zu vermitteln, so flanderninfo.be. Ein Telegramm zu verschicken sei heute eher Luxus, denn dies koste derzeit mindestens 16,25 Euro.

Das Telegramm hat in Belgien eine lange Geschichte. 1803 wurde der erste optische Telegraf in Betrieb genommen, und ab 1846 arbeitete hier der erste elektrische Telegraf, dessen Leitung entlang der Bahnlinie Brüssel-Antwerpen verlief.

Noch in den 1980er Jahren war das Telegramm in Belgien sehr beliebt (rund 1,5 Millionen Telegramme pro Jahr), doch mit dem Aufkommen von Telex sowie später Fax, Email, SMS und durch alle anderen heutigen Kurznachrichtendienste und sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram und Co.) geriet dieses Angebot weitgehend in Vergessenheit. (flanderninfo.be)

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